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Ärzt:innen fordern Reformen für einen besseren Zugang zu medizinischen Innovationen
Hamburg (ots) – Eine Onlineumfrage unter 267 Ärzt:innen aus verschiedenen Fachrichtungen in Deutschland zeigt, dass medizinische Innovationen für die Mehrheit von zentraler Bedeutung im Therapiealltag sind. Dennoch kommt es nicht zu einer flächendeckenden Verfügbarkeit bei Patient:innen.
Bedeutung medizinischer Innovationen
99 Prozent der Befragten halten medizinische Innovationen für (sehr) wichtig in ihrer täglichen Praxis. Besonders hervorgehoben wird der Bedarf an neuen Therapieansätzen bei therapieresistenten Erkrankungen (78 Prozent), unzureichender Wirksamkeit bei bestimmten Patient:innengruppen (75 Prozent) und seltenen Erkrankungen ohne Behandlungsoptionen (59 Prozent). Drei Viertel der Ärzt:innen berichten regelmäßig von Patienten, die von innovativen Therapien profitieren.
Internationale Diskrepanzen
74 Prozent der Ärzt:innen empfinden die Verfügbarkeit innovativer Arzneimittel zwischen Deutschland und den USA als problematisch. Seit 2015 wurden in den USA 19 Arzneimittel mit „Breakthrough Therapy“-Status für schwere Erkrankungen zugelassen, die bislang in Europa fehlen. 76 Prozent betrachten die aktuelle gesundheitspolitische Entwicklung in den USA kritisch und befürchten negative Auswirkungen auf die Verfügbarkeit innovativer Arzneimittel in Deutschland. 80 Prozent fordern höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
„Die Umfrage belegt erneut die zentrale Bedeutung von medizinischer Innovation für die Patient:innenversorgung. Um Innovation zu fördern und Zugang für Patient:innen zu sichern, ist klar: Nur durch gemeinsames Handeln können wir es schaffen, dass neue Therapien schneller in der Versorgung ankommen und Deutschland im internationalen Vergleich nicht weiter zurückfällt“ – Alexandra Bishop, Geschäftsführerin AstraZeneca Deutschland
Reformbedarf und Bewertungskriterien
Fast 90 Prozent der Ärzt:innen sprechen sich für eine Reform des AMNOG-Systems aus, um die Bewertung neuer Arzneimittel an aktuelle wissenschaftliche Standards anzupassen. 85 Prozent fordern, dass neben der Lebensqualität weitere relevante Endpunkte, wie therapiefreie Zeit, stärker berücksichtigt werden. 99 Prozent halten die Verfügbarkeit verschiedener Therapieoptionen für essentiell. 96 Prozent der Befragten betrachten Kriterien wie Wirksamkeit, Verträglichkeit und Lebensqualität als die wichtigsten Faktoren bei der Bewertung neuer Therapien.
„Innovation endet nicht an der Labortür. Ein modernes AMNOG muss den tatsächlichen Nutzen für Patient:innen genauso ernst nehmen wie klassische Studiendaten“ – Dr. Niko Andre, Head of Oncology AstraZeneca Deutschland
Schlussfolgerung
Die Umfrage verdeutlicht die wesentliche Rolle medizinischer Innovationen für die Patientenversorgung. Um die Innovationslandschaft in Deutschland zu verbessern, sind zeitgemäße Rahmenbedingungen und Bewertungsverfahren notwendig, die patient:innenzentrierte Kriterien stärker berücksichtigen und höhere Investitionen in die Anerkennung des Wertes medizinischer Innovationen vorsehen.
Bildunterschrift: Foto von Moritz Kindler auf Unsplash
Original-Content: news aktuell
Der Artikel Ärzt:innen fordern höhere Investitionen und Reformen für besseren Zugang zu Innovationen erschien zuerst auf Nordische Post

