Es ist eine in dieser Saison gern genommene Abwechslung. Während der FC St. Pauli in der Liga in Form des Klassenverbleibs viel zu verlieren hat, gibt es im DFB-Pokal-Wettbewerb nur zu gewinnen für die Braun-Weißen. Das war in den vergangenen beiden Runden so und ist am Dienstag (20.45 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) nicht anders. Entsprechend wenig Druck lastet auf den Schultern der gepeinigten Protagonisten.
Bayer Leverkusen. Und das auch noch auswärts. Es war nicht wirklich nett von der allseits beliebten Trainer-Ikone Friedhelm Funkel, was er sich da bei der Auslosung des Viertelfinals für die Hamburger ausgedacht hatte. Aber jammern hilft nichts, und die Ereignisse der vorherigen Cup-Partien geben St. Pauli durchaus Zuversicht mit auf den Weg.
St. Pauli überraschte zuletzt auch in Gladbach
„Natürlich“, schoss es aus Jackson Irvine heraus, als er direkt nach dem 1:2 von Augsburg gefragt wurde, ob er seiner Mannschaft ein Sieg in Leverkusen zutraue. „Das ist die Magie des Pokals. Ich bin mir sicher, als wir die acht, neun Niederlagen in Folge hatten und nach Gladbach gefahren sind, hat uns das auch niemand zugetraut.“ Tatsächlich hätte sich Anfang Dezember niemand über ein Aus bei der Borussia gewundert, doch wie schon in der zweiten Runde beim Elfer-Drama gegen Hoffenheim bewies St. Pauli Charakter und siegte mit 2:1.
Warum also nicht ein drittes Mal? „Ich weiß, dass wir, wenn wir auf unserem höchsten Level spielen, Probleme für alle Teams verursachen können“, ergänzte Irvine. „So kann es für uns auch am Dienstag sein.“ Auch wenn Bayer nach einer längeren Durststrecke zuletzt wieder die Kurve bekommen hat, in der Königsklasse gegen Villarreal und in der Liga auswärts in Frankfurt gewann.
Kiezklub-Coach Alex Blessin als Psychologe gefragt
St. Pauli hingegen geht einmal mehr mit einem Schlag ins Kontor ins Rennen nach dem bitteren Ding von Augsburg – und darf sich trotzdem davon nicht unterkriegen lassen. „Positiv zu sein, ist jetzt meine Aufgabe“, wusste Trainer Alexander Blessin schon kurz nach dem Schlusspfiff. „Und ab morgen gehen wir dann das nächste Thema an, und das ist Leverkusen. Da haben wir nicht den Druck, Punkte zu holen, sondern da wollen wir in die nächste Runde kommen und dann schauen wir mal, was da geht.“
Die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg hat zwei Männer wegen des Verdachts der versuchten Sabotagean Schiffen der Bundesmarine festnehmen lassen.
Ein 37-jähriger Rumäne wurde in Hamburg verhaftet, ein 54-jähriger Grieche in seinem Heimatland. Grundlage sind Haftbefehle des Amtsgerichts Hamburg, vollstreckt von der Zentralstelle Staatsschutz der Generalstaatsanwaltschaft Hamburg.
Kies in Motorblock geleitet, Frischwasserleitung zerstochen
Die Beschuldigten sollen im Jahr 2025 während ihrer Arbeit im Hamburger Hafen mehrere auf einem Werftgelände liegende Korvetten beschädigt haben, die für die Bundesmarine bestimmt waren. Laut Ermittlern brachten sie unter anderem mehr als 20 Kilogramm Strahlkies in einen Motorblock ein, zerstachen Frischwasserleitungen, entfernten Tankdeckel und setzten Sicherungsschalter der Bordelektronik außer Kraft.
Wären diese Eingriffe unentdeckt geblieben, hätten sie schwere Schäden oder zumindest erhebliche Verzögerungen beim Auslaufen der Schiffe verursachen können – mit möglichen Folgen für die Einsatzfähigkeit der Marine.
Parallel zu den Festnahmen durchsuchten Ermittler Wohnungen der Beschuldigten in Hamburg, Rumänien und Griechenland. Die internationalen Maßnahmen wurden über „Eurojust“ koordiniert, beteiligt waren neben dem Landeskriminalamt Hamburg auch griechische und rumänische Strafverfolgungsbehörden.
Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel läuft noch. Zudem prüfen die Ermittler, ob es mögliche Auftraggeber für die mutmaßlichen Sabotageakte gab. Bis zu einem rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens gilt für die Beschuldigten die Unschuldsvermutung. (rei)
Es ist ein seltenes Naturschauspiel, das sich derzeit auf der Elbe bei Hamburg abspielt. Dicke Eisschollen stapeln sich in Lauenburg und Geesthacht am Ufer und sorgen für eine märchenhafte Winterlandschaft, wie sie der Norden in den vergangenen Jahren nur selten erlebt hat.Doch das hat auch unerwünschte Folgen: Im Hamburger Hafen kommt es zu Einschränkungen im Fährverkehr.
Der Grund dafür: Der Dauerfrost der vergangenen Tage und Wochen hat das Wasser der Elbe gefrieren lassen. Eisbrechern versuchen, Fahrrinnen für die Schifffahrt auf der Elbe freizuhalten, zuletzt wenig erfolgreich. Das gebrochene Eis wiederum lagert sich am Ufer ab und türmt sich mittlerweile geradezu auf.
Das sorgt vor dem Hintergrund der historischen Lauenburger Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und dem Turm der denkmalgeschützten Maria-Magdalenen-Kirche mittlerweile für einen atemberaubenden Anblick, den Schaulustige insbesondere vom gegenüberliegenden Elbufer bei Hohnstorf genießen.
Eis auf der Elbe bereitet Fähren im Hamburger Hafen Probleme
Doch des einen Freud ist des anderen Leid: Das Eis auf der Elbe behindert den Fährverkehr im Hamburger Hafen. Wegen der aufgestauten Eisschollen vor der Schleuse und dem Sperrwerk in Geesthacht kommt in Hamburg weniger Wasser an. „Das Eis verstopft da quasi alles“, sagte der Schiffsführer der Hadag-Fähre „Reeperbahn“, Fabian Klähn.
Das Wasser im Hafen sei ungefähr zwei Meter niedriger als üblich. „Dadurch können wir bei Niedrigwasser einige Anleger nicht bedienen“, sagte Klähn. Als Beispiele nannte er die Anleger Steinwerder auf der südlichen Elbseite und die Ernst-August-Schleuse im Hafen.
Hafenfähren: Maschinen beim Anlegen gefordert
Auch das Anlegen sei schwierig, wenn die Strömung das Eis zwischen Ponton und Schiff drücke. Um die Schollen wegzuschieben, müsse die Fähre dann mehrfach vor- und zurücksetzen, erklärte der Schiffsführer. Die Folge seien Verspätungen. Es könne auch passieren, dass man selbst mit der ganzen Maschinenleistung nicht anlegen könne.
Bei Eisgang im Hamburger Hafen: „Es vibriert alles“
Während der Fahrt stoßen die Eisschollen gegen das Schiff, was nach den Worten des Kapitäns aber keine Probleme bereitet: „Wir kommen noch gut durch, wir sind nicht auf Eisbrecher angewiesen, zum Glück.“
Klähn fügte jedoch hinzu: „Es vibriert alles mehr, du kriegst es mehr mit, dass du gefühlt die ganze Zeit irgendwo gegenfährst.“ Der Fähre bereite das jedoch keine Probleme. Allerdings müssten die Schiffe nach der Eisperiode neu lackiert werden. (dpa/mp)
Zweitliga-Spitzenreiter Schalke 04 hat nach dem geplatzten Transfer von Stürmer Moussa Sylla sein Unverständnis über das Vorgehen des New York City FC zum Ausdruck gebracht.
Der Klub aus der Major League Soccer (MLS) habe den bereits vollständig ausgehandelten Deal „aus nicht nachvollziehbaren Gründen“ nachverhandeln wollen und dabei „unverhältnismäßige Parameter“ gesetzt, hieß es in einem Statement der Schalker. Dem Vernehmen nach sollten die Königsblauen eine Ablöse von bis zu sieben Millionen Euro kassieren.
„Wir sind irritiert über das Verhalten von New York City FC. Die Verträge waren nicht nur ausgehandelt, sondern bereits unterschrieben“, sagte Sportvorstand Frank Baumann: „Nun einen nicht bestandenen Medizincheck vorzuschieben und damit eine Klausel im Vertrag zu aktivieren, ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar – denn Moussa ist gesund und spielfit.“ Sylla könne „ohne Weiteres noch ein Jahrzehnt als Profi-Fußballer unterwegs sein“, fügte Baumann an.
Plötzlich sollte Sylla nur noch ausgeliehen werden
Statt einer festen Verpflichtung war am Sonntag laut Angaben der Gelsenkirchener nur noch von einer Leihe mit Optionen die Rede gewesen sein. Dies sei für S04 nicht akzeptabel.
