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Heute — 29. Juli 2026Artikel

Ömpel-Klima-Irrsinn: Bis zu 60 Cent mehr für Sprit

29. Juli 2026 um 09:00

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Die schwarz-rot-pinke Bundesregierung wirft den Autofahrern mit ihrer „Spritpreisbremse“ ganze 0,8 Cent pro Liter hin. Gleichzeitig arbeitet sie mit dem neuen Erneuerbare-Energien-Gesetz Verkehr an der nächsten Belastungswelle, während Brüssel ab 2028 mit dem neuen CO2-Handel nachlegt. Branchenvertreter warnen bereits vor insgesamt 50 bis 60 Cent Mehrkosten pro Liter.

Noch im März verkündete die Stocker-Regierung vollmundig, Benzin und Diesel um rund zehn Cent pro Liter verbilligen zu wollen. Fünf Cent sollten über eine vorübergehende Senkung der Mineralölsteuer kommen, weitere fünf Cent über einen staatlichen Eingriff in die Gewinnmargen der Erdölwirtschaft. Von diesem groß angekündigten Entlastungsfeuerwerk ist inzwischen ein kläglicher Rest übrig geblieben: Seit Anfang Juli beträgt die Steuerreduktion gerade noch 0,8 Cent pro Liter. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern bleiben dem Autofahrer damit sagenhafte 40 Cent. Man sollte das nicht alles auf einmal ausgeben.

Während die Bundesregierung dieses Almosen als Hilfe für Pendler und Familien verkauft, wird hinter den Kulissen bereits an der nächsten Verteuerungsmaßnahme gearbeitet. Das geplante „Erneuerbare-Energien-Gesetz Verkehr“ – kurz EEG-V – soll mit 1. Januar 2027 in Kraft treten und die bisherige Kraftstoffverordnung ablösen. Offiziell geht es natürlich um die sogenannten „erneuerbaren Energien“, die „Dekarbonisierung“ im Rahmen des allgemeinen Netto-Null-Wahns und die Umsetzung europäischer Vorgaben (Stichwort: European Green Deal). In der Realität geht es jedoch um steigende Quoten, teure Ersatzkraftstoffe und hohe Strafzahlungen für jene Unternehmen, die die vorgegebenen Ziele nicht erfüllen können.

Grundlage dafür ist die europäische Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED III. Diese verlangt bis 2030 entweder einen Anteil von mindestens 29 Prozent an „erneuerbarer Energie“ im Verkehr oder eine Senkung der Treibhausgasintensität um mindestens 14,5 Prozent. Österreich ersetzte allerdings erst rund zehn Prozent der fossilen Kraftstoffe durch Biokraftstoffe und Strom. Die Lücke soll nun mit der politischen Brechstange geschlossen werden: Biokraftstoffe, Wasserstoff, E-Fuels und Elektroautos sollen den Quotensprung ermöglichen, wobei Ladestrom für E-Fahrzeuge im Entwurf gleich vierfach angerechnet werden soll. Wenn die Wirklichkeit nicht zur Klima-Ideologie passt, wird eben an der Berechnungsmethode gedreht.

Unerfüllbare Quoten, saftige Strafen

Die Verkehrs-, Tankstellen- und Energiebranche schlägt bereits Alarm. Die trotz des wirtschaftlichen Irrsinns dem allgemeinen Klimawahn folgende Wirtschaftskammer Österreich (WKO) warnt vor kaum erfüllbaren Vorgaben, einer unzureichenden Verfügbarkeit anrechenbarer Biokraftstoffe und massiven finanziellen Belastungen. Seit Monaten würden Verfahren beim Umweltbundesamt verschleppt, sodass insbesondere HVO-Kraftstoffe aus bestimmten Rohstoffen nicht oder nur verspätet angerechnet werden könnten. Gleichzeitig sollen Unternehmen zur Kasse gebeten werden, wenn sie die gesetzten Quoten verfehlen. Erst blockiert die Behörde den Zugang zu den für diese Klimawahnpolitik benötigten Kraftstoffen, dann bestraft der Staat die Händler dafür, dass sie die Vorgaben nicht erfüllen.

Nach Angaben der FPÖ rechnen Branchenvertreter inzwischen bereits ab 2027 mit Mehrkosten von 30 bis 40 Cent pro Liter. Der freiheitliche Energiesprecher Paul Hammerl hatte Anfang Juli im Nationalrat zunächst von einem Preissprung von mehr als 20 Cent gesprochen. Für 2032 errechnete er bei einer Tankfüllung von 80 Litern eine zusätzliche Belastung von 65 Euro – das wären mehr als 80 Cent pro Liter. Die Wirtschaftskammer warnt für den Endausbau des Gesetzes sogar vor einer möglichen Verdoppelung der Kraftstoffpreise. Man könnte auch sagen: Wenn der Ökostrom nicht von alleine preislich wettbewerbsfähig ist, muss man eben die günstige (fossile) Konkurrenz künstlich verteuern.

Eine öffentlich nachvollziehbare Berechnung der Bundesregierung sucht man bislang vergeblich. Die FPÖ verweist vielmehr darauf, dass selbst die ministerielle Folgenabschätzung steigende Preise für Biokraftstoffe und damit höhere Kosten für die Mineralölunternehmen einräumt, eine konkrete Bezifferung jedoch angeblich nicht möglich sei. Die finanziellen Auswirkungen werden trotzdem als „nicht wesentlich“ eingestuft. Man beschließt also ein Quotensystem mit Strafzahlungen, kann dessen Kosten angeblich nicht berechnen und erklärt sie vorsorglich für unbedeutend. Der Autofahrer wird dann schon selbst herausfinden, wie teuer es wirklich wird.

Diese Belastung endet selbstverständlich nicht an der Zapfsäule. Jeder Lastwagen, jeder Lieferwagen, jede landwirtschaftliche Maschine und jedes Handwerkerfahrzeug benötigt Energie. Steigt der Dieselpreis, steigen die Transportkosten; steigen die Transportkosten, werden Lebensmittel, Baustoffe, Dienstleistungen und sämtliche Waren des täglichen Bedarfs teurer. Die Klimafanatiker in Wien können versuchen, die Kosten auf dem Papier den Mineralölunternehmen zuschieben. Bezahlen werden sie am Ende Familien, Pendler und Betriebe.

Brüssel legt noch eine Schaufel drauf

Ab 2028 folgt mit dem europäischen Emissionshandel ETS2 die nächste Stufe. Dann müssen die Verkäufer von Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas für die verursachten CO2-Emissionen europäische Zertifikate erwerben. Formal trifft die Pflicht zwar die Kraftstofflieferanten, doch niemand sollte ernsthaft glauben, dass die Konzerne diese Milliardenkosten aus reiner Menschenfreundlichkeit selbst tragen werden. Sie landen im Spritpreis, in der Heizkostenabrechnung und über höhere Transport- und Produktionskosten im Supermarkt.

Der nationale österreichische CO2-Preis liegt derzeit bei 55 Euro je Tonne. Dadurch verteuert sich Benzin bereits um rund 15 Cent und Diesel um etwa 16,5 Cent pro Liter. Steigt der Zertifikatspreis im ETS2 auf 130 Euro je Tonne, erhöht sich der CO2-Aufschlag auf etwa 35 bis 36 Cent bei Benzin und rund 39 Cent bei Diesel. Gegenüber heute wären das weitere 20 bis 23 Cent je Liter – noch bevor irgendwelche sonstigen Preisbewegungen berücksichtigt werden.

Die 130 Euro sind zwar kein festgeschriebener Preis, aber auch keine frei erfundene Horrorziffer. BloombergNEF erwartete zuletzt für 2030 einen ETS2-Preis von rund 122 Euro je Tonne, andere Prognosen reichen noch deutlich höher. Die EU-Kommission setzt in ihrer Modellrechnung auf wesentlich freundlichere 69 Euro. Ob sich der Markt an die politischen Wunschzahlen der Eurokraten hält, wird sich zeigen. Die Zahl der verfügbaren Zertifikate wird jedenfalls bewusst verknappt und damit auch verteuert, denn genau dadurch sollen Benzin, Diesel, Öl und Gas immer teurer und die Bürger zum Umstieg gezwungen werden.

Die EU hat zwar einen Mechanismus vorgesehen, der bei stark steigenden Preisen zusätzliche Zertifikate auf den Markt bringen kann. Eine feste Preisobergrenze ist das jedoch nicht. Werden die freigegebenen Zertifikate vom Markt aufgesogen, kann der Preis weiter steigen. Die sogenannte Preisbremse dürfte damit ungefähr so nutzlos sein wie die österreichische Spritpreisbremse.

0,8 Cent zurück, bis zu 60 Cent drauf

Werden die von der Branche erwarteten 30 bis 40 Cent aus dem EEG-V und weitere rund 20 Cent durch ETS2 zusammengerechnet, ergibt sich die drohende Mehrbelastung von 50 bis 60 Cent pro Liter. Das ist noch kein bereits beschlossener Fixpreis, sondern ein Szenario, das von den tatsächlichen Erfüllungskosten und dem künftigen Zertifikatspreis abhängt. Doch die zugrunde liegenden Instrumente sind real: Quotenzwang, Ausgleichszahlungen, CO2-Zertifikate und eine politisch verordnete Verknappung fossiler Energie. Die Richtung ist damit vorgegeben.

Schon heute bestanden die österreichischen Spritpreise im Januar bei Benzin zu rund 58 Prozent und bei Diesel zu etwa 53 Prozent aus Mineralölsteuer, CO2-Bepreisung und Mehrwertsteuer. Der Staat verdient an jedem Liter kräftig mit, erklärt den Bürgern anschließend die hohen Preise mit internationalen Krisen und inszeniert eine minimale Rückgabe als großzügige Entlastung. Gleichzeitig schafft dieselbe Politik neue Abgabenmechanismen, die das Tanken absichtlich massiv verteuern sollen.

