Schwerer Stoppschild-Unfall bei Hasenkrug im Kreis Segeberg am Dienstagnachmittag: Drei Menschen wurden verletzt, zwei von ihnen mussten aus ihren Fahrzeugen befreit werden.
Gegen 15.15 Uhr befuhr ein Autofahrer mit seinem Peugeot die Dorfstraße aus Richtung Hasenkrug. Ersten Ermittlungen zufolge missachtete der Mann an der mit Stoppschildern gekennzeichneten Kreuzung zur Brokstedter Straße die Vorfahrt zweier Insassen eines VW. Beide Fahrzeuge kamen nach dem Aufprall von der Fahrbahn ab und landeten im Grünstreifen.
Da alle drei Unfallbeteiligten verletzt in ihren Autos festsaßen, rückten die umliegenden Feuerwehren mit einem Großaufgebot von etwa 60 Helfern zur technischen Hilfeleistung an die Unfallstelle aus. Der Fahrer des Peugeot wurde bei dem Unfall schwer verletzt und musste mithilfe von hydraulischem Rettungsgerät aus seinem Auto befreit werden.
Stoppschild-Unfall: Hubschrauber eingesetzt
Die Freiwillige Feuerwehr Hasenkrug öffnete hierfür das Dach des Wagens, damit der Patient schonend aus seinem Unfallwagen befreit werden konnte. Auch eine Insassin aus dem VW musste durch die Einsatzkräfte patientenschonend gerettet werden.
Die Freiwillige Feuerwehr Brokstedt übergab sie über den Kofferraum an den Rettungsdienst. Nach Angaben des Rettungsdienstes wurde der Mann aus dem Peugeot schwer, die beiden Insassen aus dem VW mittelschwer verletzt. In Lebensgefahr befindet sich nach aktuellem Stand aber niemand. Der Peugeot-Fahrer wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Hamburger Klinik gebracht. Die Straße wurde für längere Zeit gesperrt.
Sie sind mit Goldstaub, Kornblumen und Brezelchen dekoriert – und machen die Influencer verrückt. Social Media ist voll mit Videos, in denen die Generation Z in die Kekse von „Cookie Couture“ beißt. Dafür kommen die Kunden auch aus Bremen und Kiel ins „Westfield“-Center in der HafenCity angereist. Nun eröffnet ein zweiter Laden in Hamburg – mit einer Gratis-Aktion.
„Wir wurden überrumpelt von der großen Nachfrage“, sagt Gründer Kilian Wisskirchen (30). Vor rund acht Monaten hat „Cookie Couture“ im „Westfield“-Center eröffnet. Immer noch komme vor allem die junge Zielgruppe, um mit den Keksen zu posieren und Geschmackstest-Videos bei TikTok hochzuladen. „Uns besuchen mittlerweile aber auch ältere Kunden“, so Wisskirchen. „Wir merken, dass Cookies immer mehr den klassischen Kuchen am Sonntag ablösen.“
„Cookie Couture“: Zweiter Laden eröffnet in Hamburg
Die Kekse sind handtellergroß und vor allem ansehnlich dekoriert: Zu den Bestsellern gehören der „Raspberry Romance“ mit Frischkäse-Frosting und Himbeeren sowie der „Dubai Choc“ mit Pistaziencreme, Kadayif und „einem Hauch Goldstaub“ (ab 4,20 Euro).
Kekse von „Cookie Couture“ liegen in der Auslage.picture alliance/dpa | Christoph Schmidt
Kekse von „Cookie Couture“ liegen in der Auslage.
Die Idee für den Cookies-Laden hatten Kilian Wisskirchen und seine zwei Mitgründer auf Reisen in die USA. „Dort haben wir Cookies kennengelernt, die innen ganz weich und außen schön knusprig sind“, sagt er. Diese Konsistenz hätten sie mit gutem deutschen Backhandwerk („keine Zusatzstoffe“) und französischer Patisserie (hübsche Deko) verbunden. Alle Cookies werden frisch vor Ort im Laden gebacken – und vor den Augen der Kunden dekoriert.
Kunden stehen vor dem Laden im „Westfield“ im Überseequartier – ein zweiter eröffnet jetzt in der Altstadt.Cookie Couture
Kunden stehen vor dem Laden im „Westfield“ im Überseequartier – ein zweiter eröffnet jetzt in der Altstadt.
Und das Start-up aus Köln, ein Franchise-Unternehmen, ist mittlerweile eine echte Erfolgsgeschichte: 15 Läden gibt es bisher in Deutschland, weitere 15 sollen bis Jahresende dazukommen.
In der Altstadt (Bergstraße 14) eröffnet am 14. Februar der zweite Laden in Hamburg: Ab 13 Uhr gibt es am Eröffnungstag für die ersten 100 Gäste ein Getränk und einen Cookie gratis. Und der Ansturm sei garantiert: „Bei unseren Eröffnungen haben wir immer lange Warteschlangen“, so Wisskirchen. „Im Überseequartier standen die ersten Kunden schon vier Stunden vor Ladenöffnung vor der Tür.“
Die Nähe zu Alster, Jungfernstieg und Rathaus spiele ihm an diesem Standort in die Karten: Hier lassen sich die Kekse perfekt in Szene setzen.
Am Dienstag hatte sich Infantino offen für eine Aufhebung des Banns gegen Russland gezeigt. „Das müssen wir“, sagte der Schweizer beim britischen Sender Sky auf die Frage, ob eine Rückkehr Russlands geprüft werden müsse: „Auf jeden Fall – zumindest im Jugendbereich. Dieses Verbot hat nichts gebracht. Es hat nur Frustration und Hass hervorgerufen.“ Er ergänzte, „dass es helfen würde, wenn Mädchen und Jungen aus Russland in anderen Teilen Europas Fußball spielen könnten“.
Sybiha bezeichnet Infantino als „moralisch degeneriert“
Sybiha nahm konkret Bezug auf diese Einlassung – und scheute dabei nicht vor einem historischen Vergleich zurück. „679 ukrainische Mädchen und Jungen werden nie Fußball spielen können – Russland hat sie getötet“, schrieb der Außenminister in den Sozialen Netzwerken: „Und es tötet weiter, während moralische Degenerierte vorschlagen, die Sanktionen aufzuheben, obwohl Russland seinen Krieg nicht beendet hat. Künftige Generationen werden dies als eine Schande betrachten, die an die Olympischen Spiele 1936 erinnert.“
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Lob für Infantino kam aus Russland. „Wir haben diese Erklärungen gesehen und begrüßen sie“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow: „Das ist etwas, worüber man schon vor langer Zeit hätte nachdenken sollen.“ Der russische Fußballverband gab zu Protokoll, dass er die „Position von Herrn Infantino voll und ganz“ unterstütze.
Infantino sprach schon im April 2025 von einer Rückkehr Russlands
Kurz nach Russlands völkerrechtswidrigem Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 hatten die FIFA und die Europäische Fußball-Union (UEFA) ihre laufenden Wettbewerbe für russische Teilnehmer gesperrt. Bereits im April 2025 hatte sich Infantino offen für eine Rückkehr Russlands gezeigt – in Zusammenhang mit einem Kriegsende.
Im Dezember 2025 bestätigte das FIFA-Council, dass russische Teams an U15-Turnieren teilnehmen dürfen. Der Fußball-Weltverband folgte dabei der Empfehlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), das sich kurz zuvor für eine „uneingeschränkte“ Russen-Rückkehr bei internationalen Jugendwettbewerben stark gemacht hatte. (sid/vb)
Von Kinderprogramm am Nachmittag über Theater, Comedy und Konzerte bis zu großen Shows am Abend: Unser täglicher Überblick zeigt, was in Hamburg los ist – für Familien, Kulturfans, Nachtschwärmer und alle, die spontan das Haus verlassen wollen.
Mittwoch, 4. Februar 2026
Nova Planetarum – Das Weltall zum Staunen und Entdecken
Kostenlose Familien-Ausstellung mit Planetenmodellen, Raumfahrt-Exponaten und Meteorit zum Anfassen. Ort und Uhrzeit:Tibarg Center, Tibarg 41, 22459 Hamburg · 7–19 Uhr Preis: kostenlos
Queer im Quartier – Zusammenkommen
Ein sicherer Raum für alle queeren Menschen und Allies zum Austauschen und Connecten. Ort und Uhrzeit:Bücherhalle Bergedorf, Holzhude 1, 21029 Hamburg · 16–18 Uhr Preis: kostenlos
Orgelmusik zur Mittagszeit
Kurzkonzert an der Barockorgel (mit Kollekte statt Eintritt). Ort & Uhrzeit:Hauptkirche St. Katharinen, Katharinenkirchhof 1, 20457 Hamburg · 12.30 Uhr Preis: kostenlos
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Make the friendship bracelets
Gemeinsam Freundschaftsarmbänder basteln (Material wird gestellt). Ort & Uhrzeit:Bücherhalle Alstertal, Heegbarg 22, 22391 Hamburg · 14.30–16.30 Uhr Preis: kostenlos
SchlossJam im Kulturschloss
Offene Jam-Session zum Mitmachen oder Zuhören. Ort & Uhrzeit:Kulturschloss Wandsbek, Königsreihe 4, 22041 Hamburg · 19 Uhr Preis: kostenlos
Studiokonzert Gesang
Studierende der HfMT (Klasse Prof. Geert Smits) geben ein Konzert im Orchesterstudio (Anmeldungen erforderlich). Ort & Uhrzeit:HfMT, Harvestehuder Weg 12, 20148 Hamburg · 19 Uhr Preis: kostenlos
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Loriot: Der Ring an einem Abend
Loriots komprimierte Ring-Version mit Jan Josef Liefers und Staatskapelle Weimar. Ort & Uhrzeit:Laeiszhalle, 19.30 Uhr Preis: ab 33,80 €, je nach Kategorie
Live-Jazz – Felix Dehmel Group
Mittwochs-Jazz in der Pony Bar Ort & Uhrzeit:Pony Bar, Allende-Platz 1, 20146 Hamburg · 20.30 Uhr Preis: kostenlos
Die Unterredung fiel kurz aus, die Wirkung aber war groß. Am Dienstag baten die HSV-Bosse den nach seiner Alkoholfahrt suspendierten Jean-Luc Dompé zum Gespräch, danach stand fest: Die Ampel beim HSV springt für den Franzosen von Rot auf Gelb – mit der Perspektive, bald wieder Grün zu sein. Der Flügelspieler wird auch am kommenden Samstag in Heidenheim (15.30 Uhr, Liveticker auf mopo.de) nicht dabei sein, darf sich in Kürze aber wohl für eine neue Chance empfehlen. Nicht herum kam er um eine Rekordstrafe, die der HSV ihm aufbrummte.
