NDS-News

🔒
❌
Stats
Es gibt neue verfügbare Artikel. Klicken Sie, um die Seite zu aktualisieren.

☐ ☆ ✇ Philosophia Perennis

Vom Atheisten zum Katholiken: J. D. Vances bewegendes Glaubenszeugnis

veröffentlicht.
Vorschau ansehen

(David Berger) Millionen kennen J. D. Vance als amerikanischen Vizepräsidenten und engen politischen Weggefährten Donald Trumps. Sein neues Buch erzählt jedoch eine ganz andere Geschichte: die eines Suchenden, der über Thomas von Aquin, Augustinus und die katholische Tradition den Weg zurück zum Glauben fand. Als J. D. Vance vor zehn Jahren mit Hillbilly Elegy schlagartig […]

Der Beitrag Vom Atheisten zum Katholiken: J. D. Vances bewegendes Glaubenszeugnis erschien zuerst auf Philosophia Perennis.

(Auszug von RSS-Feed)

☐ ☆ ✇ Philosophia Perennis

1000 Milliarden Euro für Energiewende: Evonik-Chef stellt Merz-Regierung vernichtendes Zeugnis aus

veröffentlicht.
Vorschau ansehen

(David Berger) Die Kritik an der Energiepolitik der Bundesregierung kommt längst nicht mehr nur von der Opposition. Immer häufiger melden sich Spitzenvertreter der deutschen Wirtschaft zu Wort – und ihre Diagnose fällt vernichtend aus. Nun hat auch der Vorstandsvorsitzende des Chemieriesen Evonik, Christian Kullmann, der deutschen Energiewende ein geradezu katastrophales Zeugnis ausgestellt. Nach seinen Berechnungen […]

Der Beitrag 1000 Milliarden Euro für Energiewende: Evonik-Chef stellt Merz-Regierung vernichtendes Zeugnis aus erschien zuerst auf Philosophia Perennis.

(Auszug von RSS-Feed)

☐ ☆ ✇ Philosophia Perennis

Wenn die Frau verschwinden soll: Gertrud von le Fort als Antwort auf die Genderideologie

veröffentlicht.
Vorschau ansehen

(David Berger) Die Würde der Frau wird heute nicht mehr nur durch Benachteiligung und Ausbeutung bedroht. Eine neue Ideologie greift tiefer: Sie stellt infrage, ob „Frau“ überhaupt noch eine Wirklichkeit bezeichnet – und löst damit gerade jene geschlechtliche Identität auf, deren Befreiung sie angeblich vollenden will. Es gehört zu den Paradoxien unserer Zeit: Noch nie […]

Der Beitrag Wenn die Frau verschwinden soll: Gertrud von le Fort als Antwort auf die Genderideologie erschien zuerst auf Philosophia Perennis.

(Auszug von RSS-Feed)

☐ ☆ ✇ Osnabrücker Geschichtsblog

Johann Michael von Loen

veröffentlicht.
Vorschau ansehen

Archivalie des Monats Juli 2026 (Stadtarchiv Lingen)

“Der Hr. von Loen ist gegenwärtig in der gelehrten Welt eine Person, auf welche aller Augen gerichtet sind”, so konnte man 1753 im zweiten Band der berühmten Gelehrten-Enzyklopädie “Das Neue Gelehrte Europa” lesen. Und das war noch vorsichtig formuliert. Die einen bewunderten ihn, die anderen hielten ihn für einen ausgemachten Ketzer. Schuld war ein Buch, das er in zwei Bänden 1750 und 1752 veröffentlicht hatte. Es trug den kämpferischen Titel “Die einzige wahre Religion” und löste vor allem in seiner Heimatstadt Frankfurt am Main heftige Kontroversen aus.

Johann Michael von Loen. Kupferstich nach Franz Joseph Eichorn. Aus: Brucker/ Haid, Bildersaal, 1750.

