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Heute — 06. Juni 2026Trash

J.D. Vance über Henry Nowak: Die Anklage, die Europa erschüttert

06. Juni 2026 um 13:30

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(David Berger) US-Vizepräsident J.D. Vance reagiert auf den Tod von Henry Nowak mit einer scharf formulierten Stellungnahme, in der er sowohl die zuständigen britischen Behörden als auch die europäische Migrationspolitik kritisiert. Für Vance steht der Fall beispielhaft für ein tieferliegendes gesellschaftliches und politisches Versagen, das nach seiner Auffassung immer wieder zu vermeidbaren Tragödien führt. „Henry […]

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Sicherheitsbehörden warnen: Linksextreme Delikte legen massiv zu

06. Juni 2026 um 07:20

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(David Berger) Während die Zahl politisch motivierter Straftaten in Deutschland insgesamt einen neuen Höchststand erreicht hat, warnen Sicherheitsbehörden und Experten erneut vor einer systematisch unterschätzten Gefahr: Im linksextremen Spektrum wurde der stärkste Anstieg aller Phänomenbereiche registriert. So ein Bericht der „Bild am Sonntag“, der morgen erscheint. Nach den aktuellen Zahlen nahmen die von den Behörden […]

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Gestern — 05. Juni 2026Trash

Wegner missbraucht 140.000 Euro Steuergelder für seinen Wahlkampf

05. Juni 2026 um 10:09

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Medienberichten zufolge hat die Senatskanzlei einen eigenen Wagen für die Parade zum diesjährigen CSD angemeldet. Dafür gibt die Senatskanzlei 140.000 Euro aus ihrem Etat, „Partner für Berlin“ stellt weitere 235.000 Euro zur Verfügung. Dr. Kristin Brinker kommentiert. Nachdem Wegner beim CSD seit Jahren politisch unerwünscht ist, kauft er sich jetzt einen eigenen Wagen, und die […]

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Die Transformation der UNO

04. Juni 2026 um 13:00

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Vom Ende der Vereinten Nationen. Die Völker unseres Planeten schufen sich eine Institution, die Souveränität für alle gewährleisten und den Frieden bewahren soll – so will es die Legende von den Vereinten Nationen. Tatsächlich hat sich die Weltorganisation in den letzten 30 Jahren gravierend verändert und ist zu einem Instrument der Globalisten geworden. Dieser Artikel [...]

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Fronleichnam: Wenn das katholische Herz vor Freude bebt

04. Juni 2026 um 05:00

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(David Berger) Heute (bzw. am kommenden Sonntag) feiern Katholiken in aller Welt das Fronleichnamsfest. Fronleichnam, das ist ein leuchtender Strom aus Gold, Glockenklang und Weihrauchduft, der durch die Straßen zieht wie ein himmlischer Gesang. Wie ein kostbares Mosaik aus Glauben, Freude und uralter Tradition entfaltet sich das Fest in leuchtender Pracht, und jede Prozession wirkt, […]

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Deutschland ohne Sitz im UN-Sicherheitsrat: Nächster Rückschlag für die Außenpolitik der Bundesregierung

03. Juni 2026 um 16:45

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Die Bundesregierung hat bei der Wahl um einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat eine empfindliche Niederlage erlitten. Deutschland konnte sich in der UN-Generalversammlung nicht gegen die Mitbewerber Österreich und Portugal durchsetzen und verpasste damit den Einzug in das wichtigste sicherheitspolitische Gremium der Vereinten Nationen für die Amtszeit 2027/2028. Nach Medienberichten erhielt Deutschland lediglich 104 Stimmen und […]

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Reform oder Bruch? Ein brisantes Buch über die Krise der Kirche

03. Juni 2026 um 11:16

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(David Berger) Das soeben erschienene Buch „Verdunkelung der Kirche“ des bekannten Bonner Altphilologen Heinz-Lothar Barth ist ein dezidiert konzilskritisches Werk innerhalb der aktuellen innerkatholischen Debatte um das Zweite Vatikanische Konzil (1963-65) und seine Rezeption. Es erscheint im Sarto Verlag und versteht sich ausdrücklich als Beitrag zur Verteidigung des überlieferten katholischen Glaubens gegen das, was der […]

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Henry Nowak: Die antirassistische Staatsreligion fordert Menschenopfer

03. Juni 2026 um 07:34

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(David Berger) Elon Musks jüngste Reaktion auf den Fall Henry Nowak spricht ein Riesenproblem an: In westlichen, linksgedrehten Gesellschaften erhalten bestimmte politische Vorwürfe inzwischen mehr Aufmerksamkeit als die eigentlichen Opfer von Gewalt. Ideologien vom totalitären Antirassismus bis zum apokalyptischen Klimawahn sind längst blutige Ersatzreligionen der totalitären System geworden. Perfide, posthumanistische Ideologen und ihre Medien haben […]

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Gotteshaus oder Museum? Eintritt für den Kölner Dom und die Krise der Kirche

02. Juni 2026 um 15:00

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(David Berger) Der Kölner Dom soll künftig Eintritt kosten. Das ist mehr als eine finanzielle Entscheidung: Es ist ein Symbol für die fortschreitende Verwandlung eines Gotteshauses in eine Touristenattraktion. Wer die Prioritäten der katholischen Kirche – auch im angeblich so „heiligen Köln“ – in den vergangenen Jahren beobachtet hat, wird darin kaum einen Einzelfall erkennen. […]

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Berliner AfD: Wohnungen sind keine Asylheime!

02. Juni 2026 um 12:37

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(David Berger) Die AfD-Hauptstadtfraktion hat im Berliner Abgeordnetenhaus heute ihre neue wohnungspolitische Kampagne vorgestellt. Unter dem Titel „Wohnungen sind keine Asylheime“ fordert die Fraktion eine Neuordnung der Vergabe landeseigener Wohnungen und eine stärkere Berücksichtigung von Menschen, die bereits seit längerer Zeit in Berlin leben und arbeiten. Nach Angaben der Fraktion gehört die Wohnungsnot zu den […]

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Ratsherrliches Engagement in Zeiten der Not


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Außerplanmäßige Versorgungsmaßnahmen des Osnabrücker Rates während der Ernährungs- und Wirtschaftskrise der Jahre 1771/1772

Abb. 1: Der Spendenaufruf des Osnabrücker Rates vom 21.2.1772 in der Beylage zum 8ten Stück der wöchentlichen Osnabrückischen Anzeigen vom 22.2.1772 (Foto: NLA OS Dep 3 b VIII Nr. 137).

Die Ereignisse der 1770er-Jahre stellten den Osnabrücker Rat vor enorme Herausforderungen: Ganzjährig andauernde, extreme Feuchtigkeit sowie bis ins Frühjahr auftretender Frost und Schneefall sorgten in Mitteleuropa für minderwertige und äußerst geringe Ernteerträge. Erstmals bemerkbar machten sich die Folgen im Spätsommer 1769 und aufgrund der anhaltenden anomalen Wetterverhältnisse potenzierten sich die Effekte in den beiden darauffolgenden Jahren.[1] So fielen auch im Hochstift und in der Stadt Osnabrück die Erträge 1770 deutlich schlechter aus als in den Vorjahren, ihren Höhepunkt erreichte die Krise dann im Sommer 1772, kurz vor der Ernte.[2] Unterdessen reichten die rund um die Stadt gewonnenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse schon in guten Zeiten nicht aus, um die Einwohner der Hasestadt vollständig zu ernähren, sodass dort immer wieder Preissteigerungen drohten. Dementsprechend führten die witterungsbedingten Ernteausfälle zu einer massiven Teuerungswelle.[3] Der Jahresdurchschnittspreis für Hafer erhöhte sich zwischen 1769 und 1772 um 100 Prozent, für Roggen um 72 Prozent und für Weizen um immerhin 40 Prozent.[4] Abgesehen von den potentiellen Versorgungsengpässen führten die Preissteigerungen häufig dazu, dass die Nachfrage nach anderen Dienstleistungen und Waren zurückging, sodass der Handel und die Märkte stagnierten.[5] Vor allem die Angehörigen der Unterschichten konnten sich in diesen Zeiten nicht mehr ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgen: Jene, die sich vor der Krise gerade noch aus eigener Kraft hatten ernähren können, waren nun auf externe Unterstützung angewiesen und solche, die bereits vor der Teuerung auf zusätzliche Hilfe angewiesen gewesen waren, benötigten nun umfangreichere Beiträge. Gleichzeitig versuchten die Tagelöhner durch eine Erhöhung ihrer Arbeitsleistung, ihren Verdienst zu steigern – sie erreichten jedoch oft nur das Gegenteil: Es kam zu einem Überangebot von Arbeitskraft, sodass die Löhne sanken. In ihrer Not griffen die Betroffenen zu Ersatzprodukten wie Kräutern oder Wurzeln, um das Getreide zu strecken, oder sogar zu verdorbenem Korn; häufig waren Krankheit und Tod die Folge.[6]