Knapp 20 Minuten lang saßen die Entscheidungsträger im Volkspark mit Dompé zusammen, um ihm mitzuteilen, wie es beim HSV mit ihm weitergeht. Danach wusste dann auch der 30-Jährige Bescheid: 100.000 Euro Strafe muss er berappen, das gab es beim HSV noch nie. Vom Spielbetrieb bleibt Dompé vorerst suspendiert, darf aber wieder trainieren. Zunächst separat, wie bereits am Dienstag, als er mit den angeschlagenen Damion Downs und Fabio Baldé von Reha-Trainer Sebastian Capel beschäftigt wurde. Wann der Flügelflitzer wieder ins Teamtraining aufgenommen wird, ist vorerst offen.
Die HSV-Bosse teilten Dompé am Dienstag das Strafmaß mit
„Wir haben uns mit Jean-Luc zusammengesetzt und ein klärendes Gespräch mit ihm geführt“, stellte HSV-Sportdirektor Claus Costa fest. „Er hat sich für sein Verhalten nochmal ausdrücklich entschuldigt und weiß, dass er verantwortungslos gehandelt hat. Und dass er sich selbst und dem HSV großen Schaden zugefügt hat.“
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Dompé war in der Vorwoche vom HSV suspendiert worden
Am vergangenen Donnerstag hatte der HSV Dompé dann suspendiert, nun folgte die entscheidende Unterredung. Keine Diskussion – sondern eine Darstellung der Fakten. Costa: „Wir haben ihm die Sanktionen mitgeteilt, ihn über die Geldstrafe informiert und darüber, dass er bis auf Weiteres vom Spielbetrieb suspendiert bleibt. Er hat die Entscheidung respektiert, angenommen, akzeptiert und sich dann auch vor der Mannschaft klar und deutlich entschuldigt. Dementsprechend gucken wir jetzt nach vorne.“
Bereits am Dienstag durfte Jean-Luc Dompé wieder im Volkspark trainieren – separat, während das Mannschaftstraining lief.WITTERS
Bereits am Dienstag durfte Jean-Luc Dompé wieder im Volkspark trainieren – separat, während das Mannschaftstraining lief.
Wann aber könnte Dompé wieder mit der Mannschaft trainieren? Das ist noch offen. Entscheidend dürfte sein, wie er sich in den kommenden Tagen verhält. Zumindest seine Worte, die er mit dem HSV abstimmte und über die Vereins-Homepage von sich gab, klingen nach Einsicht. „Mir ist bewusst, dass es mit einer einfachen Entschuldigung nicht getan ist“, ließ Dompé auf diesem Weg wissen. „Meiner Vorbildfunktion bin ich absolut nicht gerecht geworden. Ich habe schwerwiegende Fehler begangen und trage selbstverständlich die vollen Konsequenzen dafür.“ Und weiter: „Ich kann die Enttäuschung des Klubs, des Trainerteams und all der Fans, die mich bis hierhin immer unterstützt haben, verstehen. Es tut mir wahnsinnig leid. Auch, dass ich das Team in dieser Phase, den so wichtigen Wochen, im Stich gelassen habe.“
HSV-Boss Costa: „Vorgang ist nicht zu entschuldigen“
Dompé wird diesen Worten nun aber auch Taten folgen lassen müssen. Die hohe Geldstrafe des Vereins wertet Costa als klares Zeichen: „Es war uns wichtig, dass wir Haltung dahingehend zeigen, dass dieser Vorgang nicht zu entschuldigen und nicht zu tolerieren ist.“ Der Sportdirektor glaubt allerdings zu wissen, was den Profi am meisten schmerzt: „Ich denke, es tut ihm am meisten weh, dass man ihm das Fußballspielen wegnimmt. Deshalb wird er weiterhin vom Spielbetrieb suspendiert bleiben.“
Dompé steht seit Sommer 2022 beim HSV unter Vertrag
Zusätzlich zu den vereinsinternen Sanktionen soll und will Dompé sich sozial engagieren. Wie genau das aussehen wird, steht noch nicht fest. Costa jedenfalls ist sicher, dass der öffentlich gebrandmarkte Profi sich ins Zeug legen wird, um demnächst von Merlin Polzin auch wieder in den Kader berufen zu werden. „Man hat ihm angemerkt, dass es ihm wirklich leid tut“, so der HSV-Boss. „Er hat in dem Gespräch auch nochmal unterstrichen, wie sehr er den HSV mag. Es ist die mit Abstand längste Zeit, die er je für einen Verein gespielt hat.“ Seit Sommer 2022 kickt Dompé für den HSV, erzielte in 107 Pflichtspielen 17 Tore und bereitete 33 weitere Treffer vor. Sein Vertrag läuft noch bis Mitte 2027.
Unangefochten ist aber auch deshalb nicht mehr, weil der HSV am letzten Tag der Winter-Transferperiode mit Philip Otele (vom FC Basel geliehen) einen durchaus hochkarätigen Konkurrenten für den linken Flügel verpflichtete. Beim HSV hoffen sie, dass auch das den reumütigen Dompé darin bestärkt, mächtig Gas zu geben.
Auch traurige Jubiläen kann es geben. Solche, die daran erinnern, was in 125 Jahren nicht passiert ist: Schon um 1900 gab es Pläne für ein Jüdisches Museum in Hamburg. Bis heute ist es bei Planungen geblieben. Eine Ausstellung macht nun einen Schritt in Richtung konkrete Umsetzung: „Wegmarken jüdischer Geschichte“ schaut auf 400 Jahre zurück.
Denn so lange ist jüdisches Leben in und um Hamburg dokumentiert. Gesammelt und gezeigt wurden Zeugnisse und Objekte durchaus schon früher an verschiedenen Orten der Stadt, doch bislang nur als Abteilung anderer Museen oder zeitlich befristet.
Ausstellung über 400 Jahre jüdisches Leben in Hamburg
14 Wegmarken – man könnte auch Etappenziele sagen – präsentiert der Ausstellungsraum. Die Chronologie beginnt im Jahr 1611, als portugiesische Kaufleute ein Stück Land erwarben, um auf dem Altonaer Heuberg einen Friedhof anlegen zu können.
Schon damals gab es Streit: Einerseits brauchte Hamburg die Juden aus Portugal wegen des Handels mit der Iberischen Halbinsel, andererseits beschwerten sich christliche Bürger schriftlich beim Rat der Hansestadt über die Fremden.
SHMH-Altonaer MuseumDie Kreidelithografie von 1842 zeigt Salomon Heine, Bankier und Mäzen (1767–1844). Die Straße Hamburger Berg war nach dem Wohltäter benannt – bis die Nazis kamen.
Die Kreidelithografie von 1842 zeigt Salomon Heine, Bankier und Mäzen (1767–1844). Die Straße Hamburger Berg war nach dem Wohltäter benannt – bis die Nazis kamen.
SHMH-Altonaer MuseumDie Postkarte (um 1906) zeigt die frühere Synagoge am Bornplatz.
Die Postkarte (um 1906) zeigt die frühere Synagoge am Bornplatz.
SHMH-Altonaer MuseumLöwenskulptur vom Brunnen des Jüdischen Friedhofs in Altona: ein Abguss des Originals von 1736
Löwenskulptur vom Brunnen des Jüdischen Friedhofs in Altona: ein Abguss des Originals von 1736
Anfang des 19. Jahrhunderts war Hamburg die Wiege des liberalen Judentums. Die Reformwilligen hatten derart großen Zulauf, dass der israelitische Tempel an der Poolstraße gebaut werden musste; ein Stich aus dem Jahr 1844 zeigt den Neubau.
Bedeutender jüdischer Reeder Albert Ballin
Ein Foto von 1905 porträtiert Albert Ballin, den bedeutenden jüdischen Reeder und Gründer der Schifffahrtslinie HAPAG; er steht stellvertretend für Hamburgs Bedeutung als Zwischenstation osteuropäischer Juden auf dem Weg nach Nordamerika.
Weitere wichtige Wegmarken: der Neubau der Talmud-Tora-Schule 1911; die Ausgrenzung, zunehmende Entrechtung und Beraubung ab 1933; die systematischen Deportationen und Ermordungen ab 1941; die Verleihung des Lessing-Preises der Stadt Hamburg an Hannah Arendt 1959.
Die letzte Station erzählt vom geplanten Wiederaufbau der Bornplatz-Synagoge, der seit fünf Jahren diskutiert wird. Jüngste Meldung: 2026 formierte sich ein Freundeskreis, der das Vorhaben eines eigenständigen Jüdischen Museums wieder aufgreift. Im Judentum gilt Geduld als eine der wichtigsten Tugenden.
Der neue Plan7 erscheint am 30. Januar als Teil der WochenMOPO.MOPO
Der neue Plan7 erscheint am 30. Januar als Teil der WochenMOPO.
Dieser Tipp kommt aus Plan7, der Kultur- und Veranstaltungsbeilage in der neuen WochenMOPO (jeden Freitag neu am Kiosk, hier im günstigen Kennenlern-Abo). Plan7 – das sind 28 Seiten voller Kultur und Inspiration für Ihre Freizeit: Kultur-Tipps für jeden Tag der Woche, Tipps für Gastro-Fans und für Hamburg- und Umland-Entdecker. Dazu gibt’s Interviews und Verlosungen für Konzerte, Lesungen, Shows und mehr.
Ihr Tod erschüttert Hamburg. Am Donnerstagabend wird die 18-jährige Fatemeh „Asal“ Z. an der U-Bahnstation Wandsbek Markt getötet. Ariop A. aus dem Südsudan reißt die unbeteiligte Iranerin mit sich vor eine einfahrende U-Bahn – beide sterben. Was danach auffällt: Für einen Vorfall solcher Brutalität bleibt die politische Debatte in Hamburg erstaunlich leise. Und dann werden auch noch Forderungen erhoben, die in dem aktuellen Fall gar nicht zur Anwendung gekommen wären. Wegen eines Details ist der Fall für die Regierungsparteien dabei durchaus brisant.
Eine schockierende Tat am Donnerstagabend. Familie und Freunde gedenken bei einer Mahnwache dem Opfer. Medien graben Details über Herkunft und Einreisegeschichte des Täters aus. Und die Politik? Die AfD versucht prompt, den Fall für ihre Zwecke zu nutzen, doch das Rathaus bleibt still. Erst vier Tage später meldet sich der Senat zu Wort.
Hamburg: Das sagt Bürgermeister Tschentscher zur U-Bahn-Tat
Immerhin: Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) äußert sich persönlich – der Fall wird zur Chefsache. Doch seine Botschaft bleibt schwammig. Der Fall zeige „die Dringlichkeit rechtlicher Regelungen zur Rückführung von Flüchtlingen, die zu einem Risiko für die Sicherheit werden“, lässt Tschentscher über seinen Sprecher ausrichten, und werfe „ernste Fragen zur Teilnahme und Umsetzung von Aufnahmeprogrammen über das Asylrecht hinaus“ auf. Der Bürgermeister sei „bestürzt über den Tod der jungen Frau“. Er spreche ihrer Familie und Angehörigen das tief empfundene Beileid des Senats aus und lasse sich fortlaufend über den Stand der Ermittlungen informieren.
