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Wulfs Erbe – Eine Hofgeschichte zwischen Leibeigenschaft und „Bauernbefreiung“


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Exkursion des Historischen Vereins zum Hof Grothaus in Wallenhorst
Sonntag, 7. Juni, 14 – 17 Uhr

Der Bauernhof „Wulfs Erbe“ heute
© Thorsten Heese, 2019

Am 23. Februar 1837 unterschrieb Kolon Franz Wulf seinen Ablösungsvertrag. Damit endete für den Vollerben in der Bauerschaft Lechtingen die Jahrhunderte währende Leibeigenschaft. Anhand der Geschichte des Bauernhofes vom 14. Jahrhundert bis zu seiner Ablösung im 19. Jahrhundert werden die Strukturen und Auswirkungen der Leibeigenschaft in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Ständegesellschaft exemplarisch vorgestellt. Dem kurzweiligen Vortrag auf der Deele des Hofes Wulf/Grothaus folgt ein gemütliches Beisammensein mit Kaffee, Tee und Kuchen. Abschließend werden auf einem Spaziergang die Dimensionen der zugehörigen Ländereien im Jahre 1785 gemeinsam erkundet.

Treffpunkt: Hof Grothaus, Zum Gruthügel 18,
49134 Wallenhorst-Lechtingen
Verzehrkosten: 5 Euro
Anmeldeschluss: 1. Juni 2026
Leitung: Thorsten Heese

Anmeldung / Teilnahmegebühren
Für die Veranstaltung ist eine Anmeldung zwingend erforderlich. Dies kann schriftlich oder telefonisch erfolgen:
Kontakt: Historischer Verein Osnabrück, Schloßstr. 29, 49074 Osnabrück
E-Mail: [email protected]
Telefon: 0541 3316214
Die Teilnahmegebühr kann vor Ort entrichtet werden.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Exkursionsprogramm 2026 des Historischen Vereins.

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Vergangenheit zum Anfassen: Studierende der Hochschule Osnabrück entwickeln interaktive Runen-Station für das Varusschlacht-Museum


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Zwei Media & Interaction Design-Studierende haben eine Touchscreen-Anwendung für die Sonderausstellung „VERLORENE KRIEGER – Germanen zwischen Macht und Mythos“ in einem Kooperationsprojekt mit dem Museum und Park Kalkriese entwickelt. Seit dem 25. April können Gäste des Varusschlacht-Museums in Bramsche im Osnabrücker Land eine einzigartige Präsentation von mehr als 1.200 germanischen Artefakten aus dem 2. bis 5. Jahrhundert nach Christi erleben und sich an interaktiven Stationen neue Perspektiven auf das Leben der Germanen erschließen.

Mehr Infos zum Projekt: https://www.hs-osnabrueck.de/nachrichten/2026/05/vergangenheit-zum-anfassen

Der Verein für Geschichte und Landeskunde besucht am kommenden Wochenende die Ausstellung. Es sind noch Restplätze vorhanden!

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Textile Schätze – Handwerkertradition und Archäologie


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Exkursion in die Werkstatt Torlage, das Tuchmachermuseum Bramsche und das Museum Varusschlacht in Kalkriese

Samstag, 9. Mai 2026, 10.30 – 17 Uhr

Nachdem die Tuchmacherinnung ihre Produktions­stätte, das heutige Tuchmacher Museum, Anfang der 1970er Jahre aufgegeben hatte, endete die lange Tradi­tion der Tuchherstellung in Bramsche. Eine Ausnahme bildete die Werkstatt der Familie Torlage. Bis heute ist das Wohn- und Arbeitshaus am Otterkamp, 1922 erbaut und 1946 um eine Weberei erweitert, unverändert und bewahrt seine ursprüngliche Atmosphäre. Neben der Besichtigung der Werkstatt Torlage steht auch ein kurzer Besuch des Tuchmacher Museums auf dem Programm.

