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Für eine kritische Verteidigung der Kreuzzüge gegen weißen Selbsthass: Was wirklich geschah

17. Juni 2026 um 12:00

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Die Kreuzzüge des Hochmittelalters werden von Islamgläubigen, Linken und dem woken Mainstream als üble kolonialistische Aggression der bösen Europäer hingestellt. Mit einer Mischung aus historischer Unkenntnis und einer politischen Agenda wird die Realität auf den Kopf gestellt. Die Kreuzzüge waren völlig berechtigt, aber zu inkonsequent. In Teil 2 geht es um den Verlauf der Kreuzzüge.

Von Eric Angerer

In Teil 1 wurden die Ausgangssituation vor den Kreuzzügen, die Gründe und Motive besprochen. Hier wird es nun um den wechselhaften und widersprüchlichen Verlauf gehen.

Der erste Kreuzzug

Das Echo auf Papst Urbans Aufruf zum Kreuzzug war überwältigend. Es entstand eine regelrechte Kreuzzugsbewegung. Im Wesentlichen wurde der erste Kreuzzug von französischen und normannischen Rittern getragen, es waren aber auch deutsche und italienische dabei.

Viele Kreuzfahrer starben auf dem langen, beschwerlichen Weg an Hunger und Durst, aber 1099 gelang schließlich die Eroberung der Ostküste des Mittelmeers. Der Einnahme Jerusalems, angeführt vom lothringischen Grafen Gottfried von Bouillon, waren schwere Kämpfe vorausgegangen.

Danach richteten die Kreuzfahrer ein blutiges Massaker unter Moslems (und teilweise auch unter Juden, die selbst unter mohammedanischer Herrschaft gelitten hatten) an. Dieses Kriegsverbrechen wird zu Recht kritisiert. Es wird aber von den Islambefolgern und ihren postkolonialistischen Freunden im Westen stets benutzt, um die Kreuzzüge insgesamt zu delegitimieren und die Mohammedaner als arme Opfer und die Europäer als schlimme Barbaren hinzustellen. Dabei haben die Kreuzfahrer nichts anderes getan als das, was Islamgläubige seit Jahrhunderten immer mit Städten taten, die sich wehrten.

Raimund von Toulouse und Gottfried lehnten die Königskrone von Jerusalem ab, weil sie nicht dort eine goldene Krone tragen wollten, wo Christus eine Dornenkrone getragen hatte. Schließlich wurden vier Kreuzfahrerstaaten gegründet: das Königreich Jerusalem im heutigen Israel/Palästina, die Grafschaft Tripolis im heutigen Libanon, das Fürstentum Antiochia im westlichen Syrien sowie die Grafschaft Edessa (heute das Grenzgebiet von Syrien und Türkei).

Niederlage im zweiten Kreuzzug

In den Kreuzfahrerstaaten wurden die Islambefolger toleriert, mussten nun aber ihrerseits eine Sondersteuer zahlen. Die Mehrheit in den vier Staaten waren die orthodoxen Ostchristen. Sie waren einerseits froh über die Befreiung von der islamischen Drangsalierung. Allerdings wurden sie unter der Herrschaft der europäischen Katholiken nicht als gleichberechtigt behandelt. Der Anspruch von Byzanz, seine ehemaligen Gebiete wieder dem Reich einzuverleiben und sie als Lehen den europäischen Rittern zu geben, wurde abgewiesen.

Zwischen den Kreuzfahrerherrschaften kam es recht schnell zu Konflikten. Zudem war das normannische Antiochia in ständige Kämpfe mit Byzanz verwickelt, bis es im Jahr 1138 unter byzantinische Oberhoheit geriet. 1144 gelang es Emir Zengi von Mossul, das geschwächte Edessa zu erobern. Die Zivilbevölkerung in der Stadt wurde von den Islambefolgern fast vollständig getötet. Dadurch gerieten die verbliebenen Kreuzfahrerstaaten in Bedrängnis. Auf der anderen Seite steigerte der erste vernichtende Schlag gegen eine Kreuzfahrerherrschaft den Kampfeswillen der Islamgläubigen.

Diese prekäre Lage der Kreuzfahrerstaaten führte schließlich zum zweiten Kreuzzug 1147 bis 1149. Die Kreuzfahrerflotte konnte auf einer Zwischenstation zwar in Portugal Städte von den Mauren befreien, scheiterte aber im Osten. Das lag an Zwistigkeiten unter den Kreuzfahrern sowie Konflikten mit Byzanz.

