Vorschau ansehen
Es ist ein seltenes Naturschauspiel, das sich derzeit auf der Elbe bei Hamburg abspielt. Dicke Eisschollen stapeln sich in Lauenburg und Geesthacht am Ufer und sorgen für eine märchenhafte Winterlandschaft, wie sie der Norden in den vergangenen Jahren nur selten erlebt hat. Doch das hat auch unerwünschte Folgen: Im Hamburger Hafen kommt es zu Einschränkungen im Fährverkehr.
Der Grund dafür: Der Dauerfrost der vergangenen Tage und Wochen hat das Wasser der Elbe gefrieren lassen. Eisbrechern versuchen, Fahrrinnen für die Schifffahrt auf der Elbe freizuhalten, zuletzt wenig erfolgreich. Das gebrochene Eis wiederum lagert sich am Ufer ab und türmt sich mittlerweile geradezu auf.
Das sorgt vor dem Hintergrund der historischen Lauenburger Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und dem Turm der denkmalgeschützten Maria-Magdalenen-Kirche mittlerweile für einen atemberaubenden Anblick, den Schaulustige insbesondere vom gegenüberliegenden Elbufer bei Hohnstorf genießen.
Eis auf der Elbe bereitet Fähren im Hamburger Hafen Probleme
Auch in Geesthacht, wo am Stauwehr in den vergangenen Wochen ein regelrechter „Eisbergtourismus“ zu beobachten war, stapelt sich das Eis teilweise meterhoch und sorgt für winterliche Fotomotive.
Doch des einen Freud ist des anderen Leid: Das Eis auf der Elbe behindert den Fährverkehr im Hamburger Hafen. Wegen der aufgestauten Eisschollen vor der Schleuse und dem Sperrwerk in Geesthacht kommt in Hamburg weniger Wasser an. „Das Eis verstopft da quasi alles“, sagte der Schiffsführer der Hadag-Fähre „Reeperbahn“, Fabian Klähn.
Das könnte Sie auch interessieren: Eiseskälte – und dann ist auch noch „kräftiger“ Schneefall angekündigt
Das Wasser im Hafen sei ungefähr zwei Meter niedriger als üblich. „Dadurch können wir bei Niedrigwasser einige Anleger nicht bedienen“, sagte Klähn. Als Beispiele nannte er die Anleger Steinwerder auf der südlichen Elbseite und die Ernst-August-Schleuse im Hafen.
Hafenfähren: Maschinen beim Anlegen gefordert
Auch das Anlegen sei schwierig, wenn die Strömung das Eis zwischen Ponton und Schiff drücke. Um die Schollen wegzuschieben, müsse die Fähre dann mehrfach vor- und zurücksetzen, erklärte der Schiffsführer. Die Folge seien Verspätungen. Es könne auch passieren, dass man selbst mit der ganzen Maschinenleistung nicht anlegen könne.
Bei Eisgang im Hamburger Hafen: „Es vibriert alles“
Während der Fahrt stoßen die Eisschollen gegen das Schiff, was nach den Worten des Kapitäns aber keine Probleme bereitet: „Wir kommen noch gut durch, wir sind nicht auf Eisbrecher angewiesen, zum Glück.“
Klähn fügte jedoch hinzu: „Es vibriert alles mehr, du kriegst es mehr mit, dass du gefühlt die ganze Zeit irgendwo gegenfährst.“ Der Fähre bereite das jedoch keine Probleme. Allerdings müssten die Schiffe nach der Eisperiode neu lackiert werden. (dpa/mp)
Seltenes Naturschauspiel auf der Elbe hat böse Folgen für Hamburger Hafen wurde gefunden bei mopo.de