Die FPÖ fordert deshalb die Aussetzung der nationalen CO2-Steuer und eine Halbierung der Mineralölsteuer. Nach ihrer Berechnung könnte Benzin damit um rund 44 Cent und Diesel um etwa 40 Cent pro Liter günstiger werden. Die Bundesregierung bevorzugt offensichtlich den umgekehrten Weg: 0,8 Cent werden zurückgegeben, während im Hintergrund Belastungen von möglicherweise 50 bis 60 Cent vorbereitet werden. Und das ausgerechnet von einer Bundesregierung, die von der angeblichen „Wirtschaftspartei“ ÖVP geführt wird.

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Gestern — 28. Juli 2026Artikel

Der Windkraft-Wahnsinn gefährdet zunehmend den deutschen Wald

28. Juli 2026 um 08:00

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Nachdem das Bundesverfassungsgericht 2022 Windenergie im Wald wieder ermöglicht hatte, stehen viele geschützte Naturwälder und als Naherholung und “grüne Lungen“ genutzte Waldgebiete quasi auf der Abschussliste der einstigen Natur- und heutige “Klimaschützer“, die im Namen der Klimarettung bereit sind, einen Kahlschlag der prägendsten deutschen Kulturlandschaftsform hinzunehmen. Die Bundesländer sind eigentlich aufgefordert, entsprechende Schutzkonzept des Waldes […]
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Wie der Iran den Zusammenbruch des israelischen Energie-Netzes auslösen könnte

28. Juli 2026 um 03:50
ELA

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Der Iran könnte also ohne „große Anstrengung“ durch einen kombinierten und koordinierten Angriff auf mehrere Energie- und See-Ziel, wie etwa gleichzeitig, eine Plattform, eine Raffinerie, ein Küstenkraftwerk oder auch eine Schifffahrtsroute enormen Druck auf das israelische Stromnetz ausüben.

Davor hatte jüngst auch der israelische Alma-Thinktank eindringlich gewarnt.

Widerstandsfähigkeit der Heimatfront massiv unter Druck

Die Widerstandsfähigkeit der Heimatfront wäre damit unter massivem Druck, wie diesbezüglich ebenfalls der israelische Alma-Thinktank gewarnt hatte.

„Ein solcher Angriff könnte ballistische Raketen, Angriffs-UAVs, Marschflugkörper, Land-zu-See-Raketen, Sprengboote, Selbstmord-UAVs im maritimen Bereich kombinieren“, EW, Cyber- und sogar Froschmänner-Kommandos.

Tel Aviv ist sich allerdings der Risiken bewusst, daher erfolgte auch die Stilllegungen der Karish- und Leviathan-Gasplattformen während der Kriege 2025 und 2026 sowie die Stilllegung „aller Anlagen“ der Ölraffinerie Bazan in der Bucht von Haifa nach iranischen Angriffen, was bewiesen hatte, „dass die Bedrohung für Israels Energie-Hinterland nicht mehr nur ein theoretisches Szenario ist, sondern eine Fähigkeit, die in der Praxis genutzt würde.“

Alma enthüllte, dass während beider Kriege die israelische Wirtschaft gezwungen war, sich auf die Tamar-Plattform zu verlassen, wie auch auf mehr umweltschädliche Kraftstoffe und zu Notfallanpassungen, um die proaktiven Abschaltungen von Karish und Leviathan überbrücken zu können.

70 Prozent Strom aus Erdgas

„Mehr als 70 % der israelischen Stromproduktion basieren auf Erdgas, das von Mittelmeerbohrinseln stammt, und mehr als die Hälfte der Süßwasserversorgung stammt aus Entsalzungsanlagen entlang der Küste.“

„Israels maritimes Energiesystem basiert auf einer relativ kleinen Anzahl kritischer Vermögenswerte, und jeder anhaltende Schaden selbst an nur Einem davon erzeugt einen systemischen Effekt.“

Der Iran müsste nicht einmal eine Plattform oder einen Hafen zerstören, um einen Gewinn zu erzielen. Allein die Produktion zu stoppen, einen vorübergehenden Stillstand verursachen, zivile Besatzungen zu erschrecken, die maritimen Versicherungsbedingungen verschärfen oder Risiken für den kommerziellen Schiffsverkehr schaffen“ würden ausreichen, um einen strategischen Effekt zu erzielen.

Die Huthi-Kampagne etwa gegen Eilat, den israelischen Hafen am Roten Meer, der durch die Blockade der Miliz „bankrott gegangen“ ist, ist ein Beispiel dafür. Wobei dieser Hafen in der Praxis bereits „gelähmt“ war, lange bevor die Huthis ihn als Ziel auserkoren hatten.

Israels Werkzeuge zum Schutz seiner Vermögenswerte sind hierzu, Saar 6 Korvette C-Domes (marine Iron Dome), Barak MX Raketenabwehr, Barak LRAD Abfangjäger, MF-Star Radar sowie Küsten-Iron Dome, David’s Sling und Arrow 2 & 3 Assets.

Doch wie frühere iranische Einsätze bereits gezeigt hatten, besitzt der Iran die Mittel die israelischen „Verteidigungsbemühungen“ zu umgehen.


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Strom-Hochverrat: Deutschland legt eigene Gaskraftwerke still – und schenkt sie der Ukraine

27. Juli 2026 um 16:00

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Die Wahnsinnspolitik der letzten Jahre hat dazu geführt, dass Deutschland sich völlig unnötigerweise in eine Lage gebracht, in der es seine Energieversorgung nicht mehr selbst gewährleisten kann. Der endgültige Ausstieg aus der Atomenergie vor vier Jahren und der sinnlose Ausbau von Wind- und Sonnenenergie, die nicht ansatzwiese grundlastfähig sind, machen es erforderlich, dass man verzweifelt […]
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Sanktionswahn und Dunkelflaute machen Deutschlands Winter teuer

26. Juli 2026 um 13:00

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Auch wenn die meisten Menschen angesichts der sommerlichen Temperaturen noch nicht daran denken, kommt der nächste Winter ganz gewiss. Und mit ihm ziemlich sicher auch ein neuer Preisschock im Energiesektor. Es wird wohl wieder sehr ungemütlich. Nicht die AfD ist eine Gefahr für den Wirtschaftsstandort Deutschland, sondern die Brüsseler Eurokraten und das sich im Klimawahn befindliche Parteienkartell in Berlin.

Der Krieg im Nahen Osten treibt Öl- und Gaspreise nach oben, während Deutschland mit ungewöhnlich leeren Speichern auf den Winter zusteuert. Gleichzeitig gerät der milliardenschwere Ausbau der Offshore-Windkraft ins Stocken und die Branche verlangt nach neuen staatlichen Garantien. Die aktuelle Krise trifft eine Volkswirtschaft, deren Regierung verlässliche Kraftwerke abschalten ließ, Liefermöglichkeiten politisch einschränkt und wetterabhängige Stromproduktion zur Versorgungssäule erklärt hat.

Die „Welt“ beschreibt die drohende Preiswelle ausführlich, bleibt bei deren politischen Ursachen jedoch auffallend zurückhaltend. Als Erklärung dienen der Iran-Krieg, die Angriffe der Huthi-Miliz und die Blockade wichtiger Seewege. All das ist richtig: Nach den Angriffen auf die Tanker „Encelia“ und „Layla“ stieg der Brent-Ölpreis am Donnerstag auf 100,69 Dollar je Fass. Die Straße von Hormus ist stark beeinträchtigt, auch die Route durch Bab al-Mandab wird unsicherer. Durch beide Meerengen fließt unter normalen Bedingungen rund ein Viertel der weltweiten Ölversorgung.

Doch geopolitische Risiken sind kein neues Naturgesetz. Eine vernünftige Energiepolitik muss gerade dafür sorgen, dass ein Industrieland nicht von wenigen Lieferanten, einzelnen Seewegen und kurzfristig verfügbaren Tankerladungen abhängig wird. Berlin und Brüssel haben stattdessen über Jahre daran gearbeitet, die Zahl der Bezugsquellen für Öl und Gas systematisch zu verringern. Das günstige russische Pipelinegas wurde zunächst politisch geächtet und inzwischen mit einem verbindlichen europäischen Ausstiegsfahrplan versehen. Seit März 2026 greift das stufenweise Importverbot; russisches LNG soll ab Anfang 2027 vollständig untersagt sein, Pipelinegas ab Herbst desselben Jahres.

Sanktionen sind keine kostenlose Haltungspolitik

Über die politischen und moralischen Gründe solcher Sanktionen lässt sich streiten. Wirtschaftlich sind sie jedoch kein kostenloses Bekenntnis, sondern die bewusste Verknappung verfügbarer Liefermöglichkeiten. Wer einen großen Anbieter vom Markt drängt, macht die verbleibenden Anbieter mächtiger und sich selbst erpressbarer. Deutschland muss nun auf dem LNG-Weltmarkt mit asiatischen Abnehmern konkurrieren und ist dabei auf Terminals, Tanker, Versicherungen und ungestörte Schifffahrtsrouten angewiesen. Jede neue Krise schlägt damit auch unmittelbar auf die europäischen Preise durch.

Eben diese Verwundbarkeit wird in der öffentlichen Debatte regelmäßig als unglückliche Folge äußerer Ereignisse dargestellt. Kaum steigen die Preise, folgen neue Forderungen nach weiteren Sanktionen, Preisdeckeln, Subventionen und staatlichen Einkaufsprogrammen. Dass jede zusätzliche Einschränkung des Angebots die Versorgung verteuert, findet in dieser Haltungspolitik kaum Platz. Außenpolitische Maßnahmen können notwendig sein, doch dann müssen deren Kosten offen benannt und gegen die Folgen für Bevölkerung und Industrie abgewogen werden. In Berlin und Brüssel gilt dagegen häufig schon die Frage nach dem Preis der Sanktionen als moralisch verdächtig.

Die Rechnung wird im kommenden Winter wohl besonders heftig ausfallen. Deutschlands Gasspeicher waren am 23. Juli nur zu rund 45,7 Prozent gefüllt. Am 1. Juli hatte der Stand sogar erst bei 41 Prozent gelegen – laut Speicherverband INES der niedrigste Wert zu diesem Zeitpunkt seit der Energiekrise 2021/2022. Unter normalen oder milden Bedingungen könnten rund 76 Prozent Anfang November ausreichen. Für einen sehr kalten und langen Winter bietet ein solcher Puffer jedoch keine sichere Reserve.

