Gegen 22.00 Uhr ist ein Auto im Bereich Tiergarten in die Abschlusskundgebung der Berliner CSD-Demonstration gerast. Noch ist unklar, ob es sich um einen Anschlag handelt, es soll jedoch zahlreiche Verletzte geben. Die Polizei ruft dazu auf, den Bereich Tiergarten / Siegssäule zu meiden. Ein Großaufgebot an Beamten ist im Einsatz. Die Polizei hat bestätigt: [...]
Zitat des Tages: „Begreifen wir endlich: Zuwanderungsgeschichte haben nicht nur einzelne Menschen – unser ganzes Land hat sie. Deutschland ist ein Land mit Migrationshintergrund.“ (Bundespräsident Steinmeier, Welt) „Indem unsere Politiker zulassen, dass sich Hunderttausende unter Bruch bestehender Gesetze hierzulande niederlassen und dafür sogar noch mit üppigen Zahlungen belohnt werden, legen sie die Axt an unsere [...]
Die COMPACT-Spezialausgabe „Schurkenstaat“ sorgt auch lagerübergreifend für Aufsehen. So hat der linke Streamer Kilominati auf die Vorstellung der Ausgabe bei COMPACT-TV mit Jürgen Elsässer und Peter Feist reagiert. Ihm verschlägt es vor Begeisterung beinahe die Sprache. Hier mehr erfahren. Der linke antiimperialistische Streamer Kilominati reagierte zuletzt mit einem eigenen Video auf die Vorstellung des Heftes [...]
Zitat des Tages: „Die AfD hat sich in den ostdeutschen Bundesländern längst als Volkspartei etabliert. Viele ihrer Funktionäre stammen aus der CDU. Was nützt da die Brandmauer noch? Die Frage ist legitim, ja notwendig.“ (Handelsblatt) „Die sogenannte Brandmauer ist nichts anderes als eine antidemokratische Kartellabsprache, um den Wählerwillen auszuhebeln, um Millionen von Wählern auszuschließen.“ (COMPACT-Magazin) [...]
Editorial – Kommt die DDR zurück? Titelthema Agenten gegen die AfD – Wie Geheimdienste die Opposition unterwandern Die Geheimnisse von Schloss Fuschl – Meine Erfahrungen mit Tom Rohrböck Interview mit einem Phantom – Tom Rohrböck im Gespräch Schmutzige Dollars – Lockangebote an alternative Medien Im Auftrag des Staates – Neonazis, V-Männer und Agenten Politik Babylon [...]
Der Ausschluss des AfD-Bundestagsabgeordneten Martin Sichert von der Landratswahl sorgt bundesweit für Entsetzen. Für PP-Gastautor Frank Helbig geht es dabei längst nicht mehr nur um einen einzelnen Kandidaten: Er sieht in der Entscheidung einen Angriff auf fundamentale rechtsstaatliche Prinzipien – und warnt vor einem Präzedenzfall, der künftig jeden politisch missliebigen Bewerber treffen könnte. Der Wahlausschuss […]
Vorabdruck aus der Augustausgabe von COMPACT-Magazin. Agenten gegen die AfD «Die Arbeit für den Verfassungsschutz ist ein heikles Geschäft, um nicht zu sagen ein schmutziges.» (Berliner Zeitung, 17.7.2000) «Warum aber macht Tom Rohrböck all das? Die einen sagen, es gehe ihm um Geld. Andere glauben, er wolle politische Macht erlangen und rechte Politik fördern. So [...]
Zitat des Tages: „Es gibt parteiübergreifend differenzierte Stellungnahmen zur Miet-Mutterschaft. Etwas plumperes, als diese Antwort von Frau Brosius-Gersdorf habe ich noch nicht gelesen. Ein Segen, dass sie nicht im höchsten deutschen Gericht sitzt, das über die Werteordnung der Verfassung wacht.“ (Armin Laschet auf X) „Wie wichtig die Verhinderung von Brosius-Gersdorf gewesen ist, verdeutlicht ein Blick [...]
Vorabdruck aus der Augustausgabe von COMPACT-Magazin. Zu COMPACT allgemein Auf einer Corona-Demo in Stuttgart im April 2021 habe ich ein COMPACT-Magazin in die Hand gedrückt bekommen. Seit jenem Moment bin ich Leserin, seit dem Sieg über die Bundesregierung im Verbotsverfahren auch Abonnentin. Ursprünglich habe ich mich als Linke empfunden. Das bin ich wahrscheinlich immer noch, [...]
