Gleich mehre Einsätze beschäftigten am Wochenende und Anfang der Woche einige Feuerwehren im Bereich der Samtgemeinde. Am Sonntag wurde die Eystruper Feuerwehr zu einem Einsatz in den Rühmsteweg gerufen. Anwohner hatten Brandgeruch und Qualm wahrgenommen und im angrenzenden Wald einen Entstehungsbrand festgestellt. Im Unterholz war aus ungeklärter Ursache trockenes Laub und Gras in Brand geraten. Die kurz nach der Alarmierung eintreffenden Kräfte löschten die Brandstelle großflächig ab und kontrollierten die direkte Umgebung noch einmal mittels einer Wärmebildkamera. Nach ca. 20 Minuten hieß es dann Rückfahrt zum Standort.
Am Montag wurde die Ortswehr Hoya zu einem Fahrzeugbrand im Bereich der Weserbrücke gerufen. Vor Ort stellte sich die Situation allerdings weniger dramatisch dar, da das Fahrzeug, bei dem es sich um ein Wohnmobil handelte, nicht brannte, sondern der Motor geplatzt war und die auslaufenden Betriebsstoffe beim Auftreffen auf den heißen Motor ein größere Qualmwolke erzeugt hatten. Die Insassen des Wohnmobils hattenvorsichtshalber eine im Fahrzeug mitgeführte Gasflasche ins Freie gebracht. Die Einsatzkräfte streuten dann die auf der Fahrbahn befindlichen Betriebsstoffe ab und verbrachten das nicht mehr fahrbereite Wohnmobil auf einen Parkplatz.
Eine weitere Alarmierung wurde wegen des Auslösens der automatischen Brandmeldeanlage in der Grundschule in der Langen Straße in Hoya nötig. Hier war ein Eingreifen der Feuerwehr nicht nötig, da es sich um einen Technischen Defekt handelte.
Während des Unwetters war dann am Abend die Feuerwehr der Gemeinde Warpe gefragt. Durch den Sturm war ein großer Ast von einem Baum abgebrochen und versperrte die Fahrbahn. Mittels Motorkettensägen wurde der Ast zerlegt und von der Fahrbahn geschafft. Nach kurzer Zeit war die Strecke wieder für den Verkehr passierbar.
Am Dienstagnachmittag wurde die Feuerwehr erneut zu einen Kleinbrand in den Hämelhauser Kirchweg gerufen. Die Einsatzstelle befand sich in unmittelbarer Nähe der Brandstelle vom Sonntag. Passanten hatten das Feuer entdeckt und bereits erste Löschversuche unternommen. Die Feuerwehrkräfte löschten den Bereich noch einmal kräftig ab, sodass dieser Einsatz nach ca. 15 Minuten abgeschlossen werden konnte.
Dr. Andreas Kubier Pressesprecher der Samtgemeinde-Feuerwehr Hoya
Am Mittwochabend wurde die Feuerwehr um 22.36 Uhr zu einem Gebäudebrand in Bücken alarmiert. Bereits auf der Anfahrt war ein deutlicher Flammenschein sichtbar, der sich beim Eintreffen bestätigte. Ein Nebengebäude stand beim Eintreffen bereits in Vollbrand. Die Flammen schlugen aus dem Dach und griffen in kürzester Zeit auf den Dachstuhl des direkt angrenzenden Fachwerkhauses über. Gemeldet worden war das Feuer von einem aufmerksamen Nachbarn, der zugleich die beiden Bewohner aus dem Gebäude rettete. Auch zwei Esel konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Aufgrund der schnellen Brandausbreitung und der Einsturzgefahr war ein Innenangriff nicht mehr möglich. Teile der betroffenen Gebäude stürzten nach Einsatzbeginn auf die Straße. Rund 100 Einsatzkräfte bekämpften das Feuer unter der Leitung von Ortsbrandmeister Jan Schumacher in drei Einsatzabschnitten. Die Brandbekämpfung erfolgte mit insgesamt sechs Strahlrohren, einem Wasserwerfer sowie dem Wenderohr einer Drehleiter. Die Wasserversorgung wurde über mehrere Hydranten, den Bücker Mühlbach sowie einen Bohrbrunnen sichergestellt. Dafür wurden zahlreiche Schlauchleitungen verlegt. Insgesamt waren zwölf Trupps unter Atemschutz im Einsatz. Trotz der schwierigen Bedingungen konnte eine Ausbreitung des Feuers auf umliegende Gebäude verhindert werden. Besondere Herausforderungen stellten die Löschwasserversorgung sowie die Bauweise der betroffenen Gebäude dar. Fachwerk mit Lehmdecken und hoher Brandlast erschwerte die Löscharbeiten erheblich. Im Einsatz waren die Ortsfeuerwehren aus Bücken, Schweringen, Warpe, Hoya, Nienburg, die Hygienegruppe Hämelhausen und die Einsatzleitwagen der Samtgemeinde. Ebenfalls vor Ort waren die Polizei, der Rettungsdienst des ASB, später unterstützt durch die Schnelleinsatzgruppe des DRK, der Energieversorger und der Bauhof. Der Einsatz konnte gegen 4.00 Uhr beendet werden.
Im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Gemeinde Warpe stand in diesem Jahr vor allem eines: der außergewöhnlich gute Zusammenhalt in der Gemeinde. Ortsbrandmeister Nils Hogrefe konnte neben den aktiven Kameraden und der Altersabteilung auch zahlreiche Gäste begrüßen, darunter Bürgermeister Heinz Wedekind und Vertreter aus Verwaltung sowie Gemeinde-, Jugend- und Kinderfeuerwehr.