Das Gas fehlt nicht nur wegen des Krieges. Die Marktpreise liefern Händlern derzeit zu wenig Anreiz, im Sommer einzukaufen und für den Winter einzulagern. Normalerweise ist Gas im Sommer günstiger als bei späteren Lieferungen; die Preisdifferenz finanziert Lagerung und Risiko. Funktioniert dieses Modell nicht mehr, wartet der Markt auf staatliche Eingriffe. Am Ende kauft die Bundesregierung über die Trading Hub Europe teures Gas mit öffentlichem Geld ein oder lässt die Kosten über Umlagen bei den Verbrauchern abladen.

Das verschwiegene Problem der Dunkelflaute

Die „Welt“ deutet die steigenden Zinsen vor allem als Gefahr für die Energiewende. Ausgerechnet jener Bereich könne gebremst werden, der Deutschland angeblich von Öl- und Gasimporten weitestgehend unabhängig machen sollte. Diese Erzählung unterschlägt den entscheidenden Punkt: Windkraft ersetzt keine gesicherte Kraftwerksleistung. Sie liefert Strom, wenn genügend Wind weht, und fällt ausgerechnet während winterlicher Dunkelflauten über weite Regionen stark ab.

Bis 2030 sollen in Nord- und Ostsee Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von 30 Gigawatt stehen. Diese Zahl wird gern mit der Leistung von rund 20 Großkraftwerken verglichen. Der Vergleich täuscht, weil Nennleistung und jederzeit abrufbare Leistung zwei völlig verschiedene Größen sind. Ein Gas-, Kohle- oder Kernkraftwerk kann seine Produktion dem Bedarf anpassen. Dreißig Gigawatt Offshore-Windkraft können bei günstigen Bedingungen enorme Strommengen liefern, während einer großflächigen Flaute aber nur einen kleinen Teil ihrer theoretischen Leistung erreichen.

Ein Industrieland muss seine Versorgung jedoch auch an kalten, windarmen Winterabenden sichern. Dafür benötigt Deutschland weiterhin regelbare Kraftwerke, Speicher oder Stromimporte. Große, teure Batteriespeicher können Schwankungen über Stunden ausgleichen, aber keine mehrtägige Dunkelflaute für eine ganze Volkswirtschaft überbrücken. Wasserstoffkraftwerke existieren bislang überwiegend in Regierungsplänen, und die benötigten Mengen an grünem Wasserstoff sind weder verfügbar noch bezahlbar. Deshalb plant die Bundesregierung parallel zum Windkraftausbau neue Gaskraftwerke – und benötigt dafür ausgerechnet jenen Brennstoff, von dem die Energiewende angeblich unabhängig machen soll.

Das Ergebnis ist kein Ersatzsystem, sondern eine teure Doppelstruktur. Deutschland bezahlt Wind- und Solaranlagen, den Ausbau der Stromnetze, Eingriffe zur Netzstabilisierung und die Abregelung überschüssiger Produktion. Zusätzlich müssen regelbare Kraftwerke errichtet und betriebsbereit gehalten werden, obwohl sie wegen des Vorrangs der wetterabhängigen Erzeuger nur zeitweise laufen sollen. Da sich solche Reservekraftwerke am Strommarkt kaum rechnen, muss auch hier der Staat mit Förderungen und Kapazitätszahlungen eingreifen. Der Verbraucher finanziert damit sowohl das wetterabhängige Hauptsystem als auch dessen konventionelle Absicherung.

Windkraft-Lobby will Risiken beim Steuerzahler abladen

Wie wenig marktfähig selbst die Offshore-Windkraft unter realistischen Bedingungen ist, zeigte die deutsche Ausschreibung vom August 2025. Für zwei Nordseeflächen mit insgesamt 2,5 Gigawatt Leistung ging kein einziges Gebot ein. Steigende Bau- und Finanzierungskosten, schwierige Standortbedingungen, unsichere Erlöse und Probleme bei langfristigen Abnahmeverträgen hatten potenzielle Investoren abgeschreckt. Dass Deutschland bei den Strompreisen für Verbraucher und Unternehmen dennoch zur europäischen Spitzengruppe gehört, macht das Versagen dieses Systems nur noch deutlicher. Mitte 2025 waren in Deutschland „erst“ 9,2 Gigawatt Offshore-Leistung installiert – weniger als ein Drittel des für 2030 gesetzlich festgelegten Ziels.

Nun fordert die Branche indexierte Differenzverträge. Der Staat soll einen garantierten Strompreis zusichern, Verlustrisiken begrenzen und auch die Folgen der Inflation auffangen. Verkauft wird dies als notwendige Reform des Ausschreibungsmodells. Tatsächlich bedeutet es, dass private Konzerne investieren können, sobald der Steuerzahler einen erheblichen Teil der wirtschaftlichen Unsicherheit übernimmt. Die Gewinne bleiben bei den Betreibern, während Kostensteigerungen und Marktverluste sozialisiert werden.

Gerade die steigenden Zinsen legen diesen Widerspruch offen. Offshore-Windparks verschlingen bereits vor der ersten erzeugten Kilowattstunde Milliardenbeträge. Werden Kredite teurer, brechen die Kalkulationen rasch zusammen. Die Europäische Zentralbank beließ den Einlagenzins am 23. Juli zwar bei 2,25 Prozent, hatte ihn aber erst im Juni um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Wegen der höheren Energiepreise stehen weitere Schritte im Raum. Und das, obwohl die Inflation nicht durch eine überhitzte Nachfrage, sondern durch einen Angebotsschock getrieben wird: Öl und Gas werden knapper und teurer. Höhere Zinsen schaffen keine zusätzliche Energie, verteuern aber Kredite und verschärfen damit die Investitionsprobleme der Unternehmen.

Für normale Unternehmen bedeuten höhere Zinsen weniger Investitionen, gestrichene Projekte und im schlimmsten Fall die Insolvenz. Die Windindustrie verlangt dagegen einen staatlichen Schutzraum, in dem Inflation, Marktpreise und Finanzierungskosten ihre Bedrohlichkeit verlieren. Damit fällt auch das Märchen vom angeblich unschlagbar günstigen Windstrom in sich zusammen. Eine Energieform ist nicht günstig, wenn ein erheblicher Teil ihrer tatsächlichen Kosten über Netzentgelte, Reservekraftwerke, Subventionen und Garantien außerhalb der Stromrechnung versteckt wird.

Auf das Staatsversagen folgt die Planwirtschaft

Die politische Antwort auf die selbst geschaffene Energieabhängigkeit lautet dennoch wieder: mehr Staat. SPD-Politiker fordern das Abschöpfen angeblicher „Übergewinne“, Preisdeckel für Kraftstoffe und neue Entlastungspakete. Erst verteuert die Politik Energie durch Steuern, CO2-Abgaben, Verbote und Sanktionen. Danach erklärt sie jene Unternehmen zu Krisengewinnern, die höhere Beschaffungskosten an ihre Kunden weitergeben. Schließlich verteilt sie einen Teil des zuvor entzogenen Geldes als staatliche Hilfe zurück.

Preisdeckel schaffen weder Erdgas noch Öl. Sondersteuern bringen keinen Tanker durch die Straße von Hormus und füllen keinen Speicher. Sie können aber Investitionen verhindern, Anbieter vom Markt drängen und die nächste Knappheit vorbereiten. Wer in einer Versorgungskrise ausgerechnet jene Unternehmen bestraft, die zusätzliche Mengen beschaffen könnten, bekämpft nicht die Ursache, sondern den Marktmechanismus, der die bestehende Knappheit einfach nur sichtbar macht.

Deutschland steht deshalb nicht nur vor einem teuren Winter, sondern vor der Bilanz einer jahrelangen energiepolitischen Geisterfahrt. Kernkraftwerke wurden abgeschaltet, Kohlekraftwerke sollen folgen, russische Lieferungen werden gesetzlich beendet und die nationale Stromversorgung hängt immer stärker vom Wetter ab. Für wind- und sonnenarme Zeiten braucht das Land zusätzliche Gaskraftwerke, während das dafür benötigte Gas über immer unsicherere und teurere Wege beschafft werden muss. Und sobald sich Windparks oder Reservekraftwerke am Markt nicht mehr rechnen, soll der Staat die Verluste übernehmen.

Der Iran-Krieg löst die neue Preiswelle aus. Verwundbar gemacht hat Deutschland sich selbst. Wer Dunkelflauten ignoriert, Lieferanten aus politischen Gründen aussortiert und anschließend jede Marktreaktion mit neuen Eingriffen bekämpft, baut keine sichere Energieversorgung auf. Er organisiert einen dauerhaften Notbetrieb – bezahlt von Bürgern und Unternehmen. Und ausgerechnet jene Parteien und Politiker, die diesen dauerhaften Notbetrieb organisiert haben, erklären eine mögliche AfD-Regierung zur Gefahr für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

(Auszug von RSS-Feed)

Taiwans Energie-Blindflug bedroht die globale Chipindustrie

26. Juli 2026 um 12:00

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Taiwan importiert seit Jahrzehnten rund 97 Prozent seiner Energie. Beim Flüssiggas beträgt der gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitspuffer lediglich elf Tage, obwohl Gaskraftwerke inzwischen fast die Hälfte des Stroms erzeugen. Eine längere chinesische Blockade könnte deshalb nicht nur die Insel wirtschaftlich lahmlegen, sondern über den Ausfall der taiwanischen Chipfabriken eine globale Industriekrise auslösen.

Die selbstverwaltete Insel Taiwan lebt energiepolitisch von Tag zu Tag. Doch die Regierung weist Warnungen vor einer unmittelbar bevorstehenden Energieknappheit zurück. Das Wirtschaftsministerium betont, dass die elf Tage lediglich den vorgeschriebenen Sicherheitsbestand bezeichnen und fortlaufend neue Tanker eintreffen. Für April und Mai seien die Lieferungen vollständig organisiert worden, auch für die folgenden Monate liefen entsprechende Planungen. Ab 2027 soll die Mindestreserve von elf auf 14 Tage steigen. Das mag in normalen Zeiten vielleicht ausreichen – gegen eine gezielte Abriegelung der Insel ist es kaum mehr als eine kurze Galgenfrist.