Vorabdruck aus der Augustausgabe von COMPACT-Magazin. Die Methode Epstein. Wie ein Netzwerk aus Macht, Medien und Panik funktioniert. Der investigative Comic über Krisenmanagement, Einfluss und Vertuschung. Jetzt lesen! Dieser Artikel erschien im COMPACT-Magazin 08/2026. Diese Ausgabe können Sie in digitaler oder gedruckter Form hier bestellen. [...]
Matthias Helferich sitzt für die AfD im Kulturausschuss des Deutschen Bundestages. Der Jurist aus Dortmund beschäftigt sich mit Fragen der Kulturpolitik, des Postkolonialismus und der nationalen Identität. Im Gespräch mit Ed Piper erläutert er, weshalb er Kultur für das zentrale politische Schlachtfeld der Gegenwart hält, warum er das Konzept des „Postkolonialismus“ als Angriff auf das […]
Zitat des Tages: „Wer konservative Werte ernst nimmt, sollte sie nicht nur auf Leihmutterschaft, Schwangerschaftsabbrüche oder Familienmodelle anwenden. Auch Ehrlichkeit, Integrität und ein verantwortungsbewusster Umgang mit öffentlichen Mitteln sind Werte. Vielleicht sogar die wichtigeren. Sie entscheiden mit darüber, ob Bürger Politikern vertrauen.“ (Aachener Zeitung) „Ich finde Jens Spahn sehr mutig, dass er sich überhaupt noch [...]
Skandal! Skandal! Skandal! Der Kabarettist Uwe Steimle hat auf offener AfD-Bühne die DDR-Hymne „Auferstanden aus Ruinen“ gesungen! Was, wie Steimle im Kontrafunk sagte, als Aufruf zur Einheit Deutschlands gedacht war, lässt „UnsereDemokratie“ toben. Umso mehr, da augenscheinlich auch die beiden AfD-Granden Tino Chrupalla und Ulrich Siegmund in den Gesang einstimmten. Gastbeitrag von Parviz Amoghli. Der […]
Während Deutschland wirtschaftlich abrutscht und die Schulden explodieren, inszeniert sich die politische Elite in Zollwesten und barocken Schlössern als große Gestalterin. Frank Wahlig über einen Kanzler, der mehr scheint, als er ist – und über den letzten Tanz der Mächtigen vor der Sommerpause. Mit starken Bildern in die Sommerpause. Die Bilder sollen eine Zeit lang […]
Abstieg zum Stolleneingang (Foto: Historischer Verein).
Am 4. Juli 2026 unternahm der Historische Verein Osnabrück eine Exkursion zum Silbersee-Steinbruch und zum Besucherstollen am Hüggel.
18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden von zwei Tourguides von TERRA.vita — Jörg Hillmann und Astrid Schmidtendorf — in zwei Gruppen rund 2,5 Stunden lang fachkundig durch das Gelände geführt.
TERRA.vita-Infohütte bei der Gaststätte zum Jägerberg. (Foto: Historischer Verein)
Anlass der Exkursion war die Kombination aus regionaler Geschichte, Geologie und Naturschutz: Der Hüggel ist ein geologisches Kleinod, das auf engem Raum Zeugnisse zahlreicher Erdzeitalter zeigt und zugleich die Spuren des historischen Bergbaus trägt.
Die Exkursion machte die Vielschichtigkeit dieses Höhenzugs zwischen Hagen am Teutoburger Wald und Hasbergen erfahrbar — von den Sedimenten vergangener Meere bis zu den tektonischen Kräften, die das Relief formten. Dabei trat besonders deutlich hervor, wie hier Erdgeschichte auf neuere Industriegeschichte trifft: die uralten Kalk- und Fossilschichten lieferten bis ins 20. Jahrhundert hinein Rohstoffe, die den regionalen Bergbau, die Arbeit der Eisenverhüttung in der Georgsmarienhütte und die Nutzung des Silbersees als Bade- und Industriegewässer prägten.