Nach einer Mittagspause im Museum Varusschlacht wird dort die Sonderausstellung „Verlorene Krieger – Germanen zwischen Macht und Mythos“ im Rahmen einer Führung besichtigt. Die einzigartige Ausstellung präsentiert mehr als 1.000 hochkarätige Objekte aus der Sammlung des Archäologischen Landesmuseums Schloss Gottorf, darunter Waffen, Ausrüstungsstücke, Alltagsgegenstände und einige außergewöhnliche Texti­lien aus Wolle. Die Funde stammen aus dem Thorsberger Moor und dem Nydam Moor, wo sie zwischen dem 2. und 5. Jahrhundert niedergelegt wurden.

Treffpunkt: Werkstatt Torlage (eigene Anfahrt, genaue Adresse bei Anmeldung)
Kosten: 15 Euro, Anmeldeschluss: 4. Mai 2026
Leitung: Ulrike Hindersmann und Ilka Thörner

Zu allen Veranstaltungen des Historischen Vereins ist eine Anmeldung – per Mail oder telefonisch – unbedingt erforderlich:
E-Mail: [email protected]
Telefon: 0541 3316214
Teilnahmegebühren überweisen Sie bitte auf folgendes Konto: IBAN DE22 2655 0105 0000 2126 13

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„Christusmörder“ und „Brunnenvergifter“ – Das Entstehen antijüdischer Vorurteile im Mittelalter und die großen Wellen der Judenverfolgungen


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Vortrag von Prof. Dr. Thomas Vogtherr

Dienstag, 21. April 2026, 18 Uhr
Museumsquartier, Vortragssaal

Das Leben jüdischer Menschen im mittelalterlichen Deutschland war seit den Kreuzzügen vielfach bedroht und mit beträchtlichen Risiken verbunden. Glaubensunterschiede und daraus nicht selten erwachsener religiöser Fanatismus führten zur Ausgrenzung und Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung. Der Vortrag zeigt die Entstehung langfristig wirkender stereotyper Grundmuster von Judenfeindlichkeit auf und beschreibt ihre gesellschaftlichen Auswirkungen in Form der regelmäßigen Verfolgungen jüdischer Menschen im deutschen Wirkungsraum.

Mehr Infos zur aktuellen Ausstellung “Van den Yoden” und der dazugehörigen Veranstaltungsreihe im Museumsquartier finden Sie hier.

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Archiv-Nachrichten Niedersachsen 29/2025


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Förderwege, Digitale Archivierung und regionale Netzwerke im Fokus

Die 29. Ausgabe der Archiv-Nachrichten Niedersachsen ist erschienen. Dieses Heft bietet ein kompaktes, praxisorientiertes Panorama aktueller Fragen, die die Archivlandschaft Norddeutschlands bewegen: Wie profitieren Archive von großen Förderprogrammen? Wie verändern die Digitale Archivierung und die Digitalisierung die Zusammenarbeit? Welche Rolle spielen regionale Netzwerke für die Zukunft der Archive?

Das Umschlagbild der Ausgabe 29 / 2025 der Archiv-Nachrichten Niedersachsen.
Das Umschlagbild der Ausgabe 29 / 2025 der Archiv-Nachrichten Niedersachsen.

Im Mittelpunkt steht die Dokumentation des 9. Norddeutschen Archivtags in Bremen unter dem Leitmotiv „Archive und ihre Partner“. Beiträge und Berichte zeigen eindrücklich, dass Archivarbeit heute nicht im Elfenbeinturm stattfindet, sondern als gemeinschaftliches Handeln: Werkstätten, Verwaltungen, Dienstleister und ehrenamtliche Initiativen arbeiten zusammen, um Originale zu erhalten, zu erschließen und nutzbar zu machen.

Ein Schwerpunkt des Hefts ist die neue Förderlandschaft: Das Programm „Schriftliches Kulturgut erhalten“ eröffnet Chancen für kleinere Einrichtungen, rückt Fotobestände stärker in den Fokus und ermöglicht modulare Antragstellungen. Die Beiträge geben konkrete Hinweise, wie sich Projekte bündeln, Partnerschaften vor Ort nutzen und Förderanträge als Teamarbeit gestalten lassen – pragmatisch, ressourcenschonend und wirkungsorientiert.

