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125 Jahre Schauspielhaus: Was Sie schon immer wissen wollten

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Hamburg (dpa/lno) –

Seit 125 Jahren prägt das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg die Theaterlandschaft. Anbei einige Fakten zur größten deutschen Sprechbühne und ihrer wechselvollen Geschichte.

Was ist das Deutsche Schauspielhaus?

Das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg ist mit 1.200 Plätzen das größte Sprechtheater Deutschlands. Es wurde 1900 durch eine private Initiative von Hamburger Bürgern gegründet. Die Pläne stammen von dem Wiener Architekturbüro Fellner und Helmer, die das neobarocke Gebäude nach dem Vorbild des Wiener Volkstheaters gestalteten. Am 15. September 1900 wurde das Theater mit einer Aufführung von «Iphigenie auf Tauris» feierlich eröffnet.

Welche Intendantinnen und Intendanten prägten das Haus?

Zu besonderem Ruhm gelangte das Deutsche Schauspielhaus, als 1955 bis 1963 Gustaf Gründgens das Haus leitete. Seine «Faust»-Inszenierungen mit ihm und Will Quadflieg in den Titelrollen gingen als «Hamburger Faust» in die Geschichte ein und machten das Haus durch zahlreiche Gastspiele weit über Deutschland hinaus bekannt. Die Intendanz von Egon Monk endete 1968 nach nur 74 Tagen und ging als die kürzeste in die Geschichte ein.

Zu den bekanntesten Intendanten der vergangenen Jahrzehnte zählte Peter Zadek (1985-1989), der das Publikum mit seiner Maxime provozierte, «Ereignis-Theater» und kein «Erklär-Theater» machen zu wollen. Unter der Leitung von Frank Baumbauer (1993-2000) spielte das Theater viele Gegenwartsautoren und wurde dank eines erstklassigen Ensembles wieder zu einer der wichtigen deutschen Bühnen – viermal wurde das Schauspielhaus unter Baumbauer von den Kritikern der Fachzeitschrift «Theater heute» zum «Theater des Jahres» gewählt.

Seit der Saison 2013/14 leitet mit Karin Beier erstmals eine Frau das größte deutsche Sprechtheater. Unter ihrer Leitung hat das Schauspielhaus eine erfolgreiche Entwicklung genommen, was sowohl die künstlerischen Positionen als auch den Erfolg beim Publikum betrifft. 2024 wurde das Haus zum «Theater des Jahres» gewählt, besonders viel Lob von den Kritikern erhielt der fünfteilige Antiken-Zyklus «Anthropolis» von Intendantin Beier.

Wie oft wurde das Schauspielhaus «Theater des Jahres»?

Insgesamt wurde das Deutsche Schauspielhaus von den Kritikern der Fachzeitschrift «Theater heute» sechsmal zum «Theater des Jahres» gewählt. Viermal unter der Intendanz von Frank Baumbauer (1994, 1996, 1997 und 2000), einmal unter der Intendanz von Tom Stromberg (2005) und zuletzt unter der Intendanz von Karin Beier (2024).

Welche Schauspielerinnen und Schauspieler prägten das Haus?

Zu den berühmtesten Schauspielern des Deutschen Schauspielhauses in der Nachkriegszeit zählen Gustaf Gründgens, u.a. in der Rolle des Mephisto und Will Quadflieg in der Rolle des Faust. Unter Peter Zadek spielten namhafte Größen wie Susanne Lothar, Gert Voss, Jutta Hoffmann, Ulrich Wildgruber, Hermann Lause, Ilse Ritter, Eva Mattes oder Ulrich Tukur am Haus.

Auch danach ist immer wieder das Who’s Who der deutschen Schauspielerinnen und Schauspieler zu erleben, darunter Joachim Meyerhoff, Edgar Selge oder Alexander Scheer. Aktuell stehen unter anderem Lina Beckmann, Charly Hübner, Michael Wittenborn, Julia Wieninger, Carlo Ljubek, Ernst Stötzner, Angelika Richter, Lilith Stangenberg oder Devid Striesow am Deutschen Schauspielhaus auf der Bühne.

Welche Regisseure und Regisseurinnen prägten das Haus?

Zu den berühmtesten, aber auch umstrittensten Regisseuren des Schauspielhauses, zählt sicherlich Gustaf Gründgens. Unter der Intendanz von Frank Baumbauer inszenierten Regisseure wie Christoph Marthaler, Frank Castorf, Johann Kresnik, Wilfried Minks, Jossi Wieler, Matthias Hartmann, Stefan Bachmann und Karin Beier regelmäßig am Haus, an dem Stücke von Elfriede Jelinek und Rainald Goetz ihre Uraufführung erlebten.