Im Mittelpunkt stand der Silbersee-Steinbruch mit seinem rund 240 Meter langen Kalkstollen. Die Teilnehmenden erfuhren, wie der etwa 25 Meter tiefe Bruch nach dem Abbau durch Grundwasser zum „Silbersee“ wurde und warum sein Wasser immer wieder stark im Pegel schwankt. Besonders eindrücklich war die Möglichkeit, in Trockenzeiten das versteinert erhaltene Kalkwatt aus der Trias-Zeit (ca. 247–245 Mio. Jahre) zu sehen — eine seltene Ansicht „von unten“, die Fährten und Lebensspuren früher Reptilien freilegt.
Besondere Aufmerksamkeit galt den 2001 entdeckten Reptilienfährten und den Ergebnissen späterer Grabungen, die zeigen, dass hier frühe Vorläufer der Dinosaurier unterwegs waren. Ebenso wurden die heutige Tier- und Pflanzenwelt des Steinbruchs sowie die Wechselwirkungen zwischen geologischer Struktur, Bergbaugeschichte und Naturschutz beleuchtet — ein deutliches Beispiel dafür, wie naturwissenschaftliche und kulturhistorische Perspektiven am Hüggel ineinandergreifen.
Die Exkursion verband anschauliche Wissenschaftsvermittlung mit Erlebnis: Wattähnliche Begehungen im mittelgebirgigen Kalkwatt (u.a. fossile Abdrücke von Hummer, Wattwürmern und Korallen), Einblicke in den Stollen, zahlreiche Fundstücke und Erläuterungen zur Industrievergangenheit machten die rund 2,5‑stündigen Führungen zu einem informativen und eindrücklichen Erlebnis für alle Teilnehmenden. Abschließend blieb bei vielen die Faszination für einen Ort zurück, der Erdgeschichte und Industriegeschichte auf so engem Raum zusammenführt.
An diesem Wochenende ist ein neuer Blog zur geschichtlichen Entwicklung der Johannisfreiheit gestartet worden (https://johannisfreiheit.blogspot.com/). Die Blogserie nimmt Leserinnen und Leser mit auf eine spannende Zeitreise durch die Johannisfreiheit – einen der ältesten Orte der Stadt. In elf kompakten Kapiteln, die an den kommenden Wochenenden erscheinen, erfährt man, wie aus einer unscheinbaren Anhöhe ein zentraler Schauplatz von Stadtentwicklung, Macht und Wandel wurde.
Der Ort spiegelt über 1.000 Jahre Geschichte im heutigen Stadtbild wider. Die Serie verbindet überraschende Einblicke in die Vergangenheit mit aktuellen Entwicklungen und stellt Fragen, die zum Nachdenken und Mitreden anregen. Die Blogserie macht neugierig auf Stadtgeschichte und eröffnet, was die Johannisfreiheit für Osnabrück wirklich bedeutet und warum dieser Ort mehr Aufmerksamkeit verdient.
Kapitel 1 ist bereits online: es geht weit zurück in die Zeit vor der Gründung Osnabrücks. Damals gab es noch keine Stadt, sondern nur Hügel, Wiesen und Sümpfe – und einen wichtigen Fernweg, der von Süd nach Nord durch die Region führte. An einer sandigen, erhöhten Stelle, die heute die Johannisstraße ist, fanden Menschen einen idealen Siedlungsplatz: trocken, geschützt und strategisch günstig gelegen.
Archäologische Funde unter der heutigen Johanniskirche – Gräber mit Schmuckstücken aus dem 9. oder 10. Jahrhundert – belegen, dass hier schon vor der ersten urkundlichen Erwähnung Menschen lebten und ihre Toten bestatteten. Dieser Ort war also schon früh eine Keimzelle, aus der später Osnabrück entstand.
Am 20. Juni fand in der Kirche von Neugnadenfeld der Abschluss des Jubiläumsjahres „75 Jahre Emslandplan“ statt — ein Nachmittag, der Rückblick, wissenschaftliche Einordnung und künstlerische Gestaltung zu einem stimmigen Ganzen verband. Schon beim Empfang vor der Kirche setzte der Bläserchor Neugnadenfeld den feierlichen Ton; im Innenraum führten musikalische Beiträge von Firiël Werners und Ilse Kok durchs vielseitige Programm. Die Eröffnungsworte von Troels Eckerlin sowie die Grußworte von Marc‑André Burgdorf und Uwe Fietzek unterstrichen die regionale Bedeutung des Emslandplans und riefen dazu auf, das Erreichte kritisch und zugleich hoffnungsvoll zu betrachten.
