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Medikamententransporter verunglückt – Fahrer schwer verletzt

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Bookholzberg (dpa/lni) –

Im Landkreis Oldenburg ist der Fahrer eines Medikamententransporters auf der B212 von der Fahrbahn abgekommen und schwer verletzt worden. Der Transporter und der 28 Jahre alte Fahrer wurden am frühen Samstagmorgen in der Nähe von Bookholzberg von einem weiteren Verkehrsteilnehmer entdeckt, wie ein Sprecher der Polizei mitteilt.

Die Fahrertür des Transporters habe nicht geöffnet werden können, weshalb die Feuerwehr den Fahrer aus dem Fahrzeug befreien musste. Dieser sei mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus in Oldenburg gebracht worden. Bisher sei noch unklar, wie es zu dem Unfall kam.

© dpa-infocom, dpa:260606-930-181518/1

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Sorgenkind „Zeitenwende“: Die Rüstung wird zum Prüfstein der Erneuerungsfähigkeit

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Berlin. Die vielbeschworene „Zeitenwende“ sollte Deutschland und die Bundeswehr eigentlich sicherheitspolitisch neu aufstellen. Doch vier Jahre nach der Bundestagsrede von Olaf Scholz und nach der […]

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Wie zwei Seniorinnen Hann. Münden ein Stück sauberer machten

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Hann. Münden (dpa/lni) –

Das Panorama der historischen Altstadt, die rauschende Werra – und zahlreiche Zigarettenstummel prägten bisher das Bild an der alten Werrabrücke im südniedersächsischen Hann. Münden. Zwei Seniorinnen hatten genug von den Kippenresten und stellten nach eigenen Angaben in einer «Nacht- und Nebelaktion» zahlreiche Eimer auf. Inzwischen wurden sie durch Aschenbecher ersetzt, auf die andere Städte ein Auge werfen. Was hat es damit auf sich?

«Einmal im Jahr gibt es in Hann. Münden eine Putzaktion in der Stadt. Doch nach einer Woche ist meist alles wieder wie vorher», erinnerte sich Cornelia Schulze, eine der beiden Initiatorinnen. Das sollte im Frühjahr 2025 nicht passieren: «Wir haben deshalb einfach ohne zu fragen mit Sand gefüllte Eimer in der Stadt aufgestellt.» Darauf geklebt war ein laminierter Zettel mit der Aufschrift «Steck‘ die Kippe in den Sand.»

Nachfrage statt Rüffel

Die Reaktion sei sehr positiv gewesen: «Wir haben keinen Rüffel von der Stadt bekommen. Stattdessen haben Kaufleute nach den Eimern gefragt, um sie vor ihre Läden stellen zu können», sagte Schulze. Gut ein Jahr lang leerten sie und Heike Tauer-Schneider die Behälter selbst. Allein im rund 100 Meter langen Brückenbereich sammelten sie dabei etwa 60 Zigarettenstummel pro Tag. Eine Dauerlösung waren die Eimer aber nicht – dafür waren sie schlicht nicht schick genug.

Seit Pfingsten hängen auf der Brücke und im angrenzenden Uferbereich kleine Edelstahl-Aschenbecher. Wie ihre Vorgänger sind sie mit Sand gefüllt, auch der Spruch «Steck‘ die Kippe in den Sand» ist geblieben, zudem gab es einen Regenschutz und sie werden nun von der Stadt gereinigt. Äußerlich ähneln die Behälter zwar vielen öffentlichen Aschenbechern. Was macht das Hann. Mündener Modell also besonders?

«Sie sind so bequem wie möglich», erklärte Schulze. Es gebe kein enges Gitter zum Ausdrücken der Kippe und stattdessen eine große Öffnung, um die Zigarette loszuwerden, ohne sich die Finger schmutzig zu machen. Zudem betrage der Abstand zwischen den Edelstahlbehältern nur wenige Meter, sodass möglichst immer einer in Reichweite sei.

Edelstahleimer aus Preisgeld finanziert

Bürgermeister Tobias Dannenberg (CDU) freut’s: «Wir haben seit vier Jahren das Ziel, die Sauberkeit in der Stadt voranzutreiben.» So sei etwa ein Saugfahrzeug angeschafft worden, mit dem bei Bedarf nun auch die neuen Kippen-Behälter gereinigt werden können, die in Zusammenarbeit mit den Göttinger Werkstätten entstanden sind. 

Das Problem der fehlenden Aschenbecher im Bereich der Brücke hatte die Stadt bisher nicht gelöst – jetzt kam es frei Haus. Die Kosten für die neuen Behälter, 149 Euro das Stück, haben die beiden Seniorinnen aus ihrem Preisgeld für den Gewinn des NDR-Ehrenamtspreises für ihr Eimer-Projekt bezahlt. 