Die Zuspitzung der Lage im Verlauf des Jahres 1771 führte dazu, dass sich der Rat verstärkt Gedanken über seine Kornvorräte, die Preissteigerungen und die daraus resultierenden Konsequenzen machte. Dabei konstatierte er eine kontinuierlich ansteigende Armut und Bedürftigkeit unter den kinderreichen Familien, den verwitweten Müttern sowie den älteren und gebrechlichen Personen in der Stadt, die mithilfe einer christlichen Beyhulfe an Brod und Gelde[7] zu mildern angestrebt wurde. Außerdem galt das besondere Augenmerk der Ratsversammlung dem Nahrungsstand beschaeftigter Handwerker[8], deren Einkommen nicht mehr zur Beschaffung von Lebensmitteln ausreiche. Daher entschlossen sich Bürgermeister und Rat, die eigenen, äußerst spärlichen Getreidevorräte mit dem Ankauf auswärtigen Roggens[9] – insgesamt 172 Malter für rund 3.342 Rtl. – aufzustocken und für eine umfassende Verpflegungsmaßnahme zu verwenden. Die Koordination dieses Vorhabens wurde der extra eingesetzten Verpflegungskommission übertragen, zu deren zentralen Akteuren der Altermann und spätere zweite Bürgermeister Dr. Justus Eberhard Berghoff,[10] der Ratssenior Franz Bartholomäus Struckmann sowie der Lohnherr Heinrich Christoph Ameldung gehörten.[11] Während letzterer für die Rechnungslegung zuständig war, traten Berghoff und Struckmann in erster Linie bei der zur Finanzierung des Roggenkaufs initiierten Spendenaktion in Erscheinung. Da die geplanten außerordentlichen Unterstützungsmaßnahmen weder aus den bestehenden wöchentlichen Kollekten für die Versorgung der Armen noch aus der durch den Siebenjährigen Krieg und dessen Folgen stark belasteten Stadtkasse finanziert werden konnten, beraumte die Ratsversammlung eine außerplanmäßige Sammelaktion an, die in einer Beylage zu den Osnabrücker Anzeigen am 22. Februar publiziert wurde (Abb. 1):[12]

So werden alle und jede ersucht, durch eine milde freywillige Beysteuer diese heylsame Absicht Christlich zu unterstuetzen, und selbige entweder auf einmal oder vor und nach denen dazu sich erbotenen Doctori und Altermann Berghoff auf der Altenstadt und Seniori Struckmann auf der Neustadt einzusenden: Wogegen sie von der segnenden Hand Gottes die Vergeltung sich gewiß versprechen können.[13]

Mit einem Verweis auf die christliche Nächstenliebe und Gottes Gnade wurde die Stadtbevölkerung aufgerufen, entweder einmalig oder auch mehrmals eine freiwillige Spende bei Dr. Berghoff und Senior Struckmann einzureichen. Dass die Formulierung ‚alle und jede‘ in diesem Fall wörtlich zu nehmen ist, zeigt ein Blick in die Spenderlisten. An der Sammelaktion beteiligten sich zahlreiche soziale Gruppen der Stadt über die konfessionellen Grenzen hinweg und sogar Fremde bezuschussten das Vorhaben – ein bemerkenswertes Bekenntnis der ansonsten recht heterogenen Stadtbevölkerung, sich der drohenden Versorgungskrise als Gemeinschaft entgegenzustellen.[14] Unter den Beiträgern lassen sich sowohl Regierungsbeamte, wie der Vizekanzleidirektor Johann Christian Gruner, und Kommunalpolitiker, etwa der regierende Bürgermeister Dr. Wilhelm Gerding, finden als auch Händler, Zünfte und Handwerker – so beispielsweise der Goldschmied Lengercke und ein Müller aus dem Amt Wittlage – sowie Mitglieder der katholischen und evangelischen Geistlichkeit, wie der erzbischöfliche Generalvikar Karl von Vogelius und der zweite Pastor an St. Katharinen, Konrad Rudolf Iden. Darüber hinaus unterstützten viele weniger bekannte Stadtbewohner und anonyme Wohltäter, wie ein katholisches Dienstmädchen, die Sammlung.[15] Zur Finanzierung der kommunalen Versorgungsanstalten trug auch eine landesherrliche Beisteuer bei. Georg III. hatte als Regent der Vormundschaftsregierung im Februar 1772 der Stiftskasse zur Unterstützung der Armen und Notleidenden im Hochstift 5.000 Rtl. aus seiner bischöflichen Privatschatulle geschenkt und die Osnabrücker Regierung mit der zweckmäßigen Austeilung beauftragt.[16] Nach Auffassung der Geheimen Räte Gotthelf Dietrich von Ende und Ernst August Wilhelm von dem Bussche gehörte dazu auch die Linderung der von Bürgermeister und Rat geschilderten Not innerhalb der Stadtmauern, sodass sie ihnen 200 Rtl. des landesherrlichen Geschenkes zukommen ließen.[17]

Kurz nach dem Eintreffen der ersten Malter des zugekauften Roggens am Rathaus startete das umfangreiche Aktionsprogramm, mit dem die Versorgung der Stadtbevölkerung gewährleistet werden sollte. So wurde auf Anweisung der Verpflegungskommission ein Teil des Roggenkorns an zwei Bäcker der Stadt gegeben, die daraus in der Zeit von März bis Dezember insgesamt 8.381 Brote mit jeweils sechs Pfund backten. Die Mehrzahl der Laibe verkauften diese sonnabends zu einem vergünstigten Preis von je 3 ß und lieferten die Einnahmen an den Lohnherren. Rund ein Drittel der Brote brachten die Bäcker zudem nach und nach zum Rathaus, wo sie kostenlos an Bedürftige verteilt wurden. Der andere Teil des Roggenkorns wurde regelmäßig – ebenfalls samstags – mit einem Nachlass von einem Drittel auf den Einkaufspreis am Rathaus der Altstadt verkauft.[18] Allerdings wurden die Brote und der Roggen nicht beliebig ausgegeben. Vielmehr kam die Verpflegungskommission immer donnerstags zusammen, prüfte die vorliegenden Gesuche und entschied, wer in welcher Menge sonnabends a) unentgeltlich Brot am Rathaus der Altstadt, b) vergünstigtes Brot bei den Bäckern und c) Roggenkorn zu einem ermäßigten Preis erhalten sowie wer montags in der Armenkirche eine zusätzliche Beisteuer aus den Mitteln der allgemeinen Stadtarmen bekommen sollte. Entsprechende Aufzeichnungen haben sich, wenn auch lückenhaft, erhalten.[19] Unklar bleibt dabei, ob sich die Hilfsbedürftigen selbst bei der Versorgungskommission meldeten oder ihre Namen von Pastoren bzw. Vorsitzenden der Bürgerwehren gemeldet wurden. Denkbar wäre sowohl, dass beides parallel praktiziert wurde als auch, dass Pastoren und Vorsitzende nur für die Überprüfung der sich selbst bei der Versorgungskommission meldenden Hilfsbedürftigen zuständig waren. Die Maßstäbe, nach denen die Bittsteller letztlich konkret als ‚hilfsbedürftig‘ eingestuft wurden, entsprachen vorwiegend den bereits seit dem Spätmittelalter gängigen: Fehlende Verdienstmöglichkeiten aufgrund des hohen Alters oder Krankheit, der Verlust des Ernährers oder auch die besondere Belastung einer großen Kinderschar qualifizierten für eine Unterstützung. Darüber hinaus ordnete die Kommission jene bereits erwähnten Bürger und Einwohner in die Gruppe der Hilfsbedürftigen ein, die sich aufgrund der Teuerung mit ihrer Arbeit nicht mehr den nötigen Unterhalt verdienen konnten.[20]

Außerdem wurden bei der Austeilung sowohl Angehörige beider Konfessionen als auch Bürger und in der Stadt wohnende Nichtbürger berücksichtigt. Ersteres fand explizit Erwähnung. So verkündete die zuständige Verpflegungskommission in einer ihrer Bekanntmachungen:

Aus dem milden Beytrage, welchen das wohltaetige Osnabrueck der jetzigen Theuerung halber […] eingesandt, sind in dem nunmehr zurueckgelegten Monate […] Rocken und […] Brodt, theils unentgeltlich, theils zu geringern Preisen […] vertheilet worden. Es wird auch einem jeden sich meldenden Einwohner nach dem Befinden seiner Umstaende, ohne Unterschied der Religion, diese Austheilung bis zur Erndte ferner angedeyen.[21]

Abb. 2: Undatiertes Verzeichnis der Bedürftigen der Markt und Haseleischaft, u.a. mit Angabe der Konfession und des Bürgerrechts (NLA OS Dep 3 b V Nr. 1409, Nr. 158v–159r).

