Der Wal-Rettungsversuch läuft seit Donnerstag. Nun ging es auch sichtbar voran. Der Wal wird heute allerdings noch nicht die Bucht verlassen – zumindest nicht mithilfe der privaten Initiative.
Der in der Ostsee gestrandete Buckelwal wird zunächst weiter in der Bucht vor der Insel Poel ausharren müssen. „Heute wird er nicht mehr transportiert, das können wir sagen“, sagte die an dem privaten Rettungsversuch beteiligte Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert bei einer Pressekonferenz am Samstagnachmittag im Hafen von Kirchdorf.
Wal in der Ostsee: Gibt noch keinen konkreten Zeitplan
Über den konkreten Zeitplan der Aktion des Wals wollte die Medizinerin aus Föhr zunächst nichts sagen. Hintergrund sei, dass das Team von außen nicht unter Druck stehen wolle. Intern gebe es durchaus einen Zeitplan. „Wir sind jetzt gut dabei“, sagte Bahr-van Gemmert.
Das Team gebe jetzt alles für den Wal. Sie gestand aber auch ein: „Wir wären gerne noch schneller.“ Die Tierärztin und die anderen Experten im Team seien davon überzeugt, dass die Rettungsaktion die beste Lösung ist für den Wal. Es bestehe „eine reelle Chance (..), dass er das gut schafft“.
Der Wal-Rettungsversuch vor Poel sorgt für Betrieb auf und vor der Insel. Viele Infos zum Fortschritt der Aktion gibt es nicht – das hat dem Team zufolge auch einen Grund.
Der Rettungsversuch des in der Ostsee gestrandeten Buckelwals zieht sich in die Länge. Seit drei Tagen laufen die Arbeiten einer privaten Initiative, die das Tier lebend zurück ins offene Meer transportieren möchte. „Es läuft eigentlich soweit ganz gut“, sagte Mediamarkt-Gründer Walter Gunz, der die Aktion zusammen mit der Unternehmerin Karin Walter-Mommert finanziert. „Wir sind ja am Beginn des Prozesses.“ Ursprünglich war jedoch für den Fall eines erfolgreichen Verlaufs des Rettungsplan für Freitag der Transport gen Nordsee geplant gewesen.
Wal-Rettung in der Ostsee: Kaum Details bekannt
Am Samstag befanden sich wieder Helfer in der Nähe des Wals. Eine schwimmende Arbeitsplattform näherte sich teils ein Stück dem Wal an, blieb aber noch auf einigem Abstand. Der Greifarm des Baggers bewegte sich. Am Nachmittag wurde eine Art großer Schlauch ins Wasser gelassen, Lärm war zu hören und Wasser wurde aufgewirbelt. Offenbar handelt es sich um probeweise Spülungen. Nach früheren Angaben soll im Bereich des Wals weggespült werden, um diesen dann mit Luftkissen anzuheben.
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Der beauftragte Tauchunternehmer Fred Babbel hatte bereits am Freitag angekündigt, dass Pumpen zu Wasser gelassen werden, um damit zu beginnen, zu spülen. Dies sollte demnach zunächst in etwas weiterer Entfernung erfolgen. Damit sollte laut Babbel die Reaktion des Tieres getestet werden. „Wenn das alles gut läuft, werden wir uns dann dichter nähern.“
Details zum Fortschritt nannten die beiden Geldgeber am Samstag zunächst nicht – auch damit das Team in Ruhe arbeiten kann. Er könne nicht ständig vor Ort anrufen, das würde zu viel Unruhe in die Aktion bringen, so Gunz.
Wal-Rettung: Unternehmerin verweist auf aufwendige Abstimmungen
Unternehmerin Walter-Mommert sagte der dpa: „Glauben Sie mir, wir müssen unserem Team im Moment den Rücken freihalten, damit die in Ruhe arbeiten können.“ Sie verwies auf nach ihrer Aussage aufwendige Abstimmungen mit den zuständigen Behörden. Das sorge intern für viel Arbeit. So müsse etwa das Aufbringen von Tüchern mit Zinksalbe gegen die Hautprobleme des Wals jeden Tag neu beantragt und genehmigt werden.
Nach Aussage einer Sprecherin des Schweriner Umweltministeriums bemühen sich die Behörden um schnelle Abstimmungen. So habe etwa die von der Initiative aus Hawaii hinzugezogene Tierärztin Jenna Wallace zwar keine Berufserlaubnis in Deutschland. Dieses Problem habe man aber schnell gelöst. Sie habe eine vorübergehende Erlaubnis zur Ausübung des tierärztlichen Berufes erhalten. Dabei handle es sich um eine Sonderregelung für Tierärzte aus dem Ausland.
Plane soll unter Wal geführt werden und so gerettet werden
Geplant ist nach früheren Angaben der Initiative, dass unter den Wal eine zwischen Pontons – also schwimmenden Plattformen – befestigte Plane geführt wird. Damit soll er aus dem flachen Bereich geborgen werden. und später Richtung Nordsee gebracht werden.
