![]()
![]()
![]()
Hannover (dpa) –
In Halle 25 der Hannover Messe liegt ein unangenehmer Geruch in der Luft. «Im Zuschauerraum wurde mutwillig eine stark beißend riechende Flüssigkeit freigesetzt», teilte ein Sprecher der Messe auf Anfrage mit. Schon am Montag fiel Besuchern beim Auftritt von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ein Geruch auf, der an Erbrochenes erinnerte – auch am Dienstag ist er noch nicht verflogen und bleibt unangenehm.
Nach Angaben der Messe wurde die betroffene Stelle vom Sicherheitsteam rasch identifiziert und umgehend gesichert. Anschließend seien alle notwendigen Maßnahmen ergriffen worden, darunter der Austausch eines Teppichbereichs sowie eine gründliche Reinigung und Desinfektion.
Die Halle 25 mit der «Center Stage» zählt zu den wichtigsten Bühnen der Messe, auf der Spitzenpolitiker und Wirtschaftsvertreter auftreten. Neben Pistorius sprach dort am Montag auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), am Dienstag traten Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und Rheinmetall-Chef Armin Papperger auf.
© dpa-infocom, dpa:260421-930-975941/1
The post Warum es auf der Hannover Messe stinkt appeared first on SAT.1 REGIONAL.
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
Gegen den Castor-Transport gibt es Proteste. Federico Gambarini/dpa
![]()
Hannover (dpa) –
Trotz wachsender Nachfrage nach Waffen sieht sich die deutsche Rüstungsindustrie laut Rheinmetall-Chef Armin Papperger in der Lage, die Produktion schnell auszuweiten. «Das ist machbar und ich sehe da kein Problem drin», sagte er bei einer Diskussionsrunde auf der Hannover Messe. Wenn die Aufträge da seien, werde die deutsche Industrie auch liefern können. Das habe sein Unternehmen schon bisher in seiner Autozuliefersparte gezeigt. Das werde nun auch im Rüstungsbereich gehen.
Schon die Fertigung von Artilleriemunition habe sein Unternehmen seit Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine mehr als verzehnfacht. «Da geht es um riesige Investitionen.» Und die habe sein Unternehmen zum Teil ohne schriftlichen Auftrag getätigt, «per Handschlag», sagte Papperger. Der Vertrag sei erst danach gekommen. «Und wenn wir dieses Vertrauen haben, dann kriegen wir auch Geschwindigkeit.»
Die sei auch nötig. Zu lange habe man sich allein auf die nukleare Abschreckung verlassen «und im konventionellen Bereich haben wir zu wenig gemacht», so der Rheinmetall-Chef. Jetzt habe man in kurzer Zeit lernen müssen umzusteuern. Gerade die Waffentechnik entwickle sich rasant, etwa durch den Einsatz von Drohnen. Darauf müsse die Branche schnell reagieren und die Technologien zügig weiterentwickeln.
Bei den Preisen, die etwa die Bundeswehr zahlen muss, zeigte sich Papperger zuversichtlich, dass diese sinken werden. «Ich glaube, dass die Preise runtergehen.» Denn mit den ganzen Aufträgen aus Deutschland und von anderen europäischen Ländern werde das Volumen steigen – und die Kosten würden dadurch sinken. Bei der Artilleriemunition sei das schon jetzt zu beobachten. Die sei heute dank großer Stückzahlen günstiger als noch vor fünf oder sechs Jahren.
Der Auftritt des Rheinmetall-Chefs wurde mehrfach durch Zwischenrufe gestört. Gleich zu Beginn gab es Sprechchöre wie «Nie wieder Krieg» und «Nie wieder Wehrpflicht». Mehrere Störer wurden von Sicherheitskräften aus dem Veranstaltungsbereich getragen.
Auf der Messe zeigt Rheinmetall unter anderem, wie sich Fahrzeuge auch aus großer Entfernung fernsteuern lassen. Auf dem Messestand in Hannover wurde dazu ein Fahrstand als Kontrollzentrum aufgebaut, von dem aus in Echtzeit ein Fahrzeug am Firmensitz in Düsseldorf gesteuert wird.
Das Thema Rüstung ist auf der Hannover Messe in diesem Jahr erstmals mit einem eigenen Schwerpunkt vertreten. Im sogenannten Defense Production Park zeigen rund 40 Unternehmen auf 1.200 Quadratmetern Lösungen für den schnellen Hochlauf der Rüstungsproduktion.
Am Montag hatte bereits Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die Industrieschau besucht. Für die Messegesellschaft ist der neue Bereich auch ein Vorgeschmack auf die Sicherheits- und Verteidigungsmesse Defence & Security Equipment International Germany, die im März 2027 erstmals in Hannover stattfinden soll.
© dpa-infocom, dpa:260421-930-975762/1
The post Rheinmetall-Chef: Rüstungsproduktion kann zügig steigen appeared first on SAT.1 REGIONAL.
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
Hannover (dpa/lni) –
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies stellt sich hinter die Verteidigungsindustrie. «Niedersachsen bekennt sich klar zur Industrie, bekennt sich klar zur Bundeswehr, bekennt sich klar zur Verteidigungs- und Rüstungsindustrie», sagte der SPD-Politiker auf der Hannover Messe. «Wir wollen ein Teil der Lösung sein, um Deutschland, um Europa sicherzumachen.»
