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Erneute Eskalation am Persischen Golf – Europas Energiesicherheit in Gefahr

03. Juni 2026 um 08:00

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Zwei Stützpunkte in Kuwait sind laut Fars und Reuters erneut mit Raketen angegriffen worden. Die iranischen Staatsmedien sprechen von einer Vergeltung für den nächtlichen US-Angriff auf die Insel Qeschm. Auch aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain werden Explosionen sowie Luftalarm gemeldet. Es scheint, als würde der Krieg erneut eskalieren. Vor allem für die Europäer sind das schlechte Aussichten.

Eine Beruhigung der Lage in Sachen Iran-Konflikt rückt wieder in weite Ferne. In den Nachtstunden (Ortszeit) meldete Kuwait anfliegende Raketen und Drohnen. Laut Fars wurden dabei zwei amerikanische Militärstützpunkte ins Visier genommen. Gleichzeitig wurden Explosionen und Luftalarme aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain gemeldet. Das US-Militär feuerte auch auf einen Öltanker, der ohne Erlaubnis durch die Straße von Hormus fahren wollte. Alles deutet damit auf eine erneute Eskalation hin.

Angesichts dessen, dass der Iran kürzlich erst das vorläufige Ende der indirekten Gespräche mit den Vereinigten Staaten verkündete, weil Israel wegen anhaltender Waffengewalt durch die Hisbollah weiter Vergeltungsangriffe auf Stellungen der Schiiten-Terrormiliz im Libanon durchführt, war ein erneutes Aufflammen der Kampfhandlungen vorhersehbar. Das Mullah-Regime in Teheran bevorzugt eine Eskalation der Lage, anstatt sich ernsthaft für eine dauerhafte Friedenslösung in der Region einzusetzen.

Während Washington behauptet, die Verhandlungen – auch in Bezug auf das umstrittene iranische Atomprogramm – würden weiterlaufen, kommen aus Teheran weitere Dementi. Die iranische Führung geht offensichtlich davon aus, dass die Zeit zu ihren Gunsten spielt. Denn je länger der Konflikt (und damit die faktische Blockade der Straße von Hormus) anhält, desto kritischer wird die Lage an den Energiemärkten. Lange werden die strategischen Ölreserven nämlich die Lieferausfälle aus den Golfstaaten nicht mehr kaschieren können. Die Mullahs scheinen darauf zu spekulieren, dass die Weltöffentlichkeit angesichts explodierender Öl- und Gaspreise den Druck auf Washington und Tel Aviv erhöhen wird, die Kampfhandlungen gegen den Iran einzustellen. Doch dies ist angesichts der kritischen wirtschaftlichen und finanziellen Lage des Landes auch ein gewagtes Spiel.

Den Europäern, die aus ideologischen und politischen Gründen auf Erdöl und Erdgas aus Russland verzichten wollen, droht damit ein extrem harscher Winter. Schon jetzt mangelt es an ausreichenden Reserven und der limitierte Nachschub reicht noch nicht einmal aus, den aktuellen Bedarf zu decken. Zwar mögen mehr Leute von Verbrennern auf Stromer umsteigen – doch im Winter, zu Dunkelflaute-Zeiten, müssen Gaskraftwerke die Versorgung sicherstellen. Doch die Gasspeicher werden ebenfalls nicht gefüllt.

(Auszug von RSS-Feed)

Mearsheimer: Mögliche Gründe russischer Eskalation über die Grenzen der Ukraine hinaus – Teil 1

29. Mai 2026 um 22:40

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Wladimir Putin hat über das Außenministerium ausländische diplomatische Vertretungen sowie sonstige Besucher in Kiew informieren lassen, dass sie aus Gründen der Sicherheit die Stadt verlassen sollten.

John J. Mearsheimer: „Die Europäer benutzen die Ukraine um Russland zu schlagen!“ – Teil1

Von REDAKTION | Daniel Davies und John J. Mearsheimer besprachen am 28.5.2026 auf „Daniel Davies – Deep Dive“ Begleitumstände und Hintergründe der Eskalation zwischen der Russischen Föderation und dem kollektiven Westen vor dem Hintergrund des Militärkonfliktes in der Ukraine sowie darüber hinaus.

Daniel Davies – ehemaliger US-Oberstleutnant, dekoriert mit dem Bronze Star of Valor – ist Moderator der Podcast und des YouTube-Kanals „Daniel Davis – Deep Dive“ mit profunden Analysen zu den Themen Krieg, nationale Sicherheit und US-Außenpolitik. Dazu ist Davies als Senior Fellow für die Defense Priorities Foundation tätig.