Die entscheidende Schwachstelle liegt nicht allein in der Höhe der Vorräte, sondern in der Konstruktion des gesamten Energiesystems. Im Jahr 2025 erzeugte Taiwan rund 47,7 Prozent seines Stroms aus Erdgas und 35,3 Prozent aus Kohle. Die sogenannten erneuerbaren Energien kamen auf 13,3 Prozent, die Kernkraft vor der Abschaltung des letzten Reaktors nur noch auf 1,1 Prozent. Damit stammen mehr als vier Fünftel des Stroms aus fossilen Energieträgern, die fast vollständig über See importiert werden müssen. Ausgerechnet das schwer lagerbare Flüssiggas avancierte zur wichtigsten Säule der Stromversorgung.

Elf Tage Gas gegen Chinas Blockade

Für einen gewöhnlichen Inselstaat ohne Invasionsbedrohung wäre diese Abhängigkeit bereits riskant. Taiwan lebt jedoch unter dem wachsenden militärischen und wirtschaftlichen Druck der Volksrepublik China. Im Juni registrierten die taiwanischen Behörden 55 chinesische Regierungs-, Forschungs- und Küstenwachenschiffe rund um die Insel – 83 Prozent mehr als im Mai und mehr als doppelt so viele wie ein Jahr zuvor. Sicherheitsvertreter in Taipeh warnen, dass Peking dabei auch die Unterbrechung der pazifischen Versorgungswege erproben könnte.

China müsste Taiwan nicht sofort mit einer verlustreichen amphibischen Invasion angreifen. Eine sogenannte Quarantäne, angebliche Zollkontrollen, militärische Sperrgebiete oder systematische Kontrollen von Handelsschiffen könnten bereits genügen. Versicherer würden ihre Deckung zurückziehen, Reedereien die Insel meiden und Frachtraten durch die Decke schießen. Gleichzeitig könnten Cyberangriffe, Sabotageakte und Störungen der Hafeninfrastruktur den Druck erhöhen. Peking übt bei seinen Manövern längst Angriffe auf Hafen- und Energieanlagen.

Die Straße von Hormus zeigt, wie wenig militärische Gewalt erforderlich ist, um einen wichtigen Seeweg wirtschaftlich zu blockieren. Es müssen nicht einmal zahlreiche Tanker versenkt werden. Bereits die Gefahr von Raketen- und Drohnenangriffen kann ausreichen, damit Reeder, Besatzungen und Versicherungen den Rückzug antreten. Für Taiwan ist das eine beunruhigende Blaupause: Die Insel ist nicht nur auf importierte Brennstoffe (und andere Güter) angewiesen, sondern auch auf die Bereitschaft privater Unternehmen, diese durch ein mögliches Kriegsgebiet zu transportieren.

Im Jahr 2024 stammten rund 25 Prozent der taiwanischen LNG-Importe aus Katar, etwa zehn Prozent kamen aus den Vereinigten Staaten. Taipeh hat die Bezugsquellen ausgeweitet und will den amerikanischen Anteil weiter erhöhen. Das reduziert die Abhängigkeit von einem einzelnen Lieferanten, löst aber das strategische Grundproblem nicht. Auch amerikanisches oder australisches Gas muss verflüssigt, über Tausende Kilometer verschifft, in taiwanischen Häfen entladen und anschließend über Kraftwerke in das Stromsystem eingespeist werden.

Atomkraft weg, Gasabhängigkeit hoch

Trotz dieser offenkundigen Verwundbarkeit ließ die regierende Demokratische Fortschrittspartei den letzten Kernreaktor der Insel am 17. Mai 2025 abschalten. Der zweite Block des Kernkraftwerks Maanshan verfügte über 951 Megawatt Leistung und erzeugte zuletzt etwa drei Prozent des taiwanischen Stroms. Die Regierung erklärte, neue Gaskraftwerke, erneuerbare Energien, Pumpspeicher und Batteriesysteme könnten die Leistung ersetzen.

Drei Prozent wirken in einer Jahresstatistik überschaubar. Im Fall einer Blockade erhält diese Leistung jedoch ein anderes Gewicht. Kernbrennstoff lässt sich wegen seiner enormen Energiedichte über lange Zeiträume lagern. Ein Kernkraftwerk benötigt keine beinahe täglichen Tankerankünfte und ist weder von Windverhältnissen noch von Sonnenschein abhängig. Aus sicherheitspolitischer Sicht wurde damit eine verlässliche, wetterunabhängige Stromquelle durch eine noch stärkere Abhängigkeit von Flüssiggas ersetzt.

Die Bevölkerung trägt den Atomausstieg keineswegs geschlossen mit. Bei einem Referendum im August 2025 stimmten rund 4,3 Millionen Taiwaner für eine mögliche Wiederinbetriebnahme von Maanshan, nur etwa 1,5 Millionen dagegen. Die Vorlage scheiterte nicht an einer Mehrheit der Gegenstimmen, sondern an der vorgeschriebenen Mindestzahl von rund fünf Millionen Ja-Stimmen. Fast drei Viertel der abgegebenen Stimmen entfielen auf die Wiederinbetriebnahme.

Inzwischen beginnt selbst die Regierung, ihren Kurs vorsichtig zu korrigieren. Im März 2026 legte der staatliche Stromkonzern Taipower der Atomsicherheitsbehörde einen Plan für eine mögliche Wiederinbetriebnahme des dritten Kernkraftwerks vor. Eine Rückkehr ans Netz wäre damit noch lange nicht beschlossen: Zunächst wären umfangreiche Sicherheitsprüfungen, technische Arbeiten und eine neue Betriebsgenehmigung erforderlich. Doch schon der Antrag zeigt, wie stark die Realität inzwischen auf die frühere Anti-Atom-Doktrin drückt.

Taifune sind kein kostenloser Rückenwind

Als langfristige Lösung setzt Taipeh inzwischen vor allem auf Wind- und Solarenergie. Ende März 2026 verfügte Taiwan über mehr als 4,5 Gigawatt Offshore-Windkraft aus 484 Anlagen. Bis 2030 soll die Leistung stark ausgebaut werden. Doch die leichter zugänglichen Standorte in flacheren Gewässern werden knapp. Neue Windparks müssen weiter von der Küste entfernt, in größeren Wassertiefen oder später sogar auf schwimmenden Plattformen errichtet werden. Damit steigen Baukosten, technische Risiken und der Bedarf an staatlicher Absicherung. Von möglichen Angriffen durch die chinesische Marine ganz zu schweigen.

Der ursprüngliche Plan, gleichzeitig eine nationale Windkraftindustrie aufzubauen, verteuerte den Ausbau zusätzlich. Entwickler mussten einen erheblichen Teil der Komponenten von taiwanischen Unternehmen beziehen, obwohl die heimische Industrie nicht alle benötigten Teile in ausreichender Menge und Qualität liefern konnte. Weil gleichzeitig politische Spannungen den direkten Zugriff auf die umfassende chinesische Lieferkette erschweren, gerieten Projekte unter Kostendruck und in Verzug. Inzwischen hat die Regierung einen Teil dieser Vorgaben wieder gelockert.

Hinzu kommt Taiwans Lage in einer der aktivsten Taifunregionen der Welt. Ältere Windräder konnten den Naturgewalten nachweislich nicht immer standhalten. Beim Taifun Soudelor im Jahr 2015 wurden mehrere 2004 errichtete Landanlagen im Hafen von Taichung beschädigt oder umgerissen. Noch zehn Jahre später wurden Überreste zerbrochener Rotorblätter in einem schwer zugänglichen Waldstück gefunden. Taipower verweist darauf, dass neuere Anlagen inzwischen wesentlich strengere Anforderungen erfüllen. Dass moderne Offshore-Anlagen nicht bei jedem Sturm in Einzelteile zerlegt werden, zeigte Taifun Danas im Juli 2025. Alle damals 421 Windräder in der Taiwanstraße überstanden den Sturm. Einige Windparks erreichten in den äußeren Sturmfeldern zeitweise sogar mehr als 90 Prozent ihrer Leistung. Die Anlagen sind nach einer speziellen Taifunklasse ausgelegt und sollen Windgeschwindigkeiten von bis zu 57 Metern pro Sekunde widerstehen.

Damit ist das Problem allerdings noch lange nicht erledigt. Überschreiten die Windgeschwindigkeiten etwa 25 Meter pro Sekunde, aktivieren die Anlagen ihre Schutzsysteme, stellen die Rotorblätter aus dem Wind und schalten sich ab. Je nach Verlauf des Taifuns kann ein Windpark daher zunächst große Mengen Strom erzeugen und wenig später vollständig ausfallen. Dazu kommen extreme Wellen, Korrosion, Materialermüdung, beschädigte Unterseekabel und lange Zeiträume, in denen Wartungsschiffe die Anlagen nicht erreichen können. Spezielle Taifunkonstruktionen sind technisch möglich – sie machen den Strom aber nicht billiger oder zuverlässiger.

Noch deutlicher wurde die Verwundbarkeit bei der Solarenergie. Danas beschädigte nach Angaben des Wirtschaftsministeriums rund 145.000 Solarmodule mit einem Gesamtgewicht von etwa 2.800 Tonnen. Die Trümmer verteilten sich über Fischteiche und landwirtschaftliche Flächen in Chiayi und Tainan. Gemessen an Taiwans gesamter Solarleistung war der Produktionsausfall begrenzt, doch die Bilder zerfetzter Anlagen zeigten, wie fragwürdig großflächige Leichtbaukonstruktionen als tragende Säule einer taifungeplagten Insel sind. Ein Taifun muss zudem weder Windräder noch Solarmodule vollständig zerstören, um die Stromversorgung lahmzulegen. Umgeknickte Masten, beschädigte Umspannwerke, überflutete Schaltanlagen und unterbrochene Leitungen reichen aus. Während Danas verloren Hunderttausende Haushalte zeitweise den Strom. Die Windräder auf See konnten noch so widerstandsfähig sein – ohne funktionierende Leitungen und Verteilnetze kam ihre Energie bei vielen Verbrauchern nicht an.