Zahlreiche Fallstudien liefern unmittelbare Praxis: Kooperationen zwischen Landesarchiven und Werkstätten, ein Citizen-Science-Projekt zur Erschließung, filmische Zugänge zur Stadtgeschichte sowie Erfahrungsberichte zur Übernahme elektronischer Akten. Ergänzt werden diese Einblicke durch Beiträge zu digitaler Überlieferung, Bestandserhalt und Notfallvorsorge – Themen, die nur im Verbund erfolgreich zu bewältigen sind.

Die Rubrik „Aus der Arbeit der Archive“ enthält zwei prägnante Beiträge: eine Analyse der welfischen Adelserinnerung und ein Rückblick auf 100 Jahre Universitätsarchiv Göttingen, die beide die Bedeutung von Archiven für Identität, Forschung und Lehre unterstreichen. Unter „VANB-Angelegenheiten“ informieren der Verband und seine Regionalgruppen über aktuelle Projekte und Planungen, die Sichtbarkeit und Zugänglichkeit vor Ort stärken.

Die Archiv-Nachrichten werden allen empfohlen, die nach konkreten Anregungen, erprobten Lösungen und vernetzten Perspektiven für die Archivarbeit suchen. Seien es Ideen für den Lesesaal, die Gestaltung der Werkstatt oder das Magazin.

Die Mitglieder des VANB (Verband der Archivarinnen und Archivare in Niedersachsen und Bremen e.V.) erhalten die Zeitschrift kostenlos im Rahmen ihrer Mitgliedschaft.

Die A-NN können über das Kreisarchiv Emsland erworben werden: Herzog-Arenberg-Straße 12, 49716 Meppen, 05931/446107, [email protected]

Inhalt

9. Norddeutscher Archivtag in Bremen

Konrad Elmshäuser, 9. Norddeutscher Archivtag in Bremen. Archive und ihre Partner – Bestandserhaltung, Erschließung und Vorsorge

Ursula Hartwieg, Das neue Förderprogramm für den bundesweit koordinierten Originalerhalt: „Schriftliches Kulturgut erhalten“

Thomas Bardelle, Die Kooperation der Abteilung Stade im Niedersächsischen Landesarchiv mit den Werkstätten des Deutschen Roten Kreuzes in Stade

Angela Huang, Citizen Science zur Erschließung historischer Quellenbestände an der FGHO

Henning Steinführer, Das Stadtarchiv Braunschweig und seine Kooperationspartner bei der Erschließung und Nutzung von Archivgut

Daniel Tilgner, Archiv auf ungewohnten Wegen: Zur Entstehung einer Kinodokumentation zur Stadtgeschichte im Landesfilmarchiv Bremen

Matthias Manke, Die eAkten-Übernahme im Landesarchiv Mecklenburg-Vorpommern mit dem DIMAG-Ingest-Werkzeug elektronische Akte (DIWA)

Uwe Leuenhagen, Anbietung und Übernahme von elektronischen Akten der Landesverwaltung in Schleswig-Holstein: ein Erfahrungsbericht

Olga Aginski und Viktor Pordzik, Die Archivierung elektronischer Akten im Staatsarchiv Bremen – ein Arbeitsbericht

Susanne Meinicke, Digitale Archivierung gemeinsam meistern. Erfahrungen aus der Aufbauphase der kommunalen Servicestelle für digitale Archivierung

Nele Bösel-Hielscher, Archive und ihre (Notfallverbund-)Partner – Podiumsdiskussion

Jörn Brinkhus, Zur rechtssicheren Onlinestellung von urheberrechtlich geschütztem Kulturgut. Die Regelungen für nicht-verfügbare Werke und das öffentliche Archivwesen

Dominik Dockter, Christian Hellwig und Ben Rieger, Archivalische Quellen zum (post-)kolonialen Erbe in Niedersachsen und Bremen. Ein Projektbericht

Aus der Arbeit der Archive

Arne Hoffrichter, Der „welfische“ Adel als Erinnerungsgruppe nach 1866: Gutsarchive als Fundus imaginierter Kontinuität

Holger Berwinkel, 100 Jahre Universitätsarchiv Göttingen. Produkt und Voraussetzung der Forschung

VANB-Angelegenheiten

Lars Nebelung, Bericht aus der Mitgliederversammlung des VANB e. V. am 4. Juni 2025