Hier, in Frankfurt, hatte Johann Michael von Loen am 21. Dezember 1694 das Licht der Welt erblickt. Er entstammte einem alten holländischen Adelsgeschlecht, ein Zweig der Familie hatte im 17. Jahrhundert das Gut Herzford bei Lingen besessen. Die Eltern starben früh, so wuchsen er und sein Bruder beim Großvater auf, von dem sie 1718 ein beträchtliches Vermögen erbten. Damit war Johann Michael finanziell unabhängig. Sein Jurastudium hatte er bereits abgeschlossen, und so begab er sich auf Reisen quer durch Deutschland, später auch nach Prag, Wien und Paris. Vor allem pflegte er gute Beziehungen nach Berlin. Mit nur 26 Jahren verlieh ihm König Friedrich Wilhelm I. den Titel eines preußischen Geheimrats. 1729 heiratete er Maria Catharina Sybille Lindheimer, eine Schwester von Goethes Großmutter. Im selben Jahr starb sein Bruder, und so erbte er eben jenes repräsentative Landhaus außerhalb Frankfurts, in dem sich Goethes Eltern 1748 das Ja-Wort geben sollten.

Johann Michael von Loen war im Besitz einer umfangreichen Bibliothek, verfügte über eine hervorragende Bildung, beschäftigte sich mit Philosophie, Theologie, Literatur, Politik und Geschichte, übte sich im Musizieren und Zeichnen. Und er schrieb. In seinem 1725 unter Pseudonym erschienenen “Evangelischen Friedenstempel” entwickelte er die Idee einer Übereinkunft der christlichen Konfessionen unter Rückbesinnung auf die christliche Urkirche. Sein “Redlicher Mann am Hofe” von 1740 war zugleich utopischer Roman und Fürstenspiegel des aufgeklärten Absolutismus. Eindruck machte vor allem aber die “Einzige wahre Religion”, in der er die Zerteilung des Christentums “in allerhand Secten” und die “Zankereyen der Schriftgelehrten” kritisierte. Loen, der selbst der reformierten Konfession anhing, forderte deshalb nicht weniger als den Zusammenschluss aller Konfessionen. Der Gegenwind, den er für seine Thesen erfuhr, war enorm, insbesondere die Auseinandersetzung mit dem Gießener Theologen Benner wurde schnell persönlich. 1746 hatte er noch die Stelle des Präsidenten des Berliner Oberkonsistoriums abgelehnt, weil er dafür Frankfurt hätte verlassen müssen. Doch nun wollte er nur noch weg. Da bot ihm der preußische Großkanzler Cocceji, ein alter Freund, die Stelle des Regierungspräsidenten in Lingen und Tecklenburg an. Johann Michael von Loen, immerhin schon 58 Jahre alt, zögerte zunächst, nahm aber schließlich an. Dass sich ausgerechnet einer der gelehrtesten Männer der Stadt in die tiefste Provinz verabschiedete, löste in Frankfurt nur allgemeines Kopfschütteln aus.

In Lingen wurde er 1752 feierlich empfangen. Eine kleine Delegation reiste ihm entgegen und begleitete ihn beim Zug durch die Stadt. Doch auch hier gab es einige, die ihn kritisch sahen. Ferdinand Stosch, Professor an der Hohen Schule, hielt ihn für einen “verketzerten und doch vortreflichen und christlichen Mann”, und unter den Glückwünschen, die er zum Amtsantritt erhielt, war auch das Spottgedicht eines gewissen “Plebifex”: “Ich lobe keinen L. Er ist ein arger Kätzer. Er schreibt so, wie er denkt, und denkt nicht so, wie ich.” Ein Spottgedicht auf das Spottgedicht folgte prompt: “Ich lobe keinen L., denn er bedarf es nicht: Es lobt ihn sein Verdienst, was Plebifex auch spricht.” Einen Unterstützer fand von Loen vor allem in dem Lingener Professor von Hoven, der ihn zunächst unter Pseudonym, dann auch ganz offen verteidigte.

Seinen Überzeugungen hinsichtlich der Vereinigung der Konfessionen blieb er auch in Lingen treu. Zwar konnte ihm niemand vorwerfen, ein “Unchrist” zu sein, in die Kirche aber ging er nur selten, zum Abendmahl überhaupt nicht. Bekannt für seine Freundlichkeit und seine Abneigung gegen alle Zänkereien, suchte er auch in der Provinz vor allem die Gesellschaft von Gelehrten. Glücklich jedoch wurde er Lingen nicht. Das “Neue Gelehrte Deutschland” von 1756 wußte zu berichten: “Er hat es nicht so gefunden, wie er es gedacht und gehoffet hatte, und die Erfahrung überzeuget ihn anbey täglich, daß es weit leichter sey, der Welt und Kirche in seinem Cabinet Verbesserungsregeln vorzuschreiben, als solche zur Ausübung derselben zu bewegen und zu bringen.”