Rückblick und wissenschaftliche Perspektive
Im Zentrum des Nachmittags standen die Bilanz des Jubiläumsjahres und eine externe, wissenschaftlich fundierte Perspektive. Veronika Olbrich und Dr. Benjamin van der Linde fassten die Projekte und Erkenntnisse des Jahres prägnant zusammen. Ergänzt wurde dies durch die Keynote von Prof. Dr. Marijn Molema aus Groningen, die das lokale Engagement in einen größeren Kontext stellte. Die Verbindung von praktischem Erfahrungswissen und akademischer Analyse machte deutlich: Der Emslandplan ist kein abgeschlossenes Kapitel, sondern ein fortlaufender Prozess, der ländliche Entwicklung, Kultur und Gemeinschaft miteinander verknüpft.
Ausblick, Begegnung und kulturelle Impulse
Ein besonderer Akzent des Finales war die Vorstellung des Projekts „lebens.wert“ durch Julia Windisch und Leo Marielle Amsbeck. Das Projekt steht exemplarisch für die Weiterarbeit an Themen wie kultureller Bildung, Teilhabe und der Frage, wie ländliche Räume lebenswert gestaltet werden können. Musikalische Zwischenspiele — von Albéniz über Piazzolla bis zu zeitgenössischen Stücken — gaben dem Nachmittag emotionale Tiefe.
Das Finale in Neugnadenfeld war weniger ein Schlussstrich als ein Aufbruch: ein Impuls, die im Jubiläumsjahr angestoßenen Projekte weiterzuführen und die Region aktiv mitzugestalten.
Exkursion des Historischen Vereins nach Bramsche und Kalkriese
Anfang Mai startete der Historische Verein sein Exkursionsprogramm 2026 mit einem Besuch der Werkstatt Torlage, dem Tuchmacher Museum in Bramsche sowie dem Museum Varusschlacht in Kalkriese.
Bramsches letzte Tuchmacher-Werkstatt
Die Tuchmacherwerkstatt Torlage ist die letzte private Tuchmacher-Werkstatt in Bramsche, die bis heute im Besitz der Familie Torlage ist. Die Werkstatt wurde 1946 errichtet und ist als vollständig eingerichtete, aber stillgelegte Wollwarenfabrikation erhalten geblieben. Sie bildet ein seltenes, nahezu unverändertes Zeugnis der lokalen Textilproduktion des 20. Jahrhunderts.
Abb. 1: Die Exkursionsgruppe in der vollständig erhaltenen Werkstatt Torlage in Bramsche (Foto: Thomas Brakmann)
Elf Generationen der Familie Torlage betrieben in Bramsche seit etwa 1600 das Tuchmacherhandwerk; die Werkstatt am Otterkamp ist der jüngste, privat betriebene Produktionsort dieser langen Tradition. 1946 bauten Wilhelm Hermann Torlage und sein Sohn Franz Rudolf Heinrich die Produktionsräume im Hof des Wohnhauses auf. Nach Auflösung der Innung wurde die Werkstatt weiterhin genutzt, später als Lohnweberei, und bis in die Lebenszeit von Heinrich und seiner Frau Gertrud Torlage gepflegt.
Die Werkstatt verfügt über eine Kettscheranlage, Spulmaschinen, zwei Buckskin-Webstühle sowie gut erhaltene Musterbücher. Diese Ausstattung erlaubt es, die gesamte Produktionskette von der Kette- und Schussvorbereitung bis zum gewebten Tuch nachzuvollziehen.
Besuch im Tuchmachermuseum Bramsche
Die Räume und Maschinen der Werkstatt Torlage blieben über Jahrzehnte unverändert, sodass die originale Arbeitsatmosphäre noch unmittelbar erfahrbar ist. Näheres zur Technik und Materialkultur war im Anschluss in dem nur wenige Gehminuten entfernten Tuchmacher Museum im Rahmen einer Führung durch Ilka Thörner zu erleben.