Die Pontons sollen dazu von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen werden. Messungen des Umweltministeriums zufolge ist der Buckelwal 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch.
Wal am Samstag weitgehend regungslos
Nach Angaben der „Bild“-Zeitung wollten die Helfer erneut das Maul des Tieres kontrollieren und prüfen, ob dort noch Reste eines Netzes zu finden sind. Einem dpa-Fotografen zufolge waren die Helfer am Nachmittag am Maul des Tieres beschäftigt.
Im Gegensatz zu Freitag, als der Buckelwal nach der Annäherung eines Tauchers plötzlich mit starken Bewegungen reagiert hatte, blieb das Tier am Samstag weitgehend regungslos. Gelegentlich buckelte der Wal leicht. Zudem stieß er in regelmäßigen Abständen Wasserfontänen aus.
Etliche Fachleute: Heimreise des Wals unmöglich
Wissenschaftler, Fachleute von Behörden sowie Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen waren sich nach umfassender Prüfung zuletzt einig, dass der Wal Ruhe brauche und weitere Eingriffe dem Tier massive Schäden zufügen würden. Der Buckelwal sei orientierungslos und so schwach und geschädigt, dass er die Heimreise nicht schaffen werde.
Seit Wochen beschäftigt die Rettung des vor der Ostsee-Insel Poel gestrandeten Buckelwals die Öffentlichkeit – und das in Zeiten vieler globaler Krisen. Doch während andere Krisen lähmen, macht das tonnenschwere Tier einige Menschen handlungsfähig, meint der Deutsche Ethikrat.
Das Drama rund um den vor der Ostsee-Insel Poel gestrandeten Buckelwal sorgt nach Ansicht des Deutschen Ethikrats bei einigen Menschen für mehr Handlungsfähigkeit statt Ohnmacht.
Ohnmachtsgefühl durch Vielzahl and Krisen
Einige bekämen das Gefühl, „hier noch irgendwas machen zu können, irgendwas tun zu können, irgendwas noch zu tun, weil alle anderen Krisen, sei es die Klimakrise, sei es die Kriege, ja doch in ein gewisses Ohnmachtsgefühl führen“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Ethikrats in einem am Freitag aufgezeichneten Interview mit dem Sender News5. „Wir fühlen uns ohnmächtig und da können wir jetzt was tun.“ Das erkläre die Reaktion vieler, die sonst keine Nähe zu Walen gehabt hätten.
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Das Phänomen, dass so eine Mensch-Tier-Beziehung wichtiger erscheine als alle Kriegsszenarien um uns herum, sei auch ein Zeichen der Zeit, sagte sie. „Und es ist sehr interessant, dass in diesen großen Krisenzeiten diese, in Anführungszeichen, kleine, für manche sehr große Krise, ja alles andere überschattet.“
Ethische Abwägungen bei der Frage der Rettung
Die Frage nach der richtigen Hilfe sowie dem Umfang müsse stets neu beurteilt werden. „Ich würde immer sagen, maximal viel für das Tier, aber auch nicht unverhältnismäßig für den Menschen.“ Dieses Abwägen mache es schwierig, eine Seite für die richtige zu beurteilen. „Es ist ein Prozess, immer wieder zu entscheiden, jeden Tag.“
Die Meinung der Fachwissenschaft sei elementar. „Ich würde immer Meeresforscher, diejenigen, die sich wirklich mit den Walen auskennen, fragen, weil die können es am besten beurteilen“, sagte sie. Sie sprach sich gegen sogenannte Quasiexperten aus. Der sehr spezifische Fall des Buckelwals sei sowohl eine tierethische, als auch eine medienethische Frage
Eine gewisse Verpflichtung der Menschen bestehe aber: „Der menschliche Eingriff in die Natur ist so stark, also wir sind so invasiv, dass wir immer mehr moralische Verantwortung tragen, auch solche Arten zu retten.“ (dpa/mp)
Tödliches Unglück im Landkreis Nordwestmecklenburg: Dort hat ein Zug vermutlich eine Frau und drei Hunde überfahren. Es gibt noch viele offene Fragen.
Eine unbekannte Person und drei Hunde sind bei Grevesmühlen von einem Regionalzug erfasst und getötet worden. Höchstwahrscheinlich handele es sich um eine Frau mittleren Alters, die genaue Identität sei aber derzeit noch unklar, sagte ein Sprecher der Polizei.
Nach Angaben der Polizei meldete in der Nacht zu Samstag ein Mitarbeiter der Bahn der Bundespolizei einen Zusammenstoß des Zuges mit vermutlich einem Wildtier. Bei der Untersuchung der Unfallstelle wurden dann jedoch die tote Person und die drei leblosen Hunde gefunden. Wie es genau zu dem Unglück kam, sei noch unklar. Die Polizei ermittle in alle Richtungen, hieß es. (dpa/mp)
Ein zwölf Tonnen schwerer Buckelwal liegt seit 19 Tagen vor der Insel Poel fest. Die private Rettungsinitiative bereitet sich vor, doch Fachleute warnen vor weiteren Aktionen: Der Wal brauche Ruhe, so die Experten. Auch Greenpeace hält die Überlebenschancen des Tieres für gering – aus mehreren Gründen.