Epitaph des Ehepaars von Loen in der Reformierten Kirche

Es kam noch schlimmer. Im Zuge des Siebenjährigen Krieges wurde Lingen 1757 von den Franzosen erobert, ein Jahr später zogen sie sich mit von Loen als Geisel nach Wesel zurück, wo er die nächsten vier Jahre unter elenden Bedingungen in Gefangenschaft verbrachte. Erst dann wurde ihm gestattet, sich durch einen seiner Söhne im Gefängnis vertreten zu lassen. Sein Amt als Regierungspräsident behielt er bis 1765, konnte aber nicht mehr viel bewirken. Sein Sehvermögen war zunehmend vom Grauen Star beeinträchtigt. Eine Augenoperation mißlang, er wurde fast blind. Vor 250 Jahren – am 24. Juli 1776 – starb er, nur wenige Wochen nach seiner Frau, und wurde im gerade neu errichteten Schiff der Reformierten Kirche beigesetzt. Ein dortiges Epitaph, gestiftet von seinen vier Söhnen, erinnert noch heute an ihn und seine Frau. In lateinischer Sprache enthält es die folgende Inschrift:

“Dem besten Elternpaar,
Johann Michael von Loen,
des Königs der Preußen, solange er lebte, Geheimer Rat
sowie Präsident in der Grafschaft Tecklenburg und Lingen über 23 Jahre hinweg,
geboren zu Frankfurt am Main am 21. Dezember 1694,
gestorben zu Lingen am 24. Juli 1776 im Alter von 81 Jahren, 7 Monaten und 2 Tagen,
und
Maria Catharina Sybilla Lindheimer,
geboren zu Wetzlar am 24. November 1702,
gestorben zu Lingen am 20. März 1776 im Alter von 73 Jahren, 3 Monaten und 24 Tagen,
47 Jahre lang als hochehrwürdiges Ehepaar verbunden,
haben dieses Denkmal der Frömmigkeit errichtet
die Söhne Johann Michael, Johann Wolfgang, Rudolph Immanuel und Johann Justus.”

Quellen und Literatur

  • StadtA LIN, Ev.-Ref. Kirchenarchiv (Dep.), Nr. 1309.
  • Brucker, Jacob/ Haid, Johann Jacob: Bildersal heutiges Tages lebender und durch Gelahrtheit berühmter Schriftsteller, in welchem derselbigen nach wahren Originalmalereyen entworfene Bildnisse in schwarzer Kunst, in natürlicher Aehnlichkeit vorgestellet und ihre Lebensumstände, Verdienste und die Wissenschafften und Schrifften aus glaubwürigen Nachrichten erzählet werden, Achtes Zehend, Augsburg 1750.
  • Neues Gelehrtes Europa 2 (1753),  4 (1754), 10 (1756).
  • Rodenstein, Marianne: Aufklärung in Frankfurt? Johann Michael von Loen, Großonkel Goethes, und seine Friedensmission im Konflikt zwischen Lutheranern und Reformierten, in: Jahrbuch der Hessischen Kirchengeschichtlichen Vereinigung 74/75 (2023/2024), S. 296-341.
  • Schmidt, Hartmut: Johann Michael von Loen (1694-1776). Goethes Großonkel in Lingen, in: Kivelingszeitung 1984, S. 43-45.
  • Schnellen, B.: Goethes Großonkel im Emsland, in: Jahrbuch des Emsländischen Heimatbundes (1972), S. 65-70.
  • Weddigen, Peter Florenz: Neues Westphälisches Magazin zur Geographie, Historie und Statistik. Dritter Band, Heft 11, Lemgo e.a. 1792.
  • Weddigen, Peter Florenz: Westphälisches Magazin zur Geographie, Historie und Statistik, Vierter Band, Heft 13-16, Bückeburg 1788.

Diese und frühere Archivalien des Monats können eingesehen werden auf den Seiten des Stadtarchivs Lingen.