John Joseph Mearsheimer ist US-amerikanischer Politikwissenschaftler an der University of Chicago. Den Schwerpunkt seiner Analysen bilden internationale Beziehungen aus Perspektive des Offensiven Neorealismus, den er erstmals 2001 in seiner Monografie The Tragedy of Great Power Politics in Buchform der Öffentlichkeit vorstellte.

28.5.2026 – Daniel Davies (li) mit John J Mearsheimer zur Eskalation an der Ostfront | Quelle: Screenshot Youtube – „Daniel Davies – Deep Dive“

Das Transkript des Gesprächs zwischen Daniel Davies und
John J Mearsheimer auf „Deep Dive“ in deutscher Übersetzung

Daniel Davies: Die neuesten Nachrichten aus Russland der letzten Stunden lauten:
Sergej Naryshkin, der Direktor des russischen Auslandsgeheimdienstes ließ wissen, dass seiner Meinung nach die Kriegstrommeln derzeit besonders laut auf dem europäischen Kontinent erschallen, wobei die Konfrontation mit Russland von Großbritannien aus aktiv angeheizt würde.

Der Chef des  Auslandsnachrichtendienstes Russlands spricht von UK-Hetze für den Krieg gegen Russland | Quelle: Screenshot Youtube – „Daniel Davies – Deep Dive“

In Folge äußerte sich der russische Gesandte bei der OSZE, Dmitry Polyansky, der vor rund einer Woche in unserer Sendung zu Gast war, zu einigen dieser Punkte bzw. zur weiteren Verschärfung der Lage:

Das russische Verteidigungsministerium veröffentlichte eine Zielliste zu EU-Europa | Quelle: Screenshot Youtube – „Daniel Davies – Deep Dive“

Das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation veröffentlichte eine Liste europäischer Unternehmen, die mit der Produktion von Drohnen in der Ukraine in Verbindung gebracht werden. Polyansky erklärte dazu, dass Russland das Recht habe, solche Objekte als legitime militärische Ziele anzusehen. Inzwischen gab man die Warnung heraus, wonach alle Diplomaten und Ausländer Kiew zu verlassen hätten, weil härtere Schläge dort zu erwarten wären. Was kommentieren Sie diese Eskalation?

John Mearsheimer: Was sich hier abspielt, hat sehr wenig mit dem Schlachtfeld zu tun und es ist wichtig zu betonen:

Die Ukrainer haben mit Hilfe des Westens die Anzahl und Raffinesse der Angriffe auf das russische Hinterland auf die Spitze getrieben!

Dazu gesellte sich im Westen eine kriegerische Rhetorik, welche mit besagten vom Westen unterstützten Angriffen auf das russische Hinterland einherging. Die Russen kamen zum Schluss, dass sie über keine ausreichende Abschreckung gegen den Westen bzw. gegen die Ukraine bezüglich deren Angriffe auf das russische Hinterland mehr verfügten. Es müsste etwas geschehen, um dieser Situation abzuhelfen. Mit anderen Worten: Sie hätten die Abschreckung wiederherzustellen. Die Russen sind im Grunde zum Schluss gekommen, dass …

… dies nur durch Angriffe auf Ziele in Europa erreicht werden könne!

Im Grunde genommen sprechen Sie von Angriffen auf Ziele in NATO-Mitgliedstaaten. Das wäre der einzige Weg, um eine klare Botschaft auszusenden und die Abschreckung wiederherzustellen.

Es ist sehr wichtig zu betonen, dass Karaganows Ansichten von vielen, auch in den oberen Rängen der russischen Elite, geteilt werden: Man wolle mit konventionellen Waffen beginnen, doch falls das nichts bewirken würde, hätte man die Angriffe auf den Einsatz einer begrenzten Zahl von Atomwaffen auszudehnen. Dies würde für den Fall gelten, dass:

  • ein Angriff auf einen europäischen Staat mit konventionellen Waffen keine Abschreckung nach sich gezogen haben würde,
  • die Europäer nicht zum Rückzug zu bewegen gewesen wären,
  • man die Europäer nicht dazu hätte bringen können, die Ukrainer zurückziehen zu lassen!

Man würde das nicht tun, um den Krieg in militärischer Hinsicht zu gewinnen, sondern nur um an die Europäer ein robustes Signal zu richten, dass man es ernst meine, indem man dazu bereit wäre, Atomwaffen einzusetzen, um gegnerischen Staaten den abschüssigen Hang einer Verwüstung anzudeuten. Man würde damit dem Westen signalisieren, dass die letzte Chance zur Vermeidung eines weiteren Abrutschens hin zur Eskalation, darin bestünde, dass man aufhören würde:

💥Russland angreifen zu lassen!
💥der Ukraine weiter helfen würde, um Russland anzugreifen!