Die private Rettungsinitiative für den vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwal will ihre Arbeit am Samstag fortsetzen. Am Freitag waren bereits erste Probespülungen gemacht und weiteres Material herbeigeschafft worden. Bereits da war jedoch schon klar: „Wir sind einen Tag hinten dran“, sagte der Mediamarkt-Gründer Walter Gunz. Er finanziert zusammen mit der Unternehmerin Karin Walter-Mommert die Aktion. Der geschwächte Wal liegt am Samstag bereits den 19. Tag an derselben Position in der Kirchsee in der Wismarer Bucht.
Das Befinden des Tieres bestimmt den Zeitplan
Ob die eigentliche Rettung am Samstag starten kann oder es bei weiteren Vorbereitungsarbeiten bleibt, ist unklar. Beim Zeitplan müsse man sich nach dem Befinden des Tieres richten, hatte eine Mitarbeiterin aus dem Team der privaten Initiative gesagt.
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Luisa Neubauer im MOPO-Interview: „Ich bin immer noch das Mädchen, das seinen Vater zu früh verlor”
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28 Seiten Plan 7: Endlich wieder nachts ins Museum & Ausgeh-Tipps für jeden Tag
Am Freitagmorgen hatte der Buckelwal mit heftigen Bewegungen auf einen sich nähernden Taucher reagiert. Das Tier schlug kräftig mit der Schwanzflosse, der Fluke, und drehte sich um beinahe 90 Grad, wie in Livestreams zu sehen war. Nach wenigen Minuten beruhigte sich der Wal wieder und lag still im Wasser.
Pontons und Plane sollen den Wal tragen
Das Tier soll auf einer Plane zwischen zwei Pontons in Richtung Nordsee transportiert werden. Die Plane muss zuvor unter das etwa zwölf Tonnen schwere Tier gebracht werden. Dazu soll es mit Luftkissen angehoben werden, wofür wiederum zuvor Schlick weggespült werden muss.
Vorbereitungen für die Rettungsaktion für den gestrandeten Wal beginnen. picture alliance/dpa | Christopher Hirsch
Vorbereitungen für die Rettungsaktion für den gestrandeten Wal beginnen.
Die Pontons sollen von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen und so angeordnet werden, dass innen eine Freifläche von sechs mal zwölf Metern entsteht. „Da drin wird der Wal sich dann ja aufhalten“, sagte der Chef des von der privaten Initiative beauftragten Tauchunternehmens, Fred Babbel. Messungen des Umweltministeriums zufolge ist der Buckelwal 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch.
Greenpeace: Wal zu stark geschwächt
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht allerdings wenig Chancen für eine Rettung des Wals durch die private Initiative. „Die Chancen, dass er in der Nordsee landet und dort frei schwimmt, sind gering“, sagte ein Sprecher. Er geht davon aus, dass der Wal dort ertrinken wird, weil er so geschwächt ist. Die Überlebenschancen des Tieres bei einem erfolgreichen Rettungsversuch seien demnach gering. Das gelte erst recht für die Möglichkeiten des Wals im Atlantik – sollte er dorthin gelangen.
Das Tier werde durch verschiedene Faktoren geschwächt, da es aktuell keine Nahrung aufnehmen könne und hungere – der Ernährungszustand sei entsprechend schlecht, sagte der Umweltschützer. Hinzu kommen die Reste eines Netzes im Maul des Wals: „Wir wissen nicht, was mit dem Netz ist, möglicherweise ist es in die Haut eingewachsen, oder er hat Teile verschluckt – das wissen wir nicht.“
Etliche Fachleute: Wal solle in Ruhe und Würde sterben
Wissenschaftler gehen zudem davon aus, dass sich Wasser in der Lunge des Wals sammelt. Dadurch sei die Atmung beeinträchtigt und der Sauerstoffaustausch über die Lungenoberfläche stark eingeschränkt, sagte der Sprecher. Dadurch werde das ohnehin durch Hautkrankheiten geschwächte Tier zusätzlich beeinträchtigt. „Dieser Wal ist so schwach, dass er sich entschieden hat, dort liegenzubleiben.“
Den Transport schätzt er als riskant ein. „Ich weiß nicht, ob dieser Schleppverband den weiten Weg in die Nordsee übersteht – das ist nicht ohne.“ Die Umweltschutzorganisation Greenpeace beteiligt sich daher nicht an der geplanten Rettungsaktion.
Bislang hatten Experten erklärt, dem geschwächten Buckelwal könne nicht sinnvoll geholfen werden, und es sei das Beste, ihn in Ruhe und Würde sterben zu lassen. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte am Mittwoch dann aber doch überraschend grünes Licht für den Rettungsversuch einer privaten Initiative für den bei Wismar gestrandeten Buckelwal gegeben. Die Verantwortung für die neue Aktion liege komplett bei den Initiatoren, betonte Backhaus, auch finanziell. (dpa/mp)