Der Siliziumschild braucht verlässlichen Strom

Taiwans Energiepolitik ist nicht nur eine nationale Angelegenheit. Die Insel steht für mehr als 60 Prozent der weltweiten Umsätze mit der Auftragsfertigung von Halbleitern und für mehr als 90 Prozent der Produktion führender Chipgenerationen. TSMC fertigt unter anderem für Apple, Nvidia und AMD. Seine Produkte stecken in Rechenzentren, Smartphones, Fahrzeugen, Industrieanlagen und modernen Waffensystemen.

Chipfabriken benötigen dauerhaft stabilen Strom, große Wassermengen, Spezialgase, Chemikalien und funktionierende Lieferketten. Notstromaggregate können einen kurzen Netzausfall überbrücken, aber keine wochenlange Seeblockade. Schon geringe Produktionsstörungen können Waferchargen unbrauchbar machen und monatelange Verzögerungen nach sich ziehen. Eine Energierationierung würde die Regierung deshalb vor eine kaum lösbare Entscheidung stellen: Werden Haushalte, Krankenhäuser, militärische Anlagen oder jene Chipfabriken bevorzugt, von denen ein großer Teil der Weltwirtschaft abhängt?

Der sogenannte „Siliziumschild“ soll China von einem Angriff abhalten, weil auch die Volksrepublik auf taiwanische Halbleiter angewiesen ist. Doch dieselbe industrielle Konzentration kann zum Druckmittel werden. Peking müsste TSMC nicht unbeschädigt erobern. Es könnte versuchen, die Energie-, Rohstoff- und Transportversorgung der Insel zu unterbrechen und den Westen anschließend vor die Wahl zu stellen: politische Zugeständnisse oder ein weltweiter Chipmangel.

Taiwan benötigt deshalb keine energiepolitischen Wunschbilder, sondern ein System, das auch unter Blockadebedingungen möglichst lange funktioniert. Dazu gehören größere Gas- und Kohlevorräte, zusätzliche Lagerkapazitäten, mehrere voneinander unabhängige Anlandepunkte, geschützte Stromleitungen, gehärtete Umspannwerke und die Wiederinbetriebnahme sicher betreibbarer Kernreaktoren. Wind- und Solarenergie können den Energiemix ergänzen. Sie ersetzen aber weder lagerfähige Brennstoffe noch jederzeit verfügbare Kraftwerksleistung. Ohne diese sieht es nämlich im Ernstfall auch für die globale Techindustrie sehr düster aus.

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Ausverkauf an Brüssel: Magyars Windkraft-Wahn zerstört die ungarische Landschaft

26. Juli 2026 um 11:00

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Péter Magyar bringt Ungarn auch energiepolitisch auf Brüssel-Kurs. Nun sollen die Windkraft-Kapazitäten verzehnfacht werden. Der Tisza-Regierung ist der Strom im Land wohl zu billig, so dass man dies nun mit wetter- und subventionsabhängigen Windkraftwerken ändern will. Dabei hat das schon in Deutschland nicht funktioniert.

Jahrelang war Ungarn unter Viktor Orbán ein Fels in der Brandung gegen den ideologiegetriebenen Windkraft-Wahnsinn, der in Deutschland und Österreich Naturlandschaften zerstört und die Menschen mit Infraschall drangsaliert. Doch seit die Tisza-Partei unter dem neuen Premierminister Péter Magyar im Mai 2026 die Macht übernommen hat, weht ein eisiger politischer Wind in Budapest. Um den Eurokraten in Brüssel zu gefallen und an eingefrorene Milliarden zu gelangen, opfert der „Brüssel-Freund“ Magyar nun den Schutz der heimischen Bevölkerung. Die Windkraft-Kapazitäten sollen bis 2030 verzehnfacht werden – der Beginn einer enormen Naturzerstörung.

Die Ankündigung des Wirtschafts- und Energieministeriums gleicht einer Kapitulationserklärung an den europäischen „Green Deal“. Bereits in diesem Jahr sollen die ersten Ausschreibungen starten. Das Volumen wurde wegen des angeblich starken Interesses von Investoren – vulgo: internationalen Subventionsabgreifern – kurzerhand von 700 auf knapp 1.000 Megawatt an installierter Nennleistung erhöht.

Magyar macht damit genau das, wofür er von den Mainstream-Medien und der EU-Kommission gefeiert wird: Er reißt die Schutzwälle ein, die Orbán mühsam aufgebaut hatte, um Ungarn vor dem globalistischen Klima-Diktat zu bewahren. Die schützende Abstandsregel, die die ländliche Bevölkerung vor den rotierenden Vogelschreddern bewahrte, ist Geschichte. Statt zwölf Kilometern Sicherheitsabstand müssen die Bürger nun den Bau der Industrieanlagen in mickrigen 700 Metern Entfernung zu ihren Häusern dulden.

Magyars Regierung rechtfertigt den Ausbau-Wahnsinn mit den Herausforderungen eines stark solargeprägten Stromsystems und verweist auf die 1,5 Milliarden Euro aus der europäischen Aufbau- und Resilienzfazilität (RRF). Es ist ein offenes Geheimnis: Brüssel hatte diese Gelder unter Orbán als politisches Druckmittel eiskalt blockiert, um das konservative Ungarn auf Linie zu zwingen. Kaum ist der linientreue Magyar im Amt und verspricht ein „neues Kapitel“ für Ungarn, winkt das Geld – als Belohnung für die bedingungslose Unterwerfung unter die Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III). Es ist ein schmutziger Deal: EU-Milliarden gegen den Ausverkauf der ungarischen Puszta.

Zwar erlebte Ungarn während der Hitzewelle Ende Juni 2026 Rekordwerte beim Stromverbrauch, was das bewährte Kernkraftwerk Paks aufgrund warmer Flüsse minimal beeinträchtigte, doch die Antwort der neuen Regierung ist ein energiepolitischer Schildbürgerstreich. Statt verlässliche Grundlast zu sichern, setzt man nun nicht nur auf Solaranlagen, sondern auf den ebenso unberechenbaren Wind-Flatterstrom. Begleitet wird das Ganze von „dynamischen Stromtarifen“ und „Smart Metern“. Wer zwischen den Zeilen liest, weiß genau, was das bedeutet: Es sind Kontrollinstrumente, die darauf abzielen, den Verbraucher künftig finanziell abzustrafen, wenn der Strom aufgrund von Dunkelflauten knapp und teuer wird.

Was die neue Regierung in Budapest ihren Bürgern als technologische Weiterentwicklung und Rückkehr zu europäischen Zielen verkaufen will, ist in Wahrheit der gnadenlose Import der ohnehin schon gescheiterten deutschen Energiewende, die schon in der Bundesrepublik zu Rekordpreisen für Strom geführt hat. Während Viktor Orbán sein Land jahrelang erfolgreich vor dem Öko-Fanatismus beschützte, öffnet Péter Magyar nun Tür und Tor für grüne Ideologien. Die ländliche Bevölkerung Ungarns wird auf die harte Tour lernen müssen, was es bedeutet, wenn die eigene Regierung nicht mehr den Bürgern, sondern den Herren in Brüssel dient.

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EU knickt bei irrsinnigen Methan-Strafen ein – Die Angst vor dem Blackout regiert

26. Juli 2026 um 10:00

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Die unsinnigen Methan-Regeln der Brüsseler Eurokraten werden vorerst nicht in Kraft gesetzt. Die EU-Führung will keine Blackouts durch Lieferanten-Boykotte riskieren, weil der Kontinent nach wie vor vom Erdgas abhängig ist. Nicht die Kehrtwende zur Vernunft spielt eine Rolle dabei, sondern lediglich die Angst vor den wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen.

Die Traumtänzer in Brüssel werden mittlerweile unsanft von der Realität geweckt. Jahrelang bastelte man an völlig realitätsfernen „Klimaschutz“-Gesetzen, die Europas Energieversorgung sehenden Auges an die Wand fahren sollten. Doch nun, da der wirtschaftliche Abgrund näher rückt, legt die EU-Kommission plötzlich panisch den Rückwärtsgang ein: Die drastischen Strafen für angebliche „Methan-Verstöße“ sollen für die nächsten drei Jahre ausgesetzt werden. Grund dafür ist einfach nur die blanke Angst um die Versorgungssicherheit und nicht etwa eine Abkehr vom Klimafanatismus.

Auf massiven Druck der USA, Katars und der Industrie dämmert nun selbst den hartnäckigsten Öko-Bürokraten, dass Europa ohne bezahlbares Gas im Dunkeln sitzen wird. Die geplante EU-Regelung sah vor, ab Januar 2027 drakonische Strafen von bis zu 20 Prozent des Jahresumsatzes gegen Energiekonzerne zu verhängen, sollten deren Gasimporte nicht den weltfremden Brüsseler Vorgaben entsprechen. Das Resultat wäre absolut absehbar gewesen: Die Lieferanten hätten den europäischen Markt einfach boykottiert und sich zahlungskräftigen, vernünftigeren Abnehmern zugewandt. Denn an globaler Nachfrage mangelt es absolut nicht.

Die Kommission gibt nun zähneknirschend zu, dass man sich diese ideologischen Eskapaden einfach nicht mehr leisten kann. Begründet wird der feige Rückzieher offiziell mit der „Anspannung auf den globalen Energiemärkten“, insbesondere durch die anhaltende Blockade der Straße von Hormus im Zuge der Nahost-Krise. Wenn rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gasversorgung auf dem Spiel stehen, wirkt sich dies eben auch global aus. Es zeigt sich einmal mehr: Man kann einen Industriekontinent nicht mit Windmühlen, Verboten und gutem Willen betreiben. Ohne fossile Energie droht Europa der sofortige wirtschaftliche Kollaps.

Bei den einschlägigen NGOs bricht derweil die vorhersehbare Panik aus. Die sogenannte „Fossil Free“-Managerin Esther Bollendorff vom grün-globalistischen „Climate Action Network“ schäumt öffentlich vor Wut. Sie jammert über einen „Freifahrtschein für methanintensive Gasimporte“ und bezeichnet die handfesten Sorgen um die europäische Versorgungssicherheit allen Ernstes als „übertrieben und unbegründet“. Für die gut bezahlten Klima-Lobbyisten ist es offenbar völlig akzeptabel, wenn europäische Bürger im Winter frieren und die heimische Industrie einfach abwandert – Hauptsache, man kann die politisch-ideologisch motivierten „Klimaziele“ mit aller Gewalt erreichen.