Das ist der Stand der Dinge. Das Problem bei der Mehrzahl der Leute im Westen ist, dass man die russischen Drohungen nicht mehr ernst zu nehmen scheint. So denken sie zusammen mit den Ukrainern, den Russen immerzu ihre Daumen in die Augen drücken zu können. Falls die Russen sich darüber beschwerten oder damit drohten, drastische Maßnahmen dagegen zu ergreifen, würde das von ihnen einfach abgetan werden: Sie gehen davon aus, dass Russland nichts machen würde. Diese hätten in der Vergangenheit nicht reagiert und würden es künftig auch nicht tun. So können die Provokationen gegen Russland immer weiter gehen. Karaganow weist auf diese Entwicklung hin. Man kann das Blatt drehen und wenden, wie man will:

Sie ignorieren einfach die Tatsache, dass Russland eine Atommacht sei!

Sie übersehen den Umstand, dass wir in einem Atomzeitalter leben und gehen davon aus, dass Russland keine Atomwaffen einsetzen würde. So scheint man an dem Punkt angelangt zu sein, dass Russland gegebenenfalls in sehr begrenztem Umfang Atomwaffen gegen sie einsetzen könnte. Es ginge darüber ein klares Signal an Russlands Gegner zu setzen:

  • Erstens, um zu zeigen, dass man im Atomzeitalter angekommen wäre!
  • Zweitens, um zu zeigen, dass Russland es todernst wäre, den ukrainischen Angriffen gegen das russische Hinterland ein Ende zu setzen, obwohl europäische Staaten wie Großbritannien und Vereinigte Staaten das unterstützen und fördern!

Daniel Davies: Es ist nur eine Zusammenstellung einiger Schlagzeilen der letzten Monate – schauen Sie sich diese nur mal an:

Der westliche Medienkomplex stimmt seine Leser auf den Krieg gegen Russland ein | Quelle: Screenshot Youtube – „Daniel Davies – Deep Dive“

Dort heißt es, beispielsweise:

  • Deutschland bereite sich auf einen Krieg gegen Russland vor!
  • NATO verkündet, dass man innerhalb von drei bis fünf Jahren mit Russland im Krieg stehen würde!
  • Großbritannien erzeugt [medialen] Druck, um sich gegen die russische Bedrohung vorzubereiten!

… Einerseits scheint es so, als glaubten sie tatsächlich, es könnte zu einem Krieg gegen Russland kommen. Sie scheinen darauf hinzuarbeiten, aber wie bei allem, geschieht nichts in einem Vakuum: Das hat auch Rückwirkungen auf Leute wie Karaganow bzw. Wladimir Putin und das russische Volk…

… Die Frage ist und lassen Sie mich das folgend ausführen: Nachdem Russland inzwischen ankündigt hatte, Kiew auf eine Weise, wie noch nie zuvor, angreifen zu wollen, um möglicherweise in den nächsten Tagen so etwas wie einen massiven Schlag gegen Kommando-, Kontroll-, Informations- und Führungsstrukturen in Kiew zu führen, was sie bisher noch nie getan hatten: Würde das ausreichen, um die Aufmerksamkeit der Westeuropäer zu erregen und einem solchen Vorgehen die gewünschte Bedeutung zu verleihen?

John Mearsheimer: Ich glaube nicht, dass es ausreichen würde! Ich denke, falls es den Russen ernst damit wäre, die Abschreckung wiederherzustellen – wir sprechen davon die Europäer davon abzuhalten, der Ukraine bei den Angriffen aufs russische Hinterland zu helfen – dann müssten sie Ziele und Orte innerhalb Europas angreifen – aller Wahrscheinlichkeit die baltischen Staaten! Ich glaube, dass sie dies zu tun hätten:

Die Russen müssten gegenüber den Europäern harte Bandagen austeilen!

Nur gegenüber den Ukrainern mit harten Bandagen anzugehen, würde nichts bringen. Die Ukrainer haben bis jetzt enorm gelitten und sie haben es geschafft, im Kampf durchzuhalten, wobei die Europäer sie weiterhin unterstützen. Ich glaube daher, dass selbst eine massive Bombardierungskampagne gegen Kiew nicht ausreichen würde!