Man wolle nun den gesamten Vorgang intern prüfen und mögliche nächste Schritte bewerten. Sylla wird unterdessen vor der Partie gegen Dynamo Dresden am Samstag (13 Uhr/Sky) ins Teamtraining zurückkehren und für Coach Miron Muslic wieder eine Option sein. „I’m coming home“, verkündete der 26-Jährige, der noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2026 hat, bei Instagram. (sid/vb)
Aufregung mitten in der Nacht: Mehr als 100 Dorfbewohner mussten in Nordwestmecklenburg bei Eiseskälte aus ihren Häusern. Grund waren ein Brand und Munition in einem Nachbarhaus.
Wegen des Brandes auf einem Grundstück, auf dem auch Munition gelagert wurde, mussten Einwohner in Pokrent nachts zeitweise ihre Häuser verlassen. Nach Angaben des Landkreises Nordwestmecklenburg war in der Nacht zu Dienstag eine Scheune in Brand geraten. In einem benachbarten Wohnhaus lagerte demnach der dort wohnende Sportschütze eine größere Menge Munition. Nach Aussage einer Sprecherin der Polizeiinspektion Wismar bewegte sich die Menge im oberen zweistelligen Kilobereich.
Laut Landkreis betrug der Evakuierungsradius 1000 Meter. Auch ein Betreuungszug des Katastrophenschutzes war im Einsatz. Nach Polizeiangaben wurden 113 Anwohner bei frostigen Temperaturen evakuiert. Die Sporthalle im benachbarten Lützow stand demnach als Aufenthaltsort zur Verfügung.
Nicht nur Munition gefunden – auch Gasflaschen in einer Scheune
Neben der Munition und den Minusgraden erschwerten laut Landkreis auch Gasflaschen in der Scheune den Einsatz. Die Feuerwehr habe diese aus der Scheune geholt. Bis zum Morgen konnte die Scheune größtenteils gelöscht werden. Ein Übergreifen auf das Wohnhaus wurde verhindert. Auch die evakuierten Anwohner konnten in ihre Häuser zurückkehren.
Laut Polizei waren bis zu 130 Einsatzkräfte im Einsatz. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen. Die Ortsdurchfahrt Pokrent war wegen der Löscharbeiten auch am Vormittag noch voll gesperrt.
Landrat Tino Schomann (CDU) und der Schweriner Innenminister Christian Pegel (SPD) dankten den Einsatzkräften. Pegel betonte auch das verständnisvolle, ruhige und kooperative Verhalten der betroffenen Anwohner. (dpa/mp)
Zwei Fliegen mit einer Klappe schlug der HSV durch Immanuel Pherais Abgang nach Elversberg. Am Montag verliehen die Hamburger den Mittelfeldmann an den saarländischen Zweitligisten, im Gegenzug kam Otto Stange vorzeitig von der SVE zurück in den Volkspark. Ein Wechselspiel, das erstmal nur Gewinner hat – außer den 1.FC Nürnberg. Entsprechend maulig reagieren sie nun bei den Franken.
Tagelang schien zwischen Pherai und Nürnberg alles in trockenen Tüchern zu sein, nur die Freigabe des HSV fehlte noch. Am Sonntag dann aber folgte die große Kehrtwende. Um die Leihe des mit seiner Situation unzufriedenen Stange aufzulösen, kam der HSV mit Elversberg auch in Sachen Pherai ins Geschäft. Nürnberg war plötzlich raus, nun spielt Pherai bis zum Ende der Saison bei der SVE, anschließend besitzt der Aufstiegsaspirant eine Kaufoption in Höhe von 1,5 Millionen Euro.
FCN-Trainer Klose wollte Pherai vom HSV loseisen
Das finden sie in Nürnberg erwartungsgemäß nicht so richtig toll. Als Trainer Miro Klose am Montag zu den Aktivitäten rund um den letzten Tag der Winter-Transferperiode Stellung bezog, waren ihm Frust und Ärger anzumerken. „Natürlich hätten wir noch gerne Qualität dazugewonnen, vor allem mit dem Spieler“, sagte der Weltmeister von 2014 in Richtung des geplatzten Pherai-Wechsels. „Wie das dann auch immer passiert ist, weiß ich nicht, ich bin auch der falsche Ansprechpartner.“
Doch auch FCN-Sportvorstand Joti Chatzialexiou soll ob der späten Entwicklung und Absage im Fall Pherai entsprechend bedient sein, zumal sich am Montag keine Einigung mit einem anderen Offensivspieler ergab.
Ein guter Wechsel für Pherai („Für mich gilt es in erster Linie darum, dass ich wieder regelmäßig Spielminuten sammeln kann“). Elversberg belegt aktuell einen Aufstiegsplatz (Rang zwei), der FCN hat realistisch betrachtet bei zwölf Punkten Rückstand keine Chance mehr, in das Rennen einzugreifen. Zudem bewies der saarländische Verein in den vergangenen Jahren mehrfach, wie gut sich talentierte Spieler dort entwickeln können. Nick Woltemade (jetzt Newcastle), Paul Wanner (Eindhoven) und Younes Ebnoutalib (wechselte im Winter gerade für acht Millionen Euro nach Frankfurt) zeigten, welche Schritte in der kleinen 13.000-Einwohner-Gemeinde möglich sind.
Zum Start wurde es für Pherai erstmal gemütlich. Der ebenfalls vom HSV geliehene Lukasz Poreba lud seinen alten und neuen Kollegen zum Essen ein und erzählte ihm alles über den nun wieder gemeinsamen Verein.
Kurzfristig geht es für Pherai darum, sich bei der SVE zu etablieren und für die WM-Ausscheidungsspiele mit Suriname zu empfehlen. Ende März steht das Halbfinale in Bolivien an, in einem möglichen Finale ginge es dann gegen Neukaledonien oder Jamaika. Ab Sommer dann will der Mittelfeldmann wieder in der Bundesliga spielen – mit Elversberg oder dem HSV.
Laut spanischen Medien könnte ter Stegen bis zu zwei Monate ausfallen. „Wenn sich das bestätigt, wird es Ende März, bis er wieder spielen kann. Dann muss er die WM-Teilnahme wahrscheinlich abschreiben“, sagte Matthäus dem TV-Sender „Sky“. „Das wäre eine persönliche Tragödie und tut mir sehr leid für ihn“, fügte der 64 Jahre alte TV-Experte und Weltmeister von 1990 hinzu.
Ter Stegen könnte für die Länderspielpause im März ausfallen
Die DFB-Auswahl tritt am 27. März in der Schweiz an und empfängt drei Tage später in einem weiteren WM-Test das Team aus Ghana. Sollten sich die Berichte über die Ausfalldauer bestätigen, wäre der Torhüter in diesen Spielen voraussichtlich nicht dabei. Danach folgen vor der WM nur noch Partien am 31. Mai gegen Finnland und am 6. Juni bei WM-Mitgastgeber USA.
Der FC Girona, an den ter Stegen ausgeliehen ist, hatte am Montag nur die Verletzung bestätigt. Der Klub aus Katalonien kündigte weitere Untersuchungen an und nannte keine Ausfallzeit. (dpa/vb)
In den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des öffentlichen Diensts der Länder hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten der Stadt Hamburg für Donnerstag, den 5. Februar, erneut zum Warnstreik aufgerufen.
Damit soll eine Woche vor der dritten Verhandlungsrunde der Druck auf die Arbeitgeber erhöht werden. Auch in Hamburg dabei sein wird Verdi-Vorsitzender und -Verhandlungsführer Frank Werneke, der auch bei der Abschlusskundgebung ab 10.45 Uhr auf dem Adolphsplatz sprechen wird.
Am Donnerstag ist wieder Warnstreik in Hamburg
Die Gewerkschaften des öffentlichen Diensts fordern für die bundesweit rund 2,2 Millionen Beschäftigten der Länder sieben Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 300 Euro mehr. Die Länder hatten die Forderung als astronomisch bezeichnet und abgelehnt.
In Hamburg gehe es um die Gehälter von mehr als 39.300 Tarifbeschäftigten, 5200 Auszubildenden und Nachwuchskräften sowie rund 42.750 Beamten. Verdi hat sie aufgerufen, am Donnerstag ab 10 Uhr am Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof mit auf die Straße zu gehen. (dpa/mp)
Die deutschen Darts-Fans leben in einer Art TV-Paradies. Wenn im legendären Alexandra Palace in London der Weltmeister gesucht wird, können sie kostenlos zuschauen. Der frei zu empfangende Spartensender „Sport1“ überträgt stundenlang und wird das auch bei der kommenden WM noch einmal tun. Aber über die Zeit danach wird gerade verhandelt – Ausgang offen.
Dass Darts großflächig und mit dem Höhepunkt des Jahres im Free-TV läuft, ist nicht selbstverständlich. Im Mutterland des Pfeilesports müssen Fans für die WM-Übertragungen bezahlen. Die Vereinbarung der Professional Darts Corporation PDC mit dem britischen Pay-TV-Sender „Sky Sports“ ist erst im vergangenen Jahr bis 2030 verlängert worden.
In England ist der Darts-Sport bereits im Pay-TV
Der Fünfjahresvertrag umfasst jährlich 60 Tage exklusive Live-Übertragungen hinter der Bezahlschranke, darunter die wichtigsten Veranstaltungen wie die WM. Er kostet nach Angaben des Fachmagazins „Sportspro“ mit 125 Millionen britischen Pfund (144 Millionen Euro) doppelt so viel wie der bisherige Kontrakt. Dazu gibt es noch einen kleineren Vertrag der PDC mit dem Free-TV-Sender „ITV“.
