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Gestern — 05. Juni 2026MOPO

„Schämt euch!” Rassismus-Vorwürfe gegen Fitnessstudio bei Hamburg

05. Juni 2026 um 19:44

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Mit einer „angenehmen Trainingsatmosphäre“ wirbt das Fitnessstudio „Sportsfreunde“ in Oststeinbek (Kreis Stormarn) um Mitglieder. Murat Firat (28), Vorsitzender des Mümmelmannsberger SV, wollte dort Mitglied werden – doch nach monatelangem Warten lehnte das Studio seine Anmeldung ohne Begründung ab. Firat vermutet, dass dabei sein Name eine Rolle gespielt haben könnte, und fühlt sich diskriminiert. Andere Nutzer schildern ähnliche Erfahrungen. Das Fitnessstudio hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert. Inzwischen beschäftigt der Fall auch die Lokalpolitik in Hamburg.

„Ich wollte mich dort letztes Jahr im Sommer als neues Mitglied anmelden“, sagt Murat Firat. Denn das Studio wirbt mit niedrigen Preisen und befindet sich unmittelbar an der Grenze zu Billstedt. Er vereinbart ein Probetraining für den 16. Juli 2025. An diesem Tag bekommt Firat nur eine Mail: Das Studio storniert das Training. Der MOPO liegt der Mailverkehr vor. Es gibt weder eine Begründung noch einen Alternativtermin.

Mehrere Berichte über Diskriminierung im Fitnessstudio

Der 28-Jährige hat sich an dem Tag bereits freigenommen und geht trotzdem hin. Vor Ort gibt’s zwar kein Training, aber er darf laut eigener Aussage eine Anmeldung ausfüllen. Dann hört er nichts mehr von dem Studio. Immer wieder sei er hingefahren und habe nach dem Status seiner Unterlagen gefragt. Doch die Mitarbeitenden können ihm nicht helfen, die Chefin sei im Urlaub. Trotzdem hätten sie schon mal ein Foto für den Mitgliedsausweis gemacht.


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„Dann habe ich die Sache erst mal ruhen lassen“, sagt Firat. Er wartet und sieht sich schließlich die Google-Rezensionen des Studios genauer an. Dort berichten auch andere Nutzer mit ausländisch klingenden Namen von langen Wartezeiten.

„Ich weiß nicht, ob sie etwas gegen Ausländer haben, aber man sollte sich mal genauer ansehen, wie die Anmeldung dort abläuft“, schreibt ein Nutzer. Außerdem weist Google darauf hin, dass bei dem Studio zwischen 51 und 100 Rezensionen entfernt wurden. Als Grund wird „Diffamierung“ genannt. Wer die Löschung veranlasst hat und worauf sich die Angabe konkret bezieht, geht aus dem Hinweis nicht hervor.

Hamburger Fitnessstudio: Ablehnung ohne Begründung

Schließlich setzt Firat dem Fitnessstudio im März 2026 eine Frist und fordert eine schriftliche Rückmeldung zum Status seiner Anmeldung. Sollte er nicht aufgenommen werden, verlangt er die Löschung seiner Daten. Eine Woche später antwortet das Studio: „Aktuell bieten wir Ihnen keine Mitgliedschaft in unseren Studios an.” Es tut dem Studio leid, dass es keine Rückmeldung zum Antrag gab, und sie hätten keine personenbezogenen Daten erhoben.

Warum Firat keine Mitgliedschaft angeboten wird, bleibt unklar. Eine Anfrage der MOPO hat das Studio bislang nicht beantwortet.

Firat hat seinem Ärger schließlich in einem TikTok-Video Luft gemacht: „Ich bin in Hamburg geboren, aufgewachsen, ein voll integriertes Mitglied dieser Gesellschaft und ehrenamtlich als Trainer und Vorsitzender in einem Verein tätig.”

@zzfighter97 Diskriminierung durch ein Fitnessstudio in Hamburg. Schämt euch, Sportsfreund Fitness! #rassismus #sportsfreundfitness #hamburg #fitness #fyp ♬ Beat – beaty

Überall suche das Fitnessstudio mit Werbeanzeigen nach neuen Mitgliedern – und dann das. „Das ist für mich ein riesiger Dorn im Auge. Wie so ein Gym so operieren kann. Wie an diesem Standort, an dem so Multikulti gelebt wird, nach Nachnamen gefiltert wird“, sagt Firat. Eindeutige Belege dafür, dass das Studio tatsächlich nach Herkunft oder Nachnamen unterscheidet, liegen bislang allerdings nicht vor.

SPD-Abgeordneter: „Gift für unser Miteinander“

Unter dem Video gibt es inzwischen zahlreiche Kommentare von Nutzern, die ähnliche Erfahrungen schildern. „Ich wollte dort Mitglied werden, die haben mich ignoriert und danach abgelehnt. Das mit dem Probetraining hatte ich auch”, schreibt ein Nutzer, der sich „Ali Abi” nennt.

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Baris Önes, SPD-Bürgerschaftsabgeordneter im benachbarten Billstedt, macht das ebenfalls wütend: „Menschen nur wegen ihres Namens auszusortieren, ist inakzeptabel und Gift für unser Miteinander. Es darf nicht sein, dass selbst ehrenamtliche Vorbilder wie Murat immer wieder um ihren Platz in der Gesellschaft kämpfen müssen.” Das Gesetz verbiete solche Diskriminierung. Fitnessstudios müssten endlich begreifen, dass sie sich rechtlich nicht aus der Verantwortung ziehen können.