Kathrin Flor, VANB-Regionalgruppe Bentheim – Emsland – Osnabrück

Thomas Bardelle und Sönke Kosicki, Die VANB-Regionalgruppe Elbe-Weser plant einen Archivführer

8. Niedersächsisch-Bremischer Archivtag in Bremerhaven

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Ossietzkys Rückkehr ins Emsland. Erinnerungskultur Esterwegen


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Vortrag von Gerhard Kromschröder und Hermann Vinke

Donnerstag, 12. März 2026, 19 Uhr
Museumsquartier Osnabrück, Vortragssaal

Buchcover “Ossietzkys Rückkehr ins Emsland”

Vertuscht, verdrängt, verleugnet: In den 1960ern drohte die KZ-Vergangenheit des Emslandes dem Vergessen anheimzufallen. Zwei junge Redakteure stemmten sich dagegen. Ihre berufliche Laufbahn ist eng damit verwoben: Gerhard Kromschröder und Hermann Vinke waren in den 1960er Jahren Redakteure der „Ems-Zeitung“. Trotz heftiger Gegenwehr vor Ort rückten sie das Geschehen in den 15 Emslandlagern während der NS-Zeit und ihren prominentesten Häftling, den Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky, in ihrer Berichterstattung immer wieder in die breite Öffentlichkeit.
Der Vortrag zeigt ein Bild von der verbreiteten Erinnerungsabwehr im Emsland. Die beiden jungen Journalisten bezahlten ihr Engagement gegen das Vergessen mit ihrem Arbeitsplatz. Doch auf dem Gelände des ehemaligen KZ Esterwegen steht heute eine Gedenkstätte, in der Carl von Ossietzky einen würdigen Platz gefunden hat. Er ist also an den Ort seines Leidens zurückgekehrt, wo er als Mahner gegen die aktuell vermehrt auftretenden Feinde der Demokratie weiterwirkt.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Der Eintritt ist frei.

Im Anschluss an den Vortrag findet die Jahreshauptversammlung 2026 des Vereins statt.

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ENTFÄLLT!


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Jennifer Staar, Einblicke in Justus Mösers (1720-1794) praktische Aufklärungstätigkeit

Leider muss der Vortrag von Jennifer Staar (Osnabrück)
„… ob man den Hofmanschen Plan borgen, und darauf eine eigne Verordnung bauen … wolle?“ — Einblicke in Justus Mösers (1720–1794) praktische Aufklärungstätigkeit
am Donnerstag, 5. März 2026, 19:00 Uhr im Museumsquartier entfallen.

Wir bedauern die kurzfristige Absage sehr und bitten um Ihr Verständnis.

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Bauern, Plaggen, Neue Böden. Zur Geschichte der Plaggenwirtschaft im Osnabrücker Raum

11. Februar 2026 um 13:42

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Donnerstag, 19. Februar 2026
Museumsquartier Osnabrück, Vortragssaal
, 19 Uhr

Die Plaggenwirtschaft war eine über 1.000 Jahre praktizierte Form der Landwirtschaft, die den gesamten nordwestdeutschen Raum in einzigartiger Weise geprägt hat. Zeugnisse dieser Landnutzung wie fruchtbare Böden, Eschkanten und ausgedehnte Heidegebiete lassen sich bis heute in der Landschaft finden.

Die Lechtinger Mark gemäß der Vermessung von Johann Wilhelm Du Plat, 1786
© Niedersächsisches Landesarchiv Osnabrück, NLA OS K 100 Nr. 1 H IV Nr. 3 b

Neben der landwirtschaftlichen Entwicklung, Bodennutzung und typischen Landschaftsformen beeinflusste sie auch ganz wesentlich das Fühlen, Denken, Handeln und Zusammenleben der Menschen dieser Zeit. Aber wer weiß heute noch etwas darüber? Der Vortrag gibt eine Übersicht zu allen Aspekten der Plaggenwirtschaft in Nordwestdeutschland

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Der Eintritt ist frei.

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Zwischen Tanzfläche und Museum


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Diskotheken und Jugendkultur entlang der B 213

Wer die Alltagskultur der Provinz und die flirrenden Räume jugendlicher Vergnügung der 1960er bis 1980er Jahre erkunden möchte, findet in Werner Straukamps Buch „Diskotheken und Jugendkultur entlang der Bundesstraße B 213 1965-1989“ eine reichhaltige Fundgrube voller überraschender Details und lebendiger Zeitzeugnisse.[1]

Abb. 1: Cover des Buches „Diskotheken und Jugendkultur entlang der Bundesstraße B 213“ von Werner Straukamp.