In Deutschland ist der kostenpflichtige Streaminganbieter „DAZN“ der wichtigste Medienpartner der PDC, viele Turniere laufen zur Freude der Fans jedoch per Sub-Lizenz bei „Sport1“. 500 Stunden Live-Darts hat der Spartensender im Programm, neben der WM im Ally Pally auch die Premier League und den Grand Slam of Darts. Doch die umfangreichen Vertragswerke laufen mit der kommenden WM im Januar 2027 aus. Und die seit Jahren steigenden Zuschauerzahlen, vor allem Ende Dezember und Anfang Januar, haben in der Branche Begehrlichkeiten geweckt. Darts gilt als boomender Sport.
Sport 1 kann bei Darts-WM starke Quoten vorweisen
Während der jüngsten WM-Wochen erzielte „Sport1“ mehrfach Reichweiten von mehr als einer Million Zuschauer, beim Finale schauten im Durchschnitt sogar zwei Millionen Menschen zu. Das sind Werte, die auch bei den Sendern von „ProSiebenSat.1“ und der „RTL“-Gruppe nicht sehr häufig erreicht werden. Zudem sind die Marktanteile bei den 19- bis 49-Jährigen, die für die Werbevermarktung wichtig sind, beim Pfeilewerfen ungewöhnlich hoch.
Der deutsche Martin Schindler verpasste erneut den Einzug ins Achtelfinale bei der Darts-WM.imago/Action Plus
Der deutsche Martin Schindler verpasste erneut den Einzug ins Achtelfinale bei der Darts-WM.
„Es gibt offensichtliche Vorteile, wenn Darts im deutschen Free-TV zu sehen ist, und die Beziehung zwischen‚DAZN‘ und ‚Sport1‘ hat zu unserem enormen Wachstum in der Region in den letzten zehn Jahren beigetragen“, sagte Jamie Banks. Der als Head of Broadcast firmierende PDC-Manager erklärte außerdem: „Wie bei jedem Rechteprozess prüfen wir über einen längeren Zeitraum hinweg, was unserer Meinung nach das Beste für den Sport ist.“ Eine Garantie für eine WM im frei zu empfangenden Fernsehen gibt die PDC nicht.
Banks: „Deutschland ist einer unserer wichtigsten Märkte“
Nach dem britischen gilt der deutsche Markt für den Darts-Verband als besonders lukrativ. Die wachsende Zahl an Spielern aus Deutschland erhöht zudem den Wert der TV-Rechte, über die derzeit verhandelt wird, und macht ihn für Free- und für Pay-TV zusätzlich attraktiv. „Deutschland ist zweifellos einer unserer wichtigsten Märkte“, sagte PDC-Manager Banks. „Wir würden Deutschland als einen reifen Markt bezeichnen, da die Fans über viele Jahre hinweg ein Verständnis und eine Freude für diesen Sport entwickelt haben. Es ist fantastisch, so viele Tour-Card-Inhaber aus Deutschland zu sehen.“ Banks fügte an: „Es scheint, als wären wir nicht mehr weit von einem deutschen Gewinner eines großen TV-Events entfernt.“
Die meisten TV-Sender halten sich im laufenden Vermarktungsprozess mit öffentlichen Äußerungen zurück. Als sicher gilt nur, dass die öffentlich-rechtlichen Sender beim Rechtepoker nicht mitbieten. Auch die Pay-Anbieter „Sky“ und „Telekom“ haben dem Vernehmen nach wenig Interesse. Nur „Sport1“ positioniert sich klar. Darts sei „ein zentrales und wichtiges Recht“, teilte der Sender mit: „Entsprechend haben wir großes Interesse, die WM und andere Turniere auch über 2027 hinaus unter wirtschaftlich tragfähigen Rahmenbedingungen abzubilden.“(dpa/vb)
Fußball-Nationalspieler Florian Wirtz bekommt beim englischen Rekordmeister FC Liverpool einen neuen Mitspieler. Die Reds haben das französische Abwehrtalent Jérémy Jacquet von Stade Rennes verpflichtet. Das gab der Verein am späten Montagabend offiziell bekannt. Der 20 Jahre alte Innenverteidiger, der erst im Sommer an die Anfield Road wechseln wird, soll Medienberichten zufolge bis zu 69 Millionen Euro Ablöse kosten.
Im Ringen um den U21-Nationalspieler, der in Rennes noch bis 2029 unter Vertrag stand, hat Wirtz-Klub Liverpool namhafte Konkurrenz ausgestochen. Unter anderem der Ligarivale FC Chelsea galt als stark interessiert, schreckte aber wohl vor der hohen Ablöse zurück. Jacquet hat erst 36 Ligaspiele bestritten.
Jacquet könnte den Ex-Leipziger Konaté in Liverpool ersetzen
Liverpool sieht den Rechtsfuß als langfristige Investition für die Defensive – auch vor dem Hintergrund, dass der Vertrag von Ibrahima Konaté im Sommer ausläuft.
Damit steigt Jacquet zum teuersten Verkauf in der Klubgeschichte der Talentschmiede Rennes auf. Bisheriger Rekordhalter war Jérémy Doku. Der Linksaußen hatte bei seinem Transfer zu Manchester City 2023 60 Millionen Euro gekostet. (sid/vb)
Basketball-Weltmeister Dennis Schröder freut sich auf die Herausforderung bei den Cleveland Cavaliers und hat den Fans des NBA-Teams „110 Prozent Einsatz in jedem Spiel“ versprochen. „Ich setze das Team immer an die erste Stelle, und wenn etwas gesagt werden muss, werde ich es sagen. Ich habe nie Angst vor dem Moment“, betonte der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft in einem Instagram-Video. Er sprach von „Dog-Mentality“, die unter anderem für besondere Entschlossenheit und Arbeitswillen steht.
Der 32-Jährige war von den Sacramento Kings zu den Cavaliers transferiert worden, zum elften Mal in seiner NBA-Karriere wechselt Schröder das Team. „Ich wusste, dass es passiert“, sagte Schröder. Er habe das Gerede von außen wahrgenommen, daher „war der Wechsel nicht überraschend“, betonte er.
Schröder trifft in Cleveland auf einen alten Bekannten
Zunächst habe er an seine Familie und die logistische Herausforderung eines Umzugs in den USA gedacht, doch habe sich schnell Vorfreude breitgemacht. „Ich bin wirklich aufgeregt“, sagte Schröder, der Trainer Kenny Atkinson bereits seit vielen Jahren kennt. Als der Deutsche für die Atlanta Hawks spielte, war Atkinson dort Assistenzcoach, als Spieler war der US-Amerikaner unter anderem für die SG Braunschweig aktiv. (sid/vb)
Jetzt ist es raus: Der legendäre Hamburger „Quatsch Comedy Club“ kündigte Ende 2025 an, dass er vom Wasser zurück an Land zieht. Rund drei Jahre war die Talentschmiede zuletzt auf dem Raddampfer „Queen” zu Hause gewesen. Wo es hingehen soll, war lange ein Geheimnis – jetzt haben die Macher verkündet, dass der Club auf den Kiez zurückkehrt.
Mit einer großen letzten Liveshow verabschiedet sich der „Quatsch Comedy Club“ am 31. Januar von der „Queen”. Nun kehrt der Comedy-Club von Gründer Thomas Hermanns zurück auf den Kiez – ins Imperial Theater.
„Quatsch Comedy Club“ kehrt ins Imperial Theater zurück
In seiner mehr als 30-jährigen Geschichte war er hier Mitte der 1990er Jahre bis 2002 schon einmal zu Hause. In dieser Zeit etablierte sich der Stand-Up-Comedy-Club zur festen Größe im deutschen Entertainment.
Das Imperial Theater auf dem Kiez wird zur neuen Heimat des „Quatsch Comedy Clubs“ (Archivbild).picture alliance / Eibner-Pressefoto | Wolfgang Frank/Eibner-Pressefoto
Das Imperial Theater auf dem Kiez wird zur neuen Heimat des „Quatsch Comedy Clubs“ (Archivbild).
„Der Quatsch Comedy Club gehört fest zur Geschichte des Imperial Theaters. Umso mehr freuen wir uns, das Originalformat ab Mai 2026 wieder regelmäßig bei uns begrüßen zu dürfen”, sagt Florian Lienkamp, Geschäftsleitung Imperial Theater. „Diese Rückkehr verbindet Tradition mit frischer Live-Comedy und wird das Imperial Theater erneut zum Treffpunkt für die besten Comedians/Comediennes des Landes machen.”
Rund um das chinesische Neujahrsfest hat in China die größte Reisewelle der Welt begonnen. In den 40 Tagen der Hauptreisezeit rechnen die Behörden mit 9,5 Milliarden Passagierbewegungen.
Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete, rechnen die Behörden während der diesjährigen Saison mit neuen Rekorden im Bahn- und Flugverkehr. Auf der Schiene werden rund 540 Millionen Passagierfahrten erwartet, im Luftverkehr etwa 95 Millionen.