Bemerkenswert ist dabei, dass die Merkmale – Konfession und Bürgerrecht – in den Tabellen der Versorgungskommission äußerst akribisch erfasst wurden (Abb. 2).[22] Dies deutet darauf hin, dass es sich bei beiden um durchaus relevante Faktoren handelte, auch wenn sie nicht als Inklusions- beziehungsweise Exklusionskriterium dienten. So wäre denkbar, dass die Verzeichnung der konfessionellen Zugehörigkeit eine obrigkeitliche Strategie der Absicherung war, um im Zweifelsfall die Austeilung ‚ohne Unterschied der Konfession‘ nachweisen zu können. Vorstellbar wäre in diesem Zusammenhang nicht nur, dass sich die Notwendigkeit dazu aus der generellen konfessionellen Situation ergab. Schließlich würde der Vorwurf einer konfessionellen Diskriminierung ein hohes Konfliktpotential bergen. Möglich wäre auch, dass die Beteiligung sowohl einzelner katholischer Wohltäter als auch der katholischen Armenfürsorgeträger, des Dom- und Stiftskapitels, an der Finanzierung des Projektes eine solche Erfassung erforderte. Die Verzeichnung des Bürgerrechtsstatus war hingegen wohl eine Präventionsmaßnahme, falls sich die Subsistenzkrise verschlimmern sollte. So hatte der Rat bereits im März 1772 in einem Schreiben an die Geheimen Räte klargestellt, dass sie Personen ohne Bürgerrecht so wenig Almosen als Schutz zu leisten schuldig[23] seien. Zu diesem Zeitpunkt handelte es sich für die städtische Obrigkeit um ein strategisches Argument, um die Wiederherstellung der innerterritorialen Handelsfreiheit für Korn und eine Zuzahlung für die kommunalen Versorgungsanstalten zu erreichen. Es ist indes nicht auszuschließen, dass aus dem theoretischen Argument bei zunehmenden Versorgungsschwierigkeiten gelebte Praxis geworden wäre. Dazu kam es letztlich jedoch nicht, da sich die Zustände mit der Ernte des Jahres 1772 verbesserten und mit den Erträgen von 1773 wieder normalisierten.[24] Als die Stadt und das Umland 1794 erneut von einer extremen Teuerung betroffen waren, bediente sich der Rat der Erfahrungen von 1772 und griff auf die bewährten Maßnahmen zurück.[25]


[1] Vgl. Dominik Collet, Die doppelte Katastrophe. Klima und Kultur in der europäischen Hungerkrise 1770–1772, Göttingen 2019, S. 79–86; Wilhelm Abel, Massenarmut und Hungerkrisen im vorindustriellen Europa. Versuch einer Synopsis, Hamburg/Berlin 1974.

[2] Vgl. Sebastian Schröder, Hunger verwalten in Zeiten der Krise. Herrschaftliche Praktiken im Hochstift Osnabrück und in der Grafschaft Ravensberg (1770–1773), in: Westfälische Forschungen 71, 2021, S. 47–71, hier S. 47.

[3] Vgl. Ansgar Schanbacher, Kleine Schritte. Praktiken des Umgangs mit Nahrungskrisen in Osnabrück im 18. und 19. Jahrhundert, in: Westfälische Forschungen 71, 2021, S. 105–121, hier S. 110 f.

[4] Vgl. Christine van den Heuvel, Osnabrück am Ende des Alten Reiches und in hannoverscher Zeit, in: Gerd Steinwascher (Hg.), Geschichte der Stadt Osnabrück, Belm 2006, S. 313–444, hier S. 354, Fn 157.

[5] Vgl. Robert Jütte, Arme, Bettler, Beutelschneider. Eine Sozialgeschichte der Armut in der Frühen Neuzeit, Weimar 2000, S. 41 f.

[6] Vgl. Martin Rheinheimer, Arme, Bettler und Vaganten. Überleben in der Not 1450–1850, Frankfurt a. M. 2000, S. 20–22.

[7] „Bekanntmachung.“, in: Beylage zum 8ten Stück der wöchentlichen Osnabrückischen Anzeigen vom 22.2.1772.

[8] Ebd.

[9] Manfred Rudersdorf und Ansgar Schanbacher zufolge wurde der Roggen in der Regel in Emden und in Bremen erworben. Aus den für den vorliegenden Beitrag gesichteten Quellen geht indes nicht hervor, wo das zusätzliche Korn angekauft wurde, vgl. Manfred Rudersdorf, „Das Glück der Bettler“. Justus Möser und die Welt der Armen. Mentalität und soziale Frage im Fürstbistum Osnabrück zwischen Aufklärung und Säkularisation, Münster 1995, S. 265; Schanbacher, Schritte (wie Anm. 3), S. 113.

[10] Dr. Justus Eberhard Berghoff war zu Beginn des Jahres zunächst als vorsitzender Altermann der Wehr wiedergewählt worden. Am 9.2.1772 starb jedoch der bisherige zweite Bürgermeister Dr. Gerhard Anton von Blechen. Berghoff wurde daraufhin als Nachfolger in den Rat und auch zum zweiten Bürgermeister gewählt. Aus den Ratsprotokollen geht der genaue Zeitpunkt nicht hervor, Olaf Spechter datierte die Wahl unterdessen auf den 6.4.1772. Dazu würde passen, dass sowohl in den offiziellen Bekanntmachungen als auch in den an Berghoff adressierten Schreiben der Monate Februar und März weiterhin vom Altermann und Doktor gesprochen wird, vgl. Niedersächsisches Landesarchiv (NLA OS) Dep 3 b IV Nr. 351, fol. 267r; NLA OS Dep 3 b IV Nr. 352, fol. 9r; Olaf Spechter, Die Osnabrücker Oberschicht im 17. und 18. Jahrhundert. Eine sozial- und verfassungsgeschichtliche Untersuchung, Osnabrück 1975, S. 163.

[11] Hinsichtlich dieser Verpflegungskommission gibt es noch einige Unklarheiten. So ist ihre genaue Zusammensetzung nicht bekannt, da sie wohl nie veröffentlicht wurde und sich auch in den erhaltenen Akten keine Übersicht findet. Neben den bereits genannten Personen dürfte noch der zweite Lohnherr, Christian Konrad Karl, beteiligt gewesen sein. Auch die Selbstbezeichnung als ‚Verpflegungscommißion‘ taucht erst verhältnismäßig spät auf, nämlich in der dritten öffentlichen Bekanntmachung. Manfred Rudersdorf geht zudem davon aus, dass die Verpflegungskommission „in enger Kooperation mit Möser“ (aus: Rudersdorf, Glück (wie Anm. 9), S. 262) eingesetzt wurde. Aus dem von ihm angegebenen Brief der Geheimen Räte v. Ende und v. d. Bussche lässt sich eine solche Annahme jedoch nicht ableiten. Allerdings gibt es ein undatiertes handschriftliches Fragment Mösers, in dem er sich lobend über einen undefinierten Ort äußert, der eine ‚Nahrungskommission‘ eingerichtet habe. Seine Schilderungen von den Aufgaben der Kommission (Überprüfung der Bedürftigen/Entscheidung über die Versorgungsleistungen) und ihrer Zusammensetzung (acht Ratsherren, zwei Handwerker, zwei Kaufleute, zwei Geistliche und zwei aus dem Magistrat) weisen dabei durchaus eine große Übereinstimmung mit der Osnabrücker Versorgungskommission auf, vgl. „Verpflegungs=Sachen“, in: Beylage zum 11ten Stück der wöchentlichen Osnabrückischen Anzeigen vom 14.3 1772; Rudersdorf, Glück (wie Anm. 9), S. 262; NLA OS Dep 3 b V Nr. 1413, fol. 8r; Justus Möser: Von einer Nahrungs-Kommission, in: Ludwig Schirmeyer/Eberhard Crusius (Bearb.): Justus Mösers sämtliche Werke. Zweite Abteilung: Patriotische Phantasien und Zugehöriges. [Bd. 7:] Den Patriotischen Phantasien verwandte Handschriften, Osnabrück 1968, S. 200.

[12] Vgl. „Bekanntmachung.“, in: Beylage zum 8ten Stück der wöchentlichen Osnabrückischen Anzeigen vom 22.2.1772; Rudersdorf, Glück (wie Anm. 9), S. 264. Auch der weitere Verlauf der Sammelaktion wurde regelmäßig durch Bekanntmachungen in den Osnabrücker Anzeigen begleitet. Eine vermutlich vollständige Sammlung dieser Bekanntmachungen findet sich als Anhang in einem Exemplar der Stadtarmenrechnung von 1772, vgl. NLA OS Dep 3 b VIII Nr. 137.

[13] „Bekanntmachung.“, in: Beylage zum 8ten Stück der wöchentlichen Osnabrückischen Anzeigen vom 22.2.1772.

[14] Vgl. Rudersdorf, Glück (wie Anm. 9), S. 264.

[15] Vgl. NLA OS Dep 3 b V Nr. 1409, fol. 41v–43v und 180r–205r, hier besonders fol. 185r, 193r, 205r; Rudersdorf, Glück (wie Anm. 10), S. 264.

[16] Vgl. NLA OS Rep 100 Abschnitt 193 Nr. 27, fol. 17r. Für Details zur Verteilung des geschenkten Geldes vgl. NLA OS Rep 100 Abschnitt 193 Nr. 36.

[17] Vgl. NLA OS Dep 3 b V Nr. 1409, fol. 8r.