Die Folge war, dass einige Jahrzehnte später der neue Sultan Saladin, der seine innermoslemischen Gegner ausgeschaltet hatte, Ägypten und Syrien kontrollierte und damit die Kreuzfahrerstaaten umklammerte, erfolgreich gegen die Christen vorgehen konnte. Im Juli 1187 schlug er bei Hattin ein Kreuzfahrerheer vernichtend, im Oktober nahmen seine Truppen Jerusalem ein.

Von den Mohammedanern und ihren westlichen Helfern an Unis und in der Filmindustrie wird Saladin dabei oft – im Gegensatz zu den groben und brutalen Kreuzfahrern – als der gutmütige, edle, gebildete und milde Herrscher präsentiert. Das ist ein politisch motiviertes Märchen. Saladin ließ nach der Schlacht von Hattin die gefangenen Templer und Johanniter, die gefürchtete Gegner gewesen waren, bis auf den letzten Mann abschlachten. Bei Jerusalem war er nur vergleichsweise milde, weil es dort kaum mehr Widerstand gegeben hatte. Er ließ von den Christen diejenigen abziehen, die ein Lösegeld aufbringen konnten. Alle anderen wurden in die Sklaverei verkauft.

Teilerfolg im dritten Kreuzzug

Der neuerliche Fall von Jerusalem war für die Christen eine Katastrophe. Papst Gregor VIII. rief deshalb zu einem neuen Kreuzzug auf. Als erster Herrscher zeigte sich im Jahre 1187 Wilhelm II., der normannische König Siziliens, zur Teilnahme bereit. Er schickte umgehend 50 Schiffe, die erheblich zum Erfolg der Verteidigung von Tripolis beitrugen.

Der eigentliche dritte Kreuzzug begann 1189 unter der Führung von Friedrich Barbarossa, dem Kaiser des römisch-deutschen Reiches (der vor Erreichen des Heiligen Landes ums Leben kam), Philipp II. von Frankreich und Richard Löwenherz von England. Der Kreuzzug endete 1192 mit einem Friedensvertrag, ohne dass die Stadt Jerusalem von den Kreuzfahrern erobert worden wäre. Dem Königreich Jerusalem konnte lediglich der Küstenstreifen von Beirut bis Jaffa gesichert werden, und Akkon, das die Kreuzfahrer nach langer Belagerung erobert hatten, wurde die neue Hauptstadt. Unbewaffneten christlichen Pilgern wurde der freie Zugang nach Jerusalem vertraglich zugesichert.

Der Legende nach geht die heutige österreichische Nationalfahne auf die Belagerung von Akkon 1191 zurück. Der ehemals weiße Waffenrock des österreichischen Herzogs Leopold V. soll nach den Kämpfen blutdurchtränkt gewesen sein. Als er seinen breiten Gürtel abnahm, blieb darunter ein weißer Streifen Stoff übrig.

Nach der Schlacht um Akkon kam es allerdings zum Zerwürfnis zwischen Leopold V. und Richard Löwenherz. Als der Engländer Leopolds Fahne von der Stadtmauer reißen ließ, reiste der Babenberger gekränkt ab. Auf seiner Heimreise im Dezember 1192 wurde Richard Löwenherz in Erdberg bei Wien von Leopold gefangen genommen und anschließend auf Burg Dürnstein interniert. Das erpresste gigantische Lösegeld von über 23 Tonnen Silber blutete England geradezu aus. Leopold finanzierte damit die Gründung der Wiener Münze, den Ausbau der Wiener Stadtmauer und die Gründung der Stadt Wiener Neustadt.

Das Desaster des vierten Kreuzzuges

Zwischen Byzanz und der aufstrebenden Handelsrepublik Venedig, die im Ostmittelmeerraum ihre eigenen Interessen verfolgte, gab es seit einiger Zeit Spannungen. In Konstantinopel machten die „Lateiner“, hauptsächlich Venezianer, aber auch Genuesen und andere Italiener, im 12. Jahrhundert etwa 15 Prozent der Bevölkerung aus, die vor allem im Handel tätig waren.

Als Gegenleistung für Hilfe gegen die Mohammedaner waren die Venezianer mit allerlei Vorrechten ausgestattet worden. Das und ihr angeblich arrogantes Auftreten machten sie in der orthodoxen Mehrheit unbeliebt. Nach Verhaftungen und Enteignungen von Venezianern in Konstantinopel standen Byzanz und Venedig bereits vor dem dritten Kreuzzug am Rande eines Krieges.

