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Neubaugebiete, Lückenbebauung und Aufstockungen: Hamburg baut neue Wohnungen, wo es nur geht. Eine weitere Möglichkeit wird von Genossenschaften und der SAGA immer häufiger genutzt: In der ganzen Stadt werden vermehrt alte Mietshäuser und ‑blocks abgerissen, um dann auf diesen Flächen neu und deutlich verdichteter zu bauen. Die MOPO zeigt, wo das bei der SAGA gerade passiert, was das für die Mieter und die zukünftigen Mietpreise bedeutet und welche Auswirkungen das auf die Nebenkosten haben kann.
Die SAGA hat in Horn (Culinstraße 8-12) soeben 51 öffentlich geförderte Wohnungen in einem Rotklinkerbau fertiggestellt. Auf dem Grundstück befanden sich zuvor 26 Wohnungen aus den 60er Jahren, die nicht barrierefrei waren und dringend energetisch hätten saniert werden müssen. „Wir konnten durch den Neubau die Anzahl der Wohnungen nahezu verdoppeln und die Wohnfläche sogar verdreifachen“, sagt SAGA-Sprecher Gunnar Gläser.
Zudem seien einige barrierefreie Wohnungen entstanden. Das hilft auch älteren Menschen, die so womöglich in ihrem Umfeld eine Wohnung finden und nicht umziehen müssen, wenn sie die Treppen nicht mehr steigen können.
SAGA reißt Mietshäuser aus den 60er Jahren ab
Nach Angaben der SAGA hat das sogenannte „Ersatzneubau-Programm“ mehrere Vorteile: Bei Abriss und Neubau entstehen mehr Wohnungen, es wird schonend mit dem Flächenverbrauch in der Stadt umgegangen, die Wohnqualität erhöht sich und der Energieverbrauch sinkt – was dem Geldbeutel der Mieter und auch der Umwelt zugute kommt.
Wann das städtische Wohnungsunternehmen lieber abreißt statt zu modernisieren? Das entscheidet sich nach einem internen Bewertungssystem. Faktoren sind dabei wirtschaftliche Aspekte, aber auch die Frage, ob sich auf einem Grundstück deutlich mehr Wohnraum schaffen lässt. Abgerissen wird nach Angaben der SAGA nur dann, wenn dadurch deutlich mehr Wohnungen entstehen. Allerdings ist der Abriss von Gebäuden unter Fachleuten durchaus umstritten, da dabei bestehende Bausubstanz verloren geht und durch Neubauten zusätzliche CO₂-Emissionen entstehen. SAGA-Sprecher Gläser verweist darauf, dass das Unternehmen bei seinen Berechnungen auch die sogenannte graue Energie berücksichtigt. Dabei werden die während Bau und Herstellung entstehenden CO₂-Emissionen erfasst.

Für die betroffenen Mieter in den Häusern ist der Abriss zunächst oft eine Schocknachricht. Bei der SAGA haben die Bewohner zwar immer ein Rückkehrrecht – allerdings müssen sie ja nun zunächst einmal aus- und umziehen. Und das meist für mehrere Jahre. Dabei können sie nicht unbedingt in ihrem gewohnten Umfeld bleiben. „Die betroffenen Mietparteien erhalten aber stets für sie passenden Ersatzwohnraum im Bestand der SAGA, umfassende Unterstützung sowie Kostenübernahme bei den notwendigen Umzügen“, versichert Gläser.
Mieter befürchten nach Rückkehr viel höhere Mietkosten
Bei vielen Mietern kommt die Sorge hinzu, dass sie sich die neu gebauten Wohnungen dann später gar nicht leisten können, weil die Mieten viel höher sind als ihre bisherigen. Da gibt Gläser zunächst einmal zu bedenken, dass die SAGA fast ausschließlich geförderte Wohnungen „mit dauerhaft sozial verträglichen Mieten“ baut.

Zudem verfügen die Neubauten über eine deutlich bessere Dämmung und modernere Heizsysteme als viele Gebäude aus den 1950er- und 1960er-Jahren. Dadurch fallen die Energiekosten in der Regel niedriger aus. Nach Angaben der SAGA können die geringeren Nebenkosten einen Teil höherer Nettokaltmieten ausgleichen. Für die Mieter bedeutet das zugleich mehr Wohnkomfort in einem Neubau.
Am Jahnkeweg (Bramfeld) entstehen gerade 99 Wohnungen im ersten Förderweg. Dafür wurden zwei Gebäude mit 36 Wohnungen abgerissen. Ein weiteres aktuelles Beispiel für Ersatzneubau ist auch das Bauvorhaben am Friedrich-Ebert-Damm in Wandsbek. Die SAGA hat dort Ende März mit dem Abbruch der ersten beiden von insgesamt vier Gebäuden begonnen. In zwei Bauabschnitten werden dort 236 öffentlich geförderte Wohnungen (1. Förderweg), zwei Gewerbeeinheiten und eine Tiefgarage mit 40 Stellplätzen entstehen.
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Beispiele für Ersatzneubau-Programme der vergangenen Jahre gibt es auch bereits: So sind laut SAGA rund 300 Neubauwohnungen an der Washingtonallee in Horn 2019 fertiggestellt worden. An der Denickestraße und am Thörlweg in Harburg sind 2018 mehr als 300 Wohnungen nach Abbruch von rund 170 nicht mehr zeitgemäßen Wohnungen in unmittelbarer Nähe zur TU Hamburg entstanden.
SAGA ersetzt alte Wohnblocks: Hier entstehen hunderte neue Wohnungen wurde gefunden bei mopo.de