(Auszug von RSS-Feed)

☐ ☆ ✇ Ost-friesische Geschichte

“Durch Lesen und Sprechen (…) nützlich und angenehm”

veröffentlicht.
Vorschau ansehen Die Auricher Literarische Ressource zwischen Aufklärung und preußischerAnnexion (1802-1866) Ein Beitrag von Dr. Heiko Suhr Am 2. Mai 1802, in den letzten Jahren der ersten preußischen Periode und auf der Höhe des spätaufklärerischen Sozietätswesens, gründete sich in Aurich die „Literarische Ressource“. Das gedruckte Statut, ein schmales Heft ohne Verfasser- und ohne Jahresangabe, ist in der Landschaftsbibliothek Aurich überliefert; es gliedert sich in vier Abschnitte und regelt Zweck, Verfassung, Beiträge sowie Ämterstruktur der neuen Vereinigung. Damit liegt ein frühes gedrucktes Zeugnis einer Gesellschaft vor, die …

„“Durch Lesen und Sprechen (…) nützlich und angenehm”“ weiterlesen

(Auszug von RSS-Feed)

☐ ☆ ✇ Ost-friesische Geschichte

Vom Fischerdorf zum Staatsbad: Karl-Wilhelm Fischers Publikation zur Frühgeschichte des Seebades Norderney

veröffentlicht.
Vorschau ansehen Ein Beitrag von Dr. Michael Hermann Auf den ersten Blick weckt der Titel der vorliegenden Broschüre Assoziationen zu Hermann Soeke Bakkers Dissertation „Norderney: Vom Fischerdorf zum Nordseeheilbad“ (1956, erw. Auflagen 1971 und 1980).1 Doch wo Bakker sich mit den wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen der Insulaner bis in die Zeit des Ersten Weltkriegs auseinandersetzte, konzentriert sich Karl-Wilhelm Fischer, langjähriger ehrenamtlicher Mitarbeiter des Norderneyer Bademuseums, auf die schwierige Gründungsphase des Bades, während der aus einem bescheidenen ostfriesischen Fischerort ein konzessioniertes Seebad entstand. Fischer verortet seine Darstellung …

„Vom Fischerdorf zum Staatsbad: Karl-Wilhelm Fischers Publikation zur Frühgeschichte des Seebades Norderney“ weiterlesen

(Auszug von RSS-Feed)

☐ ☆ ✇ Osnabrücker Geschichtsblog

Handwerkertradition trifft Archäologie

veröffentlicht.
Vorschau ansehen

Exkursion des Historischen Vereins nach Bramsche und Kalkriese

Anfang Mai startete der Historische Verein sein Exkursionsprogramm 2026 mit einem Besuch der Werkstatt Torlage, dem Tuchmacher Museum in Bramsche sowie dem Museum Varusschlacht in Kalkriese.

Bramsches letzte Tuchmacher-Werkstatt

Die Tuchmacherwerkstatt Torlage ist die letzte private Tuchmacher-Werkstatt in Bramsche, die bis heute im Besitz der Familie Torlage ist. Die Werkstatt wurde 1946 errichtet und ist als vollständig eingerichtete, aber stillgelegte Wollwarenfabrikation erhalten geblieben. Sie bildet ein seltenes, nahezu unverändertes Zeugnis der lokalen Textilproduktion des 20. Jahrhunderts.

Abb. 1: Die Exkursionsgruppe in der vollständig erhaltenen Werkstatt Torlage in Bramsche (Foto: Thomas Brakmann)

Elf Generationen der Familie Torlage betrieben in Bramsche seit etwa 1600 das Tuchmacherhandwerk; die Werkstatt am Otterkamp ist der jüngste, privat betriebene Produktionsort dieser langen Tradition. 1946 bauten Wilhelm Hermann Torlage und sein Sohn Franz Rudolf Heinrich die Produktionsräume im Hof des Wohnhauses auf. Nach Auflösung der Innung wurde die Werkstatt weiterhin genutzt, später als Lohnweberei, und bis in die Lebenszeit von Heinrich und seiner Frau Gertrud Torlage gepflegt.

Die Werkstatt verfügt über eine Kettscheranlage, Spulmaschinen, zwei Buckskin-Webstühle sowie gut erhaltene Musterbücher. Diese Ausstattung erlaubt es, die gesamte Produktionskette von der Kette- und Schussvorbereitung bis zum gewebten Tuch nachzuvollziehen.

