Die Karawane zieht weiter, in diesem Fall die braun-weiße und sie macht am Dienstag halt in Leverkusen, wo das Pokal-Viertelfinale steigt. Seit Sonntag ist das Kapitel Oladapo Afolayan beim FC St. Pauli endgültig beendet und damit geht eine lange erfolgreiche, zuletzt aber turbulente und für alle Seiten frustrierende Zeit zu Ende. St. Pauli-Trainer Alexander Blessin blickt mit gemischten Gefühlen zurück, wählte klare Worte, aber auch besondere, und verriet, wie der Abschied zwischen beiden verlaufen ist.
Während die Kiezkicker beim Favoriten aus Leverkusen um den nächsten Coup im Cup kämpfen, spielt zeitgleich der neue Klub von Afolayan um dringend benötigte Punkte im Abstiegskampf. Seine Blackburn Rovers treten beim abgeschlagenen Schlusslicht Sheffield Wednesday an, der nach Punktabzügen aufgrund diverser Verstöße aktuell nach 29 Spielen bei minus sieben (!) Zählern liegt.
Blessin über die schwierigen Monate von Afolayan
Auf den Abschied Afolayans angesprochen, wurde Blessin bei der Pressekonferenz vor dem Pokalspiel nachdenklich. Die MOPO wollte wissen, wie der Coach auf die vergangenen Monate zurückblickt und auch auf den Sommer, in dem der englische Stürmer nach seinem verbalen Rundumschlag inklusive Kritik an der Spielweise der Mannschaft im Finale der Vorsaison zunächst schwungvoll und mit vielen guten Vorsätzen in die Vorbereitung und erste Saisonphase gestartet war – nur, um dann doch nach einigen durchwachsenen Auftritten in den vergangenen Wochen kaum noch im Kader zu stehen.

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:
- Dubioser Psychologe: Berater der Blocks gerät in den Fokus
- Doppelt dämlich! Suff-Eklat um HSV-Star Dompé
- 40-Millionen-Euro-Wette: Wie es mit dem Fernsehturm weitergehen soll
- Große Rätselbeilage: Knobelspaß für jeden Tag
- 16 Seiten Sport: Debatte um WM-Boykott, HSV-„Rambo“ im Interview & St. Paulis neuer Stürmer
- 28 Seiten Plan 7: Das Festival „Fokus Tanz“, „Holiday On Ice“ mit Max Giesinger & Ausgeh-Tipps für jeden Tag
„Man nimmt sich immer viel vor“, setzte Blessin an, der den Flügelstürmer in den vergangenen Wochen so gut wie gar nicht mehr bei der Kadernominierung berücksichtigt hatte. „Es sind Sachen passiert, aber ich will jetzt nicht böse nachreden.“ Ob er mit „Sachen“ auch Afolayans General-Abrechnung nach dem Bochum-Spiel im Mai 2025 einschloss oder dessen Zuspätkommen zum Treffpunkt vor dem Auswärtsspiel in Bremen im Oktober, ist unklar.
Blessin: „Nicht geschafft, zusammenzukommen“
Trainer und Spieler hatten sich zuletzt noch mal zusammengesetzt, erzählt Blessin. „Wir haben noch mal ein Gespräch geführt. Wir haben uns ausgetauscht. So wie es am Ende gelaufen ist, ist es nicht schön, wenn man es dann mehr oder weniger nicht geschafft hat, zusammenzukommen.“ Nach der offiziellen Bekanntgabe des Wechsels zurück nach England habe er Afolayan „auch noch mal geschrieben“.
Blessin schlug auch versöhnliche Töne an und sprach mit Wertschätzung über Afolayan und dessen unbestrittene Leistungen im Trikot der Braun-Weißen. „Nichtsdestotrotz ist Dapo ein absolut verdienter Spieler des FC St. Pauli. Er ist immer mit der Aufstiegssaison in Verbindung zu bringen, weil er da sehr viel geleistet hat“, betont der 52-Jährige und meinte zum vorzeitigen Abschied des Engländers (Vertrag bis Juni 2026): „Deswegen ist es hart, aber so ist das Fußballgeschäft. Man hat sich jetzt mehr oder weniger darauf geeinigt, dass das die beste Lösung ist. Und im Sport läuft es dann halt manchmal so. Das ist bitter, aber bei all dieser Bitterkeit geht es trotzdem weiter, für ihn und für uns. Darauf liegt dann auch der Fokus.“
Afolayan für immer ein braun-weißer Aufstiegsheld
Afolayan hat in seinen drei Jahren bei St. Pauli insgesamt 93 Spiele absoviert, 16 Tore erzielt und sieben Treffer vorbereitet. Die Aufstiegssaison 2023/24 war seine beste: In insgesamt 34 Pflichtspielen in Liga und Pokal gelangen ihm zehn Tore und drei Assists, in der folgenden Saison in ebenfalls 34 Pflichtspielen drei Treffer und zwei Vorlagen, wobei er in der zweiten Saisonhälfte vom Startelf- zum Einwechselspieler wurde. Dass er in der laufenden Spielzeit kaum noch zum Zug kam, hat auch taktische Gründe. Die Mannschaft spielt nicht mit klassischen Flügelstürmern und bei den Angreifern wird enorm viel Wert auf taktische Disziplin und Arbeit gegen den Ball gelegt.
„Es ist nicht schön“: Blessin spricht offen über das St. Pauli-Aus von Afolayan wurde gefunden bei mopo.de
