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Weil er in einer ZDF-Doku die Vergabe des Bürgergelds in Bremen scharf kritisierte, ist ein Mitarbeiter des Jobcenters in der Hansestadt nun gekündigt worden. Der Mann will dagegen vorgehen.
Fred Göcken hatte in der ZDF-Reportage „Am Puls mit Sarah Tacke – System Bürgergeld: Leben ohne Leistung“ behauptet, 30 bis 40 Prozent aller Bürgergeldbescheide basierten auf falschen Angaben.
Jobcenter-Mitarbeiter in Bremen kritisiert Bürgergeld-Betrug
Außerdem bezeichnete der 60-Jährige in der 44-minütigen Dokumentation, die zentrale Aufgabe der Jobcenter als „Geldausgeben“. Würden die Mitarbeiter alle Bürgergeldempfänger erfolgreich in Arbeit vermitteln, „wäre ihre Tätigkeit überflüssig“.
Im „Weser Kurier“ wiederholte Göcken seine Vorwürfe. Als Beispiele für den von ihm angeprangerten Leistungsmissbrauch schilderte er Fälle von scheingetrennten Paaren, die offiziell in zwei Wohnungen leben. Dabei werde eine der Wohnungen gar nicht bewohnt, sondern untervermietet. So käme es zu zusätzlichen Einnahmen. Göcken spricht von einem „selbsterhaltenden System“ und fordert Reformen.
Die Stadt Bremen hatte prompt auf diese Behauptungen reagiert und Göcken am 28. Mai gekündigt. Im Kündigungsschreiben, das der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) vorliegt, erklärt die Stadt, das Interview sei nicht genehmigt worden. Der Arbeitgeber weist darauf hin, dass Kritik zwar auch Beschäftigten des öffentlichen Dienstes durchaus erlaubt sei, „solange sie sachlich und konstruktiv“ sei. Dies sei hier jedoch nicht der Fall gewesen. Zitat: „Das Vertrauensverhältnis ist damit zerstört.“
Stadt Bremen kündigt Mitarbeiter des Jobcenters wegen ZDF-Interview
Das Jobcenter Bremen wies die Behauptungen zurück. Die genannte Prozentzahl sei eine persönliche Einschätzung des Mitarbeiters, heißt es in einer Stellungnahme. Für die Darstellung gebe es keine belastbaren Daten und keine statistischen Auswertungen. Das Jobcenter wies darauf hin, dass die Angaben in Bürgergeld-Anträgen genau geprüft und bewertet werden. Verdachtsfälle würden umgehend angezeigt.
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Auch Bremens Sozialsenatorin Claudia Schilling (SPD) äußerte sich zu dem angeblichen Sozialleistungsmissbrauch. Dass 30 bis 40 Prozent der Empfänger und Empfängerinnen Leistungen missbräuchlich beziehen, entbehre jeder belastbaren Grundlage, so Schilling. Solche pauschalen Aussagen stellten Hunderttausende Menschen unter Generalverdacht. Göcken kündigte sowohl in der „FAZ“ als auch im „Weser Kurier“ an, juristisch gegen seine fristlose Entlassung vorgehen zu wollen. (ng)
Stadt feuert Jobcenter-Mitarbeiter nach kritischem Bürgergeld-Bericht wurde gefunden bei mopo.de