Werner Straukamps „Diskotheken und Jugendkultur entlang der Bundesstraße B 213 1965-1989“ ist in erster Linie eine beeindruckende Materialsammlung: auf 222 Seiten versammelt der Band eine dichte Chronik regionaler Popkultur, die lokale Akteurinnen und Akteure, Veranstaltungsorte und Alltagspraktiken der Provinz in bemerkenswerter Detailtiefe sichtbar macht. Der Untertitel des Projekts, „Eine Disco kommt ins Museum. Diskothek ‚Zum Sonnenstein‘“, markiert programmatisch, worum es dem Autor geht: nicht nur um die Rekonstruktion von Orten, sondern um die museale Verhandelbarkeit und Präsentation lokaler Jugendkultur.

Quellen und Methodik

Die besondere Stärke des Buches liegt in der Breite und Vielfalt seiner Quellen. Regionale Zeitungsartikel, Werbeanzeigen, Leserbriefe und Gerichtsberichte werden mit zahlreichen Oral‑History‑Interviews kombiniert; die Einbindung eigener Erfahrungen als DJ und Veranstalter verleiht vielen Passagen eine unmittelbare Authentizität und macht technische, organisatorische und atmosphärische Details greifbar (vgl. etwa die Beschreibungen zur „Scala“ in Lastrup, S. 142-145).

Inhaltliche Stärken

Die Darstellung der musikalischen Wandlungen von Beat und Rock über Soul, Funk und Disco bis zur Neuen Deutschen Welle ist anschaulich und gut dokumentiert (S. 24–36). Werner Straukamp zeigt überzeugend, wie sich aus vereinzelten Tanzlokalen und Beat‑Clubs eine differenzierte Diskothekenlandschaft entwickelte und wie Boutiquen, Plattenläden, Jugendzentren und regionale Festivals als Kristallisationspunkte wirkten. Quantitative Hinweise – etwa die Entwicklung von einer einzigen stationären Diskothek 1965 zu 81 Tanzlokalen 1984 – vermitteln dem Leser ein Gefühl für die Größenordnung der lokalen Entwicklung (S. 202). Die zahlreichen Zeitzeugenstimmen machen deutlich, dass Diskotheken im ländlichen Raum mehr waren als Vergnügungsstätten; sie fungierten als soziale Treffpunkte und Orte der Identitätsbildung. Für Museen, Lokalhistorikerinnen und Lokalhistoriker sowie Forschende der Alltagskultur bietet der Band daher eine reichhaltige Fundgrube (vgl. Anhang 2, S. 202-218).

Abb. 2: Werbeplakat „Georgies Boutique – Haare wachsen für den Frieden / LSD zum Mitnehmen“ (Original 1970, George Mikolajew, Nordhorn) (zugleich hintere Umschlagseite des Buches „Diskotheken und Jugendkultur entlang der Bundesstraße B 213“).

Kritische Anmerkungen

Trotz der dokumentarischen Sorgfalt bleibt die Darstellung an vielen Stellen deskriptiv und nostalgisch gefärbt; problematische Aspekte wie Kommerzialisierung, soziale Ausgrenzung, Geschlechterverhältnisse, Gewalt oder Drogenkonsum werden zwar benannt, aber nicht systematisch oder theoretisch fundiert aufgearbeitet (u. a. S. 114, 125, 176, 181). So werden etwa Veranstaltungen wie „Miss Bikini“-Wahlen oder „Go‑Go‑Girl‑Wettbewerbe“ beschrieben, ohne die dahinterliegenden Geschlechterdynamiken oder die ökonomischen Mechanismen der Sexualisierung vertieft zu analysieren (S. 180 f.). Berichte über Polizeirazzien, Schießereien oder Drogenfunde verbleiben überwiegend auf chronikaler Ebene, ohne Ursachen, strukturelle Bedingungen oder längerfristige Folgen zu erörtern (S. 175-184). Eine stärkere theoretische Einbettung, etwa durch Bezüge zu Konsumsoziologie, Raumtheorie oder Gender Studies, hätte die empirischen Befunde in größere analytische Zusammenhänge stellen können.