Abb. 2: Die Webstühle im Tuchmachermuseum in Bramsche im Einsatz (Foto: Thomas Brakmann)
Während das Museum die gemeinschaftlich genutzten Produktionsräume der ehemaligen Innung dokumentiert, liefert die Werkstatt das Gegenstück einer privaten, vollständig eingerichteten Produktionsstätte.
Abb. 3: Maschinelle Bearbeitung der Wolle (Foto: Thomas Brakmann)
Die vorhandenen Geräte und Musterbücher dokumentieren handwerkliche Fertigkeiten, Produktionsprozesse und Materialwahl – von Tuchen über Mäntel bis zu Uniformstoffen. Museum und Werkstatt geben gleichermaßen Einblick in die regionale Tuchmachertradition. Die Vorführungen der Maschinen vermittelten lebendig, was über reine Ausstellungstafeln hinausgeht.
Sonderausstellung „Verlorene Krieger – Germanen zwischen Macht und Mythos“ im Museum Kalkriese
Nach dem Rundgang zur Industriegeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts schloss sich unter der Anleitung von Dr. Ulrike Hindersmann eine Reise 1.500 Jahre zurück in die Vergangenheit an. Im Museum Kalkriese in Bramsche versammeln sich aktuell auf engem Raum rund 1.200 Objekte aus den Mooren von Thorsberg und Nydam: Speere, Schwerter, Schilde, aber auch persönliche Gegenstände wie Armreifen, Fingerringe und Textilien. Besonders eindrücklich sind die erhaltenen Kleidungsstücke – eine Reiterhose und eine Tunika –, die überraschend nahbar machen, wie Menschen damals lebten und kämpften.
Abb. 4: Ulrike Hindersmann erläutert den Fund einer fast 2.000 Jahre alte Reiterhose (Foto: Thomas Brakmann)
Die Vitrinen erzählen nicht nur von Technik und Kriegskunst, sondern auch von Ritualen. Zerhackte Pferdegeschirre und systematisch zerstörte Ausrüstungsstücke deuten auf bewusste Handlungen hin, vielleicht symbolische Entmachtung besiegter Krieger. Die Thorsberger Maske sticht als einzigartiges Exponat hervor: eine germanische Nachahmung römischer Parademasken, die kulturelle Verflechtungen und Identitätsbildung sichtbar macht. Die unterschiedlichen Erhaltungsbedingungen der Moore erklären, warum in Thorsberg vor allem Buntmetalle und Textilien, in Nydam aber auch Holz und Eisen überdauerten.
Abb. 5: Rund 1.200 germanische Objekte aus dem heutigen Norddeutschland sind im Varusschlacht-Museum in Kalkriese zu sehen (Foto: Thomas Brakmann)
Eine hochkarätige Ausstellung, die wissenschaftliche Analyse mit atmosphärischer Inszenierung verbindet und eine seltene Gelegenheit bietet, diese Funde außerhalb Schleswig-Holsteins zu sehen.
Die Besuche in einem Lost-Place eines untergegangenen Industriezweiges im Osnabrücker Land, in einem zentralen Museum zur Textilgeschichte in Bramsche und die beeindruckenden Moorfunde aus der Sammlung des Museums für Archäologie Schloss Gottorf in Kalkriese regten alle Teilnehmenden der Exkursion zum Staunen und Diskutieren an.
Förderwege, Digitale Archivierung und regionale Netzwerke im Fokus
Die 29. Ausgabe der Archiv-Nachrichten Niedersachsen ist erschienen. Dieses Heft bietet ein kompaktes, praxisorientiertes Panorama aktueller Fragen, die die Archivlandschaft Norddeutschlands bewegen: Wie profitieren Archive von großen Förderprogrammen? Wie verändern die Digitale Archivierung und die Digitalisierung die Zusammenarbeit? Welche Rolle spielen regionale Netzwerke für die Zukunft der Archive?
Das Umschlagbild der Ausgabe 29 / 2025 der Archiv-Nachrichten Niedersachsen.
Im Mittelpunkt steht die Dokumentation des 9. Norddeutschen Archivtags in Bremen unter dem Leitmotiv „Archive und ihre Partner“. Beiträge und Berichte zeigen eindrücklich, dass Archivarbeit heute nicht im Elfenbeinturm stattfindet, sondern als gemeinschaftliches Handeln: Werkstätten, Verwaltungen, Dienstleister und ehrenamtliche Initiativen arbeiten zusammen, um Originale zu erhalten, zu erschließen und nutzbar zu machen.