In Kombination mit Machtkämpfen im Herrscherhaus sabotierte Byzanz das Vorankommen der Kreuzfahrer im dritten Kreuzzug. Es war außerdem durch eine Niederlage gegen die normannische Flotte sowie durch Gebietsverluste in Kleinasien und Griechenland geschwächt.

Der vierte Kreuzzug, der 1202 startete, wurde logistisch im Wesentlichen von der Flotte Venedigs getragen. Es gab aber von Anfang an Konflikte um die Finanzierung und Versorgung. Das Ziel war die Eroberung von Ägypten – und danach von Jerusalem. So weit kam man aber nicht.

Um Beute zu machen, eroberte man zuerst die dalmatinische Stadt Zara, die zum christlichen Ungarn gehörte. Wohl auf Betreiben der Venezianer und aufgrund der Versorgungsprobleme wandte man sich anschließend gegen Byzanz. Obwohl Papst Innozenz III. ausdrücklich Krieg gegen Christen verboten hatte, wurde schließlich 1204 Konstantinopel erobert. Bei den dreitägigen Plünderungen wurden viele orthodoxe Einwohner misshandelt und getötet, Schätze in gigantischem Ausmaß geraubt.

Auch wenn der Papst das später scharf verurteilte: Mit der Plünderung Konstantinopels war der Tiefpunkt der Kreuzfahrerbewegung erreicht. Die letzten Reste von Vertrauen zwischen orthodoxen und katholischen Christen waren zerstört. Das in Konstantinopel etablierte „Lateinische Kaiserreich“ war nur von kurzer Dauer. Die Byzantiner konnten ihren Staat wiederherstellen, waren aber gegenüber den Mohammedanern weiter geschwächt.

Der wechselhafte fünfte Kreuzzug

Zum Führer des Kreuzzuges bestimmte Papst Innozenz III. den päpstlichen Legaten Kardinal Pelagius von Albano, um die Fehler des Vierten Kreuzzuges zu vermeiden. Die Resonanz in Frankreich und beim deutschen Kaiser war zögerlich, sodass Andreas II. von Ungarn und Leopold IV. von Österreich vorerst die militärische Führung übernahmen. Sie vereinigten sich 117 in Akkon mit den Heeren der Kreuzfahrerstaaten, konnten aber die moslemischen Truppen nicht zu einer Schlacht stellen.

Im Frühjahr 1218 trafen dann niederländische, flämische, friesische und deutsche Kreuzfahrer in Akkon ein. Diese hatten bei einem Zwischenstopp die Städte Alcácer do Sal, Setúbal und Rota für die portugiesische Krone von den Mauren zurückerobert.

Nun wurde beschlossen, die mohammedanischen Ayyubiden, die Nachfahren Saladins, die auch Jerusalem und Syrien beherrschten, in ihrem Machtzentrum Ägypten anzugreifen. Man konnte die wichtige Küstenstadt Damiette erobern, die die Mündung des Nils kontrollierte. Nach massiven internen Streitigkeiten kam es dann aber zu militärischen Niederlagen und 1221 zu einem Rückzug aus Ägypten.

1228 schiffte sich dann der deutsche Kaiser Friedrich II. mit einer kleinen Streitmacht nach Palästina ein. Friedrich war im normannischen Palermo aufgewachsen, wo er auch Arabisch lernte. In Akkon angekommen, nahm er umgehend Verhandlungen mit dem Ayyubiden-Sultan al-Kamil auf. Da die Ayyubiden gerade untereinander Krieg führten, war al-Kamil zu einem Abkommen bereit.

Im Frieden von Jaffa wurde vereinbart, dass die Christen Jerusalem, Bethlehem, Lydda und wohl auch Nazareth zurückerhalten sollten. Die Muslime sollten den Jerusalemer Tempelberg mit der al-Aqsa-Moschee und dem Felsendom behalten, wo Christen aber künftig Andachten halten durften. Den Muslimen wurde dafür Freizügigkeit im Gebiet um Bethlehem sowie eine eigene Gerichtsbarkeit unter einem Kadi in Jerusalem zugestanden. 