Besonders peinlich für Kommissionspräsidentin von der Leyen und ihre Entourage: Sogar die USA mussten der EU gemeinsam mit Staaten wie Algerien, Nigeria und Katar im Juni eine ordentliche Standpauke halten. US-Energieminister Chris Wright warnte unmissverständlich vor massiven Störungen der globalen Energieversorgung, sollte die EU an ihren suizidalen Klimawahn-Gesetzen festhalten. Dass sich mittlerweile 17 EU-Mitgliedsstaaten dieser Warnung angeschlossen haben und eine Verschiebung (für eine Aufhebung sind wohl auch dort die Politiker zu sehr indoktriniert) forderten, gleicht einem Aufstand gegen den Klima-Diktat-Kurs der Kommission.

Der Methan-Rückzieher ist offenbar nur die Spitze des Eisbergs. Hinter den Kulissen rudert die Kommission klammheimlich auch bei anderen wirtschaftsfeindlichen Vorgaben zurück. So gibt es konkrete Pläne, die unsinnigen Fristen für die Reduzierung von sogenannten Treibhausgasen im Emissionshandelssystem der EU aufzuweichen. Die Frist für die Industrie soll Berichten zufolge von 2034 auf 2038 gestreckt werden. EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra versucht diesen Offenbarungseid nun verzweifelt als „geschäftsfreundlicheren und cleveren“ Ansatz zu verkaufen.

In Wahrheit ist es nichts anderes als nackte Schadensbegrenzung, um die vollständige Deindustrialisierung Europas im letzten Moment noch irgendwie zu verlangsamen – denn verhindern wird man dies mit solch einer Politik ohnehin nicht. Die europäischen Bürger und Unternehmer können vorerst aufatmen: Die harte Realität von Angebot, Nachfrage und geopolitischen Krisen hat der europäischen Klimawahn-Politik vorerst einen Riegel vorgeschoben. Doch aufgeschoben heißt nicht aufgehoben – zumindest so lange, bis sich die Mehrheit der europäischen Wähler nicht jenen Parteien zuwendet, die auf eine energiepolitische Vernunft setzen.

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Wind und Sonne kapitulieren vor KI: Der freie Markt setzt auf Erdgas – die Linke tobt

25. Juli 2026 um 15:45

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Die politische Linke schäumt vor Wut. Der gigantische Energiehunger neuer Rechenzentren – überlebenswichtig im Kampf um die technologische Vorherrschaft gegen China – wird vor allem durch den Bau neuer Gaskraftwerke gestillt. Die grüne Utopie prallt auf die harte Realität des freien Marktes.

In Ohio sprießen zehn neue Gaskraftwerke aus dem Boden, um neue Datenzentren zuverlässig und planbar mit Strom zu versorgen. Ein KI-Startup in West Virginia plant den Einsatz von Hunderten Gasgeneratoren bis 2028. Tech-Milliardär Elon Musk kaufte kurzerhand eine Gasturbinen-Firma, um die Server für seine KI „Grok“ in Tennessee am Laufen zu halten. Im ganzen Land wiederholt sich laut einem aktuellen Bericht dieses Schauspiel: Big Tech, lange Zeit ein treuer Vasall der Anti-Fossil-Lobby, wird von der Wirklichkeit eingeholt.

Erdgas ist schnell verfügbar und liefert problemlos jene gewaltigen Strommengen, die Amerika braucht, um im KI-Rennen nicht ins Hintertreffen zu geraten. Dabei werden auch die Bedenken von Anrainern wegen des Strom- und Wasserverbrauchs dieser Rechenzentren geflissentlich ignoriert, anstatt diese dorthin zu stellen, wo es genügend Kühlwasser und eine ausreichend starke Stromversorgung gibt. Die Künstliche Intelligenz ist nun einmal da. Die einzige Frage lautet: Wer diktiert die Regeln – Washington oder Peking? Und die Antwort aus der US-Hauptstadt ist klar.

Die Klimafanatiker prallen nun jedoch ungebremst auf ihren größten Feind: die Realität. Statt sich dem freien Markt zu stellen, rufen die Verfechter der „Erneuerbaren“ reflexartig nach dem Staat und fordern neue Zwangsverordnungen. Sogar die Nachrichtenagentur AP musste zähneknirschend eingestehen: Der Energiebedarf der Tech-Giganten ist derart gigantisch – einige Rechenzentren schlucken mehr Strom als eine mittelgroße Stadt -, dass der Bau von Wind- und Solaranlagen diesen Stromhunger einfach nicht decken kann. Der Markt regelt das Problem mit Erdgas. Für die Klima-Panikmacher ist das natürlich ein „Foulspiel“.

Deshalb wird das übliche Verbots-Playbook gespielt. Michigan, Oregon und Minnesota peitschten Gesetze durch, um ihre utopischen „Emissionsfrei bis 2040“-Ziele zu retten. Kalifornien, Illinois, New Jersey, Pennsylvania und Virginia ziehen nach. Die absolute Spitze des staatlichen Zwangs markiert einmal mehr New York: Hier sollen Rechenzentren ab einer bestimmten Größe per Gesetz gezwungen werden, bis 2040 90 Prozent ihres Stroms aus sogenannten erneuerbaren Energien zu beziehen.

Die Arroganz dieser Planwirtschaftler offenbart sich perfekt in den Worten der New Yorker Staatssenatorin Kristen Gonzalez (Demokraten). Sie fordert rotzfrech: Die reichsten Unternehmen der Welt hätten gefälligst das Geld, erneuerbare Energien auszubauen, wenn sie schon in New York investieren wollen. Anderen vorzuschreiben, was sie mit ihrem Geld zu tun haben, ist und bleibt die Kernkompetenz von Sozialisten.

Um den absurden Subventionswahn für Wind und Sonne zu rechtfertigen, feuert die linke NGO-Maschinerie pünktlich bestellte „Studien“ ab. Das „Environmental Integrity Project“ (EIP) warnt hysterisch, die geplanten Gaskraftwerke würden so viele Treibhausgase ausstoßen wie ganz Australien oder Frankreich. EIP-Direktorin Jen Duggan faselt von „schmutzigen Brennstoffen der Vergangenheit“. EPA-Chef Lee Zeldin konterte darauf mit Pragmatismus: „Ich denke, die meisten Amerikaner stimmen zu, dass wir dieses Rennen gegen China gewinnen sollten, um die KI-Hauptstadt der Welt zu werden.“

Europa ist auf diesem geopolitischen Schauplatz zwar ohnehin nur ein Nebenschauspieler, doch auch auf dem „Alten Kontinent“ wächst die Zahl der Rechenzentren weiter an. Wie lange wird es wohl dauern, bis auch hier die berechtigten Anliegen der Anwohner, die Interessen von Big Tech und von der Politik, sowie die Grenzen von Wind- und Solarenergie aufeinanderknallen? Das Google-Rechenzentrum Kronsdorf in Österreich beispielsweise ist solch ein Fall: Es soll bei einem Vollausbau eine maximale Leistung von bis zu 500 Megawatt (1,5 bis 4,4 Terawattstunden Verbrauch pro Jahr) haben. Zum Vergleich: Das Bundesland Oberösterreich selbst verbraucht derzeit etwa 14 Terawattstunden pro Jahr. Doch woher soll der für das Datenzentrum benötigte Strom eigentlich kommen?

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Brüssels Elektro-Kontinent: Der grüne Zwangsumbau zur Elektrifizierung

24. Juli 2026 um 15:45

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Die EU-Kommission will Autos, Heizungen, Fabriken und damit beinahe den gesamten Alltag unter Strom setzen. Bis 2040 soll der Anteil der Elektrizität am europäischen Endenergieverbrauch von heute 23 auf 46 Prozent verdoppelt werden. Verkauft wird der „Elektro-Kontinent“ als angebliche Befreiung von fossilen Importen – durchgesetzt werden soll er mit politisch veränderten Preisen, Subventionen, neuen Vorschriften und einem Stromverbrauch, der sich zunehmend nach dem Netz richten muss.

Am 17. Juli präsentierte die EU-Kommission ihren „Electrification Action Plan“. Das Ziel von 46 Prozent ist vorerst zwar nur „indikativ“ und soll im Rahmen des nächsten Energieunion-Pakets einer Folgenabschätzung unterzogen werden. Die angestrebte Größenordnung lässt jedoch keinen Zweifel an der Richtung: Statt derzeit rund acht Millionen reiner Elektroautos sollen langfristig etwa 120 Millionen auf Europas Straßen fahren, die Zahl der Wärmepumpen soll von knapp 30 auf rund 100 Millionen steigen. Verkehr, Gebäude und Industrie sollen möglichst rasch von Öl und Gas auf Elektrizität umgestellt werden.

Brüssel stellt dafür gewaltige Einsparungen bei den Einfuhren von Energieträgern in Aussicht. Bis 2040 könnten die Gasimporte um mehr als 70 Prozent und die Rohölimporte um mehr als 40 Prozent sinken. Die Kommission rechnet mit bis zu 260 Milliarden Euro weniger Ausgaben für fossile Energieimporte pro Jahr und rund 20 Prozent niedrigeren Stromerzeugungskosten (ja, wirklich, Sie lesen richtig). Das sind allerdings modellierte Ergebnisse für einen vollständig umgebauten Energiemarkt – keine Nettorechnung, in der Netze, Speicher, Kraftwerke, neue Fahrzeuge, Heizsysteme, Industrieanlagen und sämtliche Förderprogramme gegengerechnet werden.

Die größte Schwäche ihres Plans liefert die Kommission selbst. Strom kostet europäische Unternehmen für dieselbe Energiemenge im Durchschnitt fast dreimal so viel wie Gas, bei den Haushalten ist es etwa das Zweieinhalbfache. Lediglich in Finnland und Schweden liegt das Verhältnis unter zwei. Bei den Stromrechnungen der europäischen Haushalte entfällt laut Kommission nur knapp die Hälfte auf die eigentliche Elektrizität; jeweils rund ein Viertel kassieren der Staat über Steuern und Abgaben sowie die Netzbetreiber über ihre Entgelte.