Ähnlich äußerte sich am Dienstag Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident in Schleswig-Holstein: „Wenn jemand gewalttätig oder kriminell ist, müssen alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Bis hin zur konsequenten und schnellen Entfernung aus dem Land.“ Die Menschen müssten darauf vertrauen können, dass ihre Sicherheit oberste Priorität habe und der Staat handlungsfähig sei.
Das Problem: Die Forderungen treffen auf den Fall von Ariop A. gar nicht zu. Dieser fiel zwar mehrfach auf, die Vorfälle wurden aber als geringfügig bewertet, es ging um Konflikte in Unterkünften oder den Diebstahl einer Bierdose. Auch der Angriff gegen Polizisten auf dem Kiez wenige Tage vor seiner schrecklichen Tat reichte nicht für eine Untersuchungshaft. Zudem besaß er, der als UNHCR-Resettlement-Flüchtling nach Hamburg kam, einen gültigen Aufenthaltstitel.
Nach welcher Regelung Ariop A. das Land hätte wieder verlassen sollen, bleibt bei Tschentscher und Günther völlig unklar. Das Schema des kriminellen Flüchtlings, der längst hätte ausgewiesen werden müssen, erfüllt er jedenfalls nicht.
Den schwersten Vorwurf, der derzeit gegen eine Bundesbehörde im Raum steht, lässt Tschentscher unkommentiert. Laut „Bild“ soll es Sicherheitslücken bei der Einreise von Ariop A. aus Kenia nach Deutschland gegeben haben. Den deutschen Behörden vor Ort hätten Kapazitäten für eine umfassende Prüfung gefehlt. Bestätigt ist das bislang nicht. Das Programm ist unter Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) derzeit ohnehin ausgesetzt. Sollte sich der Vorwurf bewahrheiten, könnte der Fall eine künftige Wiederaufnahme endgültig verhindern.
Nach U-Bahn-Tat: Das fordert jetzt die CDU in Hamburg
Auch SPD- und Grünen-Fraktionen bleiben auffällig zurückhaltend. Sie zeigen Anteilnahme, bieten aber keine politische Einordnung. Statt eines Gesprächs schickt Grünen-Fraktionschefin Sina Imhof der MOPO ein schriftliches Statement. Sie betont die Trauer – und verweist darauf, dass noch nicht genug belastbare Informationen vorlägen, um politisch zu urteilen. Außerdem hebt sie hervor, viele Geflüchtete seien psychisch belastet und es brauche mehr Betreuung. Wie das angesichts völlig überlasteter Strukturen umgesetzt werden soll, bleibt offen.
Ähnlich äußert sich die SPD über Sören Schumacher: Bestürzung, Respekt gegenüber dem Opfer und dem Ermittlungsprozess – aber keine politische Bewertung vor Abschluss der Ermittlungen.
Das Brisante für die Parteien: Beide hatten auf Bundesebene die UNHCR-Resettlement-Programme, die die Aufnahme von besonders schutzbedürftigen Geflüchteten regeln, befürwortet und waren, als Ariop A. im Sommer 2024 nach Deutschland kam, noch in der Ampel-Regierung verantwortlich. Gerade deshalb fordert Dennis Gladiator (CDU) nun eine stärkere Positionierung: „Man muss sich fragen, was politisch getan werden kann, um solche Gefahren so weit wie möglich zu reduzieren“, sagte er der MOPO. „Da ist Schweigen die schlechteste Antwort.“
Noch schärfer wird CDU-Chef Dennis Thering: „Die schockierende Ermordung einer jungen Frau am Bahnhof Wandsbek Markt zeigt auf tragische Weise, welche Folgen politische Fehlentscheidungen haben können“, sagte er. „Wäre das von SPD, Grünen und FDP ausgeweitete Resettlement-Programm nicht gewesen, wäre der Täter nicht nach Deutschland und damit nicht nach Hamburg gekommen.” Seine Schlussfolgerung: „Die junge Frau wäre heute noch am Leben.“ Er fordert jetzt „automatische“ Abschiebungen bei Straftaten, mehr Sicherheit an Bahnhöfen und eine bessere Vernetzung der Behörden, um Gefährdungen schneller zu erkennen.
So steht Hamburg nun zwischen Anteilnahme, markigen Positionen und großem Schweigen. Und während Ermittlungen laufen, bleiben viele Hamburger geschockt zurück – mit einem unsicheren Gefühl auf Hamburgs Bahnsteigen.
Eine 82-jährige Deutsche ist auf Teneriffa getötet worden. Im Verdacht steht ihr Sohn. Was bisher zu den Hintergründen bekannt ist.
Die Deutsche wurde in ihrer Wohnanlage Sunflower in dem Küstenort Costa del Silencio erschossen. „Die Frau wurde am Sonntag mit Schusswunden entdeckt“, sagte eine Polizeisprecherin auf Anfrage. Wenig später sei der Sohn der Getöteten, ein ebenfalls auf der Insel lebender Deutscher, unter dem Verdacht festgenommen worden, seine Mutter umgebracht zu haben. Die Ermittlungen liefen noch und ein mögliches Motiv für die Tat sei unbekannt, betonte die Sprecherin.
Teneriffa: Deutsche erschossen – Sohn in Verdacht
Medienberichten zufolge alarmierten Nachbarn die Polizei, nachdem sie mehrere Schüsse gehört hatten. Neben der 82-jährigen Toten seien fünf Patronenhülsen gefunden worden, berichtete die spanische Zeitung „El País“ unter Berufung auf Informationen aus Ermittlerkreisen.
Zudem habe der 53-jährige mutmaßliche Täter einen handgeschriebenen Zettel mit einer Entschuldigung hinterlassen. Anschließend sei der Sohn mit der Tatwaffe in einem Auto geflohen, aber bald von der Polizei gestellt worden. (dpa/mp)
Ski-Star Lindsey Vonn hat sich nach eigenen Angaben schwer am linken Knie verletzt, will bei den Olympischen Winterspielen in Italien aber dennoch an den Start gehen. Sie habe einen Kreuzbandriss und Knochenprellungen erlitten, sagte die US-Amerikanerin bei einer Pressekonferenz in Cortina d’Ampezzo. Mit Blick auf die Abfahrt am Sonntag (11.30 Uhr) sei sie aber zuversichtlich. Auch Starts im Super-G und in der Team-Kombination schloss sie nicht aus.
„Ich weiß, meine Chancen sind nicht mehr so groß wie vorher. Aber solange es eine Chance gibt, werde ich es versuchen“, sagte die sichtlich bewegte Vonn. Der Skirennsport sei nun mal gefährlich und sie gehe ans Limit, erklärte die langjährige Speed-Queen und viermalige Gesamtweltcupgewinnerin.
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Vonn war in der letzten Weltcup-Abfahrt vor den Spielen vom 6. bis 22. Februar am vergangenen Freitag in Crans-Montana in der Schweiz heftig gestürzt und in ein Fangnetz gerauscht. Sie rutschte zwar noch auf Skiern ins Ziel, hielt sich aber immer wieder das linke Knie. Anschließend wurde sie vom Hubschrauber abgeholt. Zur Schwere ihrer Verletzung hatte sie sich zunächst nicht geäußert.
Vonn war im Dezember 2024 unter großem Aufsehen in den Weltcup zurückgekehrt. Die 41-Jährige fährt inzwischen mit einer Teilprothese im rechten Knie. In der laufenden Saison zeigte sie sich bislang in Topform, fuhr schon zu zwei Siegen und fünf weiteren Podestplätzen. In Cortina d’Ampezzo ist zum Abschluss ihrer Karriere eine weitere Olympia-Medaille nach Abfahrts-Gold 2010 das große Ziel der einstigen Alpin-Dominatorin. (kk/dpa)
Bundestrainer Julian Nagelsmann hat Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen nach dessen erneuter Verletzung seine volle Unterstützung zugesichert. „Das ist wirklich unglaublich bitter. Marc war gerade wieder zurück und auf einem richtig guten Weg, wir haben uns sehr auf seine Rückkehr in die Nationalmannschaft gefreut. Im Moment zählt nur: Gesund werden, in Ruhe und ohne Druck. Wir stehen alle hinter ihm”, teilte Nagelsmann am Dienstag mit.
Ter Stegen hatte im Spiel des FC Girona bei Real Oviedo (0:1) am vergangenen Samstag eine Muskelverletzung im linken Oberschenkel erlitten. Er verpasst daher die Länderspiele am 27. März in Basel gegen die Schweiz sowie am 30. März in Stuttgart gegen Ghana. „Jetzt müssen wir weiter auf ihn verzichten. Aber für Marc persönlich ist dieser Rückschlag natürlich noch viel härter“, sagte Nagelsmann.
Julian Nagelsmann leidet mit Marc-André ter Stegen
Wie lange ter Stegen ausfallen wird, ist noch unklar. „Der Spieler wird sich weiteren medizinischen Untersuchungen unterziehen, um die Diagnose zu sichern und die Prognose festzulegen”, hatte Girona am Montag mitgeteilt. Der 33-Jährige ist derzeit von Meister FC Barcelona an den Ligarivalen ausgeliehen, damit er für die WM (11. Juni bis 19. Juli) in den USA, Mexiko und Kanada Spielpraxis sammeln kann.
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Nagelsmann und DFB-Sportdirektor Rudi Völler hatten zuletzt mehrfach betont, dass ter Stegen diese brauche, um bei der WM im Tor stehen zu können. Dass er sich nun erneut verletzt hat, passt ins Bild des Pechvogels. Als „ewiger” Kronprinz von Manuel Neuer war er erst nach dessen Rücktritt aus der DFB-Auswahl nach der EM 2024 aus dem übergroßen Schatten des Kapitäns getreten. Doch seither prägten Verletzungen und die Ausbootung bei Barca den Weg des 44-maligen Nationalspielers.
In seiner Abwesenheit wurde ter Stegen vom Hoffenheimer Oliver Baumann gut vertreten, die Rufe nach einer Rückkehr von Neuer verstummten jedoch nie ganz. (kk/sid)
Wer Hamburg auf der A1 umfahren will, braucht ab dem Frühjahr mehr Geduld: Auf der vielbefahrenen Autobahn soll an mehreren Stellen gebaut werden. Die Behinderungen dürften für einige Staus sorgen.