[18] Vgl. NLA OS Dep 3 b V Nr. 1409, fol. 35v; NLA OS, Dep 3 b V, Nr. 1413, fol. 8r–9r, 12r/v; „Verpflegungs-Sachen“, in: Beylage zum 9ten Stück der wöchentlichen Osnabrückischen Anzeigen vom 29.2.1772; „Verpflegungs=Sachen“, in: Beylage zum 11ten Stück der wöchentlichen Osnabrückischen Anzeigen vom 14.3.1772; „Verpflegungs-Sachen“, in: Beylage zum 14ten Stück der wöchentlichen Osnabrückischen Anzeigen vom 4.4.1772; „Verpflegungs=Sachen. Osnabrück den 7 May a. c.“, in: Beylage zum 20ten Stück der wöchentlichen Osnabrückischen Anzeigen vom 16.5.1772; Rudersdorf, Glück (wie Anm. 9), S. 266.

[19] Vgl. NLA OS Dep 3 b V Nr. 1409; NLA OS Dep 3 b V Nr. 1413, fol. 8r–9v, 12r/v.

[20] Vgl. „Verpflegungs-Sachen“, in: Beylage zum 12ten Stück der wöchentlichen Osnabrückischen Anzeigen vom 21.3.1772.

[21] „Verpflegungs-Sachen“, in: Beylage zum 14ten Stück der wöchentlichen Osnabrückischen Anzeigen vom 4.4.1772. Eine ähnliche Formulierung wurde nochmal in der Bekanntmachung vom 7.5.1772 verwendet, vgl. „Verpflegungs=Sachen. Osnabrück den 7 May a. c.“, in: Beylage zum 20ten Stück der wöchentlichen Osnabrückischen Anzeigen vom 16.5.1772.

[22] Vgl. NLA OS Dep 3 b V Nr. 1409, fol. 95r–120r.

[23] Ebd., fol. 5v.

[24] Vgl. Schröder, Hunger (wie Anm. 2), S. 47; Schanbacher, Schritte (wie Anm. 3), S. 113–114.

[25] Vgl. Schanbacher, Schritte (wie Anm. 3), S. 114

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Wenn ein Rassismus-Vorwurf tötet: So starb der 18-jährige Henry Nowak

02. Juni 2026 um 06:35

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„Du wurdest niedergestochen? Ich glaube nicht, Kumpel“ – „Hilfe, ich kann nicht atmen“ – Die Bodycam-Aufnahmen der Polizei zeigen die letzten tragischen Minuten des 18-jährigen Studenten Henry Nowak von der Universität Southampton und ein erschütterndes Polizeiversagen. Unser Tweet des Tages von Auf1-TV. Nowak wurde am 3. Dezember 2025 von dem damals 23-jährigen Vickrum Digwa mit […]

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Bramsche


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Archivalie des Monats Juni 2026 (Stadtarchiv Lingen)

Großsteingräber bei Mundersum, Wesel und im Poller Sand zeugen von einer bereits jungsteinzeitlichen Besiedelung. Hüvede findet erstmals in einem um 890 angelegten Einkünfteverzeichnis des Klosters Werden als „Hubide“ Erwähnung. Ein Corveyer Verzeichnis aus dem 11. Jahrhundert nennt erstmals Bramsche („Bremesge“) und Estringen („Asderingon“). Ein um 1150 angelegtes Werdener Verzeichnis erwähnt neben dem „Huvetfelde“ auch Sommeringen („Sumerhamen“), Mundersum („Munerdse“) und Polle („Polle“). 1258 wird schließlich auch Rottum („Rothem“) erstmals erwähnt.

Die Gertrudiskirche in Bramsche (Stadtarchiv Lingen)

Auf dem Hüvetfeld lag sowohl das Kirchspiel Bramsche mit Wesel, Sommeringen, Mundersum und Hüvede als auch – zum Kirchspiel Lingen gehörig – Estringen, Rottum und Polle.  Wesel wird im 13. Jahrhundert als in der Pfarre Bramsche gelegen beschrieben. Spätestens jetzt gab es also eine Kirche mit eigenem Kirchspiel. Eine in der Kirche aufgefundene Inschrift, gelesen als „Hermannus Beloviensis Episcopus 1314“, könnte auf ein Baujahr 1314 hindeuten. 1452 erhielt die Kirche zwei neue Glocken, der heiligen Gertrud von Nivelles und der Jungfrau Maria geweiht. Eine dritte Glocke folgte 1513. Als Schutzpatrone der Kirche lassen sich Gertrud und Johannes der Täufer nachweisen.

Die Pfarrkirche dürfte ursprünglich die Hauskapelle der Burg Bramsche gewesen sein, deren Herren auch das Patronatsrecht besaßen. Noch heute lassen sich im Siedlungskern von Bramsche eine innere und äußere Gräfte rekonstruieren, der Name „Kring“ für den Bereich des Gräftenrings hat sich bis heute gehalten. Ältester bekannter Besitzer war wohl in den 1330er Jahren Rudolf von Langen. 1447 ging der Besitz auf die Familie von Merveldt über. Dass dabei von einer abgepfählten Freiheit und Herrlichkeit im Dorf Bramsche die Rede war, in der der Herr auch die niedere Gerichtsbarkeit ausübte, zeigt die herausgehobene Stellung der Burg. Spätestens 1551 war Otto von Grothaus der Herr von Bramsche. Dieser geriet allerdings in eine blutige Fehde mit der Stadt Osnabrück, in deren Folge die Burg Bramsche 1558 zerstört wurde. Grothaus baute die Burg nicht wieder auf. Stattdessen errichtete er weiter südlich am Ufer der Aa das von einer breiten Gräfte umgebene Gut Spyck. Ein Epitaph in der Bramscher Kirche erinnert an den Tod von Ottos Sohn Cord. Von 1911 bis 1938 wurde das Gut von den Schwestern Paula, Mimi und Alma Oosthuys, genannt „Spycks Tanten“, bewirtschaftet.

Als nach den „Bischofsjahren“ 1672/73 der katholische Gottesdienst verboten wurde, siedelte der Pfarrer der Gertrudiskirche auf münsterisches Territorium über, fand Unterkunft auf dem Hof Tegeder in Gleesen (Pfarrei Emsbüren) und hielt in einer dortigen Scheune den Gottesdienst ab. Als der katholische Pfarrer 1716 nach Bramsche zurückkehrte, wurde bei Gut Spyck eine katholische Behelfskirche errichtet. Von 1806 bis 1846 wurde die Bramscher Kirche – als erste in der ganzen Grafschaft – von beiden Konfessionen als Simultankirche genutzt.

Die 1962 abgebrochene Wassermühle auf
Gut Spyck (Stadtarchiv Lingen)
Das ehemalige Bauernhaus Thieke in Münnigbüren (Stadtarchiv Lingen)

1859 schlossen sich Bramsche, Wesel, Polle, Rottum, Estringen, Mundersum, Hüvede und Sommeringen zu einer Samtgemeinde zusammen. Allerdings hatte diese nicht lange Bestand. Bramsche und Wesel blieben zusammen, und aus der Gemeinde Hüvede-Sommeringen-Mundersum trat Mundersum 1924 aus. Estringen, Rottum und Polle waren bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu einer Gemeinde zusammengeschlossen.

Bei den Reichstagswahlen im November 1932 erhielt die Zentrumspartei über 85%, zweitstärkste Kraft wurde die NSDAP mit fast 7%. Im Mai 1933 wurde Franz Schulte (ab 1941 NSDAP) als Bramscher Bürgermeister eingesetzt, in Hüvede-Sommeringen wurde 1934 Hermann Kley (ab 1938 NSDAP) Bürgermeister. Bramsche-Wesel, Hüvede-Sommeringen, Mundersum und Polle gehörten zur NSDAP-Ortsgruppe Messingen unter Leitung von Clemens Revermann, zugleich Kreisamtsleiter der NSV. Auch eine SA-Truppe existierte, sie exerzierte dreimal wöchentlich auf dem Bramscher Schulplatz.

1938 wurde mit dem Bau eines Emsseitenkanals, der Gleesen mit Papenburg verbinden sollte, begonnen. Das im Volksmund „Hitlerkanal“ genannte Projekt wurde jedoch nie vollendet. Ein 1930 auf Weseler und teils auch Plantlünner Gebiet angelegte Hilfslandeplatz wurde ab 1937 zu einem Einsatzflughafen der Luftwaffe ausgebaut. Bei den Bauarbeiten kamen hunderte von Strafgefangenen zum Einsatz. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Militärflugplatz Plantlünne intensiv genutzt. Hier existierte auch ein russisches Kriegsgefangenenlager, während in Bramsche französische Kriegsgefangene untergebracht waren. Da die Deutschen angesichts der nahenden Front Anfang April 1945 die Eisenbahnbrücke gesprengt hatten, setzten die Briten schließlich bei Hanekenfähr über die Ems. Die Einnahme Bramsches erfolgte entsprechend von dort und von Lingen aus.

Die Gaststätte Möllers, vormals Hof Wilmes, in den 1930er Jahren (Stadtarchiv Lingen)

Die 1949/51 in Plantlünne aufgekommene Idee, Wesel – gegebenenfalls im Tausch mit Gleesen – nach Plantlünne umzugemeinden, wurde in Bramsche abgelehnt. Stattdessen schlossen sich Bramsche-Wesel, Hüvede-Sommeringen, Estringen-Polle-Rottum und Mundersum 1965 erneut zu einer Samtgemeinde zusammen. Überlegungen, sich mit Lünne oder Spelle zusammenzutun, wurden nicht realisiert. Stattdessen nahm man 1971 Gespäche mit Lingen auf. So wurde die Samtgemeinde mit ihren damals 1671 Einwohnern 1974 der südlichste und flächenmäßig größte Ortsteil von Lingen.