20 Stück sollen zunächst in Hann. Münden aufgestellt werden. Andernorts werden es bald womöglich noch mehr. Anna-Lena Wiegräfe von der Wirtschaftsförderung weiß: «Es gibt bereits Anfragen aus mehreren anderen Kommunen.»

© dpa-infocom, dpa:260606-930-181425/1

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Springer Altstadt: Debatte um neue Straßenlaternen – Insektenschutz oder Optik?

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Vorschau ansehen Insektenschutz ist ein wichtiges Thema – aber sollte es das Hauptkriterium bei der Auswahl von Straßenlaternen sein? Oder sollte speziell in der Springer Altstadt auch die Optik eine Rolle spielen? Darüber diskutierte jetzt der Bauausschuss – und will mit dem Ortsrat über dessen Entscheidung noch einmal ins Gespräch gehen.

Müllsack statt Licht: Diese Laterne am Niederntor muss ausgetauscht werden, das Modell wird aber nicht mehr hergestellt.

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Marcel Rapp und St. Pauli: Der stille Taktiker und der laute Kiez-Klub – passt das?

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Vorschau ansehen Viereinhalb Jahre lang war Marcel Rapp das Gesicht von Holstein Kiel, nun soll der 47-Jährige den FC St. Pauli wieder auf Kurs bringen. Doch passt der stets besonnene Rapp zum meinungsstarken Hamburger Club?

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Neuer Verein will Bergedorfer Wahrzeichen kaufen – für einen Euro

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Vorschau ansehen Gespräche mit der Kirche als Eigentümer des Denkmals sind weit fortgeschritten. Was in der fast 400 Jahre alten Immobilie geplant ist.

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Hamburg hat bundesweit höchsten Wert an Organspendern

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Hamburg (dpa/lno) –

In Hamburg leben im Bundesvergleich prozentual die meisten Organspenderinnen und Organspender. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor, die die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) aus Anlass des Tags der Organspende am 6. Juni herausgegeben hat. 

Demnach kommen in der Hansestadt rechnerisch 35,0 Organspender auf eine Million Einwohnerinnen und Einwohner. Der bundesdeutsche Durchschnitt liegt bei 13,1 Organspendern auf eine Million. Mecklenburg-Vorpommern liegt bei einem Wert von 18,5, Schleswig-Holstein bei 17,2. 

Die Zahl der in Hamburg von Januar bis Ende Mai transplantierten Organe lag nach den Zahlen der DSO bei 105, das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als es 86 Transplantationen waren, 2024 lag die Zahl Ende Mai bei 50.

Zahl der gespendeten Organe leicht gestiegen

Die Zahl der in Hamburg bis Ende Mai gespendeten und entnommenen Organe, die bundesweit oder im Ausland transplantiert wurden, stieg leicht auf 66, im Vorjahreszeitraum waren es 62, 2024 waren es 44. Insgesamt zählt Hamburg jetzt 27 Organspender, 2025 waren es 17 und 2024 nur 14 Organspender. 158 Menschen in Hamburg warten derzeit auf eine Organspende, 159 Organe werden benötigt, davon 150 Nieren.

Bundesweit ist die Zahl der Organspender von Januar bis Ende Mai um 6,1 Prozent auf 452 gestiegen, 2024 waren es zu diesem Zeitpunkt 426, 2024 waren es 382. Die Anzahl der gespendeten Organe liegt bei 1.405, ein Plus von 12,1 Prozent gegenüber 2025 (1253). 2024 waren es Ende Mai 1.140. Auch die Zahl der transplantierten Organe stieg bundesweit um 8,3 Prozent auf 1.464, vor einem Jahr waren es 1.352, vor zwei Jahren 1.231 Organe.

Der bundesweite Tag der Organspende findet unter dem Motto «Zeit, Zeichen zu setzen» statt. Mit zahlreichen Aktionen beteiligen sich Institutionen des Gesundheitswesens, um über das Thema aufzuklären und alle, die noch keinen Organspendeausweis besitzen, zu einer persönlichen Entscheidung zu motivieren.

Sozialsenatorin für Widerspruchslösung

«Ich setze mich für die Widerspruchslösung ein», sagt Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD). Viele Menschen in Deutschland würden Organspenden befürworten, hielten ihre Entscheidung aber nicht verbindlich fest. In einer ohnehin schweren Situation müssten dann die Angehörigen eine Entscheidung treffen – und diese falle häufig gegen eine Spende aus, obwohl der oder die Verstorbene es vielleicht anders gewollt hätte. «Lassen Sie uns den Tag nutzen, um über das Thema ins Gespräch zu kommen», erklärte die Senatorin. 

Im Bundestag wird erneut die Einführung einer Widerspruchsregelung diskutiert, nach der alle Bürgerinnen und Bürger als Organspenderinnen und Organspender gelten, sofern kein Widerspruch vorliegt. Die zentrale bundesweite Veranstaltung zum Tag der Organspende findet am 6. und 7. Juni 2026 in Leipzig statt.