Das chinesische Neujahrsfest fällt in diesem Jahr auf den 17. Februar. Es läutet nach dem traditionellen Mondkalender das „Jahr des Pferdes“ ein. Der offizielle Feiertagszeitraum umfasst neun Tage. Die 40-tägige Reisesaison „Chunyun“ begann bereits am Montag und dauert bis zum 13. März.
Neujahrsfest: Auch viele chinesische Urlauber im Ausland
Insgesamt erwarten die Behörden rund 9,5 Milliarden sogenannte überregionale Passagierbewegungen. Dabei werden einzelne Fahrten gezählt – unabhängig davon, ob dieselbe Person mehrfach reist. Erfasst werden Reisen mit Bahn, Flugzeug, Fernbussen, Schiffen sowie mit dem Auto. Der Straßenverkehr macht mit rund 80 Prozent weiterhin den größten Anteil aus.
Neben den traditionellen Heimatreisen, bei denen viele Menschen das Fest mit ihren Familien verbringen, hat auch der Tourismus stark an Bedeutung gewonnen.
Besonders gefragt seien Ziele mit Schnee im Norden sowie wärmere Regionen im Süden des Landes, meldete Xinhua. Viele Chinesen reisen zudem ins Ausland, weshalb es rund um das Neujahrsfest regelmäßig auch in Europa zu einem erhöhten Besucheraufkommen aus China kommt. (dpa/mp)
Erst schwamm er vier Stunden durch raue See, dann lief er noch zwei Kilometer zu Fuß: Mit letzter Kraft hat ein 13-Jähriger in Westaustralien die Behörden alarmiert – und seiner Mutter und zwei jüngeren Geschwistern das Leben gerettet.
Die Familie war am Freitagnachmittag während eines Urlaubs in Quindalup, rund 250 Kilometer südlich von Perth, durch starken Wind auf das offene Meer hinausgetrieben worden.
Die vier Familienmitglieder hätten sich mit aufblasbaren Paddleboards und einem Kajak in der Geographe Bay befunden, als sich die Wetterbedingungen plötzlich verschlechterten, zitierte der Sender ABC die örtlichen Seenotretter. Der 13-Jährige versuchte zunächst, mit dem Kajak zurück ans Ufer zu paddeln, um Hilfe zu holen. Das Boot nahm jedoch Wasser auf, sodass er den Versuch abbrechen musste.
Australien: „Übermenschliche Leistung“ des 13-Jährigen rettet Familie das Leben
Schließlich schwamm der Teenager rund vier Kilometer bei starkem Wellengang und zunehmend schwierigen Bedingungen zurück an Land. Nach eigenen Angaben war er dabei insgesamt etwa vier Stunden im Wasser, teils mit, teils ohne Schwimmweste. Das Meer vor Westaustralien ist bekannt für ein hohes Vorkommen an Haien.
Nachdem er erschöpft den Strand erreicht hatte, brach er kurzzeitig zusammen – lief dann jedoch noch rund zwei Kilometer weiter, um ein Telefon zu erreichen und den Notruf abzusetzen. Der Leiter der „Naturaliste Marine Rescue“, Paul Bresland, sprach von einer „übermenschlichen“ Leistung des Jungen, der den Behörden anschließend noch eine präzise Beschreibung der verwendeten Kajaks und Paddleboards gegeben habe.
Familie auf Paddleboards 14 Kilometer aufs Meer getrieben
Daraufhin wurde eine großangelegte Such- und Rettungsaktion gestartet, an der unter anderem die Wasserschutzpolizei, freiwillige Rettungsschwimmer und ein Hubschrauber beteiligt waren. Wenige Stunden später entdeckte der Hubschrauber schließlich die 47-jährige Mutter sowie den zwölfjährigen Bruder und die achtjährige Schwester des Jungen etwa 14 Kilometer vor der Küste. Sie klammerten sich an ein Paddleboard und hielten sich seit Stunden in aufgewühlter See über Wasser. Ein Rettungsboot brachte sie sicher an Land.
„Zum Glück trugen alle drei Personen Schwimmwesten, was zu ihrem Überleben beigetragen hat“, sagte Polizeisprecher James Bradley. „Das Handeln des 13-jährigen Jungen verdient höchstes Lob – seine Entschlossenheit und sein Mut retteten letztendlich seiner Mutter und seinen Geschwistern das Leben.“ (dpa/mp)
Er ist als Experte für Trennungskonflikte und Kinderpsychologe in vielen Medien präsent und hat Christina Block mehr als 100 Stunden beraten. Jetzt trat Dr. Stefan Rücker als Zeuge im Entführungsprozess auf – und geriet dabei selbst unter Beschuss. Tatsächlich werfen einige Punkte Fragen auf.
Montag, 26. Januar 2026, kurz vor 10 Uhr im Landgericht Hamburg: Der Bremer Kinderpsychologe Stefan Rücker wird als Zeuge aufgerufen. Gekleidet in ein schwarzes Jackett und mit einem schwarzen Koffer in der Hand betritt der 54-Jährige den Saal und antwortet mit ruhiger Stimme auf die Fragen der Vorsitzenden Richterin.
Christina Block nahm 2022 Kontakt zu ihm auf
2022 habe Christina Block zum ersten Mal Kontakt zu ihm aufgenommen, erzählt Rücker. Sie habe wissen wollen, warum Kinder plötzlich auf Distanz zu einem Elternteil gingen.
MOPO
Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt! Diese Woche u.a. mit diesen Themen:
Dubioser Psychologe: Berater der Blocks gerät in den Fokus
Doppelt dämlich!Suff-Eklat um HSV-Star Dompé
40-Millionen-Euro-Wette: Wie es mit dem Fernsehturm weitergehen soll
Große Rätselbeilage: Knobelspaß für jeden Tag
16 Seiten Sport: Debatte um WM-Boykott, HSV-„Rambo“ im Interview & St. Paulis neuer Stürmer
28 Seiten Plan 7: Das Festival „Fokus Tanz“, „Holiday On Ice“ mit Max Giesinger & Ausgeh-Tipps für jeden Tag
Zu diesem Zeitpunkt lebten Blocks damals elfjährige Tochter und ihr achtjähriger Sohn schon seit Monaten in Dänemark. Ihr Vater, Stephan Hensel, hatte sie nach einem Besuchswochenende bei sich behalten, obwohl das Aufenthaltsbestimmungsrecht bei Christina Block lag. Hensel sagte, die Kinder hätten ihm damals von Gewalt seitens der Mutter berichtet. Block bestreitet das.
Christina Blocks Sorge sei gewesen, dass die Kinder Schaden nehmen, fährt Rücker vor Gericht fort. Er habe deshalb eine fachliche Einschätzung vorgenommen. Darin stellte er eine „Eltern-Kind-Entfremdung“ fest, die zwei Kinder seien von ihrem Vater eindeutig manipuliert worden. „Ihr Wohl ist akut gefährdet“, steht dort.
Konzept „Eltern-Kind-Entfremdung“ ist fachlich umstritten
Allerdings: Das Konzept der „Eltern-Kind-Entfremdung“ ist fachlich umstritten, im November 2023 bewertete das Bundesverfassungsgericht es als „überkommen und fachwissenschaftlich“ widerlegt. Auf MOPO-Nachfrage erklärt Rücker, dass ihm die Hintergründe des Urteils nicht vorlägen, grundsätzlich seien aber verschiedene Ansichten zu Theorien und deren Umsetzungen vertretbar. Entfremdung sei durchaus ein in der Wissenschaft kontroverser Begriff.
Vor Gericht kommt raus: Für seine fachliche Einschätzung hatte Rücker nie persönlich mit den zwei Kindern gesprochen – dafür mit Christina Block, ihrer weiter in Hamburg lebenden Tochter und Lebenspartner Gerhard Delling. Außerdem nutzte er Berichte des Jugendamts sowie Unterlagen des Familiengerichts. Das sei eine normale Methodik, verteidigt sich der Psychologe im Gericht.
Rücker erstellte zudem ein „Rückführungskonzept“, in dem unter anderem geraten wird, einen Reisebus für den Transport der Kinder zu verwenden. Dieses Konzept, betont Rücker vor Gericht, sei aber immer erstellt worden unter der Prämisse, dass diese Rückführung auf legalem, freiwilligem Wege erfolge.
Psychologe Rücker war bei Aktion in Dänemark dabei
Rückers Unterstützung für Christina Block ging allerdings weit darüber hinaus. In Tagebuchnotizen beschreibt Block etliche Telefonate und Treffen, an vieles kann er sich vor Gericht allerdings nicht erinnern.
Im November 2022 begleitete Rücker Block dann nach Dänemark – begleitet von sechs ehemaligen Polizisten, Privatdetektiven und Personenschützern. Der Plan laut Rücker: die Kinder auf dem Weg von der Schule abfangen und überreden, freiwillig mit nach Deutschland zu kommen.
Er saß damals mit Block in einem Auto, schildert Rücker. Doch das vereinbarte Zeichen sei nicht gekommen. Stattdessen nahm die Polizei die sechs Sicherheitsleute fest, ließ diese später aber wieder frei.
Aufnahmen einer Sicherheitskamera sollen Stefan Rücker (ganz links) in der Lobby eines Hotels in Dänemark zeigen.hfr
Aufnahmen einer Sicherheitskamera sollen Stefan Rücker (ganz links) in der Lobby eines Hotels in Dänemark zeigen.