Quellen und Literatur

  • NLA OS, Rep 980, Nr. 10487, Nr. 13210, Nr. 42411.
  • StadtA LIN, Slg. Ausstellungen, Nr.33 (Clemens Korte).
  • StadtA LIN, AV-Medien, Nr. 3.
  • StadtA LIN, Fotosammlung, Nr. 1553, Nr. 2037, Nr. 2780.
  • StadtA LIN, Lingener Volksbote vom 7.11.1932.
  • StadtA LIN, Slg. Schulchroniken, Nr. 56.
  • Adreßbuch der Stadt und des Kreises Lingen, 1938.
  • Boyer, Helmut H.: Aus der Geschichte der St. Antonius-Kapelle und der Kapellengemeinde Estringen, Spelle 1973.
  • Bruch, Rudolf vom: Die Rittersitze des Emslandes, Münster 1980.
  • Brüning, Theresia: 1000 Jahre Bramsche. Ein Dorf mit Vergangenheit und Zukunft, Lingen 2007.
  • Eickhoff, Joachim: Der Flugplatz Plantlünne. Geschichte und Geschichten eines fast vergessenen Flugplatzes, Lingen 2017.
  • Hüsken, Elisabeth: 1100 Jahre Hubide/ Hüvede 886-1986. Festschrift zur 1100-Jahrfeier des Dorfes Hüvede, o.O. 1986.
  • Osnabrücker Urkundenbuch, Bd. I, II und III.
  • Schriever, Ludwig: Geschichte des Kreises Lingen, Lingen a.d. Ems 1905/1910.
  • Strube, Helen: Die Entwicklung der Volksschulen in Bramsche, Mundersum und Estringen, Lingen 1999.
  • Wolbers, Alfons: Auf den Spuren der St. Gertrudis-Pfarrgemeinde in Bramsche, Altkreis Lingen, von ihren Anfängen bis in unsere Zeit, Lingen 2000.

Diese und frühere Archivalien des Monats können eingesehen werden auf den Seiten des Stadtarchivs Lingen.

Weiterlesen: Bramsche
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Kein spontanes Chaos: Paris brennt nach dem PSG-Sieg

31. Mai 2026 um 06:25

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(David Berger) Nach dem Champions-League-Sieg von PSG kam es in Teilen von Paris zu Ausschreitungen, Vandalismus, Plünderungen und Zusammenstößen mit der Polizei. Straßen wurden zeitweise blockiert, Fahrzeuge beschädigt und Einsatzkräfte waren an mehreren Orten im Einsatz. Wer Warnungen über Parallelgesellschaften, Integrationsversagen und schwindende Autorität des Rechtsstaats jahrelang ignoriert, sollte aufhören, über solche Bilder überrascht zu […]

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Weniger Experten wagen

31. Mai 2026 um 06:00

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Während sich moderne Gesellschaften immer stärker auf Experten, akademische Diskurse und technokratische Eliten stützen, wächst zugleich das Gefühl, dass genau diese Milieus den Kontakt zur gesellschaftlichen Realität verlieren. Edmund Piper geht der provokanten Frage nach, ob Menschen außerhalb privilegierter Bildungsräume soziale Entwicklungen mitunter klarer erkennen als jene, die sich als intellektuelle Deutungselite verstehen — und […]

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Katholischer Bischof startet Initiative zur Evangelisierung von Muslimen

29. Mai 2026 um 06:00

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(David Berger) Der norditalienische Bischof Antonio Suetta aus dem Bistum Ventimiglia-San Remo hat angekündigt, die Evangelisierung von Muslimen künftig stärker in den Mittelpunkt der pastoralen Arbeit seiner Diözese zu stellen. In seinem Pfingsthirtenbrief betont Suetta, dass christliche Nächstenliebe und die Verkündigung des Evangeliums untrennbar zusammengehörten. Das berichtet die katholische Wochenzeitung „Tagespost“. Anlass für die Initiative […]

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Wird Saskia Esken Bundesbeauftragte für die „Omas gegen rechts“?

27. Mai 2026 um 06:57

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Im gewohnt elegant-scharfen Ton rechnet Frank Wahlig mit der politischen Elite in Deutschland ab. Im Mittelpunkt stehen Selbstversorgung, Machtarroganz und politische Abschottung, wie wir sie bei Joschka Fischer, Angela Merkel und Olaf Scholz finden. Besonders die geplante Kommission für Scholz ist Symbol eines Systems, das den eigenen Funktionären sichere Posten verschafft. So entsteht in Wahligs […]

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Zwischen Thomas von Aquin und Silicon Valley: Die erste Enzyklika Leos XIV.

26. Mai 2026 um 08:15

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(David Berger) Die erste Enzyklika eines Papstes setzt gewöhnlich einen programmatischen Akzent. Sie offenbart, worin der neue Pontifex die entscheidenden Herausforderungen seiner Zeit erkennt und wie er die Aufgabe der Kirche inmitten dieser Herausforderungen versteht. Die gestern veröffentlichte Enzyklika Magnifica Humanitas von Papst Leo XIV. ist in diesem Sinne bemerkenswert, weil sie sich nicht primär […]

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Hermann-Josef Merting ist tot

25. Mai 2026 um 10:50

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(David Berger) Mit Hermann-Josef Merting (1962-2026) verliert die AfD einen ihrer ungewöhnlichsten und zugleich glaubensfestesten Mitstreiter. Ich kannte ihn seit 2013 als einen Mann, der sich unbeirrt als Katholik, Homosexueller und Patriot verstand – und der trotz persönlicher Kämpfe und innerer Verletzungen bis zuletzt an seinem Glauben festhielt. Eine sehr persönliche Erinnerung an einen Menschen […]

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Gegen die Selbstzerstörung der Kirche

24. Mai 2026 um 06:00

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Nach dem 2. Vatikanischen Konzil erlebte die katholische Kirche eine tiefe Glaubenskrise. Das religiöse Leben verflachte, viele Menschen kehrten der Kirche den Rücken. Der neue Frühling der Kirche, den sich Johannes XXIII. erhofft hatte, blieb aus. Es schien, als hätte man mit dem 2. Vatikanum an den Fundamenten der Kirche rütteln wollen. Galten die alten […]

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Gefängnisbesuch bei Corona-Ärztin: „Sie winkte mir mit einem roten Herz aus der Zelle“

22. Mai 2026 um 06:00

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Ein Gefängnisbesuch bei der wegen Corona-Attesten inhaftierten Ärztin Dr. Bianca Witzschel sorgt für bewegende Eindrücke. Unser Foto der Woche hat Michael Hauke anlässlich eines Gefängnisbesuch bei Bianca Witzschel gemacht. Hauke schreibt dazu am 19. Mai 2026 auf Facebook: „Ich habe die wegen des Ausstellens von Corona-Attesten inhaftierte Ärztin Dr. Bianca Witzschel im Gefängnis in Chemnitz […]

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Das abendländische Menschenbild als Rettung vor Post-Humanismus und Zerstörung der traditionellen Familie

21. Mai 2026 um 06:00

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Das abendländische Menschenbild steht für unverlierbare Würde der Person, Freiheit und Verantwortung – Werte, die unsere Gesellschaft über Jahrhunderte geprägt haben. Doch in einer ganz vom Materialismus bestimmten Zeit, in der post-humanistische Ideen den Menschen zunehmend als verfügbare Biomasse betrachten, geraten diese Grundlagen und damit eine humane Politik ins Wanken. Die Rückbesinnung auf das klassische […]

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Handwerkertradition trifft Archäologie


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Exkursion des Historischen Vereins nach Bramsche und Kalkriese

Anfang Mai startete der Historische Verein sein Exkursionsprogramm 2026 mit einem Besuch der Werkstatt Torlage, dem Tuchmacher Museum in Bramsche sowie dem Museum Varusschlacht in Kalkriese.

Bramsches letzte Tuchmacher-Werkstatt

Die Tuchmacherwerkstatt Torlage ist die letzte private Tuchmacher-Werkstatt in Bramsche, die bis heute im Besitz der Familie Torlage ist. Die Werkstatt wurde 1946 errichtet und ist als vollständig eingerichtete, aber stillgelegte Wollwarenfabrikation erhalten geblieben. Sie bildet ein seltenes, nahezu unverändertes Zeugnis der lokalen Textilproduktion des 20. Jahrhunderts.

Abb. 1: Die Exkursionsgruppe in der vollständig erhaltenen Werkstatt Torlage in Bramsche (Foto: Thomas Brakmann)

Elf Generationen der Familie Torlage betrieben in Bramsche seit etwa 1600 das Tuchmacherhandwerk; die Werkstatt am Otterkamp ist der jüngste, privat betriebene Produktionsort dieser langen Tradition. 1946 bauten Wilhelm Hermann Torlage und sein Sohn Franz Rudolf Heinrich die Produktionsräume im Hof des Wohnhauses auf. Nach Auflösung der Innung wurde die Werkstatt weiterhin genutzt, später als Lohnweberei, und bis in die Lebenszeit von Heinrich und seiner Frau Gertrud Torlage gepflegt.