Für die Umfahrung Hamburgs auf der A1 müssen Autofahrer ab dem Frühjahr mehr Zeit einplanen. Eine erste Einschränkung beginnt im März, wenn die sechsspurige Autobahn zwischen Bargteheide und Bad Oldesloe saniert wird. Dann werden nur je zwei Fahrspuren in Richtung Lübeck und Hamburg zur Verfügung stehen. Die genauen Daten der Arbeiten nannte die Autobahn GmbH noch nicht, aber es gibt viel zu tun: Es sollen drei Brücken erneuert und vier Kilometer Fahrbahn saniert werden.
A1: Fahrstreifen an der Süderelbbrücke zwölf Tage im April gesperrt
Für April ist geplant, mit vorbereitenden Arbeiten für einen Neubau der Süderelbbrücke zu beginnen. Auf dem Programm stehen die Kampfmittelräumung, also die Beseitigung von Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg, sowie der Bau einer Mittelstreifenüberfahrt, um Fahrspuren auf die Gegenfahrbahn verlegen zu können.
MOPO
Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt! Diese Woche u.a. mit diesen Themen:
Dubioser Psychologe: Berater der Blocks gerät in den Fokus
Doppelt dämlich!Suff-Eklat um HSV-Star Dompé
40-Millionen-Euro-Wette: Wie es mit dem Fernsehturm weitergehen soll
Große Rätselbeilage: Knobelspaß für jeden Tag
16 Seiten Sport: Debatte um WM-Boykott, HSV-„Rambo“ im Interview & St. Paulis neuer Stürmer
28 Seiten Plan 7: Das Festival „Fokus Tanz“, „Holiday On Ice“ mit Max Giesinger & Ausgeh-Tipps für jeden Tag
Diese Maßnahmen erfordern nach Angaben der Projektmanagementgesellschaft Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) eine rund zwölftägige Sperrung des Hauptfahrstreifens in Richtung Süden. Der Planfeststellungsbeschluss für den Neubau der Süderelbbrücke wird nach Angaben einer Deges-Sprecherin im ersten Quartal, also bis Ende März, erwartet.
Seit einer neuen Verkehrsführung über die Norderelbbrücke im März vergangenen Jahres ist der Autobahnabschnitt über die Süderelbbrücke bereits stärker belastet und besonders stauanfällig. Lastwagen, die aus dem Hafen oder der Hamburger Innenstadt über die A255 am Dreieck Norderelbe in Richtung Berlin oder Lübeck abbiegen wollen, müssen zunächst auf die A1 in Richtung Süden (Bremen/Hannover) fahren. An der Anschlussstelle Harburg dürfen sie die Richtung wechseln und über die Süder- und die Norderelbbrücke in ihre eigentliche Richtung einschwenken.
Frühjahrsferien und Vollsperrungen auf der A7
Die erste Reisewelle in den Frühjahrs- und Osterferien im März und April dürfte außerdem für mehr Verkehr auf der wichtigen Route zu den Ferienorten an der Ostsee sorgen. An zwei Wochenenden, und zwar vom 20. bis zum 23. März sowie vom 17. bis zum 20. April, wird die A1 als Ausweichroute gebraucht. Dann soll die A7 mit dem Elbtunnel jeweils für 55 Stunden voll gesperrt werden.
Etwas weniger Probleme dürfte die erste Vollsperrung der A7 in diesem Jahr machen. Sie soll vom 20. bis zum 23. Februar gehen. Weitere fünf Vollsperrungen dieser wichtigen Nord-Süd-Verbindung sind für Wochenenden im Mai (8.-11.5.), Juni (12.-15.6.) und September (11.-14.9. und 25.-28.9.) angekündigt. Die Baumaßnahmen auf der A1 werden mit den Sperrungen auf der A7 koordiniert, erklärte die Deges-Sprecherin. Die genauen Daten stehen aber noch nicht fest.
Bauarbeiten im Bereich Norderelbbrücke im Herbst
Ebenfalls im September werden die Autofahrer erneut mehr Geduld auf der Ostumfahrung Hamburgs brauchen. Dann wird die Deckschicht auf der A1 zwischen Moorfleet und Billstedt saniert. Dafür muss ein Fahrstreifen gesperrt werden. Weitere Details nannte die Autobahn GmbH noch nicht. Der betroffene Autobahnabschnitt befindet sich nur gut einen Kilometer östlich der Norderelbbrücke.
Die Norderelbbrücke verbindet durch die A1 Hamburg-Wilhelmsburg mit Rothenburgsort (Archivbild).Christian Charisius/dpa
Die Norderelbbrücke verbindet durch die A1 Hamburg-Wilhelmsburg mit Rothenburgsort (Archivbild).
Der Neubau für dieses marode Bauwerk lässt derweil auf sich warten. Mit einem Planfeststellungsbeschluss rechnet die Deges erst für Ende 2027. Doch nach dem sogenannten Vorgriffsfall für besonders dringliche Bauarbeiten hat die Projektmanagementgesellschaft bereits Ende vergangenen Jahres mit einem Vergabeverfahren begonnen. Die Deges geht davon aus, dass erste Arbeiten frühestens im Oktober beginnen können.
Nach den Worten von Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) ist der Ersatzneubau der Norderelbbrücke Hamburgs wichtigstes Projekt für Autofahrer. Täglich rollen etwa 136.000 Fahrzeuge über die Brücke aus dem Jahr 1963, rund 21 Prozent davon sind Lastwagen. (dpa/mp)
Darf ein Dienstherr von Mitarbeitern Gendersprache verlangen? In Hamburg führte der Streit zu einer Kündigung. Ist das rechtens?
Sie weigerte sich, im Dienst zu gendern – da warf ihr Arbeitgeber sie raus: Eine Mitarbeiterin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg wehrt sich vor Gericht gegen ihre Kündigung. Am Donnerstag, 5. Februar, befasst sich das Landesarbeitsgericht in einer Berufungsverhandlung mit dem Fall. In der Vorinstanz hatte die entlassene Mitarbeiterin recht bekommen.
Streit ums Gendern endet mit Kündigung – und vor Gericht
Die Frau ist als Strahlenschutzbeauftragte am BSH tätig und sollte in dieser Funktion ein Arbeitsschutzdokument überarbeiten. Den Text habe die Mitarbeiterin „nach den Regeln des Handbuchs der Rechtsförmlichkeit verfasst“, teilt der Verein für Deutsche Sprache (VDS) mit, der die Klage unterstützt. Soll heißen: Genderformen hat die Beauftragte in der überarbeiteten Anweisung nicht berücksichtigt.
Ihren Vorgesetzten in der Bundesbehörde gefiel das nicht, sie bestanden auf „Gender- und Paarformen“ in dem Schriftstück. Konkrete Vorgaben zur gewünschten Sprachform habe die Angestellte allerdings trotz mehrfacher Nachfragen nicht erhalten, heißt es vom VDS. Die Mitarbeiterin weigerte sich, den Vorgaben Folge zu leisten – auch dann noch, als sie zwei Abmahnungen kassierte. Es folgten die Kündigung und die Klage dagegen.
„Arzt“ oder „fachärztliche Person“?
In der ersten Instanz im vergangenen Sommer hatte die BSH-Mitarbeiterin ihre Gender-Weigerung wie folgt begründet: „Der Strahlenschutzbeauftragte führt ein Amt aus, das unabhängig ist vom biologischen Geschlecht. Allein seine Funktion steht im Vordergrund. Gendern ist hier unangebracht, weil es vom Aufgabengebiet ablenkt.“
Vor allem aber müsse ein sensibler Bereich wie der Strahlenschutz „rechtsverbindlich und klar in schriftlichen Anweisungen formuliert“ sein. Werde beispielsweise der juristische Begriff „ermächtigter Arzt“ durch „fachärztliche Person“ ersetzt, sei das Klarheitsgebot verletzt.
Das Arbeitsgericht Hamburg gab der Frau recht. Die Kammer erklärte beide Abmahnungen und die Kündigung für unrechtmäßig. Es gebe keinen Grund für eine außerordentliche Kündigung, heißt es in dem Urteil. Auch die beiden Abmahnungen seien unwirksam, weil sie „auf einer unzutreffenden rechtlichen Bewertung des Verhaltens der Klägerin beruhen. Die Klägerin hat keine außerhalb des Strahlenschutzrechts bestehende arbeitsvertragliche Nebenpflicht verletzt.“
Das BSH äußert sich nicht zu dem Fall, lässt lediglich wissen: „Zu Personalangelegenheiten geben wir aus Datenschutzgründen keine Stellungnahme ab.“
Die Behörde legte Rechtsmittel gegen das erste Urteil ein, weshalb sich nun das Landesarbeitsgericht in zweiter Instanz mit dem Streit beschäftigt. In der mündlichen Verhandlung dürften Anhänger der Hamburger Initiative „Stoppt Gendern“ im Zuschauerraum Platz nehmen, um die Klägerin zu unterstützen.
Initiative unterstützt entlassene Mitarbeiterin
Für Sabine Mertens, Gründerin der Stoppt-Gendern-Initiative, hat der Rechtsstreit grundsätzliche Bedeutung. Sie sagt: „Sprache dient der Verständigung. Keine Instanz der Welt kann ihre Mitarbeiter zur Verwendung einer verqueren, hypersexualisierten Privatsprache zwingen. Der vorherrschende Sprachstandard in Deutschland ist und bleibt Standardhochdeutsch.“
„Stoppt Gendern“ hatte 2024 vergeblich versucht, per direkter Demokratie ein Verbot von Gendersprache in Hamburgs Behörden und Bildungseinrichtungen durchzusetzen. Das Anliegen scheiterte, weil zu wenige Unterstützerunterschriften zusammenkamen. (Dieser Artikel erschien zuerst auf SHZ.de)
„Ich vermisse dein persisches Essen“, sagt Asal zu ihrer Mutter. Wenige Stunden später ist sie tot. Fatemeh und ihre Mutter hatten sich vier Wochen lang nicht sehen können. An diesem Donnerstagabend kocht die Mutter für sie, Asal will das Essen abholen. Doch sie kommt nie an. Ein Mann stößt die 18-Jährige am Bahnhof Wandsbek Markt vor eine einfahrende U-Bahn. Eine Freundin der Familie erzählt, wer Asal war – und wovon sie träumte.
„Asal hörte immer Musik“, erzählt eine Freundin der Mutter der MOPO. Egal, wo sie war, egal, wie es ihr ging. Eigentlich heißt sie Fatemeh Z., doch alle nennen sie Asal. Das bedeutet „Honig“ auf persisch. Vor drei Jahren floh die junge Frau mit ihrer Familie aus dem Iran nach Deutschland. Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder zog Asal aus familiären Gründen in ein Frauenhaus.