Nur einen Monat später, im Dezember 2022, tauchten vor Stephan Hensels Haus in Dänemark Demonstranten auf. Auf den Plakaten standen die Namen der Kinder. In einer vor Gericht abgespielten Sprachnachricht an einen der Teilnehmer ist eine männliche Stimme zu hören: „Es wäre gut, wenn es so aussieht, als wäre es eine rein dänische Organisation“, sagt diese. „Es wäre gut, wenn mein Name da komplett rausgehalten würde.“
Das klinge nach seiner Stimme, sagt Rücker im Gerichtssaal, er müsse die Echtheit prüfen. Er habe aber keine Erinnerung daran. Er sei weder auf dieser Demo gewesen, noch habe er diese organisiert.
Neben vielen Erinnerungslücken gab es vor Gericht harsche Kritik. Der Anwalt von Hensel warf Rücker „wissenschaftlich völlig haltlose“ Arbeit vor: „Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat!“
Psychologe habe „über 100 Stunden“ für Block gearbeitet
Tatsächlich ist seine Arbeit nicht unumstritten: Wie der „Spiegel“ berichtet, soll eine Richterin am Oberlandesgericht Frankfurt in einem anderen Verfahren Rückers Gutachten fehlende wissenschaftliche Anforderungen in „eklatantem Maße“ bescheinigt haben.
Rücker betont auf Nachfrage „explizit“, dass er „keine Gutachten“, sondern „fachliche Stellungnahmen“ schreibe. „Diese folgen einem anderen Maßstab.“ Die Frankfurter Richterin habe ihn zudem nicht kontaktiert, daher habe er keine Möglichkeit zur Stellungnahme gehabt. Allerdings: Auf seiner Webseite wirbt er mit der Erstellung von „fundierten Privatgutachten“.
Auf seinem LinkedIn-Profil bezeichnet er sich zudem als „Leiter Arbeitsgruppe Kindeswohl“. Eine solche Arbeitsgruppe gab es an der Uni Bremen, sie wurde aber 2020 laut Universität aufgelöst. Laut Bremer Senat hatte die Uni Rücker 2024 aufgefordert, seine Tätigkeit korrekt auszuweisen.
Für Christina Block hat Rücker nach eigenen Angaben weit über 100 Stunden gearbeitet. Berichte, dass er dafür über 40.000 Euro erhalten haben soll, bestreitet er.
Rücker sah die Kinder im Januar 2024 nach der Entführung
Definitiv sicher ist, dass Rücker einer der wenigen Menschen war, die die zwei Kinder nach der Entführung im Januar 2024 im Haus von Christina Block sahen. „Von einer gewaltsamen Entführung wusste ich nichts“, sagt er im Gericht. Christina Block habe ihm geschildert, einen Anruf bekommen zu haben, um die Kinder abzuholen. „Ich ging davon aus, dass alles juristisch statthaft war.“
Genauer nachgefragt habe er nicht, auch nicht bei den Kindern. Diese seien bei einem kurzen Gespräch sehr distanziert gewesen, hätten wahrscheinlich Vorbehalte ihm gegenüber gehabt. Als die Sachverständige des Gerichts Rücker fragt, mit welcher psychologischen Methodik er die Kinder denn angesprochen habe, wiederholt er ihre Frage zweimal – ohne konkret zu antworten. Das sei alles ergebnisoffen gewesen, erwidert er schließlich vage.
Drittligist Hansa Rostock hat seinen Topscorer Ryan Naderi nach Schottland abgegeben – und dafür offenbar einen echten Geldregen kassiert. Wie der Verein in der Nacht auf Dienstag bekannt gab, wechselt der 22 Jahre alte Mittelstürmer zum schottischen Top-Klub Glasgow Rangers. Es handle sich um einen „Ablöserekord in der 3. Liga“, teilte Hansa mit, nannte aber keine konkreten Zahlen. Laut „Bild“ handele es sich dabei jedoch um einen Betrag von 6 Millionen Euro.
Das Angebot habe „eine Dimension erreicht, die ein Drittligist nicht ablehnen kann. Bei aller wirtschaftlichen Bedeutung stand bei unseren Überlegungen aber immer auch der Spieler im Mittelpunkt“, erklärte Hansa-Vorstandsvorsitzender Ronald Maul: „Ryan Naderi ist jung, talentiert und hat eine große Karriere vor sich. Er möchte die Chance nutzen, international zu spielen und sich bei einem Verein wie Rangers Football Club auf großer Bühne zu beweisen.“
Naderi in dieser Saison bereits mit acht Toren und fünf Vorlagen
In der laufenden Saison erzielte der gebürtige Dresdner, der im Sommer 2024 von Borussia Mönchengladbach zum derzeitigen Tabellen-Sechsten gewechselt war, acht Tore und fünf Vorlagen. Die Rangers liegen in der schottischen Premiership momentan auf Rang drei, aus der Europa League ist der vom Deutschen Danny Röhl trainierte Klub bereits ausgeschieden. Über die genaue Vertragsdauer von Naderi machte der Verein keine Angaben.
Der alte Transferrekord in der 3. Liga liegt bei 4 Millionen Euro, die Red Bull Salzburg 2024 für Hendry Blank von Borussia Dortmund II gezahlt hatte. (sid/vb)
Immer mehr Hamburger steigen aufs Rad – während die Zahl der Autos und Autofahrten sinkt. Die Verkehrsbehörde wertet diese Entwicklung als Zeichen für nachhaltige Mobilität.
Der Radverkehr in Hamburg hat nach Berechnungen der Verkehrsbehörde im vergangenen Jahr weiter zugenommen. Gleichzeitig ist der Autoverkehr rückläufig. Nach Angaben der Behörde stieg der Radverkehr im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2024 um vier Prozent. Im Vergleich zu 2019 betrug das Plus sogar 32 Prozent. Und seit 2000 habe sich der Radverkehr mit 118 Prozent mehr als verdoppelt.
Autoverkehr in Hamburg geht immer weiter zurück
Der Autoverkehr sei dagegen im vergangenen Jahr um ein Prozent zurückgegangen, nachdem er bereits 2024 um zwei Prozent gesunken sei. Seit 2019 habe der Kfz-Verkehr um 12 Prozent in Hamburg abgenommen, im Vergleich zum Jahr 2000 um 19 Prozent. Die Zahl der in Hamburg zugelassenen Autos sank den Angaben zufolge im vergangenen Jahr um rund 3000 – während die Einwohnerzahl der Hansestadt weiter steigt.
Dass der Radverkehr weiter zunehme und der Autoverkehr zurückgehe, sei ein weiteres Signal für den Wandel hin zu nachhaltiger Mobilität, sagte Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne). „Wir arbeiten daran, die Alternativen zum eigenen Auto so attraktiv zu gestalten, dass sie die bessere Wahl für immer mehr Bewohner unserer Stadt sind.“ (dpa/mp)
In Norwegen hat die Gerichtsverhandlung gegen Mette-Marits Sohn begonnen. Zum Start bestreitet Marius Borg Høiby die schwersten Vorwürfe gegen ihn. Andere Taten räumt er teilweise ein.
Zum Start der Gerichtsverhandlung gegen ihn hat der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit (52) die schwersten Vorwürfe gegen ihn bestritten. Marius Borg Høiby antwortete leise mit „Nein“ auf die Frage, ob er die Strafschuld wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs mehrerer Frauen einräume. Er bestreitet außerdem, die mutmaßlichen Opfer während der Taten gefilmt zu haben.
Der 29-Jährige war nach Angaben der Nachrichtenagentur NTB in einem grünen Pullover über einem Hemd und grüner Hose vor Gericht erschienen. Fotos oder Videos des Angeklagten zu machen ist verboten. Der Norweger muss sich wegen Dutzender teils schwerer Vergehen verantworten. Zu den 38 Anklagepunkten zählen auch Fälle von häuslicher Gewalt, Sachbeschädigung, Drogen- und Verkehrsdelikte. Einige dieser Taten hat Marius Borg Høiby zugegeben.
Erneute Festnahme vor dem Prozess
Kurz vor Prozessbeginn war Marius Borg Høiby am Wochenende erneut festgenommen worden. Er soll mit einem Messer gedroht und gegen ein Kontaktverbot verstoßen haben. Wegen Wiederholungsgefahr muss er vier Wochen in Untersuchungshaft verbringen.
Nach dem Vorfall am Sonntag befand sich Marius Borg Høiby laut Medien im Krankenhaus. Das berichtete die norwegische Nachrichtenagentur NTB am Dienstagmorgen unter Berufung auf Quellen. Zuvor hatte die Zeitung „Verdens Gang“ Bilder veröffentlicht, die die norwegische Kronprinzenfamilie vor dem Krankenhaus zeigen sollen. (dpa)
Ein 24-Jähriger mit einer 37-Millimeter-Granate im Gesäß versetzt in Frankreich Ärzte und Sprengstoffexperten in Aufregung. Was passierte nach der Entdeckung im OP?