Der Vertrag war bei der christlichen Bevölkerung der Kreuzfahrerstaaten außerordentlich unbeliebt. Denn der Kaiser war aufgrund einer früheren Exkommunizierung durch den Papst kirchenrechtlich zur Führung eines Kreuzzuges gar nicht berechtigt. Außerdem hatte er sich militärisch allein auf seine Deutschordensritter verlassen, und die Interessen anderer – etwa der zumeist französischsprachigen Templer, die ihren Stammsitz auf dem Tempelberg nicht zurückerhielten – ignoriert. Dass es eine moslemische Enklave im christlichen Jerusalem geben sollte, war dem lateinischen Patriarchen Gerold ein Dorn im Auge, der in einem Brief an den Papst den angeblich sarazenischen Lebensstil des Kaisers denunzierte und den Vertrag einen „Betrug“ nannte.

Der sechste Kreuzzug scheitert

Der Vertrag hielt dann auch nicht lange. Nachdem die überwiegend französischen Adeligen der Kreuzfahrerstaaten den Statthalter des deutschen Kaisers vertrieben hatten, nutzte das der Sultan, um die Vereinbarung aufzukündigen. 1244 wurde Jerusalem von Söldnern des Sultans besetzt, geplündert und die Christen wurden vertrieben. Die Kreuzfahrerstaaten verbündeten sich nun mit den syrischen Ayyubiden gegen deren ägyptischen Verwandten, den Sultan, erlitten aber bei Gaza eine verheerende Niederlage.

Durch die hohen Verluste war die Verteidigungsfähigkeit der Kreuzfahrerstaaten in Gefahr, was schließlich in Europa zu einem neuen Kreuzzugsaufruf führte. An die Spitze setzte sich der französische König Ludwig IX., während Papst Innozenz IV. die Bemühungen sabotierte. Er rief stattdessen zu einem Kreuzzug gegen die Staufer auf, die damals die deutschen Kaiser stellten. Vermittlungen von Ludwig zwischen Kaiser und Papst wurden von letzterem abgeblockt. Innozenz hielt sogar den englischen König in Europa, um ihn als möglichen Verbündeten gegen die Staufer zu benutzen.

Kaiser Friedrich II. unterstützte in seinen Gebieten in Italien durchziehende Kreuzfahrer mit Waffen, Versorgung und Pferden. Ludwigs Ritter, vor allem Franzosen, aber auch Engländer, Lothringer und Friesen, wurden schließlich 1248 von Schiffen Genuas nach Zypern gebracht, wo sie mit den Ordensrittern der Kreuzfahrerstaaten zusammentrafen.

Im Frühjahr 1249 landete die Armee schließlich in Ägypten und konnte Damiette an der Nilmündung fast kampflos einnehmen. Da Ludwig der ayyubidischen Armee nicht nachsetzte, konnte die sich neu formieren. Ein halbes Jahr später mussten die Kreuzfahrer erneut im schlammigen Nildelta kämpfen und wurden in geschwächtem Zustand schließlich gefangen genommen.

Die Mohammedaner ließen nur den König und andere hohe Adelige am Leben, für die man viel Lösegeld bekommen konnte. Nach zeitgenössischen moslemischen Angaben wurden 100.000 gefangene Kreuzfahrer enthauptet. Das ist sicherlich übertrieben, weil die Armee gar nicht so groß war, aber zehn- oder zwanzigtausend dürften es gewesen sein. Für Ludwig und sein Gefolge wurde ein Lösegeld von 500.000 Goldbezanten vereinbart und er konnte nach Akkon abreisen.

Ludwig blieb noch bis 1254 in Akkon, um die Verteidigung der Kreuzfahrerstaaten zu unterstützen. Er kehrte dann zurück, da Frankreich von englischen Truppen bedroht wurde. In den vier Jahren in Akkon hat er allerdings die Verteidigungsfähigkeit der Ordensritter wiederhergestellt.

Mit dem sechsten Kreuzzug endete der letzte große Versuch, Jerusalem für die Christen zurückzugewinnen, in einer militärischen Niederlage. Dazu kamen große Verluste an europäischen Rittern. Der einzige indirekte Erfolg für die christliche Seite war, dass sich während der Kämpfe die inneren Konflikte in Ägypten so weit zugespitzt hatten, dass der Sultan von seinen eigenen Eliteeinheiten, den Mameluken, ermordet wurde. Damit wurde der Sturz der Ayyubidenherrschaft in Ägypten herbeigeführt und somit die Verbindung zwischen Kairo und Damaskus und damit die muslimische Umklammerung der christlichen Territorien beendet. Das brachte für die Kreuzfahrerstaaten eine vorübergehende Entlastung.