Asal hatte ihre Mutter vier Wochen lang nicht gesehen
Als Asal 18 Jahre alt wurde, musste sie die Einrichtung verlassen und in eine Jugendeinrichtung umziehen. Weg von ihrer Familie, weg von ihrer Mutter. „Sie war nicht gewohnt, so lange von ihrer Mama getrennt zu sein“, sagt die Freundin. Seit dem Auszug vor etwa vier Wochen hatten sich die beiden wegen der strengen Besuchsregeln nicht mehr gesehen, nur täglich telefoniert. Die Familie suchte vergeblich nach einer gemeinsamen Wohnung.
„An dem Donnerstag hatte Asal zu ihrer Mama gesagt, dass sie ihr persisches Essen vermisst“, erzählt die Freundin. Die Mutter kochte ihr etwas zum Mitnehmen. Asal war gerade auf dem Weg zu ihr, um das Essen abzuholen. Doch sie kam nie an.
Wandsbek Markt: Mann reißt die 18-Jährige mit auf die Gleise
Die beiden Verstorbenen wurden am frühen Freitagmorgen von Bestattern am Bahnhof Wandsbek Markt abgeholt.CityNewsTV
Die beiden Verstorbenen wurden am frühen Freitagmorgen von Bestattern am Bahnhof Wandsbek Markt abgeholt.
Ariop A., ein 25-jähriger Südsudanese, kam 2024 über ein Flüchtlingsprogramm nach Deutschland. Zuvor lebte er in einem kenianischen Flüchtlingslager. In Hamburg wurde mehrfach auffällig und flog aus verschiedenen Unterkünften. Zwei Tage vor der Tat wurde die Polizei gerufen, weil er in einem Bordell auf dem Kiez randalierte. Danach soll er Polizisten mit einem Handy angegriffen haben, mutmaßlich unter Drogeneinfluss. Am Donnerstag ging er dann auf Asal los.
Nachricht von Asals Tod: „Es war ein Schock für uns alle“
Die Nachricht von Asals Tod sickerte nur langsam zu den Angehörigen durch: Erst hätten sie nur von der Tat an sich gehört, erzählt die Freundin. Dann sei herausgekommen, dass eine persische Frau bei dem Angriff starb. Am nächsten Morgen ist klar: Die Frau ist Asal. „Es war ein Schock für uns alle“, sagt die Freundin.
Drei Tage nach der Tat fand am Bahnhof eine Gedenkveranstaltung statt. Trauernde, Freunde, Familie legten am Tatort Blumen nieder, zündeten Kerzen an, hinterließen Botschaften: „Für immer geliebt. Für immer vermisst. Für immer unsere Asal.“ Die Mutter des Opfers brach zusammen und musste von einem Rettungswagen abgeholt werden.
Die Trauernden gingen, die Gedenkstätte bleibt: Verschiedene Fotos der jungen Frau hängen nun am Bahnhof. Ein Bild zeigt Asal mit Flügeln, umgeben von weißen Tauben im Himmel. Auch als sie noch lebte, wollte Asal immer fliegen. „Sie wollte nach der Schule Flugbegleiterin werden, um möglichst viele Länder zu sehen“, sagt die Freundin. „Sie hatte noch so viele Träume.“
Eine Studie beschreibt, wie sehr Hamburg wirtschaftlich vom Sport profitieren soll. Für Befürworter einer Olympia-Bewerbung der Hansestadt ein weiteres Argument.
Hamburgs Sport- und Innensenator Andy Grote sieht die Ergebnisse einer Studie des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) als Beleg für die positive wirtschaftliche Wirkung von Olympischen Spielen auf die Hansestadt. „Der Sport stärkt nicht nur Zusammenhalt und Lebensqualität in unserer Stadt, sondern auch Wohlstand und Wirtschaftswachstum“, sagte der SPD-Politiker anlässlich der Veröffentlichung der Studie.
Jeder Euro für den Sport bringe Hamburg ein Vielfaches an Mehrwert. „Da kann sich jeder selbst ausrechnen, welche Chance und Kraft erst in Olympia steckt“, sagte er weiter.
Hamburger einer von vier Kandidaten für eine deutsche Bewerbung
Hamburg ist einer von vier Kandidaten für eine deutsche Bewerbung um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Die Entscheidung, mit welchen Kandidaten der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ins Rennen geht, fällt der Dachverband im kommenden September. Zuvor stimmt die Bevölkerung Hamburgs am 31. März ab, ob die Stadt ihre Bewerbung weiterhin verfolgen soll.
Studie: 15.000 Arbeitsplätze in Hamburg durch den Sport
Laut der Studie hängen etwa 15.000 Arbeitsplätze in Hamburg direkt oder indirekt am Sport. Die gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung belaufe sich auf 5,3 Milliarden Euro. „Ein Niveau, das Sport als einen starken Impulsgeber der Stadt positioniert“, hieß es in einer Mitteilung der Hamburger Handelskammer.
Die Studie zeige zudem, „dass Sport weit mehr bedeutet als Wettkämpfe und Vereinsleben. Er entfaltet vielfältige wirtschaftliche Wirkungen. Jeder im Sportsektor erwirtschaftete Euro löst zusätzliche wirtschaftliche Aktivität aus und führt insgesamt zu 2,4 Euro zusätzlicher Wertschöpfung in der Stadt – etwa durch Buchungen von Veranstaltungsdienstleistungen oder touristische Ausgaben“. (mp/dpa)
Stürmer Niclas Füllkrug rechnet fest damit, im Sommer zur deutschen Auswahl bei der Fußball-Weltmeisterschaft zu zählen. „Der Bundestrainer weiß, was er von mir erwarten kann“, sagte der 32-Jährige in einem Interview von „Sky“.
Er könne zwar noch nicht vorhersehen, wen Julian Nagelsmann dann für den Saisonhöhepunkt in den USA, Kanada und Mexiko nominieren wird. „Aber normalerweise fühle ich mich als fester Bestandteil der Mannschaft. So ist auch die Verbindung aktuell“, sagte der Angreifer.
Füllkrug wechselte nach Italien, um mehr Spielpraxis zu haben
Füllkrug war in der Winterpause von West Ham United zur AC Mailand nach Italien gewechselt, um nach eher enttäuschenden eineinhalb Jahren in England seine Chancen auf einen WM-Einsatz zu erhöhen. „Ich glaube, diese Rolle, die ich auch bei der EM erfüllt habe, die hat man auch gerade in den ersten Spielen hier bei Milan bei mir gesehen“, erzählte er.
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Der frühere Bundesliga-Profi etwa in Bremen und Dortmund war in seinen ersten sechs Einsätzen für Mailand fünfmal als Joker von der Bank gekommen – und hat keines dieser Spiele verloren. Beim 1:0 gegen Lecce erzielte er kurz nach seiner Einwechslung sogar den Siegtreffer für die Rossoneri. „Es ging immer nochmal ein Ruck durch die Mannschaft, durch die Atmosphäre im Stadion, wenn ich eingewechselt wurde und man dann eine andere Strafraumbesetzung hat als vorher“, erinnerte Füllkrug und unterstrich: „Diese Rolle, die kann ich.“ So ähnlich stellt er sich auch die WM vor. „Der Kontakt zu Julian Nagelsmann ist immer da. Das ist wichtig“, sagte er.
Mit seinem Wechsel nach Mailand ist er bislang sehr zufrieden. Nachdem der Weggang aus Dortmund Richtung West Ham eher eine Kopfentscheidung gewesen sei, „war es dieses Mal ganz wichtig für mich, dass mein Bauchgefühl, mein Herz von Anfang an das Richtige empfindet“, sagte er. „Milan hat sich sehr, sehr früh bei mir gemeldet. Emotional und fußballerisch passe ich ganz gut in die Mannschaft.“ (dpa/vb)
Endlich Urlaub! Da möchte man auf laufende Nase, juckende Augen und Niesattacken verzichten. Nicht wenige Allergiker begeben sich daher in Gebiete, in denen der Pollenflug keine große Rolle spielt.
Wer sein Reiseziel klug wählt, kann im Urlaub oft deutlich besser durchatmen als zu Hause. Entscheidend sind Wind, Höhenlage – und die richtige Jahreszeit. Eine Übersicht allergikerfreundlicher Reiseziele:
Meer schlägt Wiese
Küstenregionen gelten als besonders heuschnupfenfreundlich. Der stetige Seewind weht Pollen schnell weg, dazu kommen salzhaltige Aerosole, die die Schleimhäute beruhigen. Besonders gut geeignet sind Nord- und Ostsee, vor allem die Inseln wie Sylt, Amrum, Föhr oder Helgoland. Auch die dänische und niederländische Küste sind für Allergiker oft ein Volltreffer. Hier ist die Pollenkonzentration meist deutlich geringer als im Binnenland.
Hoch hinaus – und die Pollen bleiben unten
Wer richtig Ruhe vor Heuschnupfen will, sollte in die Berge fahren. Ab etwa 1500 Metern Höhe gibt es deutlich weniger allergieauslösende Pflanzen. In vielen alpinen Regionen ist die Luft fast pollenfrei. Besonders beliebt bei Allergikern: die Schweizer Alpen, Tirol, Südtirol oder die Hohen Tauern. Wichtig: Je höher die Unterkunft, desto besser die Chancen auf Beschwerdefreiheit.
Skandinavien: Später Frühling, kürzere Saison
Im hohen Norden beginnt die Pollensaison später und dauert oft kürzer. Nordschweden, Norwegen oder Finnland sind deshalb vor allem im Frühjahr eine gute Wahl. Aber Vorsicht: In Südschweden kann die Birke im Mai stark blühen – der Zeitpunkt entscheidet.
Der Koli-Nationalpark in Finnland: Auch die skandinavischen Länder sind eine gute Urlaubsoption für Heuschnupfenpatienten.picture alliance / Zoonar | Fokke Baarssen
Der Koli-Nationalpark in Finnland: Auch die skandinavischen Länder sind eine gute Urlaubsoption für Heuschnupfenpatienten.
Urlaub am Mittelmeer? Ja – aber zur richtigen Zeit
Viele Gräser sind im Hochsommer bereits verblüht. Deshalb können Spanien, Griechenland oder Süditalien ab Juli und August gut funktionieren. Küstenlagen sind wegen des Windes klar im Vorteil. Wer gegen Olivenpollen allergisch ist, sollte den späten Frühling meiden.
Ganzjahres-Tipp bei Heuschnupfen: Atlantik-Inseln
Die Kanaren, Madeira oder die Azoren gelten als besonders allergikerfreundlich. Wind, wenig klassische Vegetation und ein stabiles Klima sorgen dafür, dass Heuschnupfen hier oft kaum eine Rolle spielt und einem entspannten Urlaub das ganze Jahr über nichts im Wege steht.