Ein Schwerpunkt des Hefts ist die neue Förderlandschaft: Das Programm „Schriftliches Kulturgut erhalten“ eröffnet Chancen für kleinere Einrichtungen, rückt Fotobestände stärker in den Fokus und ermöglicht modulare Antragstellungen. Die Beiträge geben konkrete Hinweise, wie sich Projekte bündeln, Partnerschaften vor Ort nutzen und Förderanträge als Teamarbeit gestalten lassen – pragmatisch, ressourcenschonend und wirkungsorientiert.
Zahlreiche Fallstudien liefern unmittelbare Praxis: Kooperationen zwischen Landesarchiven und Werkstätten, ein Citizen-Science-Projekt zur Erschließung, filmische Zugänge zur Stadtgeschichte sowie Erfahrungsberichte zur Übernahme elektronischer Akten. Ergänzt werden diese Einblicke durch Beiträge zu digitaler Überlieferung, Bestandserhalt und Notfallvorsorge – Themen, die nur im Verbund erfolgreich zu bewältigen sind.
Die Rubrik „Aus der Arbeit der Archive“ enthält zwei prägnante Beiträge: eine Analyse der welfischen Adelserinnerung und ein Rückblick auf 100 Jahre Universitätsarchiv Göttingen, die beide die Bedeutung von Archiven für Identität, Forschung und Lehre unterstreichen. Unter „VANB-Angelegenheiten“ informieren der Verband und seine Regionalgruppen über aktuelle Projekte und Planungen, die Sichtbarkeit und Zugänglichkeit vor Ort stärken.
Die Archiv-Nachrichten werden allen empfohlen, die nach konkreten Anregungen, erprobten Lösungen und vernetzten Perspektiven für die Archivarbeit suchen. Seien es Ideen für den Lesesaal, die Gestaltung der Werkstatt oder das Magazin.
Die Mitglieder des VANB (Verband der Archivarinnen und Archivare in Niedersachsen und Bremen e.V.) erhalten die Zeitschrift kostenlos im Rahmen ihrer Mitgliedschaft.
Die A-NN können über das Kreisarchiv Emsland erworben werden: Herzog-Arenberg-Straße 12, 49716 Meppen, 05931/446107, [email protected]
Inhalt
9. Norddeutscher Archivtag in Bremen
Konrad Elmshäuser, 9. Norddeutscher Archivtag in Bremen. Archive und ihre Partner – Bestandserhaltung, Erschließung und Vorsorge
Ursula Hartwieg, Das neue Förderprogramm für den bundesweit koordinierten Originalerhalt: „Schriftliches Kulturgut erhalten“
Thomas Bardelle, Die Kooperation der Abteilung Stade im Niedersächsischen Landesarchiv mit den Werkstätten des Deutschen Roten Kreuzes in Stade
Angela Huang, Citizen Science zur Erschließung historischer Quellenbestände an der FGHO
Henning Steinführer, Das Stadtarchiv Braunschweig und seine Kooperationspartner bei der Erschließung und Nutzung von Archivgut
Daniel Tilgner, Archiv auf ungewohnten Wegen: Zur Entstehung einer Kinodokumentation zur Stadtgeschichte im Landesfilmarchiv Bremen
Matthias Manke, Die eAkten-Übernahme im Landesarchiv Mecklenburg-Vorpommern mit dem DIMAG-Ingest-Werkzeug elektronische Akte (DIWA)
Uwe Leuenhagen, Anbietung und Übernahme von elektronischen Akten der Landesverwaltung in Schleswig-Holstein: ein Erfahrungsbericht
Olga Aginski und Viktor Pordzik, Die Archivierung elektronischer Akten im Staatsarchiv Bremen – ein Arbeitsbericht
Susanne Meinicke, Digitale Archivierung gemeinsam meistern. Erfahrungen aus der Aufbauphase der kommunalen Servicestelle für digitale Archivierung
Nele Bösel-Hielscher, Archive und ihre (Notfallverbund-)Partner – Podiumsdiskussion
Jörn Brinkhus, Zur rechtssicheren Onlinestellung von urheberrechtlich geschütztem Kulturgut. Die Regelungen für nicht-verfügbare Werke und das öffentliche Archivwesen
