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Heute — 03. Februar 2026

„Wegmarken jüdischer Geschichte“: In 14 Etappen zum neuen Museum?

03. Februar 2026 um 16:10

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Auch traurige Jubiläen kann es geben. Solche, die daran erinnern, was in 125 Jahren nicht passiert ist: Schon um 1900 gab es Pläne für ein Jüdisches Museum in Hamburg. Bis heute ist es bei Planungen geblieben. Eine Ausstellung macht nun einen Schritt in Richtung konkrete Umsetzung: „Wegmarken jüdischer Geschichte“ schaut auf 400 Jahre zurück.

Denn so lange ist jüdisches Leben in und um Hamburg dokumentiert. Gesammelt und gezeigt wurden Zeugnisse und Objekte durchaus schon früher an verschiedenen Orten der Stadt, doch bislang nur als Abteilung anderer Museen oder zeitlich befristet.

Ausstellung über 400 Jahre jüdisches Leben in Hamburg

14 Wegmarken – man könnte auch Etappenziele sagen – präsentiert der Ausstellungsraum. Die Chronologie beginnt im Jahr 1611, als portugiesische Kaufleute ein Stück Land erwarben, um auf dem Altonaer Heuberg einen Friedhof anlegen zu können.

Schon damals gab es Streit: Einerseits brauchte Hamburg die Juden aus Portugal wegen des Handels mit der Iberischen Halbinsel, andererseits beschwerten sich christliche Bürger schriftlich beim Rat der Hansestadt über die Fremden.

  • SHMH-Altonaer Museum Die Kreidelithografie von 1842 zeigt Salomon Heine, Bankier und Mäzen (1767–1844). Die Straße Hamburger Berg war nach dem Wohltäter benannt – bis die Nazis kamen.
    Kreidelithografie von Salomon Heine
    Die Kreidelithografie von 1842 zeigt Salomon Heine, Bankier und Mäzen (1767–1844). Die Straße Hamburger Berg war nach dem Wohltäter benannt – bis die Nazis kamen.
  • SHMH-Altonaer Museum Die Postkarte (um 1906) zeigt die frühere Synagoge am Bornplatz.
    Die Postkarte (um 1906) zeigt die frühere Synagoge am Bornplatz.
    Die Postkarte (um 1906) zeigt die frühere Synagoge am Bornplatz.
  • SHMH-Altonaer Museum Löwenskulptur vom Brunnen des Jüdischen Friedhofs in Altona: ein Abguss des Originals von 1736
    Löwenskulptur vom Brunnen des Jüdischen Friedhofs in Altona
    Löwenskulptur vom Brunnen des Jüdischen Friedhofs in Altona: ein Abguss des Originals von 1736

Anfang des 19. Jahrhunderts war Hamburg die Wiege des liberalen Judentums. Die Reformwilligen hatten derart großen Zulauf, dass der israelitische Tempel an der Poolstraße gebaut werden musste; ein Stich aus dem Jahr 1844 zeigt den Neubau.

Bedeutender jüdischer Reeder Albert Ballin

Ein Foto von 1905 porträtiert Albert Ballin, den bedeutenden jüdischen Reeder und Gründer der Schifffahrtslinie HAPAG; er steht stellvertretend für Hamburgs Bedeutung als Zwischenstation osteuropäischer Juden auf dem Weg nach Nordamerika.

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Weitere wichtige Wegmarken: der Neubau der Talmud-Tora-Schule 1911; die Ausgrenzung, zunehmende Entrechtung und Beraubung ab 1933; die systematischen Deportationen und Ermordungen ab 1941; die Verleihung des Lessing-Preises der Stadt Hamburg an Hannah Arendt 1959.

Die letzte Station erzählt vom geplanten Wiederaufbau der Bornplatz-Synagoge, der seit fünf Jahren diskutiert wird. Jüngste Meldung: 2026 formierte sich ein Freundeskreis, der das Vorhaben eines eigenständigen Jüdischen Museums wieder aufgreift. Im Judentum gilt Geduld als eine der wichtigsten Tugenden.  

Altonaer Museum: ab 4.2., Mo/Mi-Fr 10-17 Uhr, Sa/So 10-18 Uhr, Museumstr. 23, 8,50/5 Euro, shmh.de

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