Hoch und weit bringt Sicherheit – nicht nur im Fußball
Fernreisen können für Heuschnupfen-Geplagte ein Joker sein – weil sie aus dem mitteleuropäischen Pollenkalender herausführen. In vielen Regionen außerhalb Europas fehlen klassische Auslöser wie Birke, Erle oder bestimmte Gräser ganz, oder sie treten zu ganz anderen Zeiten auf. Besonders gut schneiden oft windige Inseln, trockene Gebiete und höher gelegene Regionen ab: Wo wenig wächst oder der Wind die Luft ständig „sauber pustet“, hat Pollenflug meist weniger Chancen.
Aber auch bei Fernzielen gilt: Grüne, üppig bewachsene Regionen und landwirtschaftlich geprägte Gegenden können die Symptome genauso triggern wie daheim – manchmal sogar überraschend, weil dort andere Pflanzen blühen.
Deshalb zählt nicht nur das Land auf der Landkarte, sondern vor allem Klima, Vegetation, Höhenlage und Reisezeit. Wer das beachtet, kann im Urlaub oft deutlich besser durchatmen als in der heimischen Pollensaison.
Die Feuerwehr wird zu einem Brand gerufen, die Flammen sind jedoch bereits von selbst erloschen. Im Wohnhaus machen die Brandbekämpfer eine traurige Entdeckung.
Eine 83-Jährige ist beim Brand eines Wohnhauses in Vechta ums Leben gekommen. Ersten Erkenntnissen nach war es am Montag zu einem Feuer im Obergeschoss des Einfamilienhauses gekommen, wie die Polizei mitteilte. Die Flammen erloschen jedoch von selbst.
Die Feuerwehr entdeckte die leblose Bewohnerin, der Rettungsdienst konnte nur noch den Tod der 83-Jährigen feststellen. Bislang wurden demnach keine Hinweise auf ein Fremdverschulden festgestellt. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. (dpa/mp)
Heftige Windböen und winterliche Straßenverhältnisse haben am Dienstag in Hohenhorn (Kreis Herzogtum Lauenburg) zu einem schweren Verkehrsunfall geführt.
Ein Auto kam am späten Vormittag auf der Landstraße bei Hohenhorn von der Fahrbahn ab, überschlug sich und blieb schließlich auf dem Dach in einem Graben liegen. An dem Unfall war nach bisherigen Erkenntnissen kein weiteres Fahrzeug beteiligt.
Hohenhorn: Auto kommt von Fahrbahn ab
Im Wagen saßen zwei ältere Menschen. Nach ersten Informationen eines Reporters vor Ort geriet das Auto offenbar durch starke Windböen in Verbindung mit Schneeverwehungen ins Schleudern. Die Feuerwehr rückte mit mehreren Kräften an und musste eine der beiden Personen aus dem auf dem Dach liegenden Fahrzeug befreien.
Beide Insassen erlitten Verletzungen und wurden in ein Krankenhaus gebracht. Über die Schwere der Verletzungen ist bislang nichts Näheres bekannt. Die Polizei hat die Ermittlungen zur genauen Unfallursache aufgenommen. (rei)
Als Omar N. (alle Namen geändert) das Phoenix-Center am 26. Juni 2025 betrat, war er laut Gericht schon fest entschlossen: Ahmed M. sollte sterben. Mindestens elfmal stieß der 25-Jährige auf den gleichaltrigen Mann ein, weil dieser angeblich eine Affäre mit seiner Ehefrau geführt haben soll. Jetzt wurde N. zu einer langen Haftstrafe verurteilt – obwohl er an einer psychischen Krankheit leidet.
Am Dienstag um 11 Uhr verkündet die Richterin das Urteil: elf Jahre Haft wegen Totschlags. Damit wurden die Forderungen der Staatsanwaltschaft erfüllt. Alle Anklagepunkte hätten sich im Laufe des Verfahrens bestätigt, sagt eine Gerichtssprecherin.
Das Opfer arbeitete im Foodcourt des Phoenix-Centers. Omar N. fuhr zu seinem ehemaligen besten Freund, obwohl er sich ihm wegen mehrerer vorhergegangener Vorfälle gar nicht mehr hätte nähern dürfen. Nach einem lautstarken Streit brachte er Ahmed M. zu Boden und stach mehrfach auf ihn ein. Das Opfer starb noch auf dem Weg ins Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen.
Täter vom Phoenix-Center hatte Borderline-Störung
Omar N. glaubte zu dem Zeitpunkt, der Mann würde eine Affäre mit seiner Ehefrau führen. Er zweifelte auch daran, ob er tatsächlich der Vater der beiden gemeinsamen Töchter ist. Vor Gericht gab es aber keinerlei Hinweise auf ein Verhältnis der beiden.
Der Täter leidet an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, wie ein Gutachter im Laufe des Verfahrens feststellte. Die Symptome wurden durch Drogenkonsum noch verschlimmert: „Er hatte sehr viele Gedanken, hat ständig geweint und geschrien“, erzählte seine Ehefrau als Zeugin vor Gericht. „Er sagte, er hört Stimmen.“
Das Gericht kam dennoch zu dem Schluss, dass Omar N. voll schuldfähig war. Aufgrund seiner Krankheit konnte aber nicht von Mord ausgegangen werden, sagt die Sprecherin. Die Verteidigung hatte sieben Jahre Freiheitsstrafe gefordert.
Fernab des aus St. Pauli-Sicht aktuell größtenteils tristen Liga-Alltags bietet sich den Kiezkickern am Dienstagabend die Möglichkeit, eine große Überraschung zu schaffen: Mit einem Sieg über Bayer 04 Leverkusen könnte St. Pauli ins Halbfinale des DFB-Pokals einziehen, wäre dann nur noch einen Schritt vom Endspiel in Berlin entfernt. Dafür braucht es gegen den Champions-League-Teilnehmer jedoch einen absoluten Sahnetag. Ob die Hamburger einen solchen erwischen? Mit dem MOPO-Liveticker verpassen Sie keine wichtige Spielszene.
Das Geld reicht bei vielen Menschen hinten und vorne nicht. Wie war die Situation 2025 in Deutschland? Rund 17,6 Millionen Menschen in Deutschland sind im vergangenen Jahr von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht gewesen. Dies seien 21,2 Prozent der Bevölkerung gewesen, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Im Vergleich zum Jahr 2024 blieb dieser Anteil demnach nahezu stabil (21,1 Prozent).
Die Zahlen gehen aus ersten Ergebnissen des Mikrozensus hervor, für den nach Angaben des Bundesamts 47.444 Haushalte und 81.255 Menschen ab 16 Jahren über Einkommen und Lebensbedingungen befragt wurden. Den Statistikern zufolge hatten zuletzt rund 13,3 Millionen Menschen oder 16,1 Prozent der Bevölkerung ein Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze. Im Jahr zuvor waren es 15,5 Prozent.
Armut in Deutschland: Ab diesem Einkommen besteht Gefährdung
Als armutsgefährdet gilt nach Definition der Europäischen Union eine Person, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung hat. Bei Alleinlebenden lag diese Grenze bei netto 1446 Euro im Monat (2024: 1381 Euro). Für Haushalte mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren lag sie bei 3036 Euro (2024: 2900). Grundlage ist das Jahreseinkommen.
Überdurchschnittlich hohe Quoten bei der Armutsgefährdung gab es dem Bundesamt zufolge bei Haushalten von Alleinlebenden (30,9 Prozent) und bei Alleinerziehenden (28,7 Prozent). Arbeitslose hätten die höchste Armutsgefährdungsquote mit 64,9 Prozent. Aber auch andere Nichterwerbstätige (33,8 Prozent) oder Menschen im Ruhestand (19,1 Prozent) seien überdurchschnittlich betroffen.
Von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind nach einer Definition der EU Menschen, auf die mindestens eine von drei Bedingungen zutrifft. Dies ist gegeben, wenn das Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze liegt, ein Haushalt von erheblicher materieller und sozialer Entbehrung betroffen ist oder die Person in einem Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung lebt. (dpa/mp)
Ein Skandal jagt den nächsten in Norwegen. In Oslo steht der älteste Sohn der Kronprinzessin seit Dienstag vor Gericht. Auch Mette-Marit sorgt für Schlagzeilen. Manche sehen schon die Monarchie am Ende.
Es ist Sommer 2022 – und Norwegens Königstochter Märtha Louise gibt ihre Verlobung mit einem selbst ernannten Wunderheiler bekannt. Damals ein Skandal. Heute dürfte sich Norwegens Königshaus nach solch vergleichsweise harmlosem Futter für die Klatschpresse zurücksehnen. Denn inzwischen haben es die Royals mit viel stärkerem Tobak zu tun: Kronprinzessin Mette-Marit soll sich in E-Mails mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein über Liebesdinge ausgetauscht haben. Und ab Dienstag steht ihr Sohn vor Gericht – unter anderem wegen Vergewaltigung, sexuellen Missbrauchs und Körperverletzung.
Anklage gegen Marius Borg Høiby, den Sohn von Mette-Marit
Ganze 38 Punkte umfasst die Anklage gegen Marius Borg Høiby – Mette-Marits Sohn aus einer früheren Beziehung, den Kronprinz Haakon als kleinen Jungen in die Familie aufgenommen haben soll wie sein eigenes Kind. „Lille Marius“ – kleiner Marius wurde der niedliche Junge mit den hellblonden Haaren damals genannt. „Es ist so eine traurige Geschichte. Er hatte alle Möglichkeiten, etwas aus seinem Leben zu machen“, sagt die Norwegerin Monika Skrundal, die in einer Einkaufsstraße in Oslo unterwegs ist. „Und er hat es komplett ruiniert.“
Als junger Erwachsener schlägt der Ziehsohn des künftigen Königs immer öfter über die Stränge. Im August 2024 rückt die Polizei zu einem Vorfall im Osloer Stadtteil Frogner an. In der Wohnung einer jungen Frau herrscht Chaos, Bilder zeigen einen Kronleuchter, der zersplittert am Boden liegt. Ein Messer, das in der Wand steckt. Unter Verdacht: Marius Borg Høiby. Er gibt später zu, unter Drogeneinfluss randaliert zu haben und gegenüber seiner damaligen Freundin gewalttätig geworden zu sein.
Vergewaltigungsvorwurf, Drogen, Kontaktverbot
Es ist der erste ernste Vorwurf von vielen. In der darauffolgenden Zeit sagen Ex-Freundinnen und andere Frauen über den heute 29-Jährigen aus. Mehrere werfen Marius Borg Høiby Sexualstraftaten nach dem norwegischen Vergewaltigungsparagrafen vor. Mit einer Frau soll der Norweger laut Anklage Geschlechtsverkehr gehabt haben, während sie schlief oder in einem Rausch war. Mehrere weitere soll er in ähnlichem Zustand sexuell berührt haben. Dazu soll Marius Borg Høiby gegen Kontaktverbote verstoßen haben, Drogen transportiert haben, mit dem Motorrad gerast und ohne Führerschein gefahren sein.