Der siebente Kreuzzug und das Ende

1260 konnten aber die Mameluken Syrien erobern und damit das gesamte Ayyubidenreich unter ihrer Herrschaft wiedervereinen. Die Kreuzfahrerstaaten sahen sich seit 1263 unablässigen Angriffen seitens des ägyptisch-syrischen Mamelukensultans as-Zahir Baibars ausgesetzt. Mehrere Burgen und Städte, vor allem Antiochia (1268), gingen an ihn verloren. Dazu kam, dass die Kreuzfahrer aufgrund eines Krieges zwischen Venedig und Genua von 1266 bis 1268 untereinander einen Bürgerkrieg ausfochten.

Baibars stand im Begriff, die letzten Überbleibsel der infolge des Ersten Kreuzzuges (1099) begründeten christlichen Herrschaft im Heiligen Land zu beseitigen. Diese Bedrohung seitens der Mameluken sollte 1270 zur zweiten „Kreuznahme“ des französischen Königs führen.

Diesmal war das erste Ziel der Expedition das Sultanat Tunis. Über den Grund dieser Wahl gibt es verschiedene Spekulationen. Bei den Kämpfen um Karthago erkrankten große Teile der Führung der Kreuzfahrer an der Ruhr. Der König selbst starb. Der Kreuzzug wurde daraufhin abgebrochen.

Prinz Eduard von England segelte im Frühjahr 1271 von Sizilien aus mit einem Kreuzfahrerkontingent von etwa 1000 Mann nach Palästina weiter, um dort gegen die Mameluken zu kämpfen. Sein Unternehmen wird ab diesem Zeitpunkt in der Regel als separates Unternehmen geführt. 

Er konnte Tripolis und Akkon vor der Eroberung durch die Mameluken retten und überlebte einen Mordanschlag. Eduards Kreuzzug endete im April 1272 mit dem Abschluss eines 10-jährigen Waffenstillstands mit as-Zahir Baibars.

Dennoch waren die Kreuzfahrerstaaten in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts bereits massiv geschwächt, die militärische Überlegenheit der Mameluken massiv. Dasselbe galt für das byzantinische Reich. Und von Westeuropa war kaum mehr Unterstützung zu erwarten. Karl von Anjou, der 1277 die Herrschaft in Akkon übernahm, bemühte sich um gute Kontakte zu den Mameluken und konnte den Waffenstillstand 1283 nochmals verlängern.

1291 führten die Mameluken schließlich den finalen Schlag gegen die geschwächten Kreuzfahrerstaaten. Nach einer schweren Belagerung nahmen sie die Festung von Akkon ein und massakrierten die komplette Bevölkerung. In der Folge wurden Tyros, Sidon und Beirut kampflos besetzt. Die Mameluken ließen sämtliche Kreuzfahrerburgen an den Küsten zerstören.

Der über zwei Jahrhunderte dauernde Versuch, den Nahen Osten für die Christenheit zurückzugewinnen, war damit gescheitert. Die mohammedanische Herrschaft wurde in den Jahrhunderten darauf immer mehr gefestigt, die Islamisierung vorangetrieben, die Christen schikaniert und marginalisiert. Lediglich im heutigen Libanon konnte sich noch lange eine christliche Mehrheit halten.

In Teil 3 werden die Kreuzzüge bilanziert und bewertet.

(Auszug von RSS-Feed)

Für eine kritische Verteidigung der Kreuzzüge gegen den weißen Selbsthass: Die Ausgangslage

15. Juni 2026 um 14:00

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Die Kreuzzüge des Hochmittelalters werden von Islamgläubigen, Linken und dem woken Mainstream als üble kolonialistische Aggression der bösen Europäer hingestellt. Mit einer Mischung aus historischer Unkenntnis und einer politischen Agenda wird die Realität auf den Kopf gestellt. Die Kreuzzüge waren völlig berechtigt, aber zu inkonsequent. In Teil 1 geht es um die Ausgangssituation und die Gründe.

Analyse von Eric Angerer

Zwischen 1096 und 1291 gab es insgesamt sieben Kreuzzüge von westeuropäischen katholischen Christen, die sie in den Nahen Osten führten. Drei Punkte wurden als Begründung angeführt: a) die Verteidigung gegen die arabisch-islamische Bedrohung, b) die Verteidigung der Christen im Osten, c) die Verteidigung der Heiligen Stätten in Jerusalem. Alle drei waren gerechtfertigt.