Besuch im Tuchmachermuseum Bramsche

Die Räume und Maschinen der Werkstatt Torlage blieben über Jahrzehnte unverändert, sodass die originale Arbeitsatmosphäre noch unmittelbar erfahrbar ist. Näheres zur Technik und Materialkultur war im Anschluss in dem nur wenige Gehminuten entfernten Tuchmacher Museum im Rahmen einer Führung durch Ilka Thörner zu erleben.

Abb. 2: Die Webstühle im Tuchmachermuseum in Bramsche im Einsatz (Foto: Thomas Brakmann)

Während das Museum die gemeinschaftlich genutzten Produktionsräume der ehemaligen Innung dokumentiert, liefert die Werkstatt das Gegenstück einer privaten, vollständig eingerichteten Produktionsstätte.

Abb. 3: Maschinelle Bearbeitung der Wolle (Foto: Thomas Brakmann)

Die vorhandenen Geräte und Musterbücher dokumentieren handwerkliche Fertigkeiten, Produktionsprozesse und Materialwahl – von Tuchen über Mäntel bis zu Uniformstoffen. Museum und Werkstatt geben gleichermaßen Einblick in die regionale Tuchmachertradition. Die Vorführungen der Maschinen vermittelten lebendig, was über reine Ausstellungstafeln hinausgeht.

Sonderausstellung „Verlorene Krieger – Germanen zwischen Macht und Mythos“ im Museum Kalkriese

Nach dem Rundgang zur Industriegeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts schloss sich unter der Anleitung von Dr. Ulrike Hindersmann eine Reise 1.500 Jahre zurück in die Vergangenheit an. Im Museum Kalkriese in Bramsche versammeln sich aktuell auf engem Raum rund 1.200 Objekte aus den Mooren von Thorsberg und Nydam: Speere, Schwerter, Schilde, aber auch persönliche Gegenstände wie Armreifen, Fingerringe und Textilien. Besonders eindrücklich sind die erhaltenen Kleidungsstücke – eine Reiterhose und eine Tunika –, die überraschend nahbar machen, wie Menschen damals lebten und kämpften.

Abb. 4: Ulrike Hindersmann erläutert den Fund einer fast 2.000 Jahre alte Reiterhose (Foto: Thomas Brakmann)

Die Vitrinen erzählen nicht nur von Technik und Kriegskunst, sondern auch von Ritualen. Zerhackte Pferdegeschirre und systematisch zerstörte Ausrüstungsstücke deuten auf bewusste Handlungen hin, vielleicht symbolische Entmachtung besiegter Krieger. Die Thorsberger Maske sticht als einzigartiges Exponat hervor: eine germanische Nachahmung römischer Parademasken, die kulturelle Verflechtungen und Identitätsbildung sichtbar macht. Die unterschiedlichen Erhaltungsbedingungen der Moore erklären, warum in Thorsberg vor allem Buntmetalle und Textilien, in Nydam aber auch Holz und Eisen überdauerten.

Abb. 5: Rund 1.200 germanische Objekte aus dem heutigen Norddeutschland sind im Varusschlacht-Museum in Kalkriese zu sehen (Foto: Thomas Brakmann)

Eine hochkarätige Ausstellung, die wissenschaftliche Analyse mit atmosphärischer Inszenierung verbindet und eine seltene Gelegenheit bietet, diese Funde außerhalb Schleswig-Holsteins zu sehen.

Die Besuche in einem Lost-Place eines untergegangenen Industriezweiges im Osnabrücker Land, in einem zentralen Museum zur Textilgeschichte in Bramsche und die beeindruckenden Moorfunde aus der Sammlung des Museums für Archäologie Schloss Gottorf in Kalkriese regten alle Teilnehmenden der Exkursion zum Staunen und Diskutieren an.

(Auszug von RSS-Feed)

☐ ☆ ✇ Osnabrücker Geschichtsblog

Justus Möser: Politikberater im Zeichen der Aufklärung

veröffentlicht.
Vorschau ansehen

Eine Tiefenerschließung politischer Gutachten Justus Mösers in den Beständen der Abteilung Osnabrück des Niedersächsischen Landesarchivs

Porträt Justus Möser, Kreide, gerahmt, 1788/94 (Museumsquartier Osnabrück, Sammlung Justus Möser / Sammlung Osnabrücker Bildnisse, 2366)

Justus Möser (1720–1794) gilt in der deutschen Geistesgeschichte als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten Nordwestdeutschlands im Zeitalter der Aufklärung. Die Basis hierfür bildet zum einen seine allumfassende amtliche Tätigkeit im Fürstbistum Osnabrück, zum anderen sein literarisch-publizistisches Schaffen. Bis heute erfuhr Möser ganz unterschiedliche Bewertungen. Erklären lässt sich dies unter anderem durch die jeweilige betrachtende Person und deren zeitlichen Horizont. Erschwert wird der Blick aber auch dadurch, dass es bis heute keine moderne Biographie gibt. Hinzu kommt die einseitige Edition seiner Schriften und die Fokussierung auf die publizistische und schriftstellerische Tätigkeit.

