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Heute — 06. Juni 2026MOPO

Jack White in Hamburg: Wie gut kann man bitte sein?

05. Juni 2026 um 22:15

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So. Gut. Mit dem Mastermind aus Detroit geht es in der Georg-Elser-Halle durch mehr als ein Vierteljahrhundert Musikgeschichte – und nichts klingt auch nur im Ansatz angejahrt.

„Ihr wart unglaublich – ich war Jack White.“ Und mit dieser Verabschiedung ist eigentlich auch schon alles gesagt. Nee, stimmt gar nicht. Denn wenn jemand unglaublich war an diesem Abend in der sehr zu Recht ausverkauften Georg-Elser-Halle, dann war es der Mann aus Detroit, Michigan.

Einmal in seinem Sakko stecken (nicht mehr rot wie zu The-White-Stripes-Tagen, sondern schwarz mit Sternchen, „wegen dem Star Club“) und aus einem Back-Katalog auswählen können, für den andere Musiker ihren bevorzugten Arm geben würden. Einmal vor einem Publikum spielen, von dem man ganz sicher (!) weiß, dass es nicht angeleitet, -gefeuert oder -geführt werden muss, weil von vornherein alles klar ist: Von der Bühne kommt die Musik, aus dem Publikum kommt der Jubel – und von überall her kommt die Energie.

Jack White lässt die Handys wegschließen – gut so

Könnte man das Zeug auf Flaschen ziehen, Elon Musk müsste seine Chancen darauf abschreiben, der erste Billionär der Geschichte zu werden. Von den ersten Noten von „That’s How I’m Feeling“ bis zum letzten Dööö-döö-dö-dö-dö-döö-dööö runde 100 Minuten später schwappt es durch die Halle. Der musikalische Bogen spannt sich von 1999 bis 2026, von „Cannon“ bis „G.O.D. And The Broken Ribs“, dazwischen Ausflüge zu The Dead Weather („I Cut Like a Buffalo“) und The Raconteurs („Broken Boy Soldier“). Nach Pflichtprogramm klingt hier nix, alles wirkt wie frisch aus dem Hut gezaubert.

Und man bekommt die ganze Zeit alles mit, ohne digitale Ablenkung: Denn das Konzert ist – wie man so hübsch neudeutsch sagt – „phonefree“. Alle Handys wandern in elektronisch versiegelte Beutel. Und man muss ein bisschen kichern, wenn man sich selbst (und die Menschen um einen herum) dabei beobachtet, wie alle paar Minuten der Phantomschmerz zuschlägt und man doch mal kurz nach der Uhrzeit, den Nachrichten, nach Insta, TikTok oder irgendwas anderem gucken will. Keine Angst, geht vorbei: Dafür sorgt dieses Gitarrenmonster vorne auf der Bühne zuverlässig. Entschuldigung, aber wer hat erlaubt, dass Blues-Rock so sexy klingt, so brachial, so zeitlos? Ach ja: Jack White war’s, der mit dem 40-Tonner durch seine musikalischen Jahrzehnte pflügt.

Jack White: Alter! Wie kann man denn so gut sein?

Kurz rechts rangefahren, ein paar White-Stripes-Songs abgeladen, weiter geht’s zur vor ein paar Wochen veröffentlichten Doppel-Single, auf der Stoßstange fahren „Black Bat Licorice“ und andere wunderbare Merkwürdigkeiten mit. Was fehlt denn da überhaupt noch? Ach ja, Hits: Kurz im Handschuhfach gekramt, hier bitte: „Steady, As She Goes“, kurz winken. Abgang, dann kommt die Zugabe: „Icky Thump“, stimmt, das gab’s ja auch.

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Andere hätten damit womöglich Schluss gemacht. Den Überhit, den muss man ja nicht mehr spielen. Muss man vielleicht nicht, macht Jack White aber trotzdem und zeigt allen nochmal, was für ein Monster „Seven Nation Army“ eigentlich ist. Tausendfach gehört, noch öfter mitgedöö-döö-döpt und trotzdem: kurze Schockstarre. Alter. Wie kann man denn so sein? So gut? „Ihr wart unglaublich – ich war Jack White.“ Ja, doch. Eigentlich alles gesagt.

Jack White in Hamburg: Wie gut kann man bitte sein? wurde gefunden bei mopo.de

(Auszug von RSS-Feed)
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