„Kreuzfahrer“ ist bis heute ein Kampfbegriff der Dschihadisten gegen den Westen. Ihre Darstellung der Kreuzzüge als brutale und dumpfe christliche Aggression gegen die friedlichen und gebildeten Mohammedaner dominiert heute auch in Westeuropa und Nordamerika den postkolonialistischen Mainstream an den Universitäten, die Filmindustrie und die Schulbücher. In Abgleich mit historischen Fakten ist dieses Bild unhaltbar – und nur mit systematischer Ausblendung der Hintergründe möglich.

Die Ausgangssituation

Im Frühmittelalter war das gesamte Gebiet des ehemaligen Römischen Reiches weitgehend christlich. Das betraf auch und insbesondere die Länder in Nordafrika und im Nahen Osten. Ägypten und Kleinasien (also die heutige Türkei) waren sogar die wichtigsten Zentren der damaligen Christenheit. Wichtige Theologen und Kirchenführer lebten in Nordafrika, die meisten Konzile fanden in griechischsprachigen Städten Kleinasiens statt. Auch in Mesopotamien (heute Irak) lebten um 600 mehrheitlich Christen. Nord- und Osteuropa hingegen waren damals erst Expansionsgebiete des Christentums, wobei die Christianisierung teilweise auch gewaltsam vor sich ging (etwa vom heutigen EU-Säulenheiligen Karl dem Großen gegenüber den heidnischen Sachsen).

Die Lage änderte sich mit der Entstehung des Islam auf der arabischen Halbinsel und seiner Expansion. Der Karawanenführer Mohammed hatte beim Meditieren Erscheinungen, die als göttliche Offenbarungen gelten, und als die 114 Suren des Korans gesammelt wurden. Sie beinhalten einen radikalen Monotheismus, zahllose strenge Vorschriften für Privatleben und Politik, die bedingungslose Unterwerfung unter Allah und die Forderung nach Ausweitung der neuen, einzig wahren Religion auf die gesamte Welt. Diese mohammedanische Herrschaftsideologie kombinierte sich nun mit der traditionellen Raubökonomie der arabischen Stämme, die – wie andere Völker aus kargen Gebieten (etwa die Mongolen oder die Wikinger) – stark von Überfällen auf benachbarte, wohlhabende Gebiete lebten.

Kodifiziert wurde dieses Rauben, auch das von Menschen und die Sklaverei, durch die Lehren und das Beispiel Mohammeds. Er selbst war nicht nur Religionsgründer, sondern auch (anders als Jesus, der sein Reich „nicht in dieser Welt“ sah) Staats- und Kriegsführer. Er selbst eroberte, von Medina ausgehend, Mekka und schließlich die gesamte arabische Halbinsel. Dabei wurden unter anderem die jüdischen Stämme, die dort lebten, vernichtet – ermordet, versklavt oder vertrieben. Der „Prophet“ starb 632.

400 Jahre islamische Expansion

Seine Nachfolger, die sich bald in Sunniten und Schiiten zerstritten, erweiterten den arabisch-islamischen Einflussbereich – nach Norden, Osten und Westen. Angriffe auf das byzantinische (=oströmische) Reich 636 bis 698 führten zur Eroberung von Palästina, Syrien, Ägypten und Nordafrika. 651 wurde das neupersische Reich (das sich über die heutigen Staaten Irak, Iran und Pakistan erstreckte) eingenommen. 

Teilweise kam es bei den Eroberungen zu brutalsten Übergriffen in Syrien und Persien und anderen eroberten Gebieten. Das Grundprinzip lautete nach Mohammeds Vorbild: In einer Stadt, die sich kampflos ergibt, wird die Bevölkerung gnadenlos unterworfen, gedemütigt und beraubt. In einer Stadt aber, die Widerstand leistete, wurden die Männer ermordet und die Frauen und Kinder versklavt.

Die militärischen Erfolge der Araber waren auch deshalb möglich, weil sich Byzantiner und Perser lange im Krieg miteinander gegenseitig geschwächt hatten. Außerdem bekamen die Byzantiner 400 Jahre lang keine Hilfe der katholischen europäischen Christen – weil der Papst und die katholischen Herrscher die orthodoxen Ostchristen als abtrünnige Konkurrenz betrachteten.

711 gelang den Mohammedanern ein Sieg über die Westgoten in Spanien und die Eroberung der iberischen Halbinsel. Die weitere islamische Expansion konnte schließlich 732 von einer Koalition aus Franken, Langobarden, Sachsen und Friesen unter dem Kommando von Karl Martell in der Schlacht bei Tours und Portiers in Südwestfrankreich gestoppt werden. Die Byzantiner standen allerdings weiterhin unter dem Druck ständiger weiterer Angriffe der Dschihadisten.