Unter der Intendanz von Tom Stromberg lockten Regisseure wie Jan Bosse, René Pollesch, Stefan Pucher und Ingrid Lausund mit originellen Inszenierungen von Klassikern wie «Faust» (mit Edgar Selge als Faust und Joachim Meyerhoff als Mephisto) und «Othello» (mit Alexander Scheer) ein junges Publikum an.

Sein Nachfolger Friedrich Schirmer engagierte Regisseure wie Martin Kušej, Jürgen Gosch, Sebastian Nübling oder Volker Lösch. Neben Intendantin Karin Beier inszenieren heute einige der einflussreichsten Theaterregisseure: Katie Mitchell, Christoph Marthaler, Karin Henkel oder Frank Castorf.

Welche Theaterskandale sorgten für Aufsehen?

Einer der größten Theaterskandale in der Geschichte des Schauspielhauses ereignete sich 1929. Nationalsozialistische Kreise sprengten Ferdinand Bruckners sozialkritisches Stück «Die Verbrecher». Als die Störungen anhielten, wurde das Stück nach nur elf Vorstellungen aus dem Programm genommen. Später wird das Haus «gesäubert», jüdische Künstler werden verdrängt. 1935 sorgt Jürgen Fehlings «Don Karlos» dennoch für einen Moment des Aufbruchs – Posas Ruf nach Gedankenfreiheit löst Szenenapplaus aus.

Für den größten Hamburger Theaterskandal der Nachkriegszeit sorgte Peter Zadek mit seiner Inszenierung von Shakespeares «Othello», mit Ulrich Wildgruber in der Titelrolle und Eva Mattes als Desdemona. Wildgruber hechelte als Othello schwitzend und rasend vor Eifersucht über die Bühne, seine pechschwarze Bemalung färbte auf alles ab, was er berührte, die erwürgte Desdemona hängte er nackt über eine Wäscheleine. «Das ist nicht unser Shakespeare», empörte sich das Hamburger Publikum.

© dpa-infocom, dpa:251121-930-320494/1

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Musical «Tarzan» mit Alexander Klaws – Comeback umjubelt

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Hamburg (dpa/lno) –

Comeback nach 17 Jahren: Das Disney-Musical «Tarzan» ist wieder in Hamburg zu sehen. Das Ensemble durfte am ersten Abend der Neuinszenierung minutenlangen Beifall genießen. Besonders viel Applaus gab es im Stage-Theater Neue Flora für Alexander Klaws als Tarzan und Abla Alaoui als Jane. 

Das Musical mit Musik aus der Feder von Phil Collins war erstmals 2008 in der Hansestadt aufgeführt worden. Das bekannteste Lied aus dem Bühnenwerk ist «You’ll be in my heart». Die Hauptrolle des Tarzan übernimmt vor allem Philipp Büttner («Hercules»). Bei einigen weiteren Vorstellungen bis April schlüpft allerdings Alexander Klaws als Stargast in den knappen Lendenschurz.

Für Klaws (42) ist diese Rolle ein Nachhausekommen in vielerlei Hinsicht. Zum einen hatte er den Part des im Dschungel aufgewachsenen Waisenkindes bereits 2010 bis 2013 in Hamburg, 2016 in Oberhausen sowie 2025 in Stuttgart übernommen. 

Zum anderen hat er dank des Musicals 2010 seine Frau Nadja Scheiwiller kennengelernt, die damals die Jane an seiner Seite gespielt hatte. Klaws sagte jüngst, für ihn sei „Tarzan“ eigentlich der Anfang der Familiengeschichte Klaws. «15 Jahre später komme ich zurück als „Tarzan“. Meine Frau und ich – wir haben drei tolle gesunde Söhne und „Tarzan“ war der Anfang von allem. Es wird immer mehr als eine Show sein.»

In «Tarzan» geht es um einen Waisenjungen, der im Dschungel allein unter Affen aufwächst und eines Tages auf Menschen trifft. Darunter ist auch Jane, in die er sich verliebt. Diese Liebe stellt ihn bald vor eine schwierige Entscheidung.

«Tarzan» soll bis Ende August im Stage-Theater Neue Flora gespielt werden. Die Premiere der Neuinszenierung haben auch zahlreiche Prominente verfolgt und sich zuvor auf dem roten Teppich gezeigt – unter ihnen waren Sänger Michael Schulte, Moderator und Autor Tobias Schlegl und Reality-TV-Sternchen Evelyn Burdecki.

© dpa-infocom, dpa:251120-930-319971/1

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