Zum Projekt

Um nun ein umfassenderes Bild von Justus Möser zu gewinnen, muss seine amtliche Tätigkeit stärker berücksichtigt und in Verbindung mit seiner publizistischen und schriftstellerischen Tätigkeit gesehen werden. Denn in erster Linie war Möser Jurist und Politiker. Im Zusammenhang mit seinen politischen Ämtern hat Möser zahlreiche Gutachten und Stellungnahmen zu Projekten der praktischen Aufklärung verfasst. Allerdings ist ein Großteil dieser handschriftlichen Texte bis heute nicht ediert, obwohl in der Forschung schon seit Jahrzehnten der Wunsch danach besteht.[1] Erklären lässt sich dies vor allem durch den schier unüberschaubaren Quellenfundus – werden doch tausende Schriften Mösers in dem Bestand des Niedersächsischen Landesarchivs, Abteilung Osnabrück (NLA OS) vermutet.[2] Als grundlegendes Problem gilt dementsprechend das fehlende Wissen darüber, wie viele amtliche Schriften Möser zeit seines Lebens verfasst hat und wo diese zu finden sind.

An dieser Stelle setzt das hier vorgestellte Projekt an. Ziel ist eine Tiefenerschließung einschlägiger Bestände des NLA OS, bei der insbesondere das Osnabrücker Hauptarchiv (Rep 100) in den Blick genommen wird. Im Fokus stehen Gutachten und Empfehlungen Mösers, die in den Jahren 1764–1794 verfasst wurden. Schriften aus diesem Zeitraum sind besonders interessant, weil Möser ab 1764 nicht mehr nur die Interessen der Ritterschaft vertrat, sondern als Konsulent der Regierung auch direkt seinem Landesherrn unterstellt war. Er vertrat somit die Interessen zweier Parteien, die einander gegenüberstanden, was ihm eine einmalige und einflussreiche Position im Fürstbistum sicherte.

Justus Mösers Bemühungen um eine Medizinalordnung für Osnabrück – Beispiel für ein von Möser verfasstes Gutachten und Einblick in dessen Entstehungskontext

Im Jahr 1765 wurde im Fürstbistum Osnabrück eine Verordnung erlassen, die es Apothekern und Chirurgen untersagte, Kranken innerlich anzuwendende Medikamente zu verabreichen oder zu verschreiben. Anlass hierzu gaben „allerley unerfahrene Leute“, welche Patienten „unhinlängliche Mittel“ verschrieben und diese dadurch von der „Wiedererlangung ihrer Gesundheit“ abhielten.[3] Damit lässt sich in Osnabrück, ebenso wie in anderen Territorien des Alten Reichs, ein gewisses Interesse der Obrigkeit an der Regulierung des Medizinalwesens nachweisen. Eine systematische Bündelung derartiger Verordnungen gab es in Osnabrück aber noch nicht.

Abb. 1-3: Gutachten von Justus Möser (1777) und Transkription (NLA OS Rep 100 Abschnitt 216 Nr. 12, fol. 338r–339v, Aufn. 0354–0356).

Ab der zweiten Hälfte der 1770er Jahre beschäftigte sich dann der Staatsmann und Aufklärer Justus Möser intensiv mit einer Medizinalordnung[4] für Osnabrück.[5] Als Vorbild fungierte dabei insbesondere die 1777 erlassene und von Möser selbst als „Meisterstück“[6] bezeichnete Medizinalordnung von Münster. Mit dem Verfasser dieses viel beachteten Regelwerks, Christoph Ludwig Hoffmann (1721–1807), tauschte sich Möser gleich auf mehreren Wegen aus. So wechselten die beiden Männer nicht nur Briefe,[7] sondern der Osnabrücker empfing den Arzt auch für ein persönliches Gespräch in seinem Wohnhaus.[8] Ein Blick in den edierten Briefwechsel macht deutlich, dass das Medizinalwesen und dessen Verbesserung stets zentrale Themen dieses Austauschs bildeten.

