Laufen gilt als Inbegriff des Individualsports. Eine Person, ein Körper, ein Tempo. Selbstoptimierung und Disziplin. Alle gegen alle. Dieses Bild hält sich hartnäckig; kein Wunder, es passt zur Logik von Trainingsplänen, Laufuhren und Wettkampf. Es ist trotzdem höchstens die halbe Wahrheit.
Denn wer regelmäßig läuft, merkt: Die Realität sieht anders aus. Menschen, die sich grüßen und anfeuern, obwohl sie sich nicht kennen. Die sich ehrlich freuen, wenn andere ihr Ziel erreichen, unabhängig davon ob das ein Halbmarathon in 2:30 Stunden oder ein Marathon in 2:59 Stunden ist.
Vielleicht liegt genau darin die Qualität dieses Sports: Leistung wird nicht relativiert, sondern individualisiert. Jede Zeit hat ihre Geschichte. Jede Strecke ihren Kontext. Und jede Anstrengung ihren Wert. Wer das versteht, läuft anders – und begegnet anderen anders.
Das zeigt sich auch in Laufgruppen und Laufcrews. Oft orientiert sich die Dynamik nicht nach oben, sondern nach unten: an der langsamsten Person. Ziel ist nicht, sich abzusetzen, sondern zusammen anzukommen. Gemeinschaft entsteht also nicht durch Gleichheit, sondern durch Respekt für die individuellen Möglichkeiten und gegenseitige Unterstützung.
Wie weit dies tragen kann, zeigt ein Bereich, der selten im Fokus steht: das Laufen mit sehbehinderten oder blinden Menschen. Organisationen wie das Guide Netzwerk Deutschland vermitteln genau das. Über das Netzwerk werden Schulungen für Guides organisiert, so auch am kommenden Wochenende am Millerntor. Es gibt eine Datenbank, in der sich sowohl Läufer:innen als auch Begleitpersonen registrieren können.
So haben Nick und ich uns gefunden. Nick lebt in Altona, ist Straßenmusiker, voller Energie, voller Lebenslust. Er war ein leistungsorientierter Triathlet. Jetzt will er wieder mehr laufen. Das geht aber nicht allein, denn Nick ist blind. Ich hole ihn ein bis zwei Mal pro Woche ab, wir drehen unsere Kilometer durch Altona.
Verbunden sind wir durch einen Ring, den er in der linken Hand und ich mit der rechten trage. Ich bin seine Augen, er läuft. Damit ist das gemeinsame Laufen vor allem eines: eine Frage von Vertrauen. Jede Bordsteinkante, jede Richtungsänderung, jedes Hindernis – all das liegt in meiner Verantwortung. Gleichzeitig entsteht eine Form von Verbindung, deren Basis der Sport ist, die Freude an der Bewegung.
Das gemeinsame Laufen mit einem blinden Läufer ist eine Erfahrung, die meinen Blick erweitert. Wenn ich Nick wieder nach Hause bringe, wird mir jedes Mal bewusst, was für ein Privileg es ist, einfach loslaufen zu können. Ohne Abhängigkeit, zusätzliche Organisation oder Risiko, das über die eigene körperliche Belastung hinausgeht.
Es geht nicht nur um Pace, Distanz oder Trainingspläne. Es geht darum, was dieser Sport ermöglichen kann: Begegnung, Unterstützung, Sinn. Für Nick hilft es, wieder in Bewegung zu kommen. Für mich bedeutet es, etwas zurückzugeben – und gleichzeitig selbst zu gewinnen.
Diese Erfahrung passt zu vielen anderen: Ob beim „Lauf gegen Rechts“, in der Marathonabteilung des FC St. Pauli oder einfach mit neuen Bekannten nach einem Wettkampf: Immer wieder zeigt sich, wie stark dieser vermeintliche Individualsport Gemeinschaft schafft.
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Wer diese Kraft gebündelt erleben will, ist genau richtig beim Hamburg Marathon am 26. April. Die Läufer:innen scheinen dort in der Masse aufzugehen. Doch genau das tun sie nicht. Sie sind Teil einer Bewegung, sie bleiben aber in der Masse Individuen. Jede und jeder mit der eigenen Geschichte. Und alle haben es verdient, unterstützt zu werden: die Gewinner, die Letzten im Ziel und die vielen, die an diesem Tag ihre ganz eigene Heldengeschichte schreiben.
Marathon-Kolumne: Warum Laufen mehr ist als ein Individualsport wurde gefunden bei mopo.de
Für den Marathon am 26. April gibt es entlang der Strecke erhebliche Verkehrsbehinderungen.[mehr]
Hannover (dpa) –
Zum Start der Hannover Messe hat die Industrie spürbare Reformen gefordert, um den Standort Deutschland zukunftsfest zu machen. «Es braucht jetzt einen großen Wurf, keine Flickschusterei», sagte Gunther Kegel, Präsident des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie ZVEI, bei der Eröffnungsfeier der Messe, an der auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) teilnahm. Nötig, so Kegel, seien niedrigere Steuern, ein schlankerer Sozialstaat, Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt und endlich ein spürbarer Bürokratieabbau.
Die Unternehmen müssten ebenfalls ihren Beitrag leisten, so Kegel in seiner Rede. «Auch wir, die Unternehmen, stehen im Obligo, unsere Hausaufgaben zu machen.» Denn Innovation bleibe Sache der Unternehmen.
Als «unerschütterlicher Optimist» sei er aber überzeugt, dass es gelingen werde, gemeinsam das Ruder herumzureißen. «Machen wir den Weg frei und treffen wir mutige Entscheidungen zum Wohle des Standorts», so Kegel. «Lassen Sie uns die Ärmel hochkrempeln. Wir alle wissen doch: Machen ist wie Wollen – nur viel krasser!»
Mehr als 3.000 Aussteller aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Digitalindustrie sowie der Energiewirtschaft zeigen von Montag an auf dem Messegelände ihre Neuheiten. Die Messe gilt als weltweit wichtigste Industrieschau. Im vergangenen Jahr zählte die Veranstaltung rund 127.000 Besucher.
© dpa-infocom, dpa:260419-930-966180/1
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Malte Meyer (Mitte) brachte den LSK gegen Meppen II in Führung (hier ein Foto aus dem Hinspiel). Dessen Keeper Shirin Namoyan sah kurz vor Ende noch Rot. Michael Behns