Mit einer deutschen Weltkriegsgranate im Gesäß ist ein junger Mann laut Medienberichten in die Notaufnahme einer Klinik im französischen Toulouse gekommen und hat damit den Kampfmittelräumdienst auf den Plan gerufen. Erst nach der operativen Entfernung des Objekts sei den Medizinern aufgefallen, dass es sich um Munition gehandelt habe, sie hätten daraufhin die Sprengstoffexperten alarmiert, meldeten französische Medien unter Berufung auf Krankenhausbeschäftigte. Demnach räumte der 24-Jährige ein, sich das Geschoss selbst eingeführt zu haben. Die Gründe blieben offen.
Granate stammte aus dem ersten Weltkrieg
Bei der Granate habe es sich um ein deutsches 37 Millimeter-Geschoss aus dem Ersten Weltkrieg mit einer Länge von 16 Zentimetern gehandelt, berichtete der Sender France 3. Der Kampfmittelräumdienst sperrte demnach zunächst einen Sicherheitsbereich in der Klinik ab. Es habe sich aber herausgestellt, dass von dem aus dem Jahr 1918 stammenden Geschoss keine Gefahr mehr ausgegangen sei, berichtete die Zeitung „Le Figaro“ unter Verweis auf die Polizei. Von Ermittlungen wegen unerlaubten Munitionsbesitzes, die zunächst im Raum standen, werde daher abgesehen, erfuhr die Zeitung von der Staatsanwaltschaft in Toulouse.
Es ist nicht der Fall dieser Art in Frankreich. 2022 bereits musste ein 88 Jahre alter Mann im südfranzösischen Toulon operiert werden, bei dem sich ein noch etwas größeres Geschoss aus dem Ersten Weltkrieg im Gesäß befand. (mp/dpa)
Ein kleines Dorf bei Wacken steht nach einem schrecklichen Verbrechen unter Schock: Eine 65-Jährige wurde tot in ihrem Haus gefunden, ein Angehöriger steht unter Mordverdacht. Der Mann war nach der Tat mit einem Auto geflüchtet und wurde schließlich festgenommen. Die Staatsanwaltschaft bestätigt, dass es sich um ein vollendetes Tötungsdelikt handelt. Die Ermittlungen dauern weiter an.
Ungewöhnlich viel Blaulicht in einem kleinen Dorf nahe Wacken – Ende Oktober erschütterte ein Gewaltverbrechen die Gemeinde Besdorf. In dem nicht einmal 250 Einwohner zählenden Ort wurde eine 65-jährige Frau tot in ihrem Haus aufgefunden. Nach ersten Ermittlungen steht ein naher Angehöriger unter Verdacht, die Frau getötet zu haben – offenbar aus Habgier. Die Polizei leitete sofort umfangreiche Fahndungsmaßnahmen ein, nachdem der Verdächtige mit einem Auto in zwei Unfälle verwickelt war. Die Staatsanwaltschaft hat nun auf Nachfrage neue Informationen zu den laufenden Ermittlungen veröffentlicht.
Frau nahe Wacken tot aufgefunden – Mordverdacht
Ereignet haben soll sich die Tat zwischen Sonntagabend, 26. Oktober, 20 Uhr, und Montagnachmittag, 27. Oktober, 14.42 Uhr – dem Zeitpunkt, als ihr Lebensgefährte sie leblos in ihrem gemeinsamen Haus im Mühlenweg entdeckte. Schnell stand ein 20-jähriger Angehöriger im Verdacht, für das Tötungsdelikt in der nicht einmal 250 Einwohner zählenden Gemeinde verantwortlich zu sein. Nachdem er im Kreis Pinneberg mit seinem weißen Golf, nach dem die Polizei schnell öffentlich gefahndet hatte, zwei Unfälle verursacht hatte, war er am Abend des 27. Oktobers in Itzehoe festgenommen worden. Zeugen hatten den Wagen in der Straße Hinter dem Sandberg gesehen und die Polizei informiert.
Staatsanwaltschaft äußert sich
Eine Haftrichterin am Amtsgericht Itzehoe erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Itzehoe einen Untersuchungshaftbefehl wegen des Verdachts des Mordes aus Habgier und Heimtücke. Denn nach anfänglichem Ermittlungsstand bestand der Verdacht, „dass es im Rahmen der für das Opfer überraschend ausgeführten Tat zu einer Diebstahlshandlung kam“, hatte Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow seinerzeit mitgeteilt. Der Mann kam in eine JVA, die Mordkommission der Itzehoer Kripo übernahm die Ermittlungen.
Wie aber ist jetzt, mehr als drei Monate später, der Stand der Ermittlungen? Steht inzwischen der genaue Todeszeitpunkt fest? Und wie die Frau starb, durch welchen Verwandten (war es der Enkel?) und welche Handlungen genau? Gab es eventuell ein Geständnis?
Beschuldigter weiterhin in U-Haft
Dazu teilt Müller-Rakow auf aktuelle Nachfrage der SHZ-Redaktion mit, dass er aufgrund der laufenden Ermittlungen „keine detaillierten Auskünfte“ geben könne. Aber: Der Beschuldigte befinde sich weiter in U-Haft und „hat sich im Laufe des Verfahrens zu den Vorwürfen eingelassen – jedoch kein Geständnis abgelegt“. Zu einem konkreten Verwandtschaftsverhältnis zwischen Täter und Geschädigter könne „aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen keine Auskunft“ erfolgen, „da eine solche möglicherweise zur Identifizierung des Täters führen würde“.
Der Oberstaatsanwalt weist zudem darauf hin: „Aus tatsächlichen und rechtlichen Gründen“ handele es sich um „ein vollendetes Tötungsdelikt“: Gegen den Beschuldigten bestehe „der dringende Tatverdacht des Mordes“. (Dieser Artikel erschien zuerst auf shz.de)
Mehr als ein Jahr wurde in Hamburg das bunte Broadway-Musical „& Julia“ gespielt – nun ist dort Schluss. Doch Stage Entertainment hat verraten, wo und wann es ein Wiedersehen gibt.
Tschüss Hamburg und hallo Stuttgart: Das Popmusical „& Julia“ hat Sonntagabend in der Hansestadt Abschied gefeiert und wird ab Oktober in Stuttgart zu sehen sein. Die bunte Show werde im Stage Palladium Theater gespielt, gab Stage Entertainment bekannt.
Musical „& Julia“ in Hamburg: Eine halbe Million Zuschauer
Die Abschiedsvorstellung von „We Will Rock You“ ist den Angaben zufolge in diesem Stuttgarter Theater Anfang September geplant. Die Stage Entertainment Gruppe präsentiert „& Julia“ zudem ab September im Beatrix Theater in Utrecht in den Niederlanden.
Rund eine halbe Million Zuschauer sahen das Musical seit der Deutschlandpremiere am 30. Oktober 2024 im Stage Operettenhaus an der Reeperbahn. Es sei ein bemerkenswerter Erfolg, sagte Stephan Jaekel von Stage Entertainment auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Weil es uns gelungen ist, Publikumsinteresse für ein zuvor gänzlich unbekanntes Stück zu wecken.“
Das Jukebox-Musical mit den größten Hits unter anderem von Britney Spears, Katy Perry und den Backstreet Boys zeigt eine neue Interpretation von Shakespeares großem Liebesdrama. Es geht darum, wie das Leben von Romeos Julia wohl weitergegangen wäre, wenn sie sich nach dem Tod ihres Liebsten nicht mit einem Dolchstich ins Herz das Leben genommen hätte. (dpa)
Nase dicht am Morgen, juckende Augen, Hustenreiz nach dem Aufstehen? Das liegt nicht immer an Pollen. Gerade im Winter haben Hausstaubmilben Hochsaison – und genau jetzt, bei knackiger Kälte, ist der richtige Moment, ihnen einen Dämpfer zu verpassen. Der simpelste Trick: Matratzen raus an die kalte Luft. Gewinnen Sie der arktischen Kälte also etwas Positives ab!
Hausstaubmilben lieben es nämlich warm und feucht. Beheizte Wohnungen, wenig Lüften und dicke Bettdecken sind für sie ein Paradies. Wichtig: Die Milben selbst lösen die Allergie nicht aus, sondern ihr Kot, der sich im Staub sammelt und eingeatmet wird. Typische Beschwerden sind dann eine verstopfte Nase, Niesreiz und juckende Augen – oft besonders morgens.
Kälte ist der natürliche Milben-Killer – also raus mit den Matratzen!
Hausstaubmilben sind kälteempfindlich. Temperaturen unter null Grad setzen ihnen stark zu. Genau deshalb ist das aktuelle Winterwetter in Hamburg die ideale Gelegenheit, um Matratzen, Decken und Kissen gründlich auszulüften. Die kalte, trockene Luft senkt die Feuchtigkeit – und damit die Lebensgrundlage der Milben. Zudem sorgt die Kälte dafür, dass Milben absterben können.
So lüften Sie Matratzen richtig aus
Am besten an einem trockenen, kalten Tag. Matratze auf den Balkon oder die Terrasse stellen, möglichst hochkant, damit Luft von beiden Seiten drankommt. Ein bis zwei Stunden reichen oft schon. Wichtig: Die Matratze sollte trocken bleiben – bei Schnee oder Nebel lieber warten. Danach gut absaugen, um Milben und Kot zu entfernen, zurück ins Bettgestell, frische Bettwäsche drauf.
