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Gestern — 28. Juli 2026Unser Mitteleuropa

Wie der Iran den Zusammenbruch des israelischen Energie-Netzes auslösen könnte

28. Juli 2026 um 03:50
ELA

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Der Iran könnte also ohne „große Anstrengung“ durch einen kombinierten und koordinierten Angriff auf mehrere Energie- und See-Ziel, wie etwa gleichzeitig, eine Plattform, eine Raffinerie, ein Küstenkraftwerk oder auch eine Schifffahrtsroute enormen Druck auf das israelische Stromnetz ausüben.

Davor hatte jüngst auch der israelische Alma-Thinktank eindringlich gewarnt.

Widerstandsfähigkeit der Heimatfront massiv unter Druck

Die Widerstandsfähigkeit der Heimatfront wäre damit unter massivem Druck, wie diesbezüglich ebenfalls der israelische Alma-Thinktank gewarnt hatte.

„Ein solcher Angriff könnte ballistische Raketen, Angriffs-UAVs, Marschflugkörper, Land-zu-See-Raketen, Sprengboote, Selbstmord-UAVs im maritimen Bereich kombinieren“, EW, Cyber- und sogar Froschmänner-Kommandos.

Tel Aviv ist sich allerdings der Risiken bewusst, daher erfolgte auch die Stilllegungen der Karish- und Leviathan-Gasplattformen während der Kriege 2025 und 2026 sowie die Stilllegung „aller Anlagen“ der Ölraffinerie Bazan in der Bucht von Haifa nach iranischen Angriffen, was bewiesen hatte, „dass die Bedrohung für Israels Energie-Hinterland nicht mehr nur ein theoretisches Szenario ist, sondern eine Fähigkeit, die in der Praxis genutzt würde.“

Alma enthüllte, dass während beider Kriege die israelische Wirtschaft gezwungen war, sich auf die Tamar-Plattform zu verlassen, wie auch auf mehr umweltschädliche Kraftstoffe und zu Notfallanpassungen, um die proaktiven Abschaltungen von Karish und Leviathan überbrücken zu können.

70 Prozent Strom aus Erdgas

„Mehr als 70 % der israelischen Stromproduktion basieren auf Erdgas, das von Mittelmeerbohrinseln stammt, und mehr als die Hälfte der Süßwasserversorgung stammt aus Entsalzungsanlagen entlang der Küste.“

„Israels maritimes Energiesystem basiert auf einer relativ kleinen Anzahl kritischer Vermögenswerte, und jeder anhaltende Schaden selbst an nur Einem davon erzeugt einen systemischen Effekt.“

Der Iran müsste nicht einmal eine Plattform oder einen Hafen zerstören, um einen Gewinn zu erzielen. Allein die Produktion zu stoppen, einen vorübergehenden Stillstand verursachen, zivile Besatzungen zu erschrecken, die maritimen Versicherungsbedingungen verschärfen oder Risiken für den kommerziellen Schiffsverkehr schaffen“ würden ausreichen, um einen strategischen Effekt zu erzielen.

Die Huthi-Kampagne etwa gegen Eilat, den israelischen Hafen am Roten Meer, der durch die Blockade der Miliz „bankrott gegangen“ ist, ist ein Beispiel dafür. Wobei dieser Hafen in der Praxis bereits „gelähmt“ war, lange bevor die Huthis ihn als Ziel auserkoren hatten.

Israels Werkzeuge zum Schutz seiner Vermögenswerte sind hierzu, Saar 6 Korvette C-Domes (marine Iron Dome), Barak MX Raketenabwehr, Barak LRAD Abfangjäger, MF-Star Radar sowie Küsten-Iron Dome, David’s Sling und Arrow 2 & 3 Assets.

Doch wie frühere iranische Einsätze bereits gezeigt hatten, besitzt der Iran die Mittel die israelischen „Verteidigungsbemühungen“ zu umgehen.