© dpa-infocom, dpa:260606-930-181358/1

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Zahl der Organspenden in Schleswig-Holstein gestiegen

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Kiel (dpa/lno) –

In Schleswig-Holstein ist die Zahl der gespendeten Organe leicht gestiegen. Das geht aus aktuellen Zahlen hervor, die die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) herausgegeben hat. Anlass ist der Tag der Organspende am 6. Juni.

Demnach sind von Januar bis Ende Mai dieses Jahres 47 Organe in Schleswig-Holstein entnommen und später bundesweit oder im Ausland transplantiert worden. 2025 waren es im gleichen Zeitraum 34 Organe, 2024 von Januar bis Ende Mai 23. 

Auch die Zahl der in Schleswig-Holstein transplantierten Organe ist von Januar bis Ende Mai auf 51 gestiegen (2025: 48, 2024: 41). Insgesamt gab es in Schleswig-Holstein aber nur 13 Organspender (2025: 11, 2024: 8).

Vor allem Nierenspenden werden benötigt

Ende Mai dieses Jahres standen in Schleswig-Holstein 392 Patienten auf der Warteliste für eine Organspende. Insgesamt 404 Organe wurden benötigt, mehr als die Hälfte davon sind Nieren (228).

Rechnerisch kommen in Schleswig-Holstein 17,2 Organspender auf eine Million Einwohnerinnen und Einwohner. Hamburg liegt in dieser Statistik an der Spitze mit 35 Spendern pro einer Million Einwohnerinnen und Einwohner, in Mecklenburg-Vorpommern sind es 18,5 Spender. Der bundesdeutsche Durchschnitt liegt bei 13,1.

Bundesweit ist die Zahl der Organspender von Januar bis Ende Mai um 6,1 Prozent auf 452 gestiegen, 2025 waren es zu diesem Zeitpunkt 426, 2024 waren es 382. Die Anzahl der gespendeten Organe liegt bei 1.405, ein Plus von 12,1 Prozent gegenüber 2025 (1.253). 2024 waren es Ende Mai 1.140. Auch die Zahl der transplantierten Organe stieg bundesweit um 8,3 Prozent auf 1.464, vor einem Jahr waren es 1.352, vor zwei Jahren 1.231 Organe.

© dpa-infocom, dpa:260606-930-181364/1

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Neustadt: Tischlein deck dich: Bündnis lädt zu „Tafel der Vielfalt“ ein

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Vorschau ansehen 20 Meter lang wird die Tafel, die das Bündnis „Buntes Neustadt“ in Neustadts Innenstadt am 20. Juni aufbauen will – und alle sind eingeladen, gemeinsam zu essen. Was das Bündnis erreichen will, lesen Sie hier.

Das soll noch mehr werden: Julia Martens (von links), Sarah Pantke und Christa Mönchmeyer haben eine kleine Tafel probehalber auf Neustadts Platz an der Liebfrauenkirche aufgebaut. Beate Ney-Janßen

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Neustadt: Tischlein deck dich: Bündnis lädt zu „Tafel der Vielfalt“ ein

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Das soll noch mehr werden: Julia Martens (von links), Sarah Pantke und Christa Mönchmeyer haben eine kleine Tafel probehalber auf Neustadts Platz an der Liebfrauenkirche aufgebaut. Beate Ney-Janßen

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Hundefreundlicher Urlaub: Beste Aussichten für Menschen mit Hunden

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Vorschau ansehen Wälder, Wanderwege und hübsche Städtchen machen das Gebirge zu einem vielseitigen Reiseziel für Zwei- und Vierbeiner.

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Konferenz soll Schutzlücken im Sexualstrafrecht schließen

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Hamburg (dpa) –

Zehn Jahre nach der Reform des Sexualstrafrechts sollen die Justizministerinnen und -minister der Länder weiter bestehende Schutzlücken schließen. Bei ihrer Frühjahrstagung in der kommenden Woche in Hamburg liegen dazu allein aus dem Vorsitzland drei Beschlussvorschläge vor. Für die Vorsitzende, Hamburgs Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne), ist das Thema sexualisierte Gewalt gegen Frauen ein Schwerpunkt der Konferenz. 

Insgesamt gebe es für das Treffen am Donnerstag und Freitag in der historischen Speicherstadt 60 Beschlussvorschläge mit einer großen Bandbreite. «Von den Themen zur sexuellen Selbstbestimmung über organisierte und extremistisch motivierte Kriminalität bis hin zur Resilienz des Rechtsstaats und Beschleunigung von Verfahren ist alles dabei», sagte Gallina.