Viele Norweger sind entsetzt darüber, dass der Sohn der Kronprinzessin so tief fallen konnte. „Es ist schockierend, dass er damit einfach immer weiter machen konnte: seine Freundinnen zu verletzen, Kokain zu nehmen, zu trinken und ein Jetset-Leben zu führen“, sagt die 61 Jahre alte Kirsti Nordvik Krohn aus Oslo.
Schock vor Gerichtsprozess: erneute Festnahme in Norwegen
Aus seiner Vergangenheit scheint Marius Borg Høiby nicht viel gelernt zu haben: Kurz vor Prozessbeginn nahm ihn die Osloer Polizei erneut fest. Er steht unter Verdacht, mit einem Messer gedroht und gegen ein Kontaktverbot verstoßen zu haben. Wegen Wiederholungsgefahr muss der Sohn der Kronprinzessin die nächsten vier Wochen in Untersuchungshaft verbringen.
Am Mittwoch soll der 29-Jährige seine Aussage vor Gericht machen – vorher kommen mutmaßliche Opfer zu Wort. Auf die Unterstützung seiner engsten Familie kann Marius Borg Høiby zumindest im Gerichtssaal nicht zählen: Mette-Marit will zum Start des Prozesses privat verreisen, auch Kronprinz Haakon hat andere Termine – so haben es die beiden angekündigt. Ohnehin hat das Kronprinzenpaar gerade noch ganz andere Sorgen, seit Mette-Marits Name Hunderte Male in den Akten zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein aufgetaucht ist. Mit Epstein soll sie über Jahre privaten Mail-Kontakt gehabt haben. Viele Norweger schockiert das sogar noch mehr. „Überlebt die Monarchie das?“ titelt eine norwegische Zeitung.
„Überlebt die Monarchie das?“
„Das Problem ist, dass das alles zeitlich zusammenfällt“, sagt der norwegische Königshaus-Experte Ole-Jørgen Schulsrud-Hansen. Bislang habe man die Vorwürfe gegen Marius Borg Høiby, der zwar zur Familie, aber nicht zum Königshaus gehört, getrennt betrachten können. „Aber jetzt, wo alles gleichzeitig ans Licht kommt, geht das nicht mehr.“
Für manche Norweger hat sich das Bild der Royals durch die vielen zeitgleichen Skandale komplett gewandelt. „Ich mochte die königliche Familie immer“, sagt Kirsti Nordvik Krohn. „Aber das hier könnte das Ende unserer Königsfamilie, das Ende der Monarchie in Norwegen sein.“ (dpa/mp)
Werder Bremens Suche nach einem Nachfolger von Horst Steffen gestaltet sich offenbar schwierig. Laut der Bild-Zeitung und dem Portal „Deichstube“ hat Bo Svensson den Hanseaten eine Absage erteilt – der Däne galt zuletzt als heißer Kandidat auf den Cheftrainerposten der Grün-Weißen.
Auch sein Landsmann Bo Henriksen, der wie Svensson zeitweise erfolgreich in Mainz arbeitete und im Dezember freigestellt wurde, galt als mögliche Option.
Trainersuche bei Werder Bremen: Henriksen und Svensson aus dem Rennen
Allerdings sollen die Rheinhessen den 50-Jährigen Berichten zufolge nur äußerst ungern zu einem direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg ziehen lassen und entsprechend eine Ablöse verlangen. Bremen soll demnach Abstand von der Personalie genommen haben.
Derzeit bereiten die bisherigen Co-Trainer Raphael Duarte und Christian Groß die Mannschaft auf die Partie beim SC Freiburg am Samstag (15.30 Uhr/Sky) vor. Nach dem 1:1 (0:0) gegen Borussia Mönchengladbach und dem zehnten Spiel in Serie ohne Sieg hatten die Verantwortlichen die Trennung von Steffen am Sonntag vollzogen. (kk/sid)
Es ist eine in dieser Saison gern genommene Abwechslung. Während der FC St. Pauli in der Liga in Form des Klassenverbleibs viel zu verlieren hat, gibt es im DFB-Pokal-Wettbewerb nur zu gewinnen für die Braun-Weißen. Das war in den vergangenen beiden Runden so und ist am Dienstag (20.45 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) nicht anders. Entsprechend wenig Druck lastet auf den Schultern der gepeinigten Protagonisten.
Bayer Leverkusen. Und das auch noch auswärts. Es war nicht wirklich nett von der allseits beliebten Trainer-Ikone Friedhelm Funkel, was er sich da bei der Auslosung des Viertelfinals für die Hamburger ausgedacht hatte. Aber jammern hilft nichts, und die Ereignisse der vorherigen Cup-Partien geben St. Pauli durchaus Zuversicht mit auf den Weg.
St. Pauli überraschte zuletzt auch in Gladbach
„Natürlich“, schoss es aus Jackson Irvine heraus, als er direkt nach dem 1:2 von Augsburg gefragt wurde, ob er seiner Mannschaft ein Sieg in Leverkusen zutraue. „Das ist die Magie des Pokals. Ich bin mir sicher, als wir die acht, neun Niederlagen in Folge hatten und nach Gladbach gefahren sind, hat uns das auch niemand zugetraut.“ Tatsächlich hätte sich Anfang Dezember niemand über ein Aus bei der Borussia gewundert, doch wie schon in der zweiten Runde beim Elfer-Drama gegen Hoffenheim bewies St. Pauli Charakter und siegte mit 2:1.
Warum also nicht ein drittes Mal? „Ich weiß, dass wir, wenn wir auf unserem höchsten Level spielen, Probleme für alle Teams verursachen können“, ergänzte Irvine. „So kann es für uns auch am Dienstag sein.“ Auch wenn Bayer nach einer längeren Durststrecke zuletzt wieder die Kurve bekommen hat, in der Königsklasse gegen Villarreal und in der Liga auswärts in Frankfurt gewann.
Kiezklub-Coach Alex Blessin als Psychologe gefragt
St. Pauli hingegen geht einmal mehr mit einem Schlag ins Kontor ins Rennen nach dem bitteren Ding von Augsburg – und darf sich trotzdem davon nicht unterkriegen lassen. „Positiv zu sein, ist jetzt meine Aufgabe“, wusste Trainer Alexander Blessin schon kurz nach dem Schlusspfiff. „Und ab morgen gehen wir dann das nächste Thema an, und das ist Leverkusen. Da haben wir nicht den Druck, Punkte zu holen, sondern da wollen wir in die nächste Runde kommen und dann schauen wir mal, was da geht.“
Festnahmen wegen des Verdachts der versuchten Sabotage: Die Polizei hat in Hamburg und in Griechenland zwei Männer festgenommen, denen versuchte Zerstörungen an einem für die deutsche Marine vorgesehenen Schiff vorgeworfen werden. Bei den Verdächtigen handelt es sich um einen 37-jährigen Rumänen und einen 54-jährigen Griechen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg mitteilte. Ausschlaggebend für die vollstreckten Haftbefehle sei eine versuchte Sabotagehandlung an der Korvette „Köln“ gewesen, sagte eine Sprecherin.
Die beiden Männer sollen im vergangenen Jahr während ihrer Tätigkeit im Hamburger Hafen an mehreren Korvetten Sabotagehandlungen vorgenommen haben. Die Schiffe lagen demnach auf einem Werftgelände und waren für die Marine bestimmt. Eine genaue Anzahl der betroffenen Schiffe nannte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft nicht. Die Hintergründe der mutmaßlichen Taten sind bislang unklar.
Erhebliche Schäden an Korvette befürchtet
Die Männer sollen, teils allein, teils gemeinschaftlich handelnd, über 20 Kilogramm Strahlkies in den Motorblock eines der Schiffe eingebracht, Frischwasserzuleitungen zerstochen, Tankdeckel von Treibstofftanks entfernt und Sicherungsschalter der Schiffselektronik deaktiviert haben.
Wären die jeweiligen Sabotagehandlungen unentdeckt geblieben, hätten sie zu erheblichen Schäden an den Schiffen oder jedenfalls zu deren verspätetem Auslaufen geführt und dadurch die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland und die Schlagkraft der Truppe gefährden können, hieß es weiter. Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel dauert laut Generalstaatsanwaltschaft an. Im Zuge der Ermittlungen wird auch die Frage möglicher Auftraggeber der Beschuldigten geprüft.
Den Angaben nach wurden auch Wohnungen der Beschuldigten in Hamburg, Rumänien und Griechenland durchsucht. Neben der europäischen Justizbehörde Eurojust in Den Haag waren demnach das Landeskriminalamt Hamburg sowie griechische und rumänische Strafverfolgungsbehörden beteiligt.
Geheimdienste warnen vor Aktivitäten Russlands
Zu den Hintergründen der Tat wurden zunächst keine Angaben gemacht. Nachrichtendienste warnten zuletzt aber erneut vor Spionage und Sabotage aus Russland. Diese sei „so präsent wie nie“, stellte der Militärgeheimdienst MAD im Dezember in seinem Jahresbericht fest. Die Bundeswehr sei dabei unter den am stärksten gefährdeten Institutionen Deutschlands.
Erst Ende Januar wurden die Gesetze gegen sogenannte Wegwerf-Agenten, die Sabotageaktionen für ausländische Mächte durchführen, verschärft. Sie müssen in Deutschland mit härteren Strafen rechnen. Als „Wegwerf-Agenten“ werden Handlanger ohne nachrichtendienstliche Ausbildung verstanden, die etwa über soziale Medien angeworben werden und für ein Handgeld gezielte Schäden anrichten.
Geschehnisse auf Korvette „Emden“ Gegenstand der Ermittlungen
Der Inspekteur der Marine, Jan Christian Kaack, hatte im Februar vergangenen Jahres berichtet, Saboteure hätten in mehr als einem Fall gezielte Schäden an Kriegsschiffen in Deutschland angerichtet. Es gebe „auf mehr als einer Einheit Zerstörung, also Sabotage“, sagte der Vizeadmiral bei den „Navy Talks“ in Berlin. In den Werften seien darauf entsprechende Maßnahmen getroffen worden. WDR, NDR und „Süddeutsche Zeitung“ hatten damals berichtet, die Korvette „Emden“, die von der Hamburger Werft Blohm+Voss gebaut, aber zunächst nicht an die Marine ausgeliefert worden war, sei ein Sabotage-Ziel gewesen.
Dem Bericht zufolge soll im Januar 2025 bei einer Kontrolle entdeckt worden sein, dass mehrere Kilogramm Metallspäne in den Antrieb des Kriegsschiffs gekippt wurden. Unentdeckt hätte dies zu erheblichen Schäden geführt. Eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft sagte der dpa, die Geschehnisse auf der «Emden» seien Gegenstand der Ermittlungen.