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Nahost-Pipelines können drohende Energiekrise nicht abwenden – Straße von Hormus unersetzbar

23. Juli 2026 um 06:00
ELA

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Die Staaten am Persischen Golf und die USA wetteifern darum, neue Häfen und Ölpipelines zu bauen, um die Straße von Hormus umgehen zu können. Experten sagen jedoch, dass die Projekte nicht ausreichen werden, um die Verwundbarkeit der Region zu beseitigen.

Vier große Hindernisse im Weg

Die Inbetriebnahme neuer Häfen und Pipelines wird fraglos Jahre dauern. Die neue Rohöl- und Raffinerie-Pipeline der VAE nach Fujairah könnte zwar bereits 2027 in Betrieb genommen werden, während allerdings vorgeschlagene alternative Routen für Irak, Katar, Kuwait und andere Golfstaaten mindestens zwei bis vier Jahre Bauzeit benötigen würden, erklärte dazu Robin Mills, CEO von Qamar Energy, gegenüber Dropsite News.

Selbst mit neuen Umgehungswegen würden die Exporte von verflüssigtem Erdgas der Region weiterhin von der Straße von Hormus abhängig bleiben. Katar, der weltweit größte LNG-Exporteur, verfügt allerdings ebenfalls über keine Pipeline-Alternative für den Export von LNG. Die strategische Bedeutung der Straße von Hormus kann durch den Bau neuer Ölpipelines also zweifelsfrei nicht beseitigt werden.

Über Öl und Gas hinaus transportiert der Wasserweg bekanntlich eine Vielzahl anderer kritischer Rohstoffe, wie folgt.

  • mindestens 20 % aller seegetragenen Düngemittelexporte

 

  • fast 50 % des weltweiten Seeschwefelhandels

 

  • etwa 30 % der weltweiten Heliumversorgung

 

  • etwa 30 % des weltweiten Methanolhandels auf See

 

  • sowie den Großteil der Aluminiumproduktion im Golf, die 9 % der weltweiten Produktion ausmacht

 

Rohstoffe für synthetisches Graphit

 

  • Monoethylenglykol (MEG)

 

  • Hochwertige Eisenerzpellets und direkt reduziertes Eisen

 

Die neue Infrastruktur rund um die Meerenge wird somit auch weiterhin anfällig für mögliche Angriffe Irans und der Achse des Widerstands sein.

Sieben Pipelines

Derzeit haben die VAE und Saudi-Arabien ihre Exporte über die bestehende West-Ost-Pipeline zum Golf von Oman bzw. die Ost-West-Pipeline zum Roten Meer verstärkt.

Zusätzlich bauen die VAE eine zweite Rohölpipeline, die parallel zur Habshan-Abu Dhabi Rohölpipeline (ADCOP) verläuft, die zum Hafen von Fujairah am Golf von Oman führt, um die Kapazität von 1,5 auf 3 Millionen Barrel pro Tag (BPD) zu verdoppeln.

Diese Projekte stellen laut CNBC nur drei von sieben geplanten oder in Bau befindlichen Pipelineprojekten im Nahen Osten dar, um die Straße von Hormus umgehen zu können. Sollten alle geplanten Projekte abgeschlossen werden, könnte die Pipelinekapazität der Region bis Ende 2028, 14 Millionen Barrel pro Tag überschreiten und damit mehr als 60 % der Vorkriegsölexporte der sieben Golfstaaten von 23 Millionen Barrel pro Tag abdecken, so Goldman Sachs. Doch diese sieben Pipelines werden die Straße nicht ersetzen, warnen geopolitische Analysten eindringlich.

Krise naht

Eine längere Schließung der Straße von Hormus könnte die Rhölpreise von Brent auf 150 Dollar pro Barrel treiben, warnen dazu Experten von Capital Economics. Die Märkte haben den Iran-Konflikt bisher durch Pipeline-Umleitungen und Lagerrückgänge überstanden und etwa 30 % des zuvor durch die Straße verschifften Öls umgeleitet. Doch diese Puffer gehen nun zur Neige, da die kommerziellen Ölbestände der OECD-Volkswirtschaften sich nahe den historischen Tiefständen befinden und kaum noch Spielraum ist, einen weiteren Angebotsschock abzufangen.



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