Ein erfreulicher Punkt gleich zu Beginn: Drei neue Mitglieder konnten in den vergangenen zwölf Monaten für den aktiven Dienst gewonnen werden. Insgesamt zählt die Wehr derzeit 43 aktive Mitglieder sowie 24 Kameraden in der Altersabteilung.
Das zurückliegende Jahr bezeichnete Hogrefe als überdurchschnittlich: 24 Einsätze wurden abgearbeitet, der Schwerpunkt lag dabei auf technischen Hilfeleistungen wie Sturmschäden, Verkehrsunfällen, Gasalarm oder verdreckte Straßen. Besonders hervorgehoben wurde die häufige Unterstützung bei Sturmeinsätzen durch Privatpersonen mit eigenen Traktoren und anderem Gerät – ein deutliches Zeichen für den starken Zusammenhalt im Ort.
Auch über den Einsatzdienst hinaus zeigte sich die Feuerwehr Warpe engagiert: Die Samtgemeindewettbewerbe verliefen bei bestem Wetter und dank zahlreicher Helfer reibungslos. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr mehr als 4.000 ehrenamtliche Stunden zusammen. Das Gerätehaus benötigt perspektivisch einen Anbau. Allerdings haben derzeit andere Projekte in der Samtgemeinde Vorrang, nicht zuletzt müssen Vorgaben der Unfallverhütung umgesetzt werden.
Hogrefe dankte in seinem Bericht ausdrücklich der Samtgemeinde Hoya, dem Gemeindekommando sowie dem Förderverein für die Unterstützung. Die Feuerwehr verglich er bildlich mit einem Schiff, das gut schaukelt und dabei stabil seinen Kurs hält.
Um die Zusammenarbeit weiter zu stärken, wurden zahlreiche gemeinsame Dienste mit den Nachbarwehren aus Bücken und Schweringen durchgeführt. Auch bei Umzugsabsicherungen war man wieder im Einsatz. Die Ausstattung wurde gezielt erweitert, unter anderem mit einer neuen Motorsäge samt Zubehör, einer Wärmebildkamera sowie neuen Digitalfunkgeräten.
Aus der Nachwuchsarbeit berichtete Jugendfeuerwehrwart Adrian Kuhlenkamp: Sieben Jugendliche aus Warpe engagieren sich in der Jugendfeuerwehr Bücken und Umgebung. Die gemeinsamen Dienste mit der Ortswehr Warpe bereiten allen viel Freude, gleichzeitig wächst aber der Bedarf an Betreuern.
Bei den Wahlen wurden folgende Personen ernannt:
Gruppenführer: Bernd Hillmann Gerätewart: Daniel Michaelis Atemschutzgerätewart: Brian Süßenbach Funkwartin: Kaja Degener Sicherheitsbeauftragter: Frank Hupe Internetbeauftragter: Fred Siefken Schriftführerin: Nicole Hupe Umweltschutzeinheit: Brian Süßenbach Leiterin der Wettbewerbsgruppe: Christine Semmelroggen Beauftragter der Altersabteilung: Fred Siefken
Im Rahmen der Versammlung standen auch Beförderungen an: Brian Süßenbach und Oliver Hasenbeck wurden zu Hauptfeuerwehrmännern ernannt. Dean Süßenbach und Fred Siefken erhielten den Dienstgrad Oberfeuerwehrmann, Lennard Heusmann wurde zum Feuerwehrmann befördert.
Eine herausragende Auszeichnung erhielt jüngst Hans-Heiner Hupe: Für sein langjähriges und überregionales Engagement bei der Ausbildung in der technischen Hilfe, besonders als Anbieter von Motorsägenkursen, und bei Einsätzen wurde ihm das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber des Deutschen Feuerwehrverbandes verliehen. Dietrich Hünecke wurde für 50-jährige Mitgliedschaft mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen der Landesfeuerwehr ausgezeichnet. Für ihren Einsatz während des Weihnachtshochwassers 2023/2024 wurden fünf anwesende Kameraden geehrt.
Der stellvertretende Gemeindebrandmeister Jan Schumacher berichtete über aktuelle Entwicklungen auf Samtgemeindeebene. Besonders die gemeinsame Fortbildung der Ortsbrandmeister und ihrer Stellvertreter habe das gegenseitige Verständnis deutlich verbessert. Zudem informierte er über den Stand der neu strukturierten Ausbildung mit einer deutlichen Zunahme an Lehrgängen sowie über neue Fahrzeuge, Uniformen und Dienstgrade.
Bürgermeister Heinz Wedekind hob in seinem Grußwort die besondere Bedeutung der Gemeinschaft in Warpe hervor. Beispiele wie das langjährige Engagement von Hans-Heiner Hupe, eine 50-jährige Mitgliedschaft und der Einsatz beim Hochwasser zeigten, wie wichtig Zusammenhalt sei. Gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit, Einsatzkräfte auch bei belastenden Einsätzen zu schützen, etwa durch das Angebot der psychosozialen Notfallversorgung (PSNV).
Zum Abschluss der Versammlung wurde noch einmal deutlich, was Warpe ausmacht: Die enge Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und weiteren Akteuren in der Gemeinde, seien es Private, der Schützenverein oder der Ernteclub, sorgt für ein funktionierendes Miteinander. Dieser Zusammenhalt, so der Tenor des Abends, verdient auch künftig besondere Wertschätzung – nicht zuletzt aus der Politik.
Bild und Text: Dr. Andreas Kubier, Pressewart der Samtgemeinde Grafschaft Hoya
Ortsbrandmeister Nils Hogrefe (ganz links) und sein Stellvertreter Benjamin Hupe (2. von links) mit den Gewählten, Beförderten Geehrten und Gästemn