Die Werkstatt verfügt über eine Kettscheranlage, Spulmaschinen, zwei Buckskin-Webstühle sowie gut erhaltene Musterbücher. Diese Ausstattung erlaubt es, die gesamte Produktionskette von der Kette- und Schussvorbereitung bis zum gewebten Tuch nachzuvollziehen.

Besuch im Tuchmachermuseum Bramsche

Die Räume und Maschinen der Werkstatt Torlage blieben über Jahrzehnte unverändert, sodass die originale Arbeitsatmosphäre noch unmittelbar erfahrbar ist. Näheres zur Technik und Materialkultur war im Anschluss in dem nur wenige Gehminuten entfernten Tuchmacher Museum im Rahmen einer Führung durch Ilka Thörner zu erleben.

Abb. 2: Die Webstühle im Tuchmachermuseum in Bramsche im Einsatz (Foto: Thomas Brakmann)

Während das Museum die gemeinschaftlich genutzten Produktionsräume der ehemaligen Innung dokumentiert, liefert die Werkstatt das Gegenstück einer privaten, vollständig eingerichteten Produktionsstätte.

Abb. 3: Maschinelle Bearbeitung der Wolle (Foto: Thomas Brakmann)

Die vorhandenen Geräte und Musterbücher dokumentieren handwerkliche Fertigkeiten, Produktionsprozesse und Materialwahl – von Tuchen über Mäntel bis zu Uniformstoffen. Museum und Werkstatt geben gleichermaßen Einblick in die regionale Tuchmachertradition. Die Vorführungen der Maschinen vermittelten lebendig, was über reine Ausstellungstafeln hinausgeht.

Sonderausstellung „Verlorene Krieger – Germanen zwischen Macht und Mythos“ im Museum Kalkriese

Nach dem Rundgang zur Industriegeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts schloss sich unter der Anleitung von Dr. Ulrike Hindersmann eine Reise 1.500 Jahre zurück in die Vergangenheit an. Im Museum Kalkriese in Bramsche versammeln sich aktuell auf engem Raum rund 1.200 Objekte aus den Mooren von Thorsberg und Nydam: Speere, Schwerter, Schilde, aber auch persönliche Gegenstände wie Armreifen, Fingerringe und Textilien. Besonders eindrücklich sind die erhaltenen Kleidungsstücke – eine Reiterhose und eine Tunika –, die überraschend nahbar machen, wie Menschen damals lebten und kämpften.

Abb. 4: Ulrike Hindersmann erläutert den Fund einer fast 2.000 Jahre alte Reiterhose (Foto: Thomas Brakmann)

Die Vitrinen erzählen nicht nur von Technik und Kriegskunst, sondern auch von Ritualen. Zerhackte Pferdegeschirre und systematisch zerstörte Ausrüstungsstücke deuten auf bewusste Handlungen hin, vielleicht symbolische Entmachtung besiegter Krieger. Die Thorsberger Maske sticht als einzigartiges Exponat hervor: eine germanische Nachahmung römischer Parademasken, die kulturelle Verflechtungen und Identitätsbildung sichtbar macht. Die unterschiedlichen Erhaltungsbedingungen der Moore erklären, warum in Thorsberg vor allem Buntmetalle und Textilien, in Nydam aber auch Holz und Eisen überdauerten.

Abb. 5: Rund 1.200 germanische Objekte aus dem heutigen Norddeutschland sind im Varusschlacht-Museum in Kalkriese zu sehen (Foto: Thomas Brakmann)

Eine hochkarätige Ausstellung, die wissenschaftliche Analyse mit atmosphärischer Inszenierung verbindet und eine seltene Gelegenheit bietet, diese Funde außerhalb Schleswig-Holsteins zu sehen.

Die Besuche in einem Lost-Place eines untergegangenen Industriezweiges im Osnabrücker Land, in einem zentralen Museum zur Textilgeschichte in Bramsche und die beeindruckenden Moorfunde aus der Sammlung des Museums für Archäologie Schloss Gottorf in Kalkriese regten alle Teilnehmenden der Exkursion zum Staunen und Diskutieren an.

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Justus Möser: Politikberater im Zeichen der Aufklärung


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Eine Tiefenerschließung politischer Gutachten Justus Mösers in den Beständen der Abteilung Osnabrück des Niedersächsischen Landesarchivs

Porträt Justus Möser, Kreide, gerahmt, 1788/94 (Museumsquartier Osnabrück, Sammlung Justus Möser / Sammlung Osnabrücker Bildnisse, 2366)

Justus Möser (1720–1794) gilt in der deutschen Geistesgeschichte als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten Nordwestdeutschlands im Zeitalter der Aufklärung. Die Basis hierfür bildet zum einen seine allumfassende amtliche Tätigkeit im Fürstbistum Osnabrück, zum anderen sein literarisch-publizistisches Schaffen. Bis heute erfuhr Möser ganz unterschiedliche Bewertungen. Erklären lässt sich dies unter anderem durch die jeweilige betrachtende Person und deren zeitlichen Horizont. Erschwert wird der Blick aber auch dadurch, dass es bis heute keine moderne Biographie gibt. Hinzu kommt die einseitige Edition seiner Schriften und die Fokussierung auf die publizistische und schriftstellerische Tätigkeit.

Zum Projekt

Um nun ein umfassenderes Bild von Justus Möser zu gewinnen, muss seine amtliche Tätigkeit stärker berücksichtigt und in Verbindung mit seiner publizistischen und schriftstellerischen Tätigkeit gesehen werden. Denn in erster Linie war Möser Jurist und Politiker. Im Zusammenhang mit seinen politischen Ämtern hat Möser zahlreiche Gutachten und Stellungnahmen zu Projekten der praktischen Aufklärung verfasst. Allerdings ist ein Großteil dieser handschriftlichen Texte bis heute nicht ediert, obwohl in der Forschung schon seit Jahrzehnten der Wunsch danach besteht.[1] Erklären lässt sich dies vor allem durch den schier unüberschaubaren Quellenfundus – werden doch tausende Schriften Mösers in dem Bestand des Niedersächsischen Landesarchivs, Abteilung Osnabrück (NLA OS) vermutet.[2] Als grundlegendes Problem gilt dementsprechend das fehlende Wissen darüber, wie viele amtliche Schriften Möser zeit seines Lebens verfasst hat und wo diese zu finden sind.

An dieser Stelle setzt das hier vorgestellte Projekt an. Ziel ist eine Tiefenerschließung einschlägiger Bestände des NLA OS, bei der insbesondere das Osnabrücker Hauptarchiv (Rep 100) in den Blick genommen wird. Im Fokus stehen Gutachten und Empfehlungen Mösers, die in den Jahren 1764–1794 verfasst wurden. Schriften aus diesem Zeitraum sind besonders interessant, weil Möser ab 1764 nicht mehr nur die Interessen der Ritterschaft vertrat, sondern als Konsulent der Regierung auch direkt seinem Landesherrn unterstellt war. Er vertrat somit die Interessen zweier Parteien, die einander gegenüberstanden, was ihm eine einmalige und einflussreiche Position im Fürstbistum sicherte.

Justus Mösers Bemühungen um eine Medizinalordnung für Osnabrück – Beispiel für ein von Möser verfasstes Gutachten und Einblick in dessen Entstehungskontext

Im Jahr 1765 wurde im Fürstbistum Osnabrück eine Verordnung erlassen, die es Apothekern und Chirurgen untersagte, Kranken innerlich anzuwendende Medikamente zu verabreichen oder zu verschreiben. Anlass hierzu gaben „allerley unerfahrene Leute“, welche Patienten „unhinlängliche Mittel“ verschrieben und diese dadurch von der „Wiedererlangung ihrer Gesundheit“ abhielten.[3] Damit lässt sich in Osnabrück, ebenso wie in anderen Territorien des Alten Reichs, ein gewisses Interesse der Obrigkeit an der Regulierung des Medizinalwesens nachweisen. Eine systematische Bündelung derartiger Verordnungen gab es in Osnabrück aber noch nicht.

Abb. 1-3: Gutachten von Justus Möser (1777) und Transkription (NLA OS Rep 100 Abschnitt 216 Nr. 12, fol. 338r–339v, Aufn. 0354–0356).

Ab der zweiten Hälfte der 1770er Jahre beschäftigte sich dann der Staatsmann und Aufklärer Justus Möser intensiv mit einer Medizinalordnung[4] für Osnabrück.[5] Als Vorbild fungierte dabei insbesondere die 1777 erlassene und von Möser selbst als „Meisterstück“[6] bezeichnete Medizinalordnung von Münster. Mit dem Verfasser dieses viel beachteten Regelwerks, Christoph Ludwig Hoffmann (1721–1807), tauschte sich Möser gleich auf mehreren Wegen aus. So wechselten die beiden Männer nicht nur Briefe,[7] sondern der Osnabrücker empfing den Arzt auch für ein persönliches Gespräch in seinem Wohnhaus.[8] Ein Blick in den edierten Briefwechsel macht deutlich, dass das Medizinalwesen und dessen Verbesserung stets zentrale Themen dieses Austauschs bildeten.