Von «Nein heißt Nein» zu «Nur Ja heißt Ja» 

Die Grünen-Politikerin sieht vor allem im Sexualstrafrecht Handlungsbedarf. Gemeinsam mit ihrem nordrhein-westfälischen Kollegen Benjamin Limbach (Grüne) hat sie einen Vorschlag für ein sogenanntes «Nur Ja heißt Ja»-Modell eingebracht, das das seit der Reform 2016 geltende «Nein heißt Nein»-Modell ablösen soll. 

Vorgesehen ist, dass künftig das Fehlen einer freiwilligen und erkennbaren Zustimmung zu einer sexuellen Handlung als zentrales Kriterium für deren Strafbarkeit gilt.

Zwar hatte schon das «Nein heißt Nein»-Modell die Opferposition gestärkt, weil sexuelle Handlungen grundsätzlich bestraft werden können, wenn sie gegen den erkennbaren Willen einer Person vorgenommen werden. 

Viele Opfer sexualisierter Gewalt konnten Willen nicht äußern

Das Problem sei nur, dass nicht alle Opfer in der Lage seien, ihren Willen zu äußern. «Wir haben die Situation, dass viele Opfer einer solchen Straftat in Schockstarre verfallen», sagte Gallina. Manche Studien gingen von bis zu 40 Prozent aus. «Das ist dann der Moment, in dem ich keinen entgegenstehenden Willen äußern kann, weil es mir einfach nicht möglich ist. Und darin sehen wir noch eine erhebliche Schutzlücke.»

Auch an die Verjährungsfristen für Sexualstraftaten müsse man noch mal ran, sagte Gallina. Damit auch bei erst spät bekanntgewordenen Taten sexualisierter Gewalt der Opferschutz gestärkt und eine effektive Strafverfolgung gewährleistet werden könne. 

«Seit der Reform des Sexualstrafrechts vor zehn Jahren ist es zu Fallkonstellationen gekommen, in denen auch schwerwiegende sexuelle Übergriffe – insbesondere unter Ausnutzung der Unfähigkeit der Opfer, ihren Willen zu äußern – nicht mehr verfolgt werden konnten», sagte Gallina. Vor allem, wenn die Opfer keinen Widerstand hätten leisten können und selbst erst später von den Taten erfahren hätten – wie etwa im Fall der Französin Gisèle Pelicot.

Längere Verjährungsfristen sollen bei der Tat sedierten Opfern helfen

Unter Umständen verjährten solche Taten – auch wenn dabei in den Körper des Opfers eingedrungen wurde – bereits nach fünf Jahren, weil sie nur als Vergehen verfolgt werden könnten. Vor der Reform galt eine solche Tat immer als Verbrechen mit einer Verjährungsfrist von 20 Jahren. «Ich kann mir vorstellen, dass man bei der Reform solche Fallkonstellationen, wie wir sie jetzt vor Augen haben, noch gar nicht gesehen hat», sagte Gallina.

Inzwischen wisse man, dass es auch in Deutschland Netzwerke gibt, in denen sich zu Taten verabredet wird, bei denen die Opfer sediert werden. «Es ist natürlich besonders dramatisch, wenn das Opfer erst durch die Aufklärungsarbeit von Strafverfolgungsbehörden oder durch Zufall von der Tat erfährt und dann keine Chance mehr auf Strafverfolgung hat, weil die Taten schon länger zurückliegen.»

So wurde in Hamburg nach Angaben der Behörde beispielsweise im vergangenen Jahr ein Verfahren gegen einen Mann geführt, dem die Staatsanwaltschaft vorwarf, in 67 Fällen sexuelle Handlungen an seiner zur Willensbildung und -äußerung nicht fähigen Ehefrau vorgenommen zu haben. 65 der 67 Taten wurden trotz umfangreicher Beweislage wegen Verjährung eingestellt.

Anzeigepflicht für schwere Sexualstraftaten 

Ein dritter Hamburger Beschlussvorschlag zielt darauf ab, künftig auch die Nichtanzeige von geplanten schweren Sexualstraftaten unter Strafe zu stellen. Bei anderen schweren Straftaten wie beispielsweise Hoch- oder Landesverrat, Mord oder räuberischer Erpressung ist das in Paragraf 138 Strafgesetzbuch geregelt: Wer von solchen geplanten Taten zu einer Zeit Kenntnis erlangt, in der sie noch abgewendet werden könnten, und sie nicht anzeigt, dem drohen bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe. 

Gallina will erreichen, dass der Straftatenkatalog des Paragrafen 138 um schwere Sexualdelikte erweitert wird und deren Planung dann ebenfalls unter Strafandrohung angezeigt werden muss – «insbesondere solche zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen», wie es in ihrem Beschlussvorschlag heißt.

© dpa-infocom, dpa:260606-930-181295/1

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Isabel Varell freut sich auf wilden Sommer am Kalkberg

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Bad Segeberg (dpa/lno) –

Schauspielerin, Sängerin und Autorin Isabel Varell genießt die Proben für die Karl-May-Spiele in Bad Segeberg. «Es ist unfassbar, ich stehe manchmal in der Arena beim Proben und muss mich kneifen, ob ich das alles wirklich erlebe», sagt die 64-Jährige. 