Sabotage, Drohnenüberflüge, Desinformation und Cyberangriffe stünden inzwischen auch in Niedersachsen auf der Tagesordnung. Das sage er nicht, um Angst zu machen, sondern um die Realität zu beschreiben, so Lies. «Die sicherheitspolitische Lage verändert sich rasant.»
Es gebe keinen Anlass zur Entspannung oder zur Rückkehr in Zeiten, in denen man geglaubt habe, vieles regele sich von selbst. «Das zeigt, dass wir uns selber vorbereiten müssen.» Deutlich werde das auch durch die Bilder aus der Ukraine und dem Iran sowie die zunehmenden hybriden Bedrohungen.
Lies mahnte, es dürfe nicht bei der Analyse von Risiken bleiben. Entscheidend sei, die Resilienz von Wirtschaft und Gesellschaft zu stärken und sich auf Bedrohungen von außen wie auch auf große Schadenslagen im Inneren vorzubereiten. Der kürzliche Stromausfall in Berlin habe gezeigt, «wie anfällig unsere Infrastruktur ist und wie notwendig es ist, darauf reagieren zu können».
Es gehe nicht allein um die Sicherheit Deutschlands, sondern um die Verteidigungsfähigkeit Europas insgesamt. Entscheidend sei dafür der enge Austausch zwischen Politik und Industrie – auch auf der Hannover Messe, die das Thema Rüstung in diesem Jahr erstmals stärker in den Fokus rückt. So müsse man sich nicht mehr verstecken, «um über etwas zu reden, was den Menschen Sicherheit gibt».
Der Regierungschef sprach von einem «Brückenschlag» zwischen klassischer Industrie und Rüstungsindustrie. Den aktuellen Herausforderungen werde man nur gerecht, wenn Industriepolitik und Verteidigungsindustrie als Ganzes betrachtet würden. Die Zeitenwende bedeute dabei mehr als eine strategische Neuausrichtung der Verteidigungspolitik. Dazu gehöre auch, industrielle und technologische Kompetenzen gezielt zu stärken.
© dpa-infocom, dpa:260421-930-975642/1
The post Ministerpräsident bekennt sich zur Verteidigungsindustrie appeared first on SAT.1 REGIONAL.
Hamburg (dpa/lno) –
Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen Jugendlichen erhoben, der sieben Mädchen in sozialen Medien zu sexuellen Handlungen und Selbstverletzungen vor der Kamera genötigt haben soll. Teils soll er Mittäter gehabt haben. Der Jugendliche soll Online-Gruppen nach dem Vorbild des internationalen Sadisten-Netzwerks «764» gegründet haben, teilte die Behörde mit.
Verbindungen zum angeklagten «White Tiger» bestünden aber nicht, hieß es. Unter diesem Foren-Namen soll ein 21 Jahre alten Deutsch-Iraner aus Hamburg zwischen 2021 und 2023 insgesamt 204 Straftaten begangen haben. Seit dem 13. Januar läuft gegen ihn ein nicht öffentlicher Prozess am Landgericht.
Der «White Tiger» soll Kopf des Sadisten-Netzwerks «764» gewesen sein und über Kontinente hinweg per Internet Kinder und Jugendliche missbraucht haben. Meist soll er zunächst ihr Vertrauen gewonnen, sie dann mit pornografischen Bildern und Videos erpresst und vor laufender Kamera zu immer heftigeren Selbstverletzungen gezwungen haben – bis hin zum Suizid.
Der jetzt angeklagte Jugendliche habe 12- bis 15-jährige Mädchen emotional manipuliert und zu immer gravierenden Verhaltensweisen gezwungen, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Eines der Mädchen habe er überredet, sich die Namen des Angeklagten und von ihm gegründeter Gruppen in die Haut zu ritzen.
In der Anklage geht es um 37 Fälle, die Taten sollen zwischen Mai 2023 und März 2024 verübt worden sein. Vorgeworfen werden ihm schwere sexuelle Missbräuche von Kindern, sexuelle Nötigungen und gefährliche Körperverletzung in mittelbarer Täterschaft.
Zwischen Sommer 2024 und Frühjahr 2025 soll der Jugendliche zudem Straftaten gegen Homosexuelle begangen haben. In elf Fällen vereinbarte er der Anklage zufolge über Dating-Portale Treffen mit Männern, um sie dann aus vermutlich homophoben Motiven unvermittelt anzugreifen und zu verletzen.
Der Beschuldigte befindet sich seit dem 23. Dezember vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Sollte es zum Prozess kommen, werde dieser unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.
Nach einem Bericht der «Washington Post», die sich auf Angaben des FBI bezieht, ist das Netzwerk «764» benannt nach einem Teil der Postleitzahl der texanischen Stadt Stephenville. Es sei die Heimatstadt des in den USA zu 80 Jahren Haft verurteilten Gründers des Netzwerks.
© dpa-infocom, dpa:260421-930-975612/1
The post Mutmaßliches Mitglied von pädokriminellem Netzwerk angeklagt appeared first on SAT.1 REGIONAL.
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