Zwar gelang es Möser schließlich nicht, eine Medizinalordnung in Osnabrück einzuführen, doch konnte er Reformen durchsetzen, die im medizinalpolizeilichen[9] Kontext als besonders dringlich erachtet wurden. Dies betraf vor allem die staatlich regulierte Ausbildung von Hebammen.[10] Damit sind die Bemühungen im Medizinalwesen ein beachtenswertes Beispiel für die praktische Aufklärungstätigkeit Mösers im Fürstbistum Osnabrück. Einen besonderen Stellenwert nahm dabei der Austausch mit Hoffmann und weiteren Ärzten ein, die über ein spezifisches Fachwissen oder besondere berufliche Erfahrungen verfügten.

Das hier vorgestellte Gutachten befindet sich im Bestand Rep 100 des NLA OS und entstammt der Feder Justus Mösers (s. Abb. 1-3). Die entsprechende Akte trägt den Titel Verbesserung des Medizinalwesens und hat eine Laufzeit von 1765–1792.[11] Im Rotulus wird das vier Seiten lange Schreiben unter der Nr. 30.b als Gutachten des Herrn Raths Möser geführt.[12] Der Präsentatumsvermerk 20. Juni 1777 legt nahe, dass der Text kurz nach Inkrafttreten der Medizinalordnung von Münster am 14. Mai 1777 verfasst wurde. Der Inhalt des Gutachtens macht deutlich, dass Möser bestrebt war, die Aufmerksamkeit des lokalpolitischen Diskurses auf die Medizinalordnung von Münster zu lenken. Er betonte die Überlegenheit des Regelwerks gegenüber allen bisherigen Ordnungen und stellte Überlegungen dazu an, ob man die Hoffmannsche Ordnung als Grundlage für eine eigene nutzen oder sogar ganz übernehmen könne.

Erschließungsdaten in Arcinsys dank Kooperation mit dem NLA OS

Die im Rahmen der Tiefenerschließung ermittelten Daten werden in einer relationalen No-Code-Datenbank strukturiert erfasst und verwaltet. Auf dieser Grundlage erfolgt eine automatisierte Aggregation bestimmter Daten, die dem NLA OS sukzessive übermittelt werden. Dank einer Kooperation mit dem Archiv werden die übermittelten Datensätze anschließend in das Archivinformationssystem Arcinsys eingepflegt und auf diese Weise der Forschung wie auch der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. So ist es seit Oktober 2025 möglich, eine Vielzahl an Gutachten und anderen amtlichen Schriften Mösers in den digitalisierten Beständen des NLA OS zu suchen, zu finden und zu sichten. Auch das hier vorgestellte Gutachten Mösers aus dem Jahr 1777 kann über die Funktion „Einfache Suche“ in Arcinsys gefunden werden (s. Abb. 4-5).

Abb. 4 und 5: Suche von Gutachten Justus Mösers in Arcinsys (Screenshot: Jennifer Staar).

Die Tiefenerschließung und die damit verbundene Verbesserung der Datensätze macht Recherchearbeiten somit deutlich einfacher. Nicht zuletzt bietet eine Tiefenerschließung aber auch eine gute Grundlage für ein künftiges Editionsvorhaben ausgewählter amtlicher Schriften Justus Mösers und kommt damit dem seit langer Zeit gehegten Wunsch der Forschung endlich einen großen Schritt näher.

Weiterführende Informationen:

Verfasserin: Dr. Jennifer Staar.

Projekt: „Justus Möser: Politikberater im Zeichen der Aufklärung. Eine Tiefenerschließung politischer Gutachten Justus Mösers in den Beständen des Niedersächsischen Landesarchivs, Standort Osnabrück“, angesiedelt am Forschungszentrum Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN).

Projektleiterin: Prof. Dr. Siegrid Westphal.

Kooperationspartner: Niedersächsisches Landesarchiv, Abteilung Osnabrück, Justus-Möser-Gesellschaft/Verein für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück (Historischer Verein).

Förderhinweis: Gefördert durch die VGH Stiftung, Landschaft des ehemaligen Fürstentums Osnabrück, Verein für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück (Historischer Verein), Forschungszentrum Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN).


[1] Siehe hierzu Ulrich Winzer/Susanne Tauss, Einleitung, in: dies. (Hg.), „Es hat also jede Sache ihren Gesichtspunct…“ Neue Blicke auf Justus Möser (1720-1794) (Kulturregion Osnabrück 33), Münster 2020, S. 13–23, hier S. 21; Reinhard Renger, Probleme einer Edition der amtlichen Schriften Justus Mösers, in: Winfried Woesler (Hg.), Möser-Forum 1/1989 (Osnabrücker Geschichtsquellen und Forschungen 27), Münster 1989, S. 273–279; Paul Göttsching, Vorwort, in: Justus Möser, Sämtliche Werke. Historisch-kritische Ausgabe in 14 Bänden, Bd. 14,1: Osnabrückische Geschichte und historische Einzelschriften. Bearb. Von Paul Göttsching, hrsg. von der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Oldenburg/Hamburg 1976, S. 11–29, hier S. 15.

[2] Die Rede ist von Gutachten, Voten, Vermerken und Anmerkungen, die Möser während seiner amtlichen Tätigkeit verfasst

hat; vgl. Renger, Probleme einer Edition, S. 273.

[3] NLA OS Rep 100 Abschnitt 216 Nr. 12, fol. 13r.

[4] Zu dem Begriff Medizinalordnung vgl. Eckart, Art. „Medizinalordnung“, in: Enzyklopädie der Neuzeit Online (in der Folge EdNO), im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts (Essen) und in Verbindung mit den Fachherausgebern hrsg. v. Friedrich Jaeger (bis 2019) [u.a.], URL: http://dx.doi.org/10.1163/2352-0248_edn_COM_309461 (Zugriff 17.04.2026).

[5] Zu dem aufklärerischen Diskurs über eine Medizinalordnung für Osnabrück vgl. Jennifer Staar, Pragmatische Aufklärung und kommunikative Strategien. Justus Mösers Wirken im Fürstbistum Osnabrück (1766–1782) (bibliothek altes Reich 43), Diss., Berlin 2025.

[6] Justus Möser: Brief an Christoph Ludwig Hoffmann von Anfang 1777, in: Justus Möser, Briefwechsel. Neu bearb. v. William F. Sheldon i. Z. m. Horst-Rüdiger Jarck, Theodor Penners und Gisela Wagner (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen 21), Hannover 1992, Nr. 466, S. 527–529, hier S. 528.

[7] Vgl. Möser, Briefwechsel, Nr. 466, 469, 471.

[8] Vgl. Justus Möser: Brief an Johann Peter Brinckmann vom 22.01.1779, in: Möser, Briefwechsel, Nr. 504, S. 568 f., hier S. 569.

[9] Zu dem Begriff Medizinalpolizei vgl. Louis Pahlow/Antje Zare, Art. „Medizinalpolizei“, in: EdNO, URL: http://dx.doi.org/10.1163/2352-0248_edn_COM_309529 (Zugriff 17.04.2026).

[10] Vgl. Staar, Pragmatische Aufklärung, bes. S. 201–234.

[11] Vgl. NLA OS Rep 100 Abschnitt 216 Nr. 12.

[12] Vgl. ebd., fol. 2v.

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Vergangenheit zum Anfassen: Studierende der Hochschule Osnabrück entwickeln interaktive Runen-Station für das Varusschlacht-Museum


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Zwei Media & Interaction Design-Studierende haben eine Touchscreen-Anwendung für die Sonderausstellung „VERLORENE KRIEGER – Germanen zwischen Macht und Mythos“ in einem Kooperationsprojekt mit dem Museum und Park Kalkriese entwickelt. Seit dem 25. April können Gäste des Varusschlacht-Museums in Bramsche im Osnabrücker Land eine einzigartige Präsentation von mehr als 1.200 germanischen Artefakten aus dem 2. bis 5. Jahrhundert nach Christi erleben und sich an interaktiven Stationen neue Perspektiven auf das Leben der Germanen erschließen.

Mehr Infos zum Projekt: https://www.hs-osnabrueck.de/nachrichten/2026/05/vergangenheit-zum-anfassen

Der Verein für Geschichte und Landeskunde besucht am kommenden Wochenende die Ausstellung. Es sind noch Restplätze vorhanden!

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Von Wappen und verschwundenen Gewässern bis hin zu dunklen Kapiteln der NS-Zeit


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Das neue “Emder Jahrbuch” eröffnet abermals Einblicke in die ostfriesische Geschichte Dass unsere Sicht auf die Geschichte nicht statisch ist, sondern in einem fortwährenden Prozess des Entdeckens entsteht, beweist eindrücklich die neueste Ausgabe des „Emder Jahrbuchs für historische Landeskunde Ostfrieslands“. In insgesamt sechs Forschungsbeiträgen, die zeitlich vom 15. Jahrhundert bis in die Nachkriegszeit reichen, unterstreicht der aktuelle Band, dass die Geschichte der Region durch moderne Fragestellungen ständig neu beleuchtet werden kann. Der erste Beitrag stammt von Hanke Immega, Mitarbeiter der Landschaftsbibliothek, der sich für …

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Auf der Zunge des Löwen


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Archivalie des Monats Mai 2026 (Stadtarchiv Lingen)

Wer Mitte Juni 1975 die Lingener Tagespost aufschlug, konnte anläßlich der 1000-Jahr-Feier der Stadt Lingen einen merkwürdigen Satz lesen. Lingen, so stand da, habe „die Form einer Löwenzunge“. Das ist – vorsichtig ausgedrückt – nicht unbedingt die erste Assoziation, wenn man sich frühneuzeitliche Stadtansichten von Lingen anschaut. Der Satz soll von Hugo Franziscus van Heussen (1654-1719) stammen, seinerzeit Dekan und Generalvikar in Utrecht.