Formal und in der Aufbereitung bestehen ebenfalls Verbesserungsmöglichkeiten. Die Detailfülle führt mitunter zu überlangen Passagen und Redundanzen, die den Lesefluss hemmen; eine straffere Gliederung und kürzere Abschnitte hätten die Lesbarkeit erhöht. Visuelle Hilfsmittel wie Karten, Tabellen oder Diagramme zur räumlichen und quantitativen Entwicklung der Diskothekenlandschaft fehlen weitgehend; gerade bei einer regionalen Studie entlang einer Verkehrsachse wären Karten zur Verortung und Tabellen zur Entwicklung der Betriebszahlen hilfreich gewesen. Auch das Fehlen eines Registers erschwert den Zugriff auf die zahlreichen genannten Orte und Betriebe. Schließlich bleibt die Auswertung der Zeitzeugenbefunde in Teilen unsystematisch: Viele Anekdoten sind reich an Details, werden aber nicht nach Themenfeldern klassifiziert oder vergleichend analysiert.

Fazit und Ausblick

Trotz dieser Kritikpunkte bleibt der Wert der Studie unbestritten. Werner Straukamp legt eine sorgfältig dokumentierte Materialsammlung vor, die für weitergehende Forschung exzellent nutzbar ist. Die dichte Quellenbasis eröffnet zahlreiche Anschlussfragen: Wie veränderten sich soziale Differenzierungen innerhalb der Besuchergruppen über die Jahrzehnte? Welche Rolle spielten ökonomische Rahmenbedingungen und lokale Politik bei der Entstehung und Schließung von Betrieben? Auf welche Weise lassen sich Gewaltphänomene oder Drogenkonsum analytisch fassen? Werner Straukamp macht mit seinem Projekt zudem deutlich, dass lokale Popkultur nicht nur dokumentiert, sondern auch museal verhandelt werden kann; die institutionelle Perspektive des Vorhabens ist damit sowohl historisch als auch praktisch relevant (vgl. Anhang 2, S. 202-218; Literaturverzeichnis, S. 219-221).

Für die weitere Forschung ergeben sich daraus klare Aufgaben: Eine stärkere theoretische Rahmung könnten aus der reichhaltigen Chronik eine analytisch stringentere Studie machen. Vergleichende Untersuchungen mit anderen ländlichen Verkehrsachsen oder mit urbanen Zentren würden helfen, die Spezifika der B‑213‑Region zu schärfen.

Abschließend überzeugt „Diskotheken und Jugendkultur entlang der Bundesstraße B 213“ vor allem als lebendige, quellenreiche Chronik. Die persönliche Nähe des Autors verleiht dem Text Wärme, Detailkenntnis und Glaubwürdigkeit, auch wenn die kritische Distanz an einigen Stellen möglicherweise fehlt. Wer eine anekdotisch reiche, lokal verankerte Darstellung sucht, findet in diesem Band viel Wertvolles; wer eine theoretisch stringent aufgebaute Analyse erwartet, wird die fehlende Tiefe bemängeln. Als Ausgangspunkt für weitergehende Forschung, Ausstellungen und Oral‑History‑Projekte ist das Werk jedoch hervorragend geeignet und lädt dazu ein, die hier versammelten Materialien analytisch weiterzudenken.

[1] Werner Straukamp, Diskotheken und Jugendkultur entlang der Bundesstraße B 213 1965-1989. Forschungsbericht zu dem Projekt „Eine Disco kommt ins Museum. Diskothek ‚Zum Sonnenstein‘“ im Niedersächsischen Freilichtmuseum Cloppenburg, Cloppenburg 2021.