«Das ist ein solches Highlight meines Lebens und ein Geschenk, das vom Himmel gefallen ist.» Sie sei früher einmal als Zuschauerin dabei gewesen: «Das ist meine Welt, ich liebe diese Sprache. Ich habe ja noch ein großes Kind in mir.»

Vielseitige Rolle als Señorita Miranda

Varell wird ab dem 27. Juni als Señorita Miranda im Stück «Im Tal des Todes» auftreten und kann dabei eine Bandbreite ihres Könnens zeigen. Die zwielichtige Mexikanerin tanzt und singt in einer Cantina im Städtchen San Miguel, darf aber als Komplizin des üblen Verbrechers Roulin – gespielt von Florian Fitz – auch eine dunkle Seite zeigen.

Sie habe nach der Anfrage keine Sekunde gezögert, sagt Varell, die vielen Zuschauern aus Serien wie «Rote Rosen» oder «Das Rätsel der Sandbank», Filmen, als Fernsehmoderatorin und Sängerin sowie als Buchautorin bekannt ist. «Es ist ein großes Glück», sagt sie bei einem Treffen am Rande der Arena zu dieser Vielfalt. «Dass es immer wieder anders ist, ist das, was mich so begeistert.» Damit seien immer wieder auch Ängste verbunden. «Mein Sport ist, Ängste überwinden, das man immer wieder Neues anfängt.»

Menschen glücklich machen

Varell freut sich auf die beeindruckende Kulisse der Kalkbergarena. Sie kenne ein so großes Publikum von Konzerten, nicht jedoch vom Theater. «Ich finde das so schön, dass wir hier jeden Tag 15.000 Menschen glücklich machen können.» Von donnerstags bis samstags werden jeweils zwei Aufführungen gespielt, sonntags eine. «Im Tal des Todes» läuft bis zum 6. September 72 Mal. In der vergangenen Saison waren mehr als 445.000 Besucher gekommen.

Besonders schön sei es auch, mal nicht als Solistin unterwegs zu sein, sondern als Rädchen in einem Uhrwerk zu wirken und alles zu teilen. «Den Erfolg teilen, die Stressmomente teilen», sagt sie und betont, was Gaststars in Bad Segeberg immer wieder unterstreichen: «Die Kollegen sind ein Traum». Die Erfahrenen nähmen die Neuen an die Hand. «Das ist echt schön.»

Im großen Kalkbergrund müssen die Darsteller mit allen Varianten des schleswig-holsteinischen Sommerwetters umgehen. Da hat Varell wenig Bedenken. Sie könne Hitze gut vertragen – und was die Aussicht auf Regen anbelangt, sagt sie: «Ich bin nicht aus Zucker, wird schon gehen.»

Böse Charaktere geben dem Stück Reize

Beim Studium ihrer Rolle habe sie ein paar Gemeinsamkeiten mit Miranda, aber auch große Unterschiede entdeckt, sagt Varell und lacht. «Die Miranda und Isabel, wir haben oft im Leben die falschen geküsst. Wir haben viel Mist erlebt mit Männern, das haben wir gemeinsam. Aber Isabel hat es nicht verbittert.» Miranda sei wegen ihrer Geschichte skrupellos geworden, aber sie habe einen Restfunken an Gutherzigkeit in sich. Letztlich überlasse sie alles ihrem Komplizen Roulin – und der habe gar nichts Gutes an sich.

«Aber auch die bösen Charaktere sind eine Art Vorbild, weil man sieht, was man nicht werden will.» Ohne die bösen Charaktere würde man das Gute nicht so erkennen – und nicht, was Solidarität und Freundschaft bedeuten. «Das alles transportiert Karl May», sagt die Schauspielerin.

Schon vor der Premiere sei ihr klar, sagt Varell, dass sie erst einmal in ein Loch fallen werde, wenn die tolle Zeit in Bad Segeberg vorüber sei. Das kenne sie von früheren Engagements. «Dann überfällt einen der Blues, weil es so schön war.» Danach werde es aber auch schnell weitergehen. «Der Terminkalender ist ziemlich voll.» 

Sie werde mit ihrem Programm auf Tour gehen. Auch für ein drittes Buch habe sie Pläne. «Ich habe noch viel zu erzählen», sagt Varell und verabschiedet sich mit dem für sie typischen Lachen zu einer Probe in der Wild-West-Kulisse, der Handwerker gerade noch den letzten mexikanischen Look verpassen.

© dpa-infocom, dpa:260606-930-181232/1

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Warum Hilfskräfte für Gratis-Rucksäcke «um ihr Leben rennen»

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Hannover (dpa) –

Wenn die Messe Interschutz morgens um 9.00 Uhr ihre Pforten öffnet, rennen Hunderte Besucher – darunter vor allem Feuerwehrleute – so schnell sie können zur Halle 15. Alle haben ein Ziel: Sie wollen einen von 1.000 kostenlosen Rucksäcken ergattern. Das führt zu Schweiß und sogar Tränen. 

«Bei manchem glaubt man, er renne um sein Leben», sagt ein Helfer kurz vor Messestart. Da stehen schon über 200 Menschen vor der Halle in der Schlange: Es sind Aussteller und Messehelfer. Auch sie wollen ihn haben, den «stylischen Rolltop-Rucksack im exklusiven „United by Fire“ Look», wie die offizielle Beschreibung lautet. 

Die schnellsten Sprinter unter den normalen Messebesuchern sind teils entsetzt, dass die Schlange vor der Messehalle schon so lang ist. Ein kleines Mädchen in der Jacke einer Kinderfeuerwehr bricht gar in Tränen aus. Sie hat alles gegeben und ist gelaufen, so schnell sie konnte. Ob sie noch einen Rucksack bekommen wird?

Die Ausgabe der Rucksäcke beim Aussteller Haix, der für Funktionsschuhe und Bekleidung bei Einsatzkräften bekannt sind, geht geordnet über die Bühne. «An allen sechs Messetagen gibt es immer 1.000 Rucksäcke», sagt Pressesprecher Manuel Köppl. Das habe schon seit mehreren Messen Tradition. Insbesondere bei Feuerwehrleuten seien die Rucksäcke begehrt und Kult.

Wer an diesem Morgen leer ausgegangen ist, kann sein Glück am nächsten Messetag wieder versuchen. Oder auf die Suche in Kleinanzeigenportalen im Internet gehen. Dort werden die Rucksäcke für bis zu 180 Euro angeboten. Dabei kann man den limitierten Rucksack auch einfach am Messestand für 25 Euro käuflich erwerben. 

Alternativ gibt es noch den Interschutz-Bierkrug für fünf Euro. Das Besondere: Man kann ihn zur Messe den ganzen Tag kostenlos wieder auffüllen lassen. Und auch sonst scheint alles mit Haix-Logo begehrt zu sein: «Unseren Mitarbeitern sind schon Trinkflaschen geklaut worden», berichtet Pressesprecher Köppl.

Für das kleine Mädchen gibt es auch ein Happy End. Sie bekommt an diesem Morgen einen Rucksack. Wieder fließen Tränen. Dieses Mal vor Freude.

© dpa-infocom, dpa:260606-930-181220/1

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DRK-Präsident Gröhe drängt auf Tempo bei Krisenvorsorge

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Kiel (dpa) –

Für den Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Hermann Gröhe, ist die dezentrale Aufstellung des Katastrophenschutzes Stärke und Schwäche zugleich. «Wir sind nicht so aufgestellt, wie wir aufgestellt sein müssen», sagte Gröhe der Deutschen Presse-Agentur bei einem Besuch des Landesverbandes in Schleswig-Holstein. «Unsere Stärke ist, die Entscheidung im Katastrophenschutz ist in weiten Teilen vor Ort geregelt.» Diese Ortsnähe der Hilfe sei im Katastrophenfall zwar ein Vorteil, resultiere aber auch in einem Flickenteppich.

Katastrophenschutz liegt in der Zuständigkeit von Ländern und Kommunen. «Krisenvorsorge ist mitunter viel Geld für wenig Sichtbarkeit und konkurriert natürlich mit der Frage: Wird endlich der Sportplatz saniert?», sagte Grohe. In der Folge gebe es bei der Ausstattung – ähnlich wie bei den Feuerwehren – große Unterschiede. Notwendig sei ein wirklich umfassender vorausschauender Blick.

Nachlaufen im Zivilschutz

Als Beispiel nannte Gröhe die bereits 2020 beschlossene Anschaffung von zehn sogenannten mobilen Betreuungsmodulen. «Die sind wie eine transportable Kleinstadt», sagte der frühere Bundesgesundheitsminister. Doch bislang gebe es in Deutschland nur anderthalb. «Wenn wir in dem Tempo weitermachen, ist das jedenfalls viel, viel zu langsam.» Eine Einheit koste 35 Millionen Euro.

Das CDU-Mitglied verweist auf den geplanten, rasanten Anstieg der Militärausgaben und warnt vor einem «Nachlaufen» beim Zivilschutz. «Wir müssen aufpassen, dass unser Föderalismus und unsere kommunale Stärke nicht zum Dickicht wird. Wir können nicht Zeit verlieren, weil es eine Diskussion gibt, welche Teile am mobilen Betreuungsmodul sind eigentlich eher Katastrophenschutz- Länder – und was ist Zivilschutz – Bund. Es sind dieselben Ehrenamtler, es sind dieselben Zelte. Es ist das, was du brauchst.»

«Ich hoffe, dass Deutschland keinen Krieg mehr erlebt», sagte Gröhe. «Aber ich weiß, dass Deutschland wieder Pandemien erleben wird.» Gleiches gelte für Stromausfälle, Hochwasser, Dürre und Waldbrände. Durch vorbereitendes Handeln ließen sich nur Wahrscheinlichkeiten absenken. «Das beste Löschflugzeug muss nicht fliegen. Aber ehrlich gesagt, Du kannst nicht im Waldbrand sagen: Wie wär’s, wir bauen mal ein Löschflugzeug.»

Nachholbedarf

Angesichts wissenschaftlicher Warnungen, dass Extremwetterereignisse häufiger werden, und der veränderten Sicherheitslage in Europa macht Gröhe großen Nachholbedarf aus. «In vielen Landtagen ist das Thema jetzt auch angekommen. Wie sieht es um die Krisenfestigkeit unseres Gesundheitssystems aus? Welche Krankenhäuser haben eigentlich welche Form von unabhängiger Stromversorgung? Und auch da denken wir nicht immer in der Kategorie von Bunker und Krieg, sondern in der Frage von Krisenfestigkeit.»

Das Thema sei angekommen, sagte Gröhe. «Wir müssen jetzt nur konsequent bleiben.» Vor gut einem Jahr beschloss die schwarz-grüne Landesregierung in Schleswig-Holstein eine Taskforce für zivile Verteidigung, der neben der Landesregierung die Bundeswehr, die Landespolizei, die kommunalen Landesverbände, das Technische Hilfswerk, der Landesfeuerwehrverband, die Hilfsorganisationen und die Industrie- und Handelskammer angehören sollen. 

Die Taskforce soll die Bundeswehr bei der Umsetzung des Operationsplans Deutschland in Schleswig-Holstein unterstützen. Es geht dabei um die Aufrechterhaltung der Staats- und Regierungsfunktionen, den Zivilschutz, die Versorgung der Bevölkerung und die Unterstützung der Streitkräfte.

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Russland-Kennerin gibt brisante Einblicke in Wladimir Putins Leben: „Extrem misstrauisch“

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Eichenprozessionsspinner in Burgdorf: Das können Bürger bei Verdacht tun

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Vorschau ansehen Sie verbreiten sich vor allem im Juni und sind gefährlich für die Gesundheit. Die Eichenprozessionsspinner haben wieder Saison. Häufig werden sie jedoch mit der harmlosen Gespinstmotte verwechselt. Worauf sollten Bürgerinnen und Bürger achten?

Schwere allergische Reaktion möglich: Ein Schild warnt vor dem Eichenprozessionsspinner. . Friso Gentsch

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Eichenprozessionsspinner in Burgdorf: Das können Bürger bei Verdacht tun

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Schwere allergische Reaktion möglich: Ein Schild warnt vor dem Eichenprozessionsspinner. . Friso Gentsch

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Niedersachsen und Bremen arbeiten an neuem Küstenschutz-Plan

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Norden (dpa/lni) –

Niedersachsen und Bremen erfassen den Zustand ihrer Hauptdeichlinie und wichtiger Küstenschutzbauwerke, um so notwendige Baumaßnahmen für den künftigen Hochwasserschutz zu planen. Dazu wird der sogenannte Generalplan Küstenschutz Festland überarbeitet und fortgeschrieben, wie der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Norden (Landkreis Aurich) auf Anfrage mitteilte. 

Solche Generalpläne sind die zentralen Planungsinstrumente im Küstenschutz, um die hinter den Deichen lebenden Menschen vor Hochwasser zu schützen. 

Im neuen Generalplan wird nicht nur der Zustand von Deichen, Sperrwerken und anderen Anlagen zum Küstenschutz erfasst. Auch die nötigen Anpassungen und deren Kosten mit Blick auf die Folgen des Klimawandels und den erwarteten Anstieg des Meeresspiegels werden darin zusammengefasst. Der Plan werde mit dem Umweltministerium in Hannover und der bremischen Umweltsenatorin abgestimmt und soll 2027 veröffentlicht werden, teilte der NLWKN mit.

Wie schnell die in dem Plan festgehaltenen Maßnahmen und Bauvorhaben nach der Veröffentlichung abgearbeitet werden, hänge vor allem vom Ist-Zustand der Anlagen des Küstenschutzes und künftigen Entwicklungen ab, hieß es.

Schutz von mehr als einer Million Menschen

Der Plan umfasst der Behörde zufolge die sturmflutgefährdeten Gebiete in Niedersachsen und Bremen. Diese reichen von der deutsch-niederländischen Grenze bis zur Elbe. Allein in Niedersachsen umfasst diese Fläche rund 6.500 Quadratkilometer mit rund 1,1 Millionen Einwohnern. Dazu gehören die fast 618 Kilometer lange Küstenschutzlinie mit den Hauptdeichen und 16 Sturmflutsperrwerke. 

In Niedersachsen müssen nach früheren Angaben von Umweltminister Christian Meyer (Grüne) viele Deiche in den nächsten Jahrzehnten erhöht werden. Denn der Klimawandel wird absehbar zu einem Anstieg des Meeresspiegels führen. Aktuell sind die niedersächsischen Deiche an der Küste zwischen acht und zehn Metern hoch. 

Um sich für höhere Hochwasserscheitel etwa bei Sturmfluten zu wappnen, haben sich die norddeutschen Küstenländer vor einiger Zeit auf ein höheres Vorsorgemaß, quasi einen Sicherheitsaufschlag bei der Deichhöhe, von einem Meter verständigt. Das soll für die nächsten 100 Jahre ausreichend Sicherheit und Reaktionszeit für Anpassungen geben, falls der Meeresspiegel stärker ansteigen sollte als bislang prognostiziert. 

Zudem sollen künftige Verstärkungen der Deiche als sogenannte Klimadeiche gebaut werden, so dass diese Bauwerke bei Bedarf noch weiter erhöht werden könnten. Dazu werde mehr Platz am Deichfuß an der Binnenseite eingeplant. Das gebe bei einer ungünstigen Entwicklung des Anstiegs des Meeresspiegels eine kurzfristige Möglichkeit zum Handeln, um den Deich auf dieser Fläche um bis zu einem Meter zusätzlich erhöhen zu können, teilte der NLWKN weiter mit.

© dpa-infocom, dpa:260606-930-181138/1

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Nosferatu-Spinne wohl inzwischen bundesweit verbreitet

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Berlin/Schwerin (dpa) –

Die Nosferatu-Spinne ist inzwischen vermutlich bundesweit verbreitet. Auch in Mecklenburg-Vorpommern wurden die achtbeinigen Tiere zuletzt vermehrt gesichtet. «Damit wird es immer wahrscheinlicher, dass sich die Spinne dort etabliert», sagte Alexander Wirth von der Umweltorganisation Nabu. «Womöglich ist sie bereits im letzten bisher noch nicht besiedelten Bundesland zu Hause.»

Die aus dem Mittelmeergebiet stammende Art breitet sich seit ihrer Entdeckung in Deutschland im Jahr 2005 rasant aus. 2022 war ein erstes Exemplar in Mecklenburg-Vorpommern gemeldet worden. Diese Spinne war aber nachweislich in einem Koffer mitgereist, also eingeschleppt worden. Laut Nabu gab es jedoch inzwischen mehrfache Sichtungen der Spinne sogar auf den Inseln Rügen und Usedom.

Raues Klima in Norddeutschland scheint die Spinne nicht zu stören

Aus Schleswig-Holstein kommen seit einiger Zeit ebenfalls deutlich mehr Meldungen, so der Nabu. So habe die Spinne inzwischen Lübeck erobert. Seit 2024 gibt es Fotos von der Art aus der Hansestadt. «Die Nosferatu-Spinne wird immer häufiger aus Norddeutschland gemeldet», erläutert Wirth. «Das rauere Klima scheint sie nicht zu stören. In der kalten Jahreszeit zieht sie sich in geheizte Häuser und Wohnungen zurück, wo es für sie angenehmer ist.»

Der Körper der Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) wird etwa ein bis zwei Zentimeter lang. Die Beinspannweite könne bis zu fünf Zentimeter betragen, so der Nabu. «Der Name leitet sich von der charakteristischen Zeichnung auf dem Vorderkörper ab, die viele kreative Betrachter an die Fratze des Vampirs aus dem gleichnamigen Kinofilm Nosferatu erinnert», schrieb des Karlsruher Naturkundemuseums im April.

Ein Biss ist für Menschen in der Regel ungefährlich

Durch ihr Gift, einen robusten Körperbau und ihre Geschicklichkeit bei der Jagd wird die überwiegend nachtaktive Spinne den Angaben zufolge auch mit recht großer Beute fertig. Sie gehöre zudem zu den wenigen Arten, die mit ihren Giftklauen die menschliche Haut durchdringen können, heißt es. Der Biss sei in der Regel aber ungefährlich.

Nach den aktuellen Angaben des Nabu gibt es bundesweit jedes Jahr zwischen 3.000 und 5.000 Meldungen mit Foto. In diesem Frühjahr kamen besonders viele Beobachtungen hinzu: Mehr als 2.500 Fotos gingen von Januar bis Mai ein. «Wenn das so weitergeht, wird 2026 wieder ein gutes Nosferatu-Jahr», sagt Wirth und ergänzte: «Wir freuen uns, wenn weiter jeder Fund gemeldet wird, am besten mit Foto. So können wir die weitere Entwicklung der Bestände und die Lebensweise der neuen Art gut nachvollziehen.»

© dpa-infocom, dpa:260606-930-181144/1

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