Knappe Kiste: Der VfB Peine (M.) lieferte gegen Germania Lamme einen starken Kampf ab. Isabell Massel

Dreierpack: Justin Neuner (l.) glänzte bei 5:1-Sieg des SSV Vorsfelde gegen Northeim. Roland Hermstein

Fans auf dem Weg zur Allianz Arena (Symbolbild). Malin Wunderlich

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Fans auf dem Weg zur Allianz Arena (Symbolbild). Malin Wunderlich

Fans auf dem Weg zur Allianz Arena (Symbolbild). Malin Wunderlich

Fans auf dem Weg zur Allianz Arena (Symbolbild). Malin Wunderlich

Fans auf dem Weg zur Allianz Arena (Symbolbild). Malin Wunderlich

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Fans auf dem Weg zur Allianz Arena (Symbolbild). Malin Wunderlich

Fans auf dem Weg zur Allianz Arena (Symbolbild). Malin Wunderlich

Fans auf dem Weg zur Allianz Arena (Symbolbild). Malin Wunderlich

Volldampf: Der SCBer Patrick Pachonik fliegt heran. Nendorfs Kevin Gerking (links) blockt zur Ecke. Michael Gilster

Fans auf dem Weg zur Allianz Arena (Symbolbild). Malin Wunderlich

Ein Motorrad und ein Auto stoßen in Brühl zusammen. (Symbolbild). Lino Mirgeler/dpa