Fortsetzung folgt

Übersetzung: UNSER-MITTELEUROPA

***

Der Interview auf „Daniel Davies Deep Dive“ mit J. Mearsheimer auf Englisch: HIER

UNSER MITTELEUROPA zur russischen Aufforderung an diplomatisches Personal und Besucher Kiew zu verlassen: HIER

Telefonat: Lawrow empfiehlt USA die Ukraine schnellstmöglich zu verlassen




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Kriegserklärung Russlands an die Ukraine wäre nächste Eskalationsstufe

29. Mai 2026 um 11:33

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Eine Kriegserklärung gegen Staaten, mit denen man sich bereits Gefechte liefert, erscheint auf den ersten Blick überflüssig. Das liegt daran, dass wir uns daran gewöhnt haben, dass moderne Waffengänge meist ohne Kriegserklärung beginnen – was derzeit auch für die Kampfhandlungen im Nahost-Konflikt gilt.

Kriegserklärungen führen zur weiteren Eskalation von Kampfhandlungen 

So führt Russland seit Februar 2022 auf dem Gebiet der Ukraine nach eigenen Angaben eine „Militärische Spezialoperation“ durch. Nachdem der Versuch, die Regierung in Kiew zum Einlenken zu zwingen und den seit 2014 andauernden Konflikt im Donbass zu beenden, missglückt war, entwickelte sich diese Operation zu einem Stellungskrieg.

Keine der beiden Seiten macht derzeit nennenswerte Geländegewinne, und ein Ende der Auseinandersetzungen ist nicht in Sicht. Doch besonders in letzter Zeit gelingt es den Ukrainern, auch strategische Ziele im russischen Hinterland zu treffen – mit massiver Unterstützung des Westens. Die Frage ist, wie lange Russland eine solche Bedrohung ertragen möchte.

Immerhin ist den Verantwortlichen im Kreml bewusst, dass der Westen über eine Veränderung der Machtverhältnisse in Russland diskutiert und einige westliche Strategen sogar eine Aufteilung der Russischen Föderation in mehrere Staaten vorschlagen. All dies gefährdet inzwischen die staatliche Integrität Russlands. Diese Umstände unterscheiden sich massiv von der Situation zum Zeitpunkt, als die „Militärische Spezialoperation“ begann.

Außerdem werden durch die vom Westen gelieferte Waffentechnik immer mehr zivile Ziele getroffen. Bei einer weiteren Eskalationsstufe könnten die Verantwortlichen im Kreml demnach entscheiden, der Ukraine den Krieg zu erklären. In einem solchen Augenblick würde sich der Verlauf des Konflikts radikal ändern. Es ist möglich, dass es zu einer Generalmobilmachung der russischen Streitkräfte kommt und bestehende Militärbündnisse aktiviert werden, die dann in den Krieg eingreifen. Mögliche Folgen wären:

  • Innenpolitisch in Russland:
    Eine Kriegserklärung könnte dem Staat breitere rechtliche Möglichkeiten geben — etwa umfassendere Mobilisierung, stärkere Kriegswirtschaft, strengere Einschränkungen oder eine offenere Umstellung auf Kriegsmodus.
  • Militärisch:
    Russland könnte eine Ausweitung von Truppenaufgeboten oder Einsatzregeln begründen. Praktisch wurden viele harte Maßnahmen zwar schon teilweise genutzt, aber formal wäre die Schwelle höher.

Die größte Bedrohung wäre jedoch der Einsatz von Waffen, die den Konflikt innerhalb weniger Minuten beenden könnten. Erinnern wir uns an die verfahrene Situation, in der sich die USA im Pazifik im Zweiten Weltkrieg befanden, und welche Entscheidung sie trafen, um Japan zur Kapitulation zu zwingen.

Bei einer Kriegserklärung wäre es nicht ratsam, sich in der Nähe ukrainischer Militärstützpunkte aufzuhalten. Die Europäer sollten sich auch mit einem Vorrat an Kaliumjodid-Tabletten eindecken, da die Auswirkungen gewisser Kampfmittel nicht unbedingt vor den Staatsgrenzen haltmachen. (Stichwort: Tschernobyl.)

Es wäre sicher besser, diesen Konflikt möglichst bald diplomatisch zu lösen. Das wäre für Menschen, Tiere und die Umwelt in Europa jetzt schon und speziell langfristig weniger ungesund.

Leider denken in Europa lediglich die friedensliebenden Oppositionskräfte wie in Österreich die FPÖ, während andere Parteien offensichtlich gegen die österreichische Neutralität arbeiten.




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