„Schämt euch!” Rassismus-Vorwürfe gegen Fitnessstudio bei Hamburg wurde gefunden bei mopo.de

(Auszug von RSS-Feed)

Ex-Antisemitismusbeauftragter geht zur Opposition – und kritisiert den Senat

05. Juni 2026 um 10:38

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Ein Palästina-Camp auf der Moorweide, eine verbrannte Israel-Flagge auf dem Rathausmarkt – seit dem 7. Oktober 2023 wird Antisemitismus immer häufiger in Hamburg sichtbar. Schon vor Jahren hat der Senat eine Strategie dagegen beschlossen – doch Handlungen folgen nicht, kritisiert jetzt die CDU. Sie will gemeinsam mit Stefan Hensel, Hamburgs ehemaligem Antisemitismusbeauftragten, eine eigene Strategie entwickeln. Hensel hatte Ende 2025 überraschend sein Amt niedergelegt – seitdem ist es unbesetzt. Jetzt kritisiert Hensel den Senat scharf.

„Die Lage ist ernst, da gibt es nichts rumzudeuteln – Antisemitismus ist für viele Jüdinnen und Juden in Hamburg längst bittere Realität“, sagt CDU-Chef Dennis Thering am Freitag im Rathaus. Die Fraktion hatte zu einer Pressekonferenz geladen, mit bis dahin geheim gehaltener „Expertise”.

Unter anderem das Palästina-Camp auf der Moorweide hätte gezeigt, dass Antisemitismus Platz in der Stadt habe, so Thering. Das sei ein „massives und strukturelles Problem“. Thering bezieht sich auch auf die Dunkelfeldstudie aus dem Jahr 2024.  Demnach waren in den zwölf Monaten vor der Erhebung 77 Prozent der befragten Jüdinnen und Juden von antisemitischen Vorfällen betroffen.

Stefan Hensel berät Hamburgs CDU-Chef

Der ehemalige Antisemitismusbeauftragte Stefan Hensel hat sich auf Anfrage der CDU jetzt bereiterklärt, Fraktionschef Thering in den kommenden vier Monaten zu beraten. „Wir werden einen eigenen Aktionsplan gegen Antisemitismus vorlegen“, so Thering. Bewilligte Gelder gegen Antisemitismus würden aktuell ungenutzt verfallen, dafür gibt er auch der zuständigen Senatorin Maryam Blumenthal die Schuld.

Pro-palästinensisches Protestcamp auf der Moorweide. Es steht unter dem Motto „Bridges of Resistance“. ddp/NIBOR
Pro-palästinensisches Protestcamp Moorweide
Pro-palästinensisches Protestcamp auf der Moorweide. Es steht unter dem Motto „Bridges of Resistance“.

Seit 2024 hat Hamburg bereits eine Landesstrategie gegen Antisemitismus und zur Förderung jüdischen Lebens. Darin sind mehr als 150 Maßnahmen verankert, wie der Aufbau einer Bildungsstelle gegen Antisemitismus, die Meldung und Dokumentation von Vorfällen oder das Amt des Antisemitismusbeauftragten.

Antisemitismus: Hensel über den Senat

Dieses Amt ist aktuell jedoch nicht besetzt. Seitdem Hensel 2025 seinen Rückzug verkündete, ist die Nachfolge ein brisantes Thema – aktuell gibt es einen Rechtsstreit vor Gericht. „Ich bin kein CDU-Mitglied geworden, sondern dabei, weil ich gefragt wurde“, sagt Hensel. Sein Eindruck sei, dass sich die Partei seit Jahren „ehrlich“ gegen Antisemitismus starkmache.

Am Samstag hatten mutmaßlich linke Demonstranten eine israelische Fahne auf dem Rathausmarkt verbrannt. Am Mittwochnachmittag wurde die Flagge mit dem Davidstern am Hamburger Rathaus gehisst – als Zeichen gegen Antisemitismus. privat
Israel-Fahne
Am Samstag hatten mutmaßlich linke Demonstranten eine israelische Fahne auf dem Rathausmarkt verbrannt. Am Mittwochnachmittag wurde die Flagge mit dem Davidstern am Hamburger Rathaus gehisst – als Zeichen gegen Antisemitismus.

Auf Nachfrage wird Hensel zu den Gründen für seinen plötzlichen Rücktritt noch deutlicher: Dieser habe nicht nur mit dem wachsenden Antisemitismus seit dem 7. Oktober 2023 – dem Tag des Terrorangriffs der Hamas auf Israel – zu tun. In der Zusammenarbeit mit dem Senat sei es „auf einmal sehr kleinteilig“ geworden, wenn es um die Umsetzung von Maßnahmen ging.

Umgang mit Antisemitismus: „Es ist die Angst vor Klarheit“

„Ich glaube, dass es die Angst vor Klarheit ist“, sagt Hensel. Bei anderen Themen wie Homophobie würde man nicht über das Tatmotiv spekulieren, bei antisemitischen Taten hingegen schon. Viele hätten nicht die Klarheit zu unterscheiden, was Antisemitismus ist und was eine normale Kritik am staatlichen Handeln Israels ist.

„Man hat die Strategie verabschiedet und seitdem ist mir nicht bekannt, dass sie auch nur in einer Richtungsentscheidung berücksichtigt wurde“, so Hensel. Bis heute gebe es an Hamburger Schulen zum Beispiel keine Meldepflicht für antisemitische Straftaten.

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Die CDU will den Senat aus der Opposition heraus in Sachen Antisemitismus jetzt offensichtlich stärker vor sich hertreiben. Es brauche etwa schnellere Verfahren und strengere Regeln zum Versammlungsrecht. „Wir müssen konsequenter handlungsfähig sein“, sagt Dennis Gladiator, Innenpolitikexperte der CDU. Bis zum Herbst soll der Aktionsplan der CDU stehen.

Ex-Antisemitismusbeauftragter geht zur Opposition – und kritisiert den Senat wurde gefunden bei mopo.de

(Auszug von RSS-Feed)
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