Die AfD-Bundestagsabgeordneten Christian Zaum (56) und Fabian Jacobi (52) wollen beim Landesparteitag der nordrhein-westfälischen AfD im März gegen Noch-Landeschef Martin Vincentz (39) als gemeinsame Doppelspitze für den Vorsitz des mitgliederstärksten AfD-Landesverbandes kandidieren (der Deutschland-Kurier berichtete zuerst).
Was steckt dahinter?
Wie bei jeder Personalentscheidung in der Politik geht es auch bei diesem demokratischen Führungswettstreit um eine Richtungsentscheidung: Soll der „bürgerlich-liberale“ Kurs im bevölkerungsreichsten Bundesland unter Martin Vincentz fortgesetzt werden? Oder will die NRW-AfD nach dem insgesamt hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Ergebnis bei der Kommunalwahl im September 2025 mit einer stärkeren Akzentuierung des national-konservativen Elementes nach dem Vorbild der erfolgreichen Landesverbände in Ostdeutschland neu durchstarten?
Treibende Kraft hin zu einem betont national-konservativen Kurs ist der in der Bundes-AfD hervorragend vernetzte Dortmunder Bundestagsabgeordnete und Kulturpolitiker Matthias Helferich (37). Er gilt hinter den Kulissen als „starker Mann“ der AfD an Rhein und Ruhr. Vincentz hingegen sei „angeschlagen“ und „geschwächt“, heißt es in mehreren Medienberichten übereinstimmend.
Der amtierende Chef des mitgliederstärksten AfD-Landesverbands ist zugleich Vorsitzender der Düsseldorfer AfD-Landtagsfraktion. Vor allem die Ermittlungen gegen seinen Vertrauten, den AfD-Landtagsabgeordneten Klaus Esser, dürften Vincentz massiv geschadet haben. Seit mehr als einem Jahr ermittelt die Staatsanwaltschaft Aachen gegen Esser wegen des Vorwurfs der Urkundenfälschung und des Titelmissbrauchs. Der Vincentz-Vertraute bestreitet die Vorwürfe.
Wahl mit Signalwirkung: Wer ist das neue NRW-Doppel?
Christian Zaum gilt als Vertrauter Helferichs. Fabian Jacobi, bislang Stellvertreter von Vincentz, stehe „in between“, heißt es in der NRW-AfD. Seine Bewerbung sei ein Kompromissangebot auch an den Vincentz-Flügel. Die „Siegener Zeitung“, aus deren Einzugsbereich Zaum kommt, spekuliert bereits: Der Überraschungscoup mit der Doppelkandidatur der beiden AfD-Bundestagsabgeordneten könnte zu einem „riesigen Erfolg“ für Helferich und das national-konservative Lager werden. Das Blatt schreibt: „Sollte die Doppelspitze den größten Landesverband der AfD tatsächlich übernehmen, wäre dies ein klares Zeichen: für eine härtere Gangart der AfD auch in westdeutschen Bundesländern.“
Garant für einen klaren patriotischen Kurs mit den Schwerpunkten Remigration und Kampf gegen linksgrün-woken Ideologie-Irrsinn auch an Rhein und Ruhr dürfte gewiss Christian Zaum sein. Der 56 Jahre alte Burschenschafter, von Beruf Gymnasiallehrer (Deutsch, Geschichte), gehört der AfD-Bundestagsfraktion seit der Neuwahl vor einem Jahr an. Zaum ist stellvertretender Sprecher des Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein und zudem Sprecher des Bezirks Arnsberg. Für seinen engen Draht zu Helferich spricht, dass Letzterer Gastredner beim Neujahrsempfang der AfD Siegen-Wittgenstein war – nicht zum ersten Mal übrigens.
Mainstream schnappatmet
Die bevorstehende demokratische Machtprobe in Nordrhein-Westfalen hat bereits die Mainstream-Medien auf den Plan gerufen: „Sollte die Doppelspitze den größten Landesverband der AfD tatsächlich übernehmen, wäre dies ein klares Zeichen für die zunehmende Radikalisierung der AfD auch in westdeutschen Bundesländern“, schnappatmet die linksgrüne „Zeit“.
Man könnte es natürlich auch so sehen: Zwar liegt die AfD an Rhein und Ruhr laut einer aktuellen Infratest-Umfrage derzeit mit 15 Prozent auf Platz 3 vor den „Grünen“ (13 Prozent), aber da geht mit einem klaren Profil ganz sicher noch mehr!
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