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“Kontinuität und ein Spiegel des Wandels der lebendigen stadt- und regionalgeschichtlichen Forschung im Historischen Verein”


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Die neuen Osnabrücker Mitteilungen wurden vorgestellt

Musikalisch Ansprechende Umrahmung des Programms durch das “Trio Chocolat” (Foto: Thorsten Unger)

Am gestrigen Abend wurden im Museumsquartier Osnabrück die jüngst erschienenen Osnabrücker Mitteilungen 130 (2025) vor ca. 85 interessierten Besucherinnen und Besuchern vorgestellt. Der Band vereinigt 13 Beiträge von zwölf Autorinnen und Autoren sowie 18 Buchbesprechungen auf 358 Seiten, die sich thematisch mit antiker Archäologie, Mittelalterforschung und Zeitgeschichte befassen.

Valentin Loos warf einen Blick auf “Widerstand in Osnabrück” (Foto: Thorsten Unger)

Nach der Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden Thorsten Heese warf der zweite Vorsitzende Thomas Brakmann einen Blick auf die Geschichte des Historischen Vereins und explizit auf Entstehung und Inhalt des neuen Bandes, der für “Kontinuität” steht und gleichzeitig auch “ein Spiegel des Wandels der lebendigen stadt- und regionalgeschichtlichen Forschung im Historischen Verein” ist. Der 130. Band (in 178 Jahren Vereinsgeschichte) ist darüber hinaus ein Jubiläumsband, denn seit 1985 erscheinen die OM ohne Unterbrechung jährlich.

“Der Name und die regionale Ausrichtung — Osnabrücker Land, Emsland, Grafschaft Bentheim — bleiben gültig, zugleich passen sich Forschungsfragen, Methoden und Darstellungsformen fortlaufend an”, so Brakmann. Die Osnabrücker Mitteilungen sind ein Pfeiler der hiesigen regionalhistorischen Forschung; sie waren und sind aber auch offen für neue Forschungsfragen, die sich teilweise erst durch die neuen technischen Möglichkeiten der jüngsten Zeit adäquat bearbeiten lassen oder stellen.

Hervorgehoben wurde, dass all dies vor allem der ehrenamtlichen Arbeit der Redaktion, der Autorinnen und Autoren sowie der Unterstützung durch Förderer wie den Landschaftsverband Osnabrücker Land e. V., die Landschaft des ehemaligen Fürstentums Osnabrück, die Stadt Osnabrück und die Stiftung der Sparkassen im Landkreis Osnabrück zu verdanken ist – nicht zu vergessen sind hierbei die zahlreichen Vereinsmitglieder, deren Kreis sich im Rahmen der Veranstaltung erfreulicherweise vergrößerte.

Rolf Spilker stellte seinen Beitrag zur Risch-Halle vor (Foto: Thorsten Unger)

Im Mittelpunkt der inhaltlichen Vorstellung des Bandes standen die drei Kurzvorträge von Achim Rost und Susanne Wilbers-Rost (“Zur Interpretation des Fundareals Kalkriese – Einige kritische Anmerkungen”), Valentin Loos (“Widerstand in Osnabrück – Osnabrück im Widerstand. Wahrnehmung und Bewertung des regionalen NS-Widerstands”) und Rolf Spilker (“Von Gasgeräten, einer Jazz-Legende und dem karierten Sakko von Peter Frankenfeld. Die Risch-Halle in Osnabrück”). Thomas Brakmann stellte darüber hinaus die weiteren Beiträge des Bandes kurz vor.

Abgerundet wurde die Buchvorstellung von musikalischen Einlagen des “Trio Chocolat“ des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums in Osnabrück, das das Chanson “La vie en rose”, das humoristische Studenten- und Volkslied “Als die Römer frech geworden” und eine Violinvariation zu “Bella Ciao” darbot.

Im Anschluss an die Buchvorstellung lud der Verein für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück zu einem Sektempfang, der die Möglichkeit zu tiefergehenden Diskussionen und zum Kennenlernen bot.

“Regionale Forschung macht Lebenswelten sichtbar, erklärt, warum Orte und Gemeinschaften so geworden sind, wie wir sie heute erleben, und liefert damit wichtige Bausteine für Identität, Orientierung und historisches Verständnis”, so Thomas Brakmann. Viele bis in den späten Abend hinein reichende Gespräche und Diskussionen lassen hoffen, dass dies mit dem neuen Band und auch der gestrigen Veranstaltung wieder gelungen ist.

Zum Abschluss: Sektempfang und weiterführende fachliche Diskussionen (Foto: Thorsten Unger)

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