Zwar gelang es Möser schließlich nicht, eine Medizinalordnung in Osnabrück einzuführen, doch konnte er Reformen durchsetzen, die im medizinalpolizeilichen[9] Kontext als besonders dringlich erachtet wurden. Dies betraf vor allem die staatlich regulierte Ausbildung von Hebammen.[10] Damit sind die Bemühungen im Medizinalwesen ein beachtenswertes Beispiel für die praktische Aufklärungstätigkeit Mösers im Fürstbistum Osnabrück. Einen besonderen Stellenwert nahm dabei der Austausch mit Hoffmann und weiteren Ärzten ein, die über ein spezifisches Fachwissen oder besondere berufliche Erfahrungen verfügten.

Das hier vorgestellte Gutachten befindet sich im Bestand Rep 100 des NLA OS und entstammt der Feder Justus Mösers (s. Abb. 1-3). Die entsprechende Akte trägt den Titel Verbesserung des Medizinalwesens und hat eine Laufzeit von 1765–1792.[11] Im Rotulus wird das vier Seiten lange Schreiben unter der Nr. 30.b als Gutachten des Herrn Raths Möser geführt.[12] Der Präsentatumsvermerk 20. Juni 1777 legt nahe, dass der Text kurz nach Inkrafttreten der Medizinalordnung von Münster am 14. Mai 1777 verfasst wurde. Der Inhalt des Gutachtens macht deutlich, dass Möser bestrebt war, die Aufmerksamkeit des lokalpolitischen Diskurses auf die Medizinalordnung von Münster zu lenken. Er betonte die Überlegenheit des Regelwerks gegenüber allen bisherigen Ordnungen und stellte Überlegungen dazu an, ob man die Hoffmannsche Ordnung als Grundlage für eine eigene nutzen oder sogar ganz übernehmen könne.

Erschließungsdaten in Arcinsys dank Kooperation mit dem NLA OS

Die im Rahmen der Tiefenerschließung ermittelten Daten werden in einer relationalen No-Code-Datenbank strukturiert erfasst und verwaltet. Auf dieser Grundlage erfolgt eine automatisierte Aggregation bestimmter Daten, die dem NLA OS sukzessive übermittelt werden. Dank einer Kooperation mit dem Archiv werden die übermittelten Datensätze anschließend in das Archivinformationssystem Arcinsys eingepflegt und auf diese Weise der Forschung wie auch der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. So ist es seit Oktober 2025 möglich, eine Vielzahl an Gutachten und anderen amtlichen Schriften Mösers in den digitalisierten Beständen des NLA OS zu suchen, zu finden und zu sichten. Auch das hier vorgestellte Gutachten Mösers aus dem Jahr 1777 kann über die Funktion „Einfache Suche“ in Arcinsys gefunden werden (s. Abb. 4-5).

Abb. 4 und 5: Suche von Gutachten Justus Mösers in Arcinsys (Screenshot: Jennifer Staar).

Die Tiefenerschließung und die damit verbundene Verbesserung der Datensätze macht Recherchearbeiten somit deutlich einfacher. Nicht zuletzt bietet eine Tiefenerschließung aber auch eine gute Grundlage für ein künftiges Editionsvorhaben ausgewählter amtlicher Schriften Justus Mösers und kommt damit dem seit langer Zeit gehegten Wunsch der Forschung endlich einen großen Schritt näher.

Weiterführende Informationen:

Verfasserin: Dr. Jennifer Staar.

Projekt: „Justus Möser: Politikberater im Zeichen der Aufklärung. Eine Tiefenerschließung politischer Gutachten Justus Mösers in den Beständen des Niedersächsischen Landesarchivs, Standort Osnabrück“, angesiedelt am Forschungszentrum Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN).

Projektleiterin: Prof. Dr. Siegrid Westphal.

Kooperationspartner: Niedersächsisches Landesarchiv, Abteilung Osnabrück, Justus-Möser-Gesellschaft/Verein für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück (Historischer Verein).

Förderhinweis: Gefördert durch die VGH Stiftung, Landschaft des ehemaligen Fürstentums Osnabrück, Verein für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück (Historischer Verein), Forschungszentrum Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN).


