503.400 Euro. Das ist die stolze Summe, die das DFB-Sportgericht dem HSV nun für das Fehlverhalten seiner Fans in Rechnung stellt – und zwar wegen gleich acht Pyro-Vorfällen in der laufenden Saison. So viel Geld haben die Hamburger in ihrer 139-jährigen Vereinsgeschichte noch nie an den DFB überweisen müssen. Eine Strafe in Höhe von mehr als einer halben Million Euro ist trauriger Vereinsrekord für den HSV.
Insgesamt geht es um acht Geldstrafen aus acht verschiedenen HSV-Partien, die das DFB-Sportgericht nun gesammelt sanktioniert. Am schwerwiegendsten sind die Vorfälle rund um das Nordderby gegen Werder Bremen am 7. Dezember: Dort hat der DFB „mindestens 78 Bengalische Feuer, 51 Blinker und fünf Rauchtöpfe“ sowie „vier Batterien mit mindestens 80 Rauchraketen, von denen Plastikkappen auf dem Spielfeld landeten“, gezählt. Letzteres verzögerte den Wiederanpfiff nach der Halbzeit um acht Minuten. Kostenpunkt: 300.000 Euro.
HSV kassiert Rekord-Strafe für Pyro-Vorfälle gegen Werder
Allein diese Einzelstrafe für das Werder-Spiel ist die mit Abstand höchste, die der HSV jemals kassiert hat. Die bisher gravierendste Strafe hatte der Verein im Sommer 2023 bezahlt, als man für Zündeleien im Zweitliga-Derby gegen den FC St. Pauli insgesamt 164.280 Euro an den DFB überweisen musste. Nur für die Vorfälle gegen Bremen wird fast der doppelte Betrag fällig.

Und damit noch lange nicht genug. Ebenfalls zu einer Spielverzögerung führte das Zündeln während des Auswärtsspiels beim 1. FC Köln (2. November). „24 Bengalische Feuer, elf Blinker, zehn Rauchtöpfe und zwölf Raketen“ sorgten für einen knapp vier Minuten späteren Anpfiff, die HSV-Fans verursachten hierbei eine ebenfalls üppige Strafe in Höhe von 113.400 Euro. Auch hier wiegt der direkte Einfluss auf das Spielgeschehen entsprechend hoch.
Fehlverhalten der Fans: DFB sanktioniert acht HSV-Spiele
Etwas geringer fallen die Sanktionen für die Pyrotechnik-Einsätze der HSV-Fans im Bundesliga-Auswärtsspiel bei Union Berlin (28. September, 38.000 Euro), im DFB-Pokal gegen Holstein Kiel (3. Dezember, 22.000 Euro), im DFB-Pokal beim 1. FC Heidenheim (28. Oktober 2025, 20.000 Euro) sowie in den Ligaspielen beim FC Augsburg (22. November, 3000 Euro) und gegen Borussia Dortmund (8. November, 1000 Euro) aus. Eine weitere Strafe wird für da Werfen von fünf Papierkugeln beim Heimspiel gegen Heidenheim am 20. September fällig, hierfür muss der HSV 6000 Euro bezahlen.
Von den insgesamt 503.400 Euro kann der HSV rund ein Drittel, also genau 167.500 Euro, für eigene sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen verwenden. Der DFB fordert hierfür einen entsprechenden Nachweis bis spätestens zum 30. September 2026. Das restliche Strafgeld will der Verband eigenen Angaben zufolge an „fußballnahe Stiftungen“ spenden und damit nicht näher genannte soziale Projekte unterstützen. „Über die genaue Verteilung der Spenden berät das DFB-Präsidium gemeinhin in der letzten Sitzung des jeweiligen Kalenderjahres“, teilt der DFB diesbezüglich mit.
Das könnte Sie auch interessieren: Krasse Zahlen! Die fetten Pyro-Rechnungen für HSV und St. Pauli
Es ist schon das fünfte Mal, dass der HSV in dieser Saison wegen Fan-Ausschreitungen zur Kasse gebeten wird. Erst im November hatten die Hamburger wegen des Einsatzes von Pyrotechnik im Derby-Hinspiel gegen den FC St. Pauli 118.000 Euro bezahlen müssen – Sanktionen für die Vorfälle aus dem Rückspiel stehen ebenfalls noch aus. Es spricht vieles dafür, dass der HSV in dieser Saison also nicht nur seinen eigenen Strafen-Rekord bricht, sondern auch der Randale-Meister im deutschen Profifußball werden wird – immerhin liegt der HSV schon jetzt mit einer Gesamtstrafe von 629.400 Euro deutlich vor dem bisherigen Spitzenreiter Union Berlin (242.000 Euro).
Über eine halbe Million Euro! HSV kassiert Rekord-Strafe vom DFB wurde gefunden bei mopo.de
