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Heute — 02. Februar 2026

Programmierung auf Gehorsam und Konformität: Bleiben wir Menschen?

02. Februar 2026 um 09:00

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Die moderne Pädagogik setzt auf maximale Anpassung: Statt das zu fördern, was uns Menschen ausmacht, wird es uns aberzogen, damit wir uns form- und steuerbar in das von oben gewünschte Kollektiv einfügen. Dieses Kollektiv hat mit Gemeinschaft jedoch nichts zu tun – und nichts an dieser Entwicklung ist fortschrittlich.

Der folgende Gastbeitrag erschien zuerst bei Haintz.Media:

Jede Epoche kennt Wandel. Doch nicht jeder Wandel ist Entwicklung. Entwicklung setzt Sinn voraus, Orientierung, ein Bild vom Menschen. Der gegenwärtige Umbau unserer Gesellschaft erscheint vielen jedoch weniger als bewusster Fortschritt, sondern als eine Abfolge von Anpassungsforderungen, deren Ziel sich dem öffentlichen Diskurs entzieht.

Technologie, Digitalisierung und Automatisierung werden als alternativlose Antworten präsentiert. Sie erscheinen nicht mehr als Werkzeuge des Menschen, sondern als normative Kraft, der sich der Mensch zu unterwerfen habe. Dabei wird selten gefragt, wem diese Transformation dient und welches Menschenbild ihr zugrunde liegt. Besonders deutlich zeigt sich dies im Bildungswesen. Die zunehmende Implementierung von Robotik und digitaler Steuerung in Schulen wird mit Unterstützung, Effizienz und Zukunftsfähigkeit begründet.

Das bedürftige Kind verschwindet hinter dem formbaren Kollektiv

Auch wenn der Datenschutz beteuert wird – den es in der digitalen Welt de facto nicht geben kann – besteht im Hintergrund stets die Gefahr einer Überwachung im Sinne von 1984: Verhalten, Konformität und Gesinnung können dabei je nach Bedarf zur Falle werden. Schülern, die aus gesundheitlichen oder therapeutischen Gründen zeitweise nicht am Unterricht teilnehmen können, soll durch den Einsatz eines Avatar-Roboters der Zugang zum Unterricht von zu Hause aus ermöglicht werden.

Doch hinter diesen Begründungen wirkt eine andere Logik: Nicht ein bedürftiges Kind steht im Zentrum, nicht Beziehung, Reifung, pädagogische Therapie oder Erkenntnis – sondern Anpassung, Standardisierung und Formbarkeit des Kollektives. Bildung wird weniger als gemeinschaftlicher Prozess verstanden, sondern als technische Optimierung und Notwendigkeit des Menschen. Wie bereits während der Corona-Jahre vollzieht sich auch hier ein bekanntes Muster: Wer Fragen stellt, wird moralisch adressiert. Kritik wird nicht argumentativ beantwortet, sondern emotional delegitimiert. Es entsteht Spaltung innerhalb der Schulgemeinschaft – zwischen „fortschrittlich“ und „rückständig“, „solidarisch“ und „unsolidarisch“. Persönliche Angriffe ersetzen den Diskurs. Angst und Schuldgefühle werden zu Steuerungsinstrumenten.

Philosophisch betrachtet handelt es sich um eine Verschiebung vom logos zum pathos: vom vernünftigen Austausch hin zur emotionalen Lenkung. Wo Angst regiert, wird Logik und friedlicher Diskurs als Gefahr empfunden. Wo Zugehörigkeit an Konformität gebunden ist, wird Denken zur Abweichung. Der Einzelne lernt, Unlogik zu akzeptieren, um massenformativ nicht ausgeschlossen zu werden.

So entsteht eine paradoxe Situation: Die „Normalität“ wird pathologisiert, Zweifel gelten als Krankheit, Anpassung als Tugend. Der Mensch soll flexibel sein, aber nicht frei. Vernetzt, aber nicht selbstbestimmt und frei. Informiert, aber kaum mehr urteilsfähig. Diese Dynamik zerstört das Gemeinwesen nicht durch offene Gewalt, sondern durch schleichende Entfremdung. Gemeinschaft wird ersetzt durch Verwaltung, Bildung durch Programmierung, Verantwortung durch Vorgaben.

Der Mut, Mensch zu bleiben

Der Mensch wird Objekt eines Systems, das vorgibt, ihn zu schützen, während es minimiert, was ihn ausmacht: Urteilskraft, Würde, Autonomie. Der eigentliche Verlust unserer Zeit ist daher nicht technologischer Natur, sondern ein anthropologischer. Die Frage ist nicht, wie digital oder effizient wir werden – sondern ob wir den Mut behalten, Mensch zu bleiben in einer Ordnung, die Anpassung oder Konformität höher bewertet als Wahrheit und Menschlichkeit.

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Gestern — 01. Februar 2026

Vortrag „Wo Kinder Wurzeln schlagen – Bildung beginnt in der Natur“ 

01. Februar 2026 um 05:00

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In einer Zeit, in der Kinder zunehmend in digitalen Welten aufwachsen und die Begegnung mit der Natur immer seltener wird, wächst die Sorge um eine schleichende Naturentfremdung. Der Verlust an direkter Naturerfahrung hat nicht nur ökologische, sondern auch emotionale und soziale Folgen – für Kinder ebenso wie für die Gesellschaft insgesamt. Der Vortrag „Wo Kinder… Weiterlesen
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