Später gelang den Mohammedanern auch noch die Eroberung von Zentralasien, dem westlichen Indien, Ostafrika, Westafrika, Anatolien, dem Balkan, Malaysia und Indonesien. Sie führten damit den im Koran ausgegebenen Auftrag zur weltweiten Ausbreitung des Islam aus. Durch diesen Dschihad wurden nach Schätzungen 50-60 Mio. Christen getötet (v.a. Nahost, Kleinasien und Nordafrika), die Hälfte der Hinduzivilisation ausradiert und 70-80 Mio. Hindus umgebracht, der Buddhismus entlang der Seidenstraße zerstört und etwa 10 Mio. Buddhisten getötet und 80-90 Mio. Anhänger afrikanischer Naturreligionen ums Leben gebracht.

Unterwerfung

Überall, wo die Islambefolger die Kontrolle übernahmen, setzten sie demonstrative Akte gegen andere Religionen. In Jerusalem bauten sie ihre Moschee genau dort, wo der jüdische Tempel gestanden hatte. Im indischen Ayodhya zerstörten sie den bedeutenden hinduistischen Tempel und errichteten an der Stelle eine Moschee. Und nach der Eroberung Konstantinopels verwandelten sie die Hagia Sophia, die wichtigste Kirche der orthodoxen Christen, in eine Moschee.

Vor den Kreuzzügen waren die Christen also etwa 400 Jahre lang islamischen Angriffen ausgesetzt. Bis ins 11. Jahrhundert waren nach Schätzung des Mittelalter-Historikers Thomas Madden etwa zwei Drittel der christlichen Gebiete unter die Herrschaft der Islambefolger gefallen. Die Islamisierung dieser Gebiete war ein jahrhundertelanger Prozess, der mit der Machtübernahme durch mohammedanische Herrscher begann.

Auf der Grundlage politischer und militärischer Macht wurden die arabische Sprache und die Ideologie des Islam immer mehr durchgesetzt. Zwecks Effizienz wurde die erfahrene byzantinische und persische Verwaltung vielfach übernommen. Die meisten Gelehrten im arabischen Reich, die vom postkolonialistischen Mainstream als Moslems hingestellt werden, waren ursprünglich byzantinische Christen. Sie waren es, die antikes griechisches Wissen konservierten, das in Europa im Mittelalter teilweise verschüttet wurde.

Die Christen waren in den von den Islambefolgern eroberten Gebieten lange noch die Mehrheit. Während für Polytheisten und Atheisten im Islam schlicht die Tötung vorgesehen ist, dürfen die Anhänger der „Buchreligionen“ (also Juden und Christen, die sich ja auch auf das Alte Testament stützen) weiterleben – wenn sie sich der islamischen Herrschaft demütig unterwerfen.

Dhimmitude und Islamisierung

Sie waren dann sogenannte Dhimmis, Bürger zweiter Klasse, die auf verschiedenste Weise benachteiligt und schikaniert wurden. Sie durften keine Waffen tragen und sich gegen die häufigen, genussvollen Übergriffe durch Islamgläubige niemals wehren (Widerstand wurde mit dem Tod geahndet). Ihre zusätzlichen Steuern mussten sie mit einem Kniefall abliefern und wurden dabei rituell geschlagen.

Die ständigen Demütigungen und der ökonomische Druck durch die Sondersteuern motivierten zum Übertritt zum Islam und waren wesentliche Gründe für die schrittweise Islamisierung der christlichen Gebiete. Dazu kamen die Ansiedlung von Arabern als herrschende Schicht und systematischer Raub von „ungläubigen“ Frauen als Zweit- und Drittfrauen für Islambefolger. Deren Kinder waren dann immer Mohammedaner (umgekehrt dürfen islamgläubige Frauen keine „ungläubigen“ Männer heiraten).

Als Beispiel sei Ägypten genannt. Die moslemische Eroberung fand 639 bis 642 n. Chr. statt. Bis ins 9. Jahrhundert waren die christlich-orthodoxen Kopten allerdings die deutliche Mehrheit. Die Araber bildeten nur eine herrschende Oberschicht. Im 10. Jahrhundert machte die Islamisierung einen großen Schub, als unter der Herrschaft der Fatimiden Kairo zur neuen islamischen Metropole ausgebaut wurde. Zur Zeit der Kreuzzüge stand die demografische Entwicklung Ägyptens an der Kippe.