[1] Siehe hierzu Ulrich Winzer/Susanne Tauss, Einleitung, in: dies. (Hg.), „Es hat also jede Sache ihren Gesichtspunct…“ Neue Blicke auf Justus Möser (1720-1794) (Kulturregion Osnabrück 33), Münster 2020, S. 13–23, hier S. 21; Reinhard Renger, Probleme einer Edition der amtlichen Schriften Justus Mösers, in: Winfried Woesler (Hg.), Möser-Forum 1/1989 (Osnabrücker Geschichtsquellen und Forschungen 27), Münster 1989, S. 273–279; Paul Göttsching, Vorwort, in: Justus Möser, Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe in 14 Bänden, Bd. 14,1: Osnabrückische Geschichte und historische Einzelschriften. Bearb. Von Paul Göttsching, hrsg. von der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Oldenburg/Hamburg 1976, S. 11–29, hier S. 15.

[2] Die Rede ist von Gutachten, Voten, Vermerken und Anmerkungen, die Möser während seiner amtlichen Tätigkeit verfasst

hat; vgl. Renger, Probleme einer Edition, S. 273.

[3] NLA OS Rep 100 Abschnitt 216 Nr. 12, fol. 13r.

[4] Zu dem Begriff Medizinalordnung vgl. Eckart, Art. „Medizinalordnung“, in: Enzyklopädie der Neuzeit Online (in der Folge EdNO), im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts (Essen) und in Verbindung mit den Fachherausgebern hrsg. v. Friedrich Jaeger (bis 2019) [u.a.], URL: http://dx.doi.org/10.1163/2352-0248_edn_COM_309461 (Zugriff 17.04.2026).

[5] Zu dem aufklärerischen Diskurs über eine Medizinalordnung für Osnabrück vgl. Jennifer Staar, Pragmatische Aufklärung und kommunikative Strategien. Justus Mösers Wirken im Fürstbistum Osnabrück (1766–1782) (bibliothek altes Reich 43), Diss., Berlin 2025.

[6] Justus Möser: Brief an Christoph Ludwig Hoffmann von Anfang 1777, in: Justus Möser, Briefwechsel. Neu bearb. v. William F. Sheldon i. Z. m. Horst-Rüdiger Jarck, Theodor Penners und Gisela Wagner (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen 21), Hannover 1992, Nr. 466, S. 527–529, hier S. 528.

[7] Vgl. Möser, Briefwechsel, Nr. 466, 469, 471.

[8] Vgl. Justus Möser: Brief an Johann Peter Brinckmann vom 22.01.1779, in: Möser, Briefwechsel, Nr. 504, S. 568 f., hier S. 569.

[9] Zu dem Begriff Medizinalpolizei vgl. Louis Pahlow/Antje Zare, Art. „Medizinalpolizei“, in: EdNO, URL: http://dx.doi.org/10.1163/2352-0248_edn_COM_309529 (Zugriff 17.04.2026).

[10] Vgl. Staar, Pragmatische Aufklärung, bes. S. 201–234.

[11] Vgl. NLA OS Rep 100 Abschnitt 216 Nr. 12.

[12] Vgl. ebd., fol. 2v.

(Auszug von RSS-Feed)

☐ ☆ ✇ Ost-friesische Geschichte

Im Wandel der Zeit: Das Rathaus in Esens und seine Geschichte

veröffentlicht.
Vorschau ansehen Eine neue Publikation widmet sich Wilhelm von Heespen und dem Wangelinschen Witwenstift Ein Gastbeitrag von Dietrich Nithack Seit dem Mittelalter gehören Rathäuser zum Bild einer Stadt. Die Verleihung von Stadtrechten bedeutete meist nicht nur den Aufstieg eines Ortes; sie erforderte vor allem ein Gebäude, das den neuen Status der Stadt, ihre Wichtigkeit, ihre Stärke sowie Bedeutsamkeit und Selbstverständnis ihrer führenden Schicht nach innen und außen repräsentativ darstellte. Dementsprechend wurden – jeweils im Stil der Zeit – reich verzierte oder architektonisch besonders auffällig gestaltete Gebäude …

„Im Wandel der Zeit: Das Rathaus in Esens und seine Geschichte“ weiterlesen

(Auszug von RSS-Feed)
❌