Billiger durch politische Verteuerung

Anstatt abzuwarten, bis sich elektrische Technologien durch Preis, Leistung und Zuverlässigkeit am Markt durchsetzen, will Brüssel das gewünschte Ergebnis politisch erzwingen. Bis 2030 soll das Strom-Gas-Preisverhältnis für Haushalte auf höchstens 2,5 und für Unternehmen auf höchstens zwei gedrückt werden. Dazu sollen Steuern und Netzentgelte verändert, bestimmte Verbrauchergruppen entlastet und sogenannte fossile Subventionen schrittweise abgebaut werden. Strom kann dadurch auf der Rechnung billiger erscheinen – oder Gas, Öl und andere Alternativen werden einfach so lange künstlich verteuert, bis der elektrische Umstieg wirtschaftlich aussieht.

Passend dazu präsentierte die Kommission am selben Tag ihre Überarbeitung des europäischen Emissionshandels. Der politisch erzeugte CO2-Preis verteuert fossile Energieträger und verbessert damit automatisch die Wettbewerbsposition der Elektrizität. Was anschließend als wirtschaftlicher Vorteil von Wärmepumpen, Elektrofahrzeugen oder elektrischen Industrieprozessen verkauft wird, ist zumindest teilweise das Ergebnis einer zuvor absichtlich verschobenen Preisrelation. Brüssel lässt den Markt nicht entscheiden, sondern legt zuerst das gewünschte Ergebnis fest und baut anschließend die Preise passend dazu um.

Weil Elektroautos, Wärmepumpen, Batterien und neue Industrieanlagen hohe Anschaffungskosten verursachen, soll der Staat auch beim Kauf nachhelfen. Genannt werden „Social Leasing“, verbilligte Kredite, der Sozialklimafonds, Finanzinstrumente aus dem Emissionshandel, die sogenannte Industrial Decarbonisation Bank sowie ein neuer Marktmechanismus für „saubere Wärme“. Damit werden die Kosten jedoch nicht beseitigt. Die Bürger bezahlen sie lediglich an anderer Stelle – als Steuerzahler, Stromkunden, Mieter, Autofahrer oder über höhere Preise jener Unternehmen, die den Umbau finanzieren müssen.

Der Ausbau der dafür notwendigen Infrastruktur nimmt dabei gewaltige Dimensionen an. Die europäische Speicherkapazität soll von rund 55 Gigawatt im Jahr 2026 auf 200 Gigawatt bis 2030 und 500 Gigawatt bis 2040 steigen. Die Europäische Investitionsbank will allein in den nächsten drei Jahren mehr als 75 Milliarden Euro für Elektrifizierung, Netze, Speicher und die dazugehörige Industrie bereitstellen. In ihrem „AccelerateEU“-Programm bezifferte die Kommission den gesamten Investitionsbedarf der Energiewende sogar auf 660 Milliarden Euro jährlich bis 2030. Nicht jeder Euro davon entfällt auf den neuen Elektrifizierungsplan, doch die Größenordnung zeigt, wie wenig die groß beworbene Importersparnis über die tatsächliche Endabrechnung aussagt.

Vom Verbraucher zum Netzpuffer

Mit dem steigenden Stromverbrauch wächst auch der Bedarf, diesen zu steuern. Smart Meter sollen schneller ausgerollt, dynamische Tarife verbreitet und Haushalte sowie Unternehmen dazu gebracht werden, ihren Verbrauch an die jeweilige Netzlage und das Wetter anzupassen. Rechenzentren, Industriebetriebe, Heizsysteme und Elektroautos sollen möglichst dann Strom beziehen, wenn Wind- und Solaranlagen genügend davon liefern. Wer seinen Verbrauch nicht verschieben kann, muss hingegen mit höheren Preisen zu Spitzenzeiten rechnen.

Elektroautos bekommen dabei eine zusätzliche Aufgabe. Die Kommission will intelligentes Laden bei passenden Stromverträgen bereits ab Mitte 2027 fördern und bis Ende 2027 technische Vorgaben für neue Fahrzeuge ausarbeiten, die ab 2030 auf den europäischen Markt kommen. Diese sollen Strom nicht nur aufnehmen, sondern bei Bedarf auch wieder in das Netz zurückspeisen können. Eine Verpflichtung der Besitzer zur Stromabgabe ist damit noch nicht beschlossen. Die technischen Voraussetzungen dafür sollen aber geschaffen werden – aus dem privat bezahlten Auto wird damit potenziell ein dezentraler Netzspeicher.

Zwar können Elektromotoren und Wärmepumpen Energie teilweise effizienter nutzen als Verbrennungsmotoren oder gewöhnliche Gasheizungen, doch das ist nur ein Teil der ganzen Geschichte. Die Kommission wirbt deshalb mit bis zu 78 Prozent niedrigeren Betriebskosten für Elektroautos und bis zu 60 Prozent geringeren Heizkosten durch Wärmepumpen. Das entscheidende „bis zu“ geht in der politischen Werbung jedoch leicht unter. Anschaffung, Finanzierung, Ladeinfrastruktur, Gebäudesanierung, Netzausbau, Speicher und Reservekapazitäten lassen sich nicht einfach so mit einem günstigeren Verbrauchswert aus der Welt rechnen.

Die vorgelegten Maßnahmen lassen vielmehr erkennen, dass Brüssel nicht darauf vertraut, dass sich die Elektrizität im freien Wettbewerb überall als bessere und günstigere Lösung durchsetzt. Die Kommission legt das Ziel fest, verändert die Preisverhältnisse, verteilt Fördergelder, verschärft technische Vorgaben und richtet den Verbrauch zunehmend an den Bedürfnissen des Stromnetzes aus. Bürger und Unternehmen sollen den Umbau finanzieren, Heizungen und Fahrzeuge austauschen und sich anschließend noch danach richten, wann das System genügend Strom zur Verfügung stellt. Das ist keine technologieoffene Modernisierung, sondern der nächste grüne Zwangsumbau.

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Diese sieben Pipeline-Projekte könnten Irans Todesgriff brechen

24. Juli 2026 um 15:00

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Die Blockade der Straße von Hormus und die Angriffe auf Tanker im Roten Meer treiben den Ölpreis wieder über 100 Dollar. Nun wollen die Golfstaaten Milliarden in neue Pipelines investieren, die ihre wichtigsten Exportströme am Iran vorbeiführen. Bis 2028 könnten rund 60 Prozent der Vorkriegsexporte die von Teheran kontrollierte Meerenge umgehen.

Die nächste Stufe der Energiekrise hat begonnen. Nachdem der Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus weitgehend unter seine Kontrolle gebracht hat, greifen die mit Teheran verbündeten Huthi-Milizen (Ansar Allah) im Jemen nun auch Tanker im Roten Meer an. Damit gerät mit Bab el-Mandeb auch das zweite Nadelöhr unter Druck, über das saudisches Öl von den Verladeterminals in Yanbu zu den asiatischen Abnehmern gelangt. Brent verteuerte sich am Donnerstag um sieben Prozent auf 100,69 Dollar je Barrel. Seit Monatsbeginn ist der Preis damit um fast 40 Prozent gestiegen.

Der Ölmarkt reagiert damit nicht nur auf die unmittelbar fehlenden Mengen, sondern auf die Gefahr eines gleichzeitigen Ausfalls mehrerer Exportkorridore. Vor dem Krieg wurden täglich rund 23 Millionen Barrel Erdöl und Ölprodukte aus den sieben Golfstaaten exportiert, ein großer Teil davon durch die Straße von Hormus. Saudi-Arabiens 1.200 Kilometer lange Ost-West-Pipeline und die Leitung von Abu Dhabi nach Fudschaira bildeten bislang die einzigen leistungsfähigen Umgehungsrouten. Beide laufen mittlerweile nahezu am Anschlag.

Die saudische Leitung kann nach dem Umbau einer früheren Flüssiggasleitung bis zu sieben Millionen Barrel täglich nach Yanbu transportieren. Rund zwei Millionen Barrel werden jedoch von den Raffinerien an der Westküste benötigt, womit etwa fünf Millionen Barrel für den Export bleiben. Die Leitung der Vereinigten Arabischen Emirate nach Fudschaira schafft rund 1,8 Millionen Barrel pro Tag. In Friedenszeiten war dies als (teure) Reserve gedacht, doch heute verhindert die Pipeline einen noch weitaus schwereren Zusammenbruch der globalen Ölversorgung.

Sieben Projekte für die Energiesicherheit

Um sich von der vom Iran kontrollierten Meerenge unabhängiger zu machen, arbeiten die ölproduzierenden Staaten laut der US-Großbank Goldman Sachs in der Region jedoch an weiteren Pipeline-Projekten. Zwei Leitungen befinden sich bereits im Bau, drei weitere sind mögliche Abzweigungen des neuen irakischen Netzes und bei zwei Projekten geht es um die Erweiterung beziehungsweise Wiederbelebung bestehender Korridore.