Lingen auf der Zungenspitze des Belgischen Löwen.

Auf der Suche nach dem Zitat stößt man auf seine „Historia seu Notitia Episcopatus Deventriensis“, der posthum 1733 in Antwerpen erschienenen „Geschichte oder Kunde des Bistums Deventer“. Dort heißt es auf Seite 197 übersetzt: „Am Fluss Ems gab es einst nur eine Burg als gelegentliche Residenz für alternde Adlige, heute ist es jedoch eine Stadt und Hauptstadt des Territoriums von Lingen, das sich zwischen den Bistümern Osnabrück und Münster sowie den Grafschaften Tecklenburg und Bentheim in Form einer Löwenzunge erstreckt und 13 Pfarreien in sich fasst.“ Nicht die Stadt Lingen, sondern das Territorium Lingen soll also die Form einer Löwenzunge („forma leoninae linguae“) gehabt haben. Und mit etwas Phantasie mag man in dem langgestreckten, leicht gekrümmten Gebiet auch tatsächlich die Form einer Zunge erkennen. Aber waum ausgerechnet die Zunge eines Löwen?

Um diese Anspielung zu verstehen, muss man ein weiteres Buch aufschlagen, nämlich das Geschichtswerk „De Leone Belgico“ (Über den belgischen Löwen), 1583 veröffentlicht von dem österreichischen Chronisten Michael Aitzinger. Es beschreibt die Geschichte der Niederlande ab 1559 und enthält eine von dem Kupferstecher Frans Hogenberg gestochene Karte, die die Niederlande in der Gestalt eines Löwen zeigt. Diese Form der Darstellung ist in der Folgezeit vielfach kopiert worden. Die Küstenlinie der Nordsee bildete den Rücken des Belgischen Löwen, Luxemburg lag auf seiner linken Tatze, Jülich auf seiner rechten. Leeuwarden lag direkt hinter dem rechten Auge, Groningen auf seiner Nase – und ausgerechnet Lingen auf der Zungenspitze!

Es war wohl dieses bekannte Bild, das van Heussen bei seiner Formulierung vor Augen hatte. Auch Hogenbergs graphische Entscheidung, Lingen auf die Zunge zu setzen, war nicht frei von einer gewissen Ironie. Denn Lingen und „lingua“, das lateinische Wort für Zunge oder Sprache, klingen durchaus ähnlich. So ähnlich, dass sogar die Lingener Machurius-Sage damit spielt. Dort heißt es nämlich, Lingen habe seinen Namen erhalten, weil die Gegend wegen des bösen Treibens des Geistes Machurius in einer „lingua mala“, also in einem schlechten Ruf stände.

Löwe als Schildhalter am Haus Danckelmann.

Der Löwe, als „König der Tiere“ ein Symbol für Herrschaft und Mut, spielt in der Heraldik eine große Rolle, und auch in Lingen lassen sich Beispiele dafür finden. So schloß sich an das 1646 errichtete Drostenamtshaus ein Torbogen mit Löwenkopf an, später bekannt unter dem Namen Machuriustorbogen. Und um 1717 wurde unter Silvester Dietrich von Danckelmann (1689-1738) das Haus Danckelmann umgestaltet. Damit entstand auch die seitliche Toreinfahrt aus zwei von Vasen gekrönten Hauptpfeilern. Auf dem rechten Nebenpfeiler sitzt ein Löwe und hält das Danckelmannsche Wappenschild.

Silvester Dietrichs Vater Thomas Ernst Danckelmann (1638-1709) hatte nach dem Tod Wilhelms III. von Oranien Lingen 1702 für den preußischen König in Besitz genommen. Lingen war seitdem preußisch, und das hatte offenbar auch Auswirkungen auf das Stadtwappen. Dieses zeigte seit dem 14. Jahrhundert drei Türme als Zeichen für die starke Befestigung der Stadt. Seit dem frühen 18. Jahrhundert aber finden sich zusätzlich zwei Löwen als Wappenhalter, wie sich etwa auf Siegelabdrücken von 1720 und 1740 zeigt. In dieser Form führt die Stadt Lingen ihr Wappen bis heute. Und wenn man genau hinschaut, sieht man, dass die beiden Löwen die Zunge herausstrecken…

Das Wappen der Stadt Lingen am Neuen Rathaus.

Quellen und Literatur

  • StadtA LIN, Fotoserien, Nr. 712.
  • StadtA LIN, Karten und Pläne.
  • StadtA LIN, Lingener Tagespost vom 15. Mai 1975.
  • StadtA LIN, Urkunden, Nr. 28.
  • Aitsingerus, Michael: De Leone Belgico, eiusque Topographica atque historica descriptione liber, Köln 1583.
  • Crabus, Mirko/ Meyers, Jörn: Die Burgstraße in Lingen. Ihre Baugeschichte und ihre Bewohner (Teil 2), in: Jahrbuch des Emsländischen Heimatbunden 66 (2020), S. 171-216.
  • Heussen, Hugo Franciscus van: Historia seu Notitia Episcopatus Daventriensis, ex Ecclesiarum M. Codicibus, Coenobiorum Membranis, patriae Archivis, Bibliothecarum thesauris, Autheticis annotatis & Classicis Scriptoribus, altero prelo auctior ac emendatior, Antwerpen 1733.
  • Hoffmann, Aloys: Über den Wiederaufbau des Machuriusbogens durch die Wachsektion „Lütke Fente“, in: Kivelingszeitung 1961, S. 8-13.
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NS-Belastung und Erinnerungspolitik in einer ostfriesischen Dorfgemeinschaft

23. April 2026 um 09:33

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Der Volksschullehrer Gerhardus Jungmann (1892–1970) in Visquard Ein Beitrag von Dr. Heiko Suhr Seit den 1980er Jahren besteht in Visquard der Gerhardus-Jungmann-Platz mit einer Erinnerungstafel an den ehemaligen Lehrer. Bei ihrer Aufstellung und Einweihung durchaus nicht unumstritten, ist die Tafel mittlerweile längst Teil des gewohnten Dorfbildes. Auffällig ist allerdings, dass das zugehörige Hinweisschild Jungmann als Lehrer in Visquard von 1927 bis 1959 würdigt und damit seine Entlassung aus dem Schuldienst infolge der Entnazifizierung nach dem Zweiten Weltkrieg bewusst ausspart. Schon dieser Befund wirft Fragen …

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Textile Schätze – Handwerkertradition und Archäologie


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Exkursion in die Werkstatt Torlage, das Tuchmachermuseum Bramsche und das Museum Varusschlacht in Kalkriese

Samstag, 9. Mai 2026, 10.30 – 17 Uhr

Nachdem die Tuchmacherinnung ihre Produktions­stätte, das heutige Tuchmacher Museum, Anfang der 1970er Jahre aufgegeben hatte, endete die lange Tradi­tion der Tuchherstellung in Bramsche. Eine Ausnahme bildete die Werkstatt der Familie Torlage. Bis heute ist das Wohn- und Arbeitshaus am Otterkamp, 1922 erbaut und 1946 um eine Weberei erweitert, unverändert und bewahrt seine ursprüngliche Atmosphäre. Neben der Besichtigung der Werkstatt Torlage steht auch ein kurzer Besuch des Tuchmacher Museums auf dem Programm.

Nach einer Mittagspause im Museum Varusschlacht wird dort die Sonderausstellung „Verlorene Krieger – Germanen zwischen Macht und Mythos“ im Rahmen einer Führung besichtigt. Die einzigartige Ausstellung präsentiert mehr als 1.000 hochkarätige Objekte aus der Sammlung des Archäologischen Landesmuseums Schloss Gottorf, darunter Waffen, Ausrüstungsstücke, Alltagsgegenstände und einige außergewöhnliche Texti­lien aus Wolle. Die Funde stammen aus dem Thorsberger Moor und dem Nydam Moor, wo sie zwischen dem 2. und 5. Jahrhundert niedergelegt wurden.

Treffpunkt: Werkstatt Torlage (eigene Anfahrt, genaue Adresse bei Anmeldung)
Kosten: 15 Euro, Anmeldeschluss: 4. Mai 2026
Leitung: Ulrike Hindersmann und Ilka Thörner

Zu allen Veranstaltungen des Historischen Vereins ist eine Anmeldung – per Mail oder telefonisch – unbedingt erforderlich:
E-Mail: [email protected]
Telefon: 0541 3316214
Teilnahmegebühren überweisen Sie bitte auf folgendes Konto: IBAN DE22 2655 0105 0000 2126 13

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