Auch Decken und Kissen profitieren von der Kältekur. Wer keinen Balkon hat, kann sie alternativ bei Frost weit geöffnet ans Fenster hängen.
Weitere Tipps gegen Milben im Bett
Regelmäßiges Waschen der Bettwäsche bei mindestens 60 Grad ist empfohlen – am besten alle ein bis zwei Wochen. Milbendichte Bezüge (Encasings) können zusätzlich helfen. Im Schlafzimmer gilt: kühl, trocken, gut gelüftet. Teppiche, schwere Vorhänge und offene Kleiderschränke sammeln Staub – weniger ist hier mehr.
Hausstaubmilben lassen sich nicht komplett verbannen – aber man kann ihnen das Leben schwer machen. Der Winter liefert dafür die besten Bedingungen. Das Lüften an der kalten Luft ersetzt natürlich nicht die Tiefenreinigung. Wer jetzt allerdings Matratzen und Bettzeug raus in die Kälte stellt, kann die Allergenbelastung trotzdem deutlich senken – und morgens wieder freier durchatmen.
Das Eis im Gefrierfach wächst still und heimlich. Erst ein dünner Belag, dann richtige Schollen. Irgendwann geht die Schublade kaum noch zu – und der Stromzähler läuft heiß. Die gute Nachricht: Bei den aktuell frostigen Temperaturen in Hamburg ist jetzt der ideale Zeitpunkt, um das Tiefkühlfach abzutauen. Draußen ist es kalt genug für das Gefriergut – drinnen sparen Sie bares Geld.
Vereisung des Tiefkühlfachs ist nicht nur nervig, sie ist teuer. Schon eine Eisschicht von etwa einem Zentimeter erhöht den Stromverbrauch eines Gefrierschranks um rund 10 bis 15 Prozent. Das liegt daran, dass das Gerät stärker arbeiten muss, um die Kälte im Fach durch das Eis hindurchzuhalten.
Wer das Tiefkühlfach abtaut, spart Strom
Verbraucht ein Gefriergerät etwa 200 Kilowattstunden Strom im Jahr, gehen durch Eis schnell 20 bis 30 Kilowattstunden zusätzlich drauf – völlig unnötig. Bei den aktuellen Strompreisen macht sich das spürbar auf der Rechnung bemerkbar. Regelmäßiges Abtauen lohnt sich also nicht nur fürs Gewissen, sondern auch fürs Portemonnaie. Ein bis zwei Mal im Jahr sollte das passieren.
Winterzeit ist Abtauzeit
Bei Minusgraden können Sie Tiefkühlkost kurzzeitig auf Balkon oder Terrasse zwischenlagern. Am besten in einer Kiste, Tasche oder Styroporbox, damit alles geschützt bleibt. Wichtig ist es dabei, die Lebensmittel vor Sonne zu schützen und nicht direkt auf den Boden zu stellen.
So tauen Sie das Tiefkühlfach richtig ab
Zuerst Gerät ausschalten und Stecker ziehen. Schubladen herausnehmen, Handtücher auslegen. Dann heißt es: Geduld statt Gewalt. Auch wenn es verlockend erscheinen mag: Messer, Schraubenzieher oder Kratzen können das Gerät beschädigen. Wer den Tauvorgang beschleunigen will, stellt eine Schüssel mit heißem (nicht kochendem) Wasser ins Fach und schließt die Tür – das Eis löst sich deutlich schneller.
Danach gründlich reinigen
Ist das Eis weg, Innenflächen mit warmem Wasser und etwas Spülmittel auswischen, trockenreiben – fertig. Anschließend Gerät wieder einschalten, kurz auf Temperatur kommen lassen, dann das Gefriergut zurückräumen.
So bleibt das Eis länger weg
Das Gefrierfach auf –18 Grad einstellen, Tür nicht unnötig lange offenlassen und keine warmen Speisen einfrieren. Wer das beachtet, muss deutlich seltener abtauen.
Wenn Sie schon dabei sind …
Frost draußen, Eis drinnen – das ist die perfekte Gelegenheit. Wer jetzt sein Tiefkühlfach abtaut, spart bis zu 15 Prozent Strom, schont das Gerät und nutzt die winterlichen Temperaturen sinnvoll aus. Ein kleiner Aufwand mit großem Effekt. Und wenn Sie schon dabei sind, säubern Sie auch gleich den Kühlschrank. Der ist nämlich alle vier Wochen dran.
Gianni Infantino will russischen Teams wieder die Teilnahme an internationalen Wettbewerben ermöglichen. „Oh, auf jeden Fall. Das müssen wir. Ja … zumindest auf Jugendebene. Dieses Verbot hat nichts gebracht“, antwortete der Präsident des Fußball-Weltverbands FIFA auf die Frage in einem Interview des britischen Senders Sky, ob die FIFA ihr Verbot aufheben sollte. „Es hat nur zu mehr Frustration und Hass geführt“, argumentierte Infantino.
Die FIFA und die Europäische Fußball-Union UEFA hatten russische Teams von allen internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Formal geschah dies jedoch nicht als Reaktion auf den militärischen Überfall auf die Ukraine, sondern aufgrund der Gefährdung der „Integrität des Wettbewerbs“, wie es in der fußball-politischen Sprache heißt.
Russland bestreitet trotz FIFA-Ausschluss Länderspiele
Russlands Männer-Nationalmannschaft bestreitet auch weiterhin Länderspiele abseits großer Turniere und wird in der offiziellen FIFA-Weltrangliste auf Platz 36 geführt. Das Gleiche gilt für die Frauen-Auswahl, die in der Weltrangliste 28. ist.
Auch UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hatte den Ausschluss russischer Jugendteams von offiziellen Wettbewerben mehrfach kritisch hinterfragt und Lockerungen angeregt. Der Slowene begründete dies damit, dass die junge russische Generation sonst international dauerhaft isoliert werde. (mp/dpa)
Der frühere US-Präsident Bill Clinton und seine Ehefrau, die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton, haben sich zu einer Aussage vor dem Kongressausschuss in der Affäre um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bereit erklärt. Das Ehepaar Clinton freue sich darauf, „einen Präzedenzfall zu schaffen, der für alle gilt“, erklärte der Sprecher des Ex-Präsidenten am Montag (Ortszeit) im Onlinedienst X.
Zuvor hatte das Ehepaar Clinton eine Aussage vor dem von den Republikanern dominierten Ausschuss verweigert. Die Anwälte des Paares argumentieren, beide hätten den Abgeordneten bereits „vorsorglich und freiwillig“ alle verfügbaren Informationen zur Verfügung gestellt.
Clintons Sprecher wiederholte, das Ehepaar habe „unter Eid gesagt, was sie wissen“, doch das sei den Abgeordneten „egal“. Die Clintons hätten „in gutem Glauben verhandelt, Sie nicht“, erklärte der Sprecher an die Mitglieder des Ausschusses gerichtet.
Epstein-Affäre: US-Präsident Trump versucht, Aufmerksamkeit von sich abzulenken
Die Zusage der Clintons erfolgte vor dem Hintergrund einer drohenden Anklage durch das US-Justizministerium gegen das Paar. Eine Abstimmung über eine entsprechende Empfehlung war im US-Repräsentantenhaus bereits in die Wege geleitet worden. Nach der Zusage des Ex-Präsidenten und seiner Ehefrau beschloss das verantwortliche Komitee der Unterkammer jedoch, die Abstimmung vorerst auszusetzen.
US-Präsident Donald Trump hatte Bill Clinton unterstellt, dieser habe deutlich mehr mit Epstein zu tun gehabt als er selbst. Trump veranlasste deshalb Ermittlungen gegen den früheren Präsidenten und weitere Demokraten-Politiker. Clintons Name tauchte wie der von Trump und die Namen zahlreicher weiterer Politiker und Prominenter in den bisher veröffentlichten Akten zur Epstein-Affäre auf. Ein persönliches Fehlverhalten konnte aber weder Clinton noch Trump nachgewiesen werden.
Epstein-Affäre belastet US-Präsident Trump seit Monaten
Der Fall Epstein belastet Trump seit Monaten. Dem bis in höchste Kreise vernetzten Finanzberater und Millionär Epstein wurde vorgeworfen, in der Vergangenheit mehr als tausend Mädchen und Frauen missbraucht und teils Prominenten zugeführt zu haben.
Der über Jahre mit Trump befreundete Epstein war bereits 2008 verurteilt worden, weil er die Dienste von minderjährigen Prostituierten in Anspruch genommen hatte. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft lautete die Strafe damals aber nur 18 Monate Gefängnis.
2019 wurde Epstein unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen. Rund einen Monat nach seiner Festnahme wurde er erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben nahm er sich das Leben. (dpa)
Der Winter lässt Hamburg und den Norden nicht los. Bei anhaltender Eiseskälte rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) ab Donnerstag erneut mit Schneefall – der regional auch kräftiger ausfallen kann.
Diese Woche bleibt es bitterkalt: In Hamburg steigen die Temperaturen am Montag nur auf minus sechs Grad, dazu weht ein teils starker Ostwind. Niederschläge sind zunächst kein Thema, dafür droht in den Nächten strenger Frost.