  • Die zweite VAE-Pipeline nach Fudschaira: Abu Dhabis staatlicher Ölkonzern treibt eine neue, rund 300 Kilometer lange Leitung parallel zur bestehenden Strecke voran. Das drei Milliarden Dollar teure Projekt soll die Exportkapazität an der Küste des Golfs von Oman um mehr als 1,2 Millionen Barrel täglich erhöhen. Die Pipeline ist etwa zur Hälfte fertig und könnte Mitte 2027 in Betrieb gehen.
  • Die irakische Basra-Haditha-Pipeline: Die 685 Kilometer lange Stammleitung soll bis zu 2,25 Millionen Barrel pro Tag aus den Ölfeldern bei Basra nach Westen transportieren. Der Irak ist besonders verwundbar, weil der Staat rund 90 Prozent seiner Einnahmen aus dem Ölgeschäft bezieht und seine südlichen Exportterminals von Hormus abhängig sind. Mit Haditha als Knotenpunkt könnte das irakische Öl künftig in mehrere Richtungen weitergeleitet werden.
  • Die Verbindung nach Ceyhan: Von Haditha aus soll das neue Netz mit dem irakischen Norden und der bestehenden Route zum türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan verbunden werden. Damit erhielte das Öl aus Basra erstmals einen direkten Landweg zum östlichen Mittelmeer. Ein Konsortium mit amerikanischer Beteiligung untersucht bereits die technische und finanzielle Machbarkeit.
  • Die Abzweigung nach Baniyas: Eine weitere Strecke soll durch das mittlerweile von Al-Kaida-Islamisten regierte Syrien zum Mittelmeerhafen Baniyas führen. Washington unterstützt die Wiederherstellung dieses Korridors ausdrücklich und spricht von einem wichtigen Projekt für die Energiesicherheit. Über die irakisch-syrische Route könnten langfristig bis zu zwei Millionen Barrel täglich exportiert werden.
  • Die Route nach Aqaba: Parallel dazu verhandelt Bagdad mit Jordanien über eine Leitung zum Hafen von Aqaba am Roten Meer. Von dort könnte das Öl entweder in Richtung Asien verschifft oder durch den Suezkanal ins Mittelmeer gebracht werden. Das Projekt wird allerdings seit Jahren diskutiert und stößt im Irak auf den Widerstand proiranischer schiitischer Kräfte, die einen Exportkorridor in der Nähe Israels ablehnen.
  • Die Wiederbelebung von Kirkuk-Baniyas: Die alte Pipeline zwischen dem Nordirak und der syrischen Mittelmeerküste wurde bereits 1952 in Betrieb genommen, liegt jedoch seit Jahrzehnten weitgehend still und ist schwer beschädigt. Ihre Wiederherstellung könnte den neuen Basra-Haditha-Korridor ergänzen und eine weitere Verbindung zum Mittelmeer schaffen. Die Amerikaner unterstützen inzwischen Gespräche zwischen Bagdad und Damaskus über einen Neustart.
  • Der Ausbau der saudischen Ost-West-Achse: Riad prüft eine Erweiterung der bestehenden Pipeline um bis zu zwei Millionen Barrel täglich sowie zusätzliche Kapazitäten für Ölprodukte. Gleichzeitig müssen die Verladeterminals in Yanbu ausgebaut werden, da die bisherige Hafeninfrastruktur die maximale Leistung der Pipeline nicht dauerhaft auf Schiffe übertragen kann. Auch ein weiterer Tiefwasserterminal an der Rotmeerküste beim Neom-Projekt steht zur Debatte.

Hinzu kommen neue Häfen und Landverbindungen. Der Dubaier Hafenriese DP World will in Fudschaira die Terminals Al Rugaylat und Dibba errichten. Al Rugaylat soll jährlich bis zu 2,5 Millionen Standardcontainer, 1,7 Millionen Tonnen Stückgut und 190.000 Fahrzeuge abfertigen können. Dibba soll weitere 3,6 Millionen Tonnen Frachtkapazität schaffen. Die Anlagen sollen über ein neues Logistiknetz mit dem innerhalb der Hormus-Falle gelegenen Hafen Jebel Ali verbunden werden.

Hormus verliert – aber verschwindet nicht

Goldman Sachs rechnet damit, dass die neuen Projekte bis Ende 2027 zusätzliche Umgehungskapazitäten von 3,8 Millionen Barrel täglich schaffen. Bis Ende 2028 könnten es 7,3 Millionen Barrel sein, womit die gesamte Pipelinekapazität außerhalb von Hormus auf mehr als 14 Millionen Barrel pro Tag steigen würde. Rund 60 Prozent der Vorkriegsexporte der Golfstaaten wären dann gegen eine neuerliche Blockade der Meerenge abgesichert. Bei einem beschleunigten Ausbau wären nach Einschätzung der Bank sogar 75 Prozent möglich.

Die neue Infrastruktur wird das Öl allerdings nicht automatisch billiger machen. Für die asiatischen Hauptabnehmer liegen die Mittelmeerhäfen in der falschen Richtung. Wird zusätzlich Bab el-Mandeb blockiert, müssen Tanker aus Yanbu um das Kap der Guten Hoffnung fahren. Dadurch verlängert sich eine Reise nach Asien laut Berechnungen von 19 auf bis zu 48 Tage; allein die Treibstoffkosten können von 1,26 auf 2,87 Millionen Dollar steigen. Der Suezkanal wäre zwar kürzer, kann aber die größten Tanker mit einer Ladung von bis zu zwei Millionen Barrel nicht voll beladen aufnehmen.

Auch Pipelines sind keine unverwundbaren unterirdischen Lebensadern. Die saudische Ost-West-Leitung wurde bereits 2019 durch einen Huthi-Drohnenangriff zeitweise stillgelegt. Die jüngsten Attacken auf saudische Tanker im Roten Meer zeigen zudem, dass eine Umleitung von Hormus nach Yanbu lediglich ein Nadelöhr gegen ein anderes tauschen kann. Deshalb drängen die Golfstaaten nicht auf eine einzige Ersatzstrecke, sondern auf ein Netz möglichst unterschiedlicher Korridore.

Für das Flüssigerdgas bieten selbst diese Milliardenprojekte jedoch keine praktikable Lösung. Vor dem Krieg passierte rund ein Fünftel des weltweiten LNG-Handels die Straße von Hormus, ein großer Teil davon aus Katar. LNG lässt sich nicht einfach durch eine Rohölleitung pumpen, und der Bau neuer Verflüssigungsanlagen samt Pipelines zu weit entfernten Küsten würde noch weitaus länger dauern. Vor allem Katar, Kuwait und auch der Irak bleiben deshalb auf absehbare Zeit verwundbar.

Die Geschichte wiederholt sich dabei mit einer bemerkenswerten Ironie. Saudi-Arabien baute seine Ost-West-Pipeline in den 1980er-Jahren aus Angst vor einer Sperrung der Straße von Hormus während des iranisch-irakischen Tankerkrieges. Vier Jahrzehnte später zwingt Teheran seine Nachbarn nun dazu, nicht nur eine einzelne Umgehungsleitung, sondern ein ganzes Netz neuer Energiekorridore zu schaffen. Der Iran kann den Ölmarkt zwar temporär abwürgen. Mit jedem blockierten Tanker beschleunigt das fanatische Mullah-Regime jedoch den Bau jener Infrastruktur, die seinen stärksten geopolitischen Hebel am Ende brechen könnte.

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Nahost-Pipelines können drohende Energiekrise nicht abwenden – Straße von Hormus unersetzbar

23. Juli 2026 um 06:00
ELA

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Die Staaten am Persischen Golf und die USA wetteifern darum, neue Häfen und Ölpipelines zu bauen, um die Straße von Hormus umgehen zu können. Experten sagen jedoch, dass die Projekte nicht ausreichen werden, um die Verwundbarkeit der Region zu beseitigen.

Vier große Hindernisse im Weg

Die Inbetriebnahme neuer Häfen und Pipelines wird fraglos Jahre dauern. Die neue Rohöl- und Raffinerie-Pipeline der VAE nach Fujairah könnte zwar bereits 2027 in Betrieb genommen werden, während allerdings vorgeschlagene alternative Routen für Irak, Katar, Kuwait und andere Golfstaaten mindestens zwei bis vier Jahre Bauzeit benötigen würden, erklärte dazu Robin Mills, CEO von Qamar Energy, gegenüber Dropsite News.

Selbst mit neuen Umgehungswegen würden die Exporte von verflüssigtem Erdgas der Region weiterhin von der Straße von Hormus abhängig bleiben. Katar, der weltweit größte LNG-Exporteur, verfügt allerdings ebenfalls über keine Pipeline-Alternative für den Export von LNG. Die strategische Bedeutung der Straße von Hormus kann durch den Bau neuer Ölpipelines also zweifelsfrei nicht beseitigt werden.

Über Öl und Gas hinaus transportiert der Wasserweg bekanntlich eine Vielzahl anderer kritischer Rohstoffe, wie folgt.

  • mindestens 20 % aller seegetragenen Düngemittelexporte

 

  • fast 50 % des weltweiten Seeschwefelhandels

 

  • etwa 30 % der weltweiten Heliumversorgung

 

  • etwa 30 % des weltweiten Methanolhandels auf See

 

  • sowie den Großteil der Aluminiumproduktion im Golf, die 9 % der weltweiten Produktion ausmacht

 

Rohstoffe für synthetisches Graphit

 

  • Monoethylenglykol (MEG)

 

  • Hochwertige Eisenerzpellets und direkt reduziertes Eisen

 

Die neue Infrastruktur rund um die Meerenge wird somit auch weiterhin anfällig für mögliche Angriffe Irans und der Achse des Widerstands sein.

Sieben Pipelines

Derzeit haben die VAE und Saudi-Arabien ihre Exporte über die bestehende West-Ost-Pipeline zum Golf von Oman bzw. die Ost-West-Pipeline zum Roten Meer verstärkt.

Zusätzlich bauen die VAE eine zweite Rohölpipeline, die parallel zur Habshan-Abu Dhabi Rohölpipeline (ADCOP) verläuft, die zum Hafen von Fujairah am Golf von Oman führt, um die Kapazität von 1,5 auf 3 Millionen Barrel pro Tag (BPD) zu verdoppeln.

Diese Projekte stellen laut CNBC nur drei von sieben geplanten oder in Bau befindlichen Pipelineprojekten im Nahen Osten dar, um die Straße von Hormus umgehen zu können. Sollten alle geplanten Projekte abgeschlossen werden, könnte die Pipelinekapazität der Region bis Ende 2028, 14 Millionen Barrel pro Tag überschreiten und damit mehr als 60 % der Vorkriegsölexporte der sieben Golfstaaten von 23 Millionen Barrel pro Tag abdecken, so Goldman Sachs. Doch diese sieben Pipelines werden die Straße nicht ersetzen, warnen geopolitische Analysten eindringlich.

Krise naht

Eine längere Schließung der Straße von Hormus könnte die Rhölpreise von Brent auf 150 Dollar pro Barrel treiben, warnen dazu Experten von Capital Economics. Die Märkte haben den Iran-Konflikt bisher durch Pipeline-Umleitungen und Lagerrückgänge überstanden und etwa 30 % des zuvor durch die Straße verschifften Öls umgeleitet. Doch diese Puffer gehen nun zur Neige, da die kommerziellen Ölbestände der OECD-Volkswirtschaften sich nahe den historischen Tiefständen befinden und kaum noch Spielraum ist, einen weiteren Angebotsschock abzufangen.



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