Polizeiliche Maßnahme am Dienstag
Blohm + Voss ist Teil der Militärsparte NVL der Bremer Werftengruppe Lürssen. NVL bestätigte eine abgestimmte polizeiliche Maßnahme durch das Landeskriminalamt am Dienstagmorgen und kündigte eine enge Kooperation mit den verantwortlichen Behörden an. Das Sicherheitskonzept siehe unter anderem strenge Personenkontrollen beim Zutritt zum Werftgelände vor. „Über ein elektronisches Zutrittssystem wissen wir sehr genau, wer sich wann zu welchem Zweck auf einem Schiff befindet“, teilte ein Sprecher mit.
Die „Köln“ und die „Emden“ gehören zu fünf neuen Korvetten der Klasse 130, die die Bundeswehr 2017 für etwa zwei Milliarden Euro in Auftrag gegeben hatte. Fünf K130-Korvetten hatte die Marine bereits zwischen 2008 und 2013 in Dienst gestellt. Die Schiffe sind 89 Meter lang. Korvetten sind kleiner und wendiger als Fregatten und vor allem für den Einsatz in sogenannten Randmeeren und Küstengewässern geeignet – also etwa in der Ostsee. In Hohe Düne in Rostock ist das 1. Korvettengeschwader beheimatet.
Trinkwassersystem in Korvette verunreinigt
Zuvor machten auch zwei andere Vorfälle Schlagzeilen. So prüften Behörden einen möglichen Sabotagefall gegen ein Kriegsschiff der Marine. Im Marinearsenal Wilhelmshaven sei ein „möglicher sicherheitsrelevanter Vorfall“ festgestellt worden, teilte ein Sprecher des Operativen Führungskommandos in Berlin dazu auf Anfrage im Februar vergangenen Jahres mit.
Nach dpa-Informationen hatten Soldaten die Militärpolizei („Feldjäger“) und die zivile Polizei eingeschaltet, nachdem im Spülsystem des Saugwagens eines zivilen Auftragnehmers etwa 50 Liter Altöl bemerkt wurden und es eine Funktionsstörung gab. Ermittelt wurde zudem in einem weiteren Fall, in dem an einem Minenjagdboot Kabelbäume durchtrennt wurden. (dpa)
Es ist ein seltenes Naturschauspiel, das sich derzeit auf der Elbe bei Hamburg abspielt. Dicke Eisschollen stapeln sich in Lauenburg und Geesthacht am Ufer und sorgen für eine märchenhafte Winterlandschaft, wie sie der Norden in den vergangenen Jahren nur selten erlebt hat.Doch das hat auch unerwünschte Folgen: Im Hamburger Hafen kommt es zu Einschränkungen im Fährverkehr.
Der Grund dafür: Der Dauerfrost der vergangenen Tage und Wochen hat das Wasser der Elbe gefrieren lassen. Eisbrechern versuchen, Fahrrinnen für die Schifffahrt auf der Elbe freizuhalten, zuletzt wenig erfolgreich. Das gebrochene Eis wiederum lagert sich am Ufer ab und türmt sich mittlerweile geradezu auf.
Das sorgt vor dem Hintergrund der historischen Lauenburger Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und dem Turm der denkmalgeschützten Maria-Magdalenen-Kirche mittlerweile für einen atemberaubenden Anblick, den Schaulustige insbesondere vom gegenüberliegenden Elbufer bei Hohnstorf genießen.
Eis auf der Elbe bereitet Fähren im Hamburger Hafen Probleme
Doch des einen Freud ist des anderen Leid: Das Eis auf der Elbe behindert den Fährverkehr im Hamburger Hafen. Wegen der aufgestauten Eisschollen vor der Schleuse und dem Sperrwerk in Geesthacht kommt in Hamburg weniger Wasser an. „Das Eis verstopft da quasi alles“, sagte der Schiffsführer der Hadag-Fähre „Reeperbahn“, Fabian Klähn.
Das Wasser im Hafen sei ungefähr zwei Meter niedriger als üblich. „Dadurch können wir bei Niedrigwasser einige Anleger nicht bedienen“, sagte Klähn. Als Beispiele nannte er die Anleger Steinwerder auf der südlichen Elbseite und die Ernst-August-Schleuse im Hafen.
Hafenfähren: Maschinen beim Anlegen gefordert
Auch das Anlegen sei schwierig, wenn die Strömung das Eis zwischen Ponton und Schiff drücke. Um die Schollen wegzuschieben, müsse die Fähre dann mehrfach vor- und zurücksetzen, erklärte der Schiffsführer. Die Folge seien Verspätungen. Es könne auch passieren, dass man selbst mit der ganzen Maschinenleistung nicht anlegen könne.
Bei Eisgang im Hamburger Hafen: „Es vibriert alles“
Während der Fahrt stoßen die Eisschollen gegen das Schiff, was nach den Worten des Kapitäns aber keine Probleme bereitet: „Wir kommen noch gut durch, wir sind nicht auf Eisbrecher angewiesen, zum Glück.“
Klähn fügte jedoch hinzu: „Es vibriert alles mehr, du kriegst es mehr mit, dass du gefühlt die ganze Zeit irgendwo gegenfährst.“ Der Fähre bereite das jedoch keine Probleme. Allerdings müssten die Schiffe nach der Eisperiode neu lackiert werden. (dpa/mp)
Zweitliga-Spitzenreiter Schalke 04 hat nach dem geplatzten Transfer von Stürmer Moussa Sylla sein Unverständnis über das Vorgehen des New York City FC zum Ausdruck gebracht.
Der Klub aus der Major League Soccer (MLS) habe den bereits vollständig ausgehandelten Deal „aus nicht nachvollziehbaren Gründen“ nachverhandeln wollen und dabei „unverhältnismäßige Parameter“ gesetzt, hieß es in einem Statement der Schalker. Dem Vernehmen nach sollten die Königsblauen eine Ablöse von bis zu sieben Millionen Euro kassieren.
„Wir sind irritiert über das Verhalten von New York City FC. Die Verträge waren nicht nur ausgehandelt, sondern bereits unterschrieben“, sagte Sportvorstand Frank Baumann: „Nun einen nicht bestandenen Medizincheck vorzuschieben und damit eine Klausel im Vertrag zu aktivieren, ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar – denn Moussa ist gesund und spielfit.“ Sylla könne „ohne Weiteres noch ein Jahrzehnt als Profi-Fußballer unterwegs sein“, fügte Baumann an.
Plötzlich sollte Sylla nur noch ausgeliehen werden
Statt einer festen Verpflichtung war am Sonntag laut Angaben der Gelsenkirchener nur noch von einer Leihe mit Optionen die Rede gewesen sein. Dies sei für S04 nicht akzeptabel.
Man wolle nun den gesamten Vorgang intern prüfen und mögliche nächste Schritte bewerten. Sylla wird unterdessen vor der Partie gegen Dynamo Dresden am Samstag (13 Uhr/Sky) ins Teamtraining zurückkehren und für Coach Miron Muslic wieder eine Option sein. „I’m coming home“, verkündete der 26-Jährige, der noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2026 hat, bei Instagram. (sid/vb)
Aufregung mitten in der Nacht: Mehr als 100 Dorfbewohner mussten in Nordwestmecklenburg bei Eiseskälte aus ihren Häusern. Grund waren ein Brand und Munition in einem Nachbarhaus.
Wegen des Brandes auf einem Grundstück, auf dem auch Munition gelagert wurde, mussten Einwohner in Pokrent nachts zeitweise ihre Häuser verlassen. Nach Angaben des Landkreises Nordwestmecklenburg war in der Nacht zu Dienstag eine Scheune in Brand geraten. In einem benachbarten Wohnhaus lagerte demnach der dort wohnende Sportschütze eine größere Menge Munition. Nach Aussage einer Sprecherin der Polizeiinspektion Wismar bewegte sich die Menge im oberen zweistelligen Kilobereich.
Laut Landkreis betrug der Evakuierungsradius 1000 Meter. Auch ein Betreuungszug des Katastrophenschutzes war im Einsatz. Nach Polizeiangaben wurden 113 Anwohner bei frostigen Temperaturen evakuiert. Die Sporthalle im benachbarten Lützow stand demnach als Aufenthaltsort zur Verfügung.
Feuer in Pokrent: Nicht nur Munition gefunden – auch Gasflaschen in einer Scheune
Neben der Munition und den Minusgraden erschwerten laut Landkreis auch Gasflaschen in der Scheune den Einsatz. Die Feuerwehr habe diese aus der Scheune geholt. Bis zum Morgen konnte die Scheune größtenteils gelöscht werden. Ein Übergreifen auf das Wohnhaus wurde verhindert. Auch die evakuierten Anwohner konnten in ihre Häuser zurückkehren.
Laut Polizei waren bis zu 130 Einsatzkräfte im Einsatz. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen. Die Ortsdurchfahrt Pokrent war wegen der Löscharbeiten auch am Vormittag noch voll gesperrt.
Landrat Tino Schomann (CDU) und der Schweriner Innenminister Christian Pegel (SPD) dankten den Einsatzkräften. Pegel betonte auch das verständnisvolle, ruhige und kooperative Verhalten der betroffenen Anwohner. (dpa/mp)
Zwei Fliegen mit einer Klappe schlug der HSV durch Immanuel Pherais Abgang nach Elversberg. Am Montag verliehen die Hamburger den Mittelfeldmann an den saarländischen Zweitligisten, im Gegenzug kam Otto Stange vorzeitig von der SVE zurück in den Volkspark. Ein Wechselspiel, das erstmal nur Gewinner hat – außer den 1.FC Nürnberg. Entsprechend maulig reagieren sie nun bei den Franken.
Tagelang schien zwischen Pherai und Nürnberg alles in trockenen Tüchern zu sein, nur die Freigabe des HSV fehlte noch. Am Sonntag dann aber folgte die große Kehrtwende. Um die Leihe des mit seiner Situation unzufriedenen Stange aufzulösen, kam der HSV mit Elversberg auch in Sachen Pherai ins Geschäft. Nürnberg war plötzlich raus, nun spielt Pherai bis zum Ende der Saison bei der SVE, anschließend besitzt der Aufstiegsaspirant eine Kaufoption in Höhe von 1,5 Millionen Euro.
FCN-Trainer Klose wollte Pherai vom HSV loseisen
Das finden sie in Nürnberg erwartungsgemäß nicht so richtig toll. Als Trainer Miro Klose am Montag zu den Aktivitäten rund um den letzten Tag der Winter-Transferperiode Stellung bezog, waren ihm Frust und Ärger anzumerken. „Natürlich hätten wir noch gerne Qualität dazugewonnen, vor allem mit dem Spieler“, sagte der Weltmeister von 2014 in Richtung des geplatzten Pherai-Wechsels. „Wie das dann auch immer passiert ist, weiß ich nicht, ich bin auch der falsche Ansprechpartner.“
Doch auch FCN-Sportvorstand Joti Chatzialexiou soll ