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Weltstars und ganz viele Hamburger! Das sind die TV-Experten bei der WM 2026

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Natürlich werden auch bei der Fußball-WM 2026 wieder alle Spiele live im deutschen Fernsehen zu sehen sein. ARD, ZDF und Magenta TV übertragen die Partien und haben ein großes Team aus Moderatoren, Kommentatoren und Experten zusammengestellt. Unter ihnen befindet sich neben bekannten Ex-Bundesliga-Stars wie Jürgen Klopp oder Bastian Schweinsteiger auch ganz viel Expertise aus Hamburg. Die MOPO gibt einen Überblick, wer als Experte bei der WM am Start ist und wer welchen Job im TV übernehmen wird.

„Mit qualitativ hochwertigen Experten schafft man Aufmerksamkeit“, weiß ZDF-Sportchef Yorck Polus. Deshalb hat er genau wie die ARD und Magenta TV eine Reihe an bekannten Namen für die WM-Berichterstattung in den USA, Kanada und Mexiko engagiert. Vor allem die Telekom mit Experten wie Jürgen Klopp, Thomas Müller oder Mats Hummels brüstet sich selbst als „das Weltmeister-Team der Expertinnen und Experten“, wie TV-Chef Arnim Butzen jüngst ankündigte. Die MOPO stellt die TV-Fachleute der WM 2026 vor.

Jürgen Klopp (Magenta TV): Ein Star-Experte für die WM

WITTERS
Jürgen Klopp als Magenta-Experte für die WM

Die Verpflichtung von Jürgen Klopp als TV-Experten von Magenta TV hat für großes Aufsehen gesorgt. Immerhin ist der frühere Star-Trainer des FC Liverpool, der im Laufe des Turniers seinen 59. Geburtstag feiern wird, weltweit bekannt und beliebt. Er hätte „einfach Lust darauf, noch mal in die Expertenrolle zu schlüpfen“, begründet Butzen die Zusage des Welttrainers und Champions-League-Siegers.

Bastian Schweinsteiger (ARD): Der erfahrene Weltmeister

IMAGO/Eibner
Bastian Schweinsteiger als ARD-Experte für die WM

Bastian Schweinsteiger führt gleich eine ganze Reihe von Experten an, die 2014 gemeinsam in Brasilien selbst Weltmeister wurden. Schon seit vielen Jahren ist der 41-Jährige fester Bestandteil der ARD-Fußball-Übertragungen und tritt regelmäßig als Experte auf. Bei der WM 2026 wird er live vor Ort in den USA sein – im Gegensatz zu seinem Bruder Tobias, der bei Magenta TV im Studio tätig ist.

Thomas Müller (Magenta TV): Fan-Liebling kennt die USA

IMAGO / Sports Press Photo
Thomas Müller bei einem Spiel der Vancouver Whitecaps

Auf Thomas Müller freuen sich viele Fans. Denn der langjährige Nationalspieler und Bundesliga-Profi beim FC Bayern ist ein Publikumsliebling – und kennt die USA wie kaum ein anderer Experte. Immerhin spielt er selbst in der Major League Soccer (MLS). Der 36-Jährige kündigte für seinen ersten Experten-Job „die klare Kante und das offene Visier“ an. Bei der letzten WM 2022 in Katar stand er sogar noch selbst für Deutschland auf dem Feld.

Christian Streich (ZDF): Comeback des Kult-Trainers

imago/Michael Weber
Christian Streich als ZDF-Experte für die WM

Mit dem Engagement von Christian Streich ist dem ZDF ein echter Coup gelungen. Der langjährige Kult-Trainer des SC Freiburg tritt erstmals seit seinem Rücktritt 2024 wieder öffentlich in Erscheinung. Mit seinen dann 61 Jahren kann er auf die Expertise von mehr als vier Jahrzehnten im Fußball zurückblicken und ergänzt das Experten-Team mit seinem Fachwissen und seiner beliebten authentischen Art.

Mats Hummels (Magenta TV): Fachlich besonders stark

imago/kolbert-press
Mats Hummels als Magenta-Experte für die WM im TV

Mats Hummels, ebenfalls Weltmeister von 2014, engagiert sich schon seit seinem Karriereende als Experte und begleitet die WM 2026 für Magenta Sport. In Fachkreisen gilt der frühere Innenverteidiger als besonders spielintelligent und tritt stets mit großem Fachwissen auf. Durch seine vielen Jahre in der Nationalmannschaft kennt der 37-Jährige viele Spieler aus dem DFB-Kader noch sehr gut.

Thomas Hitzlsperger (ARD): Experte und Co-Kommentator

IMAGO/DeFodi Images
Thomas Hitzlsperger als ARD-Experte für die WM im TV

Für Thomas Hitzlsperger ist die Rolle als TV-Experte nichts Neues. Schon jahrelang ordnet er die Spiele in der ARD ein und war zudem auch schon häufiger als Co-Kommentator im Einsatz. Diese Doppelrolle wird der 44-Jährige auch bei der WM 2026 ausüben. Der Ex-Nationalspieler ist hauptberuflich als Funktionär tätig, hält Anteile am dänischen Klub Aalborg BK und sitzt im Aufsichtsrat von Hellas Verona (Italien).

Per Mertesacker (ZDF): Analysen mit viel Erfahrung

IMAGO / HMB-Media
Per Mertesacker als ZDF-Experte für die WM im TV

Auch das ZDF hat einen Weltmeister von 2014: Per Mertesacker hat bereits viel Erfahrung in der Analyse, ist schon jahrelang im TV als Experte zu sehen. Nach seinem Karriereende 2018 übernahm er beim FC Arsenal die Leitung des Nachwuchsleistungszentrums. Bei der WM 2026 bildet der 41-Jährige wieder ein Duo mit Christoph Kramer, die beiden sind bereits ein eingespieltes Team vor der Kamera.

Christoph Kramer (ZDF): Die andere Hälfte des Duos

imago/Chai v.d. Laage
Christoph Kramer als ZDF-Experte für die WM im TV

Christoph Kramer ist die zweite Hälfte des Weltmeister-Duos im ZDF und steht Per Mertesacker bei seinen Analysen in nichts nach. Schon bei den Weltmeisterschaften 2018 und 2022 sowie bei den Europameisterschaften 2021 und 2024 war der 35-Jährige als Experte mit dabei, die WM 2026 wird der frühere Bundesliga-Profi ebenfalls wieder begleiten. Während der Saison ist er auch bei Amazon Prime Video zu sehen.

Robert Andrich (Magenta TV): Der Last-Minute-Zugang

IMAGO / Vitalii Kliuiev
Robert Andrich als Magenta-Experte für die WM

Robert Andrich ist ein Last-Minute-Transfer von Magenta – denn er wurde erst wenige Tage vor Turnierstart präsentiert. Der Kapitän von Bayer Leverkusen und 19-fache Nationalspieler soll eine Doppelrolle als Experte und Co-Kommentator einnehmen. Die Telekom-Bosse verpflichteten den 31-Jährigen kurzfristig nach, nachdem er nicht für den deutschen WM-Kader nominiert worden war.

Almuth Schult (ARD): Fachwissen der Ex-HSV-Torhüterin

IMAGO/DeFodi Images
Almuth Schult als ARD-Experte für die WM im TV

Die ARD setzt mit Almuth Schult auch auf Fachwissen aus HSV-Kreisen. Die langjährige Nationaltorhüterin des DFB spielte zu Beginn und zum Ende ihrer Karriere auch in Hamburg, wo sie einst in der Jugend ausgebildet wurde. Mittlerweile ist die 35-Jährige zu einer festen Größe als TV-Expertin geworden und begleitet nun sogar schon ihr fünftes großes Turnier in der ARD.

Tabea Kemme (Magenta TV): Viel Lob für ihre letzte WM

imago/Chai v.d. Laage
Tabea Kemme als Magenta-Experte für die WM im TV

Mit Tabea Kemme sitzt eine weitere frühere Nationalspielerin und Olympiasiegerin von 2016 als TV-Expertin im Studio. Die vor den Toren Hamburgs in Stade (Niedersachsen) geborene Abwehrspielerin ordnet sonst das Geschehen für Sky oder Amazon Prime Video ein. Bei der WM 2022 in Katar war die 34-Jährige hingegen schon einmal für Magenta tätig und bekam damals viel Lob für ihre Expertise.

Fritzy Kromp (ZDF): Auch als Werder-Trainerin ist sie dabei

WITTERS
Fritzy Kromp als ZDF-Experte für die WM im TV

Dass Friederike „Fritzy“ Kromp inzwischen die Bundesliga-Frauen von Werder Bremen trainiert, hindert sie nicht daran, auch bei der WM 2026 als ZDF-Expertin im Einsatz zu sein. Schon 2022 sowie bei der Heim-EM 2024 übte die 41-Jährige diese Tätigkeit aus, zuletzt ebenfalls an der Seite von Per Mertesacker und Christoph Kramer. Die vierfache U17-Europameisterin soll vor allem fundierte Spielanalysen beitragen.

René Adler (ZDF): Ex-HSV-Keeper analysiert früh morgens

WITTERS
René Adler als ZDF-Experte für die WM im TV

René Adler muss bei dieser WM wieder besonders früh aufstehen. Für das ZDF ist der frühere HSV-Torhüter als Experte im „ZDF-Morgenmagazin“ und im „ZDF-Mittagsmagazin“, wie schon bei der EM 2024 in Deutschland. Der 41-Jährige wird daher nicht während der klassischen Live-Übertragungen der Spiele zu sehen sein, gehört aber genauso zum Experten-Pool des ZDF.

Patrick Ittrich (Magenta TV): Klartext vom Hamburger Schiri

WITTERS
Patrick Ittrich bei einem Bundesliga-Spiel als Schiedsrichter

Gerade erst hat Patrick Ittrich seine aktive Karriere als Bundesliga-Schiri beendet. Nun wird der Hamburger Ex-Referee als Schiedsrichter-Experte für Magenta TV die strittigen Szenen während der WM einordnen. Der 47-Jährige, hauptberuflich Polizist, kennt diese Rolle bereits – zuletzt hatte ihn die Telekom auch schon für die EM 2021, die WM 2022 und die EM 2024 verpflichtet.

Lutz Wagner (ARD): Ein echter Schiedsrichter-Experte

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ARD-Experte Lutz Wagner bei einem Bundesliga-Spiel als Zuschauer

Kaum einer kennt die Fußballregeln so gut wie Lutz Wagner. Immerhin ist der frühere Bundesliga-Schiedsrichter derzeit Lehrwart des DFB und damit für die Amateur-Unparteiischen in ganz Deutschland zuständig. Als TV-Experte tritt der 63-Jährige zum dritten Mal für die ARD in Erscheinung, auch für Amazon Prime Video ist er mittlerweile Fachmann für Schiedsrichterentscheidungen.

Thorsten Kinhöfer (ZDF): 200 Bundesliga-Spiele Erfahrung

imago/RHR-Foto
Ex-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer bei einer Talk-Runde

Thorsten Kinhöfer weiß selbst sehr gut, wie es sich als Schiedsrichter anfühlt – er kennt es aus mehr als 200 Bundesliga-Spielen. Seit einem Jahr kommentiert der 57-Jährige die Entscheidungen der Referees für das ZDF und tut dies nun erstmals auch bei einem großen Turnier. Die WM 2026 ist für ihn also eine Premiere auf ganz großer Bühne als TV-Experte.

Baum, Schweinsteiger, Kneissl (Magenta TV): Die Taktiker

imago/Sportfoto Rudel
Manuel Baum und Tobias Schweinsteiger bei einem Interview

Mit dem Sidekick-Trio Manuel Baum, Sebastian Kneißl und Tobias Schweinsteiger ergänzt Magenta TV seine Experten-Runde um drei Taktik- und Analyse-Experten. Baum (46) trainierte Augsburg und Schalke in der Bundesliga, Kneißl (43) macht sich als Experte bei DAZN einen Namen und Schweinsteiger (44) war vor einigen Jahren sogar mal Co-Trainer beim HSV.

SRF, ORF, Servus TV: Die WM in Schweiz und Österreich

Auch in Österreich wird die WM 2026 selbstverständlich live übertragen. Mit dabei ist bei den Spielen, die bei ORF und Servus TV laufen, unter anderem auch der frühere HSV-Profi Martin Harnik. Neben ihm treten viele weitere Spieler auf, die einst in der Bundesliga aktiv waren. Diese Experten sind dabei in Österreich zu sehen:

  • Jasmin Eder
  • Jan Åge Fjørtoft
  • Steffen Freund
  • Martin Harnik
  • Andreas Herzog
  • Andreas Ivanschitz
  • Marc Janko
  • Florian Klein
  • Michael Liendl
  • Roman Mählich
  • Lisa Makas
  • Helge Payer
  • Sebastian Prödl
  • Herbert Prohaska
  • Viktoria Schnaderbeck
  • Peter Stöger

In der Schweiz laufen zudem alle Spiele der WM 2026 im SRF.

Weltstars und ganz viele Hamburger! Das sind die TV-Experten bei der WM 2026 wurde gefunden bei mopo.de

(Auszug von RSS-Feed)

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Mit 42 Jahren! Dieser HSV-Liebling spielt immer noch als Profi

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Paolo Guerrero hat immer noch nicht genug. Mit 42 Jahren befinden sich die meisten Fußball-Profis längst im Ruhestand – das aber gilt nicht für den früheren HSV-Star. Der Stürmer kam einst als junges Talent vom FC Bayern München in den Volkspark und stieg dort zu einem gefeierten Bundesliga-Torjäger der 2000er-Jahre auf. Das ist nun genau 20 Jahre her. Doch seine aktive Karriere hat Guerrero noch immer nicht beendet – ganz im Gegenteil. In seiner Heimat in Peru schießt er nach wie vor ein Tor nach dem anderen und wird von den Fans wie ein echter Volksheld gefeiert. Die MOPO erzählt im Rahmen einer Porträt-Reihe über Hamburger Fußball-Profis seine Geschichte.

Er ist jetzt wieder genau an dem Ort, an dem er einst als José Paolo Guerrero Gonzales angefangen hat: in Peru, in seiner Heimat, genauer gesagt in der Hauptstadt Lima. Dort wächst der spätere Bundesliga-Star quasi auf dem Fußballplatz auf, spielt schon im Alter von acht Jahren in der Nachwuchsabteilung des Erstligisten Club Alianza Lima. 22 Jahre später kehrt Guerrero zu genau diesem Verein zurück. Und dazwischen liegen zwei sehr bewegte und ereignisreiche Jahrzehnte.

FC Bayern München entdeckt Paolo Guerrero in Peru

Ein Scout des FC Bayern München ist es, der den Stürmer in Peru entdeckt und nach Deutschland holt. 2002, als Guerrero volljährig wird, unterschreibt er zunächst einen Vertrag bei den Amateuren des Rekordmeisters und spielt zwei Jahre lang ausschließlich für die Reserve in der Regionalliga. Gelegentlich aber darf er bei den Profis vorbeischauen. So wie im Dezember 2003, als er unter Trainer Ottmar Hitzfeld sein Profi-Debüt im DFB-Pokal feiert – gegen den HSV.

Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld (l.) gibt Guerrero eine Chance bei den Profis. imago/WEREK
Ottmar Hitzfeld gibt Anweisungen vor einem Spiel des FC Bayern München
Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld (l.) gibt Guerrero eine Chance bei den Profis.

Hitzfeld wird schnell klar, dass er Guerrero im Bundesliga-Team haben möchte. Ab der Saison 2004/05 gehört der Peruaner zum festen Kader der Profis und beeindruckt direkt mit fünf Toren in seinen ersten sechs (kurzen) Joker-Einsätzen. Spätestens jetzt hat er sich in München und auch bei anderen Klubs in der Bundesliga voll in den Fokus gespielt. Die Belohnung: Auch in der Folge-Saison ist Guerrero der Edel-Joker, der immer wieder in der Schlussphase ins Spiel kommen und Partien entscheiden darf. Ganz egal, ob in der Bundesliga oder auch in der Champions League. Mit den Bayern holt er in diesen beiden Jahren das Double, wird also zweimal Deutscher Meister und zweimal DFB-Pokalsieger.

Beim HSV wird Guerrero schnell zum Fan-Liebling

Etwas mehr als 2,5 Millionen Euro legt der HSV den Münchnern im Sommer 2006 auf den Tisch – und holt Guerrero nach Hamburg. Dort bekommt er spätestens ab seiner zweiten Saison nun auch einen echten Stammplatz. Der Angreifer trägt mit seinen Toren wesentlich dazu bei, dass sich der HSV in dieser Zeit jedes Jahr für den internationalen Wettbewerb qualifiziert. Vor allem in den Jahren 2007/08 und 2008/09, in denen er jeweils 14 Tore erzielt, avanciert Guerrero zunehmend zum Publikumsliebling im Volkspark.

So kennen und lieben ihn die Fans: Guerrero bejubelt eines seiner vielen Tore für den HSV in der Bundesliga. WITTERS
Paolo Guerrero bejubelt ein Tor für den HSV
So kennen und lieben ihn die Fans: Guerrero bejubelt eines seiner vielen Tore für den HSV in der Bundesliga.

Doch der „Krieger“, wie er in Anlehnung an seinen Namen genannt wird, erlebt im Laufe seiner HSV-Zeit immer mehr Rückschläge. Im August 2009 gerät das Flugzeug der Mannschaft auf einem Rückflug von der Europa-League-Qualifikation aus Frankreich in Turbulenzen und muss in Paris wegen Hydraulikproblemen notlanden. Für Guerrero, der seit Jahren an Flugangst leidet, ein Horror-Szenario. Seine Angst verstärkt sich massiv, und als er sich in der Länderspielpause einen Monat später einen Kreuzbandriss zuzieht, verpasst er mehrere Rückflüge aus Peru nach Hamburg. Wegen der Verletzung absolviert er zudem mehr als ein halbes Jahr keine Partie mehr.

Skandale sorgen abseits des Platzes für Schlagzeilen

Und auch bei seinem Comeback endet die Unruhe nicht. Im ersten Heimspiel nach der Genesung – einem 0:0 gegen Hannover im April 2010 – gerät Guerrero mit den HSV-Fans aneinander. Diese kritisieren und beleidigen den Mittelstürmer wegen seiner schwachen Leistung, woraufhin er eine gefüllte Trinkflasche auf die Tribüne schleudert und einen Anhänger am Kopf trifft. Für den Ausraster verhängt das DFB-Sportgericht eine Sperre für die restlichen fünf Bundesliga-Spiele der Saison sowie eine Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro. Darüber hinaus muss Guerrero außerdem eine damalige Rekordstrafe zwischen 50.000 und 100.000 Euro an den HSV bezahlen. Der Verein verlängert trotzdem fast zeitgleich den auslaufenden Vertrag.

„Ich spiele bei einem tollen, großen Verein und fühle mich unglaublich wohl in dieser Stadt. Hamburg ist nach Lima längst zu meiner zweiten Heimat geworden.“

Guerrero im Frühjahr 2012 über seine HSV-Zeit

Doch auch in der Folge kann der gefeierte Angreifer nicht mehr an die Leistung aus seiner Anfangszeit beim HSV anknüpfen. Kleinere Verletzungen bremsen ihn auf dem Platz ebenso aus wie ein weiterer Aussetzer im März 2012. Im Bundesliga-Spiel gegen den VfB Stuttgart (0:4) grätscht Guerrero den damaligen VfB-Torhüter Sven Ulreich an der Eckfahne von hinten um und wird wegen groben Foulspiels für acht Spiele gesperrt.

Für dieses Foul gegen Stuttgarts Torhüter Sven Ulreich wird Guerrero acht Spiele gesperrt. imago/Sportfoto Rudel
HSV-Profi Paolo Guerrero foult Stuttgart-Torhüter Sven Ulreich
Für dieses Foul gegen Stuttgarts Torhüter Sven Ulreich wird Guerrero acht Spiele gesperrt.

Im Saisonfinale bestreitet er schließlich sein letztes Spiel für den HSV. Denn: Nach acht Jahren in Deutschland zieht es den Peruaner zurück nach Südamerika. Zunächst spielt er mehrere Jahre bei Corinthians Paulista in São Paulo (2012 bis 2015), anschließend bei Flamengo Rio de Janeiro (2015 bis 2018) und später beim SC Internacional in Porto Alegre (2018 bis 2021). Bei allen drei Klubs in Brasilien bleibt Guerrero jeweils drei Jahre lang. Bei seinem Abgang kassiert der HSV knapp 3,5 Millionen Euro für ihn.

Nach dem HSV-Abgang gibt es Ärger wegen Dopings

Allerdings ruhen die Schlagzeilen auch während seiner Zeit in Brasilien nicht. Bei einem WM-Qualifikationsspiel mit Peru im Herbst 2017 stellt die Anti-Doping-Agentur der FIFA Unregelmäßigkeiten in der Probe von Guerrero fest. Man vermutet die Einnahme von Koka-Tee und sperrt ihn zunächst für 30 Tage, dann sogar für ein ganzes Jahr. Der Fall landet im Mai 2018 vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS, der die Strafe gar auf 14 Monate erhöht. Weil Guerrero aber vor dem Schweizer Bundesgericht eine Aussetzung der Sperre bis zur finalen Entscheidung erwirken kann, darf er zwischendurch mit Peru an der WM 2018 – seiner einzigen Weltmeisterschaft – teilnehmen. Erst im April 2019 hat er seine Sperre vollständig abgesessen.

„Es wird bei dieser Entscheidung den diversen Nachteilen Rechnung getragen, die der bereits 34 Jahre alte Fußballspieler erleiden würde, wenn er nicht an einer Veranstaltung teilnehmen könnte, welche die Krönung seiner Fußballerkarriere darstellen wird.“

Begründung des Schweizer Bundesgerichts zur Aussetzung der Sperre von Guerrero

An seinem Kultstatus in der Heimat ändern auch diese Störgeräusche nichts. Guerrero wird in Peru wie ein Volksheld verehrt. Mit 129 Länderspielen zählt er zu den Rekord-Nationalspielern und ist mit 41 Toren zudem alleiniger Rekordtorschütze des Landes. Nach kurzen Abstechern beim Racing Club de Avellaneda (Argentinien) und LDU Quito (Ecuador) kehrt der Angreifer im Februar 2024 nach Peru zurück. Zunächst spielt er noch ein halbes Jahr bei Universidad César Vallejo, ehe er sich im Sommer 2024 wieder seinem Heimatverein Club Alianza Lima anschließt.

Guerrero wird bei Alianza Lima in Peru als Held verehrt

Auch nach mehr als 850 (!) Spielen als Profi hat Guerrero dort noch nicht genug. Bei Alianza Lima ist der mittlerweile 42-Jährige nicht nur der mit Abstand älteste Spieler, sondern auch Kapitän. Und er trifft nach wie vor wie in alten Zeiten. In der vergangenen Saison etwa schoss er den Klub mit sieben Toren in 13 Spielen zur Vize-Meisterschaft in Peru. Und auch in der laufenden Saison hat Guerrero, der zuletzt mit leichten muskulären Problemen kämpfte, schon vier Tore beigesteuert.

2026 aber soll wohl endgültig Schluss sein für den „Krieger“. Das jedenfalls hat er vor Saisonbeginn im Winter angekündigt. Sein Vertrag, der noch bis Jahresende läuft, sei sein letzter. „2026 ist definitiv mein letztes Jahr als Fußballer. Diese Entscheidung habe ich mit meiner Familie bereits getroffen. Ich hoffe, dass ich mein letztes Jahr spielen und meine Karriere positiv beenden kann“, hat der dreifache Vater Guerrero im Dezember der peruanischen Rundfunkanstalt RPP gesagt. Am 1. Januar feiert er seinen 43. Geburtstag. Womöglich wird es dann tatsächlich sein erster als Fußball-Rentner sein.

Mit 42 Jahren! Dieser HSV-Liebling spielt immer noch als Profi wurde gefunden bei mopo.de

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