In der Nacht zum Mittwoch zieht von Südwesten her Schneefall auf, der am Mittwoch noch anhält. Die Temperaturen bleiben dabei unter null. Nach einer kurzen Beruhigung folgt der nächste Wintergruß: Am Donnerstag setzt erneut Schnee ein, der sich in der Nacht zum Freitag besonders im Norden und Nordosten zeitweise verstärkt.
Hamburg: Schneefall gegen Ende der Woche
In der Deutschlandübersicht heißt es dazu: „Am Donnerstag schneit es im Nordosten und Norden, regional auch recht kräftig. Der Winter bleibt uns dort also erhalten.“ Währenddessen zeigt sich der Südwesten bei Plusgraden teils sonnig.
Dieser Januar ist so kalt wie lange nicht. Unter dem Frost leiden auch die Asphaltdecken der Straßen. Schlaglöcher sind typische Winterschäden. Die CDU will wissen, wie der Senat damit umgeht.
Wegen der anhaltend frostigen Temperaturen warnt der ADAC vor Schlaglöchern auf norddeutschen Straßen. Auch der Hamburger Senat geht davon aus, dass es vermehrt zu Winterschäden kommt – kann aber keine Zahlen nennen, was den Umgang damit angeht, wie aus der Antwort auf eine Schriftliche Kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Philipp Heißner hervorgeht.
Auf die Frage, wie viele Schlaglöcher pro Jahr gemeldet und instand gesetzt werden, heißt es lediglich: „Eine Statistik im Sinne der Fragestellung wird nicht geführt.“
Hamburg: Verkehrsgefährdende Schäden werden vorrangig bearbeitet
Das Hamburger Straßennetz habe eine Gesamtlänge von über 4000 Kilometern. „Es liegt in der Natur der Sache, dass bei ungünstigen Witterungsverhältnissen und einer hohen Verkehrsbelastung auch Schäden vorkommen, die nicht unmittelbar nach ihrer Entstehung beseitigt werden können“, schreibt der Senat weiter.
Auch auf die Frage, wie lange es in Hamburg von der Meldung eines Schlaglochs bis zu dessen Reparatur braucht, verweist er auf die fehlende Statistik. Nur so viel: „Die Bearbeitungszeit variiert und ist abhängig von der Dringlichkeit des Schadens, der Lage, der Größe sowie der Verfügbarkeit von Fachfirmen und Einsatzkräften.“
Verkehrsgefährdende Schäden würden dabei in der Regel kurzfristig, „häufig innerhalb weniger Tage, gesichert und behoben“. Nicht verkehrsgefährdende Schäden „im Rahmen der laufenden Straßenunterhaltung nach Priorität“ abgearbeitet.
CDU-Verkehrsexperte kritisiert Senat: „Vage Zahlen und Ausreden“
Zudem verweist der Senat auf ein Programm, mit dem Deckschichten von Straßenzügen großflächig saniert werden sollen. „Hierfür wurden bereits für das Jahr 2026 8 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt.“ In den vergangenen Jahren habe man so den Sanierungsstau auf den Hauptverkehrsstraßen aufgelöst „und ein gutes Zustandsniveau erreicht“.
Vor allem auf nicht sanierten Streckenabschnitten entstünden aber im Winter mit „nass-kalter Witterung und der Beanspruchung aus vielen Frost-Tauwechseln immer wieder Schäden wie Schlaglöcher“, hieß es. „Dies stellt alle Beteiligten, insbesondere die örtlich zuständigen Straßenbaureviere immer wieder vor große Herausforderungen.“
Dem Verkehrsexperten der CDU-Bürgerschaftsfraktion ist das nicht genug: „Vage Zahlen und Ausreden“ ersetzten keine Bestandsaufnahme, sagte Philipp Heißner der dpa. „Der Senat behauptet ein ,gutes Zustandsniveau‘, während viele Hamburger täglich über Buckel- und Schlaglochpisten fahren.“ Verkehrssicherheit entstehe nicht durch vage Behauptungen, „sondern durch Straßen, die wirklich in Ordnung sind“, sagte er. (dpa)
Er tut der Mannschaft richtig gut. Das wiederholen nicht nur seine Mitspieler und sein Trainer fast gebetsmühlenartig, das kann auch jeder sehen, wenn der Kapitän des FC St. Pauli mit den Kiezkickern auf dem Rasen kämpft. Trotz anhaltender Probleme mit dem linken Fuß haut sich der Kapitän in jeden Zweikampf, beißt auf die Zähne und sorgt mit seinen Einwechslungen für einen Energieschub. Aber wann kann er wieder von Beginn an ran? Oder ist genau das die größte Gefahr?
Die Lage ist verdammt knifflig, wenn es um das richtige Maß an Belastung und damit Einsatzzeit von Irvine geht. Vor jedem Spiel muss die Situation neu bewertet werden. Wie viel geht beim Käpt’n? Was hält der linke Knöchel aus? Wann ist es genug – und ab wann zu viel? Am Zustand hat sich nichts geändert. Man könnte sagen: Das ist gut und schlecht zugleich.
Feiert Irvine in Leverkusen sein Startelf-Comeback?
„Ich bin täglich mit ihm im Austausch und wir reden da ganz offen“, berichtet Trainer Alexander Blessin auf Nachfrage. „Wir sind beide sehr, sehr überrascht, dass ihm auf der einen Seite die 20 bis 30 Minuten, die er gerade bringt, guttun, also das er seine Leistung dann auch bringt.“ Und deshalb „spricht eigentlich nichts“ gegen einen Einsatz von Beginn an, beispielsweise am Dienstag im DFB-Pokalspiel in Leverkusen (20.45Uhr/Liveticker bei mopo.de), so der Coach, bevor das große Aber kommt.
MOPO
Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt! Diese Woche u.a. mit diesen Themen:
Dubioser Psychologe: Berater der Blocks gerät in den Fokus
Doppelt dämlich!Suff-Eklat um HSV-Star Dompé
40-Millionen-Euro-Wette: Wie es mit dem Fernsehturm weitergehen soll
Große Rätselbeilage: Knobelspaß für jeden Tag
16 Seiten Sport: Debatte um WM-Boykott, HSV-„Rambo“ im Interview & St. Paulis neuer Stürmer
28 Seiten Plan 7: Das Festival „Fokus Tanz“, „Holiday On Ice“ mit Max Giesinger & Ausgeh-Tipps für jeden Tag
St. Pauli will nicht zu viel Risiko gehen und mit einer zu langen Spielzeit – im Falle eines Startelf-Comebacks von Irvine wären es mindestens 45 Minuten – eine Verschlimmerung der Probleme provozieren. Bislang hat der 32-Jährige seit dem Wiederaufbrechen seiner knöchernen Stressreaktion zu Jahresbeginn und einer Zwangspause drei Einsätze von rund 30 und zweimal 20 Minuten absolviert.
St. Pauli-Kapitän Irvine: „Ich will dem Team helfen“
„Ich mache alles dafür, verfügbar zu sein“, sagt Irvine zu seiner Herangehensweise. „Ich will dem Team helfen, das ist meine Rolle.“ Was die Möglichkeit eines Einsatzes von Beginn an und möglicherweise über die volle Spielzeit betrifft, hatte er sich zuletzt zurückhaltend geäußert: „Das muss man sehen. Ich war noch nie in einer solchen Situation. Wir kämpfen um alles.“
Es bleibt eine Gefühlssache. Der Körper, in den Irvine permanent hineinhorcht, ist sein wichtigster Ratgeber. „Es geht darum, wie stark die Schmerzen kommen, und wie wir dem Einhalt gebieten können“, erklärt Blessin den Prozess. „Wir gucken da immer wieder, von Spiel zu Spiel, stecken jeden Tag die Köpfe zusammen. Er hat da gerade ein gutes Gefühl, zwar immer noch Schmerzen, aber die Frage ist, kommen bei mehr Belastung, auch mehr Schmerzen? Das ist jetzt die Frage.“
St. Pauli-Trainer Blessin zwischen Prognose und Hoffnung
Die aktuelle Situation ist besser als nach dem Rückfall und Ausfall zu Jahresbeginn befürchtet, aber keine, die Irvine und St. Pauli glücklich macht, wie Blessin zugibt. „Mit dem Momentum sind wir gerade nicht zufrieden, aber wir können beide gut damit leben. Aber das heißt nicht, dass wir da nicht vielleicht mal wieder reingehen und sagen, dass er mal wieder von Anfang an zum Zug kommt“, betont der Coach.
Mehr Irvine wagen. Das ist das Ziel. Ein baldiger Einsatz des australischen Nationalspielers von Beginn an sei etwas, dass sich Blessin „sehr gut vorstellen kann“, wie er sagt und es klingt nach einer Mischung aus Prognose und Hoffnung. „Weil er einfach extrem wichtig für uns ist. Wie gesagt: Er ist der Kapitän und er geht voran. Das brauchen wir gerade.“
Der Block-Prozess geht weiter, am Dienstag soll erneut der mutmaßliche Kopf der Entführerbande, der Israeli David Barkay, befragt werden. Wird er Christina Block weiter belasten? Wir berichten wie immer in unserem Liveticker direkt aus dem Gerichtssaal: