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40-Jähriger aus Wildeshausen wegen Überfalls in Glandorf ermittelt

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Osnabrück (ots) – Ermittler haben eine DNA-Spur aus dem Raubüberfall auf einen Verbrauchermarkt in Glandorf vom 20. Februar 2024 mit einem 40-jährigen Mann aus Wildeshausen abgeglichen; gegen ihn wird nun wegen versuchten schweren Raubes ermittelt.

Am Tattag waren kurz vor Ladenschluss zwei Männer im Markt und forderten vom Filialleiter das Bargeld. Einer der Täter bedrohte den Mitarbeiter mit einer Schusswaffe, es kam zu einem Gerangel, verletzt wurde niemand. Vor dem Discounter wartete ein dritter Mann in einem Pkw, dem Trio gelang die Flucht. Zurück blieb ein Einmalhandschuh.

Aus dem Handschuh konnte männliche DNA gewonnen werden, die zunächst in bundesweiten Datenbanken keinen Treffer ergab. Im Januar 2025 meldeten Ermittler einen Spur‑Spur‑Treffer zu einem gewalttätigen Übergriff im September 2003 in Colnrade, bei dem der Täter Kabelbinder zurückließ. Zunächst ließ sich daraus kein Tatverdacht gegen eine Person ableiten.

Im Dezember 2025 ergab ein weiterer Treffer einen Zusammenhang mit einem Einbruch 2023 in einer Spielothek in Wildeshausen, wo DNA aus einer Zigarettenkippe stammte. Weitere Ermittlungen zeigten, dass einer der drei Tatverdächtigen aus dem Spielothek‑Fall 2023 2003 gegenüber der damals 84‑jährigen Überfall‑Opfer in Colnrade wohnte. Daraufhin erwirkte die Staatsanwaltschaft einen Beschluss, und im Mai 2026 entnahm die Polizei Bremen dem 40‑Jährigen eine Speichelprobe.

Ein Gutachten des Landeskriminalamts ergab schließlich, dass die DNA aus der Speichelprobe mit der DNA aus dem in Glandorf zurückgelassenen Einmalhandschuh übereinstimmt. Die Ermittlungen richten sich jetzt auch auf die Suche nach den beiden Mittätern aus Glandorf.

Bildunterschrift: Foto von (Augustin-Foto) Jonas Augustin auf Unsplash

Original-Content: Polizeiinspektion Osnabrück, übermittelt durch news aktuell

Der Artikel 40-Jähriger aus Wildeshausen wegen Überfalls in Glandorf ermittelt erschien zuerst auf Nordische Post

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Geheimdienst-Missbrauch in Tschechien: EU-Wahlmanipulator muss gehen

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Der langjährige Direktor des tschechischen Inlandsgeheimdienstes BIS, Michal Koudelka, scheidet aus dem Amt. Nach Jahren anhaltender Kontroversen zieht die neue Regierung unter Premierminister Andrej Babiš einen personellen Schlussstrich. In Tschechien wird Koudelka vorgeworfen, den Geheimdienst zunehmend politisiert und Informationen gezielt zur Beeinflussung der öffentlichen Debatte eingesetzt zu haben. Die Auswirkungen reichten über Tschechien hinaus bis in den Europawahlkampf 2024.

Besonders große internationale Aufmerksamkeit erlangte die sogenannte „Voice of Europe“-Affäre. Wenige Wochen vor der Europawahl 2024 gelangten über den BIS Vorwürfe an die Öffentlichkeit, mehrere europäische Politiker hätten mit Russland kooperiert oder Zahlungen aus Moskau erhalten.

In Tschechien richteten sich die Anschuldigungen unter anderem gegen den früheren Staatspräsidenten Václav Klaus sowie den ehemaligen Außenminister und Leiter der Diplomatischen Akademie Cyril Svoboda. Trotz der öffentlichen Vorwürfe kam es dort zu keinem Ermittlungsverfahren. Die Behauptungen waren nie durch belastbare Beweise gestützt.

In Deutschland führten die Informationen dagegen unmittelbar zu Ermittlungen gegen den AfD-Europakandidaten Petr Bystron. Während des Wahlkampfs wurden sein Bundestagsbüro und mehrere Wohnungen durchsucht. Zwei Jahre später und nach insgesamt 29 Hausdurchsuchungen wurden weiterhin keine Belege für die behaupteten russischen Geldzahlungen gefunden.

Der politische Effekt blieb dennoch bestehen. Die niederländische Partei Forum voor Democratie verfehlte den Wiedereinzug, auch Kandidaten wie Matteo Gazzini in Italien und Thierry Mariani in Frankreich gerieten unter Druck. Die damalige ID-Fraktion erreichte schließlich 58 statt der zuvor prognostizierten 85 Sitze.

Vorwürfe gegen den BIS

Seit Längerem wird dem BIS vorgeworfen, sich unter Koudelkas Leitung von seinem eigentlichen gesetzlichen Auftrag entfernt zu haben. Der Dienst soll Informationen gezielt an ausgewählte Medien weitergegeben und damit politische Debatten beeinflusst haben, anstatt sich auf die Beratung der zuständigen staatlichen Stellen zu beschränken.

Der Geheimdienstexperte Jan Schneider bezeichnet den BIS deshalb als „Propagandavehikel“. Der frühere Präsident Miloš Zeman warf Koudelka mehrfach vor, eher den Interessen Washingtons als jenen der Tschechischen Republik zu dienen, und bezeichnete ihn als „Handlanger Washingtons“.

Während der Amtszeit Koudelkas entwickelte sich der Dienst zunehmend zu einem eigenständigen Machtzentrum. Im politischen Umfeld der Regierungen Biden in den USA und Fiala in Tschechien seien Desinformationskampagnen und sogenannte Lawfare-Verfahren begünstigt worden. Mit dem Regierungswechsel solle der Geheimdienst wieder stärker auf seinen gesetzlichen Auftrag ausgerichtet werden.

Weitere umstrittene Fälle

Schneider verweist außerdem auf weitere Vorgänge, die nach seiner Einschätzung Zweifel an der Arbeit des BIS aufkommen ließen. So sei die Beweisführung im Zusammenhang mit der Explosion des Munitionslagers in Vrbětice „löchriger als ein Emmentaler“ gewesen.

Auch die sogenannte Rizin-Affäre zählt zu den umstrittenen Fällen. 2020 warnte der BIS vor einem angeblichen Anschlagsplan mit dem Giftstoff Rizin. Später stellte sich heraus, dass ein solcher Plan nicht existierte.

Forderung nach Reformen

Vor diesem Hintergrund fordert Schneider eine vollständige „Dekoudelkisierung“ des Geheimdienstes. Auch Ex-Präsident Miloš Zeman hatte Koudelka über Jahre scharf kritisiert.

Für Diskussionen sorgte zudem die Verleihung der George-Tenet-Medaille im Jahr 2019, der höchsten Auszeichnung der CIA für ausländische Partnerdienste. Kritiker werteten dies als Ausdruck der engen Beziehungen zwischen Koudelka und den US-Geheimdiensten.

Mit dem Regierungswechsel soll der BIS künftig wieder auf seine klassische Aufgabe als Nachrichtendienst beschränkt werden. Außerdem entzog das Kabinett Babiš Koudelka den Einfluss auf die Auswahl seines Nachfolgers.

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