Dominik Dockter, Christian Hellwig und Ben Rieger, Archivalische Quellen zum (post-)kolonialen Erbe in Niedersachsen und Bremen. Ein Projektbericht
Aus der Arbeit der Archive
Arne Hoffrichter, Der „welfische“ Adel als Erinnerungsgruppe nach 1866: Gutsarchive als Fundus imaginierter Kontinuität
Holger Berwinkel, 100 Jahre Universitätsarchiv Göttingen. Produkt und Voraussetzung der Forschung
VANB-Angelegenheiten
Lars Nebelung, Bericht aus der Mitgliederversammlung des VANB e. V. am 4. Juni 2025
Den Landesparteitag der niedersächsischen Grünen kommentiert der Landes- und Fraktionsvorsitzende der CDU in Niedersachsen wie folgt: „Mit Blick auf den heutigen Parteitag der Grünen zeigt sich: Die Partei verpasst erneut die Chance, ihre Programmatik an die wirtschaftliche Realität in Niedersachsen anzupassen. Die einseitige Fixierung auf reine Elektromobilität und das Blockieren zentraler Infrastrukturprojekte bleiben ein ideologisch […]
Lechner: „Landwirtschaft und Energie sind keine Randthemen – sie sind die Zukunft Niedersachsens.“ Walsrode / Hannover. Die CDU in Niedersachsen hat den Niedersachsenplan weiter geschärft und Landwirtschaft und Energie als zentrale Zukunftsbereiche des Landes definiert. Künstliche Intelligenz wird dabei als Querschnittstechnologie verstanden: Sie soll Prozesse erleichtern, Entscheidungen unterstützen und Daten nutzbar machen – ohne eigenes […]
Hannover. Nach dem jüngsten Angriff auf die CDU-Kreisgeschäftsstelle in Göttingen, bei dem Fenster eingeschlagen und antisemitische Parolen an die Fassade geschmiert wurden, fordert die CDU in Niedersachsen ein entschlossenes Handeln der Landesregierung. „Was wir in Göttingen, Oldenburg, Hannover und anderen Städten erleben, ist ein gezielter Angriff auf die Demokratie. Wer Parteibüros attackiert, wer antisemitische Parolen […]
„Im Namen der CDU in Niedersachsen gratuliere ich Friedrich Merz ganz herzlich zu seiner heutigen Wahl zum Bundeskanzler. Friedrich Merz hat in den vergangenen Jahren große Führungsstärke, politische Verlässlichkeit und ein tiefes Verständnis für die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen unseres Landes bewiesen. Unserem Land stehen große Aufgaben bevor. Friedrich Merz steht für klare Worte und […]
Niedersächsische CDU mit drei Frauen in Bundesregierung vertreten Berlin/Hannover. „Die Delegierten des Bundesausschuss haben mit ihrer Zustimmung zum Koalitionsvertrag heute das Startsignal für den Politikwechsel in Deutschland gegeben. Es macht einen Unterschied, dass nun die Union regiert. Der Koalitionsvertrag setzt auf mehr Freiheit, weniger Bürokratie und klare Lösungen bei den drängendsten Herausforderungen. Mit diesem Vertrag […]
Wirtschaftswachstum, Ende der illegalen Migration und Sicherheit in Europa Hannover. „Zwei Wochen nach der Bundestagswahl sind wir einen entscheidenden Schritt für unser Land vorangekommen. Die erfolgreichen Sondierungsgespräche mit der SPD sind ein klares Signal für die Menschen, die der CDU ihr Vertrauen geschenkt haben, um einen echten Politikwechsel einzuleiten. Die Union macht, worauf Deutschland gewartet […]
Zum Tod von Bernhard Vogel erklärt der niedersächsische CDU-Landesvorsitzende Sebastian Lecher: „Mit Bernhard Vogel verlieren wir einen der großen Staatsmänner und programmatischen Vordenker der CDU. Als einziger Ministerpräsident von zwei Ländern, Rheinland-Pfalz und später von Thüringen, hat er mit Mut und Weitsicht politische Maßstäbe gesetzt. In Rheinland-Pfalz reformierte er das Bildungssystem grundlegend, in Thüringen führte […]