Im Spätmittelalter (im 13. und 14. Jahrhundert) wurde unter der Herrschaft der Mamluken der ökonomische Druck (durch noch höhere Steuern für Nicht-Muslime) immer größer. Dazu kamen massive Verfolgungen. Die beiden Aspekte führten dazu, dass die einheimische koptische Bevölkerung endgültig zur Minderheit im eigenen Land wurde. Heute sind noch knapp 10 Prozent der Ägypter Kopten. Ihre Mädchen haben bis heute ein Kreuz am Unterarm tätowiert, das sie auch im Fall, dass sie geraubt werden (was bis heute vorkommt), an ihre christliche Herkunft erinnern soll.

Gründe für die Kreuzzüge

400 Jahrhunderte haben die katholischen Christen der sukzessiven Vernichtung ihrer orthodoxen Glaubensbrüder weitgehend tatenlos zugesehen. Warum werden dann „plötzlich“ im 11. Jahrhundert die Kreuzzüge gestartet?

Ein Nebengrund sind innereuropäische Machtkämpfe. Papst Urban II. stützte sich vor allem auf Frankreich (und die christlichen Teile Spaniens sowie Teile Italiens), während der Gegenpapst Clemens III. Deutschland, Oberitalien und England hinter sich hatte. In dieser Lage suchte Urban den Ausgleich mit Byzanz – und inszenierte sich durch den Aufruf zum Kreuzzug zum Führer der Christenheit.

Der Hauptgrund dafür, dass ausgerechnet im 11. Jahrhundert die Kreuzzüge starteten, liegt aber in der intensivierten Aggression der Islambefolger gegen die Christenheit. Schon 1009 ließ Kalif al-Hakim die Grabeskirche in Jerusalem, das höchste Heiligtum der Christen, zerstören. Ebenfalls im 11. Jahrhundert verwüsteten die Seldschuken, islamisierte Turkstämme aus Zentralasien, das christliche Armenien.

Im Jahr 1071 erlitt Byzanz in der Schlacht von Manikert eine katastrophale Niederlage gegen die Seldschuken. Die Folge war, dass Byzanz den Großteil Kleinasiens verlor. Die Seldschuken begannen dann auch, christliche Pilger (orthodoxe wie katholische) zu überfallen und zu töten. 1095 war schließlich die Lage für Byzanz so verzweifelt, dass Kaiser Alexios I. die katholischen Christen um Hilfe bat. Darauf reagierte Papst Urban in Frankreich auf der Synode von Clermont mit dem berühmten Aufruf zum Kreuzzeug.

Motive für die Kreuzzüge

Urban hielt in Clermont eine flammende Rede vor einer großen Menschenmenge, darunter viele Bischöfe und Ritter. Von der Rede sind mehrere Versionen überliefert. Demnach rief er zur Befreiung der Ostchristen, zur Wiederherstellung der Sicherheit der Pilger und zur Rückeroberung Jerusalems auf. Die Rede enthielt, anders als manchmal behauptet, keinen Aufruf zur Bekehrung der Moslems.

Die Motive für die Teilnahme waren vielfältig. Oft wird im politischen Mainstream von Habgier gesprochen. Das ist eine einseitige Darstellung. Sicherlich waren nicht-erbberechtigte zweite und dritte Söhne von Adeligen interessiert, sich im Osten ein Lehen zu erobern. Andererseits mussten Adelige die Teilnahme am Kreuzzug selbst finanzieren und dafür teilweise erhebliche Teile ihres Besitzes verkaufen. Es handelt sich also wohl um eine Mischung aus Interessen und Idealismus.

Generell muss berücksichtigt werden, dass die mittelalterliche europäische Gesellschaft viel religiöser war als die heutige. Religiöse Motive spielten also eine wesentlich größere Rolle. In diesem Zusammenhang hatte Urban den Teilnehmern auch den Erlass von Sünden versprochen (wobei das nicht für Todsünden galt). Und schließlich wurde Bauern für die Teilnahme versprochen, dass im Osten keine Leibeigenschaft bestehen würde und sie dort freie Bauern sein könnten.

Im folgenden Teil 2 dieser Artikelreihe wird der wechselhafte und widersprüchliche Verlauf der Kreuzzüge dargestellt.
In Teil 3 werden die Kreuzzüge bilanziert und bewertet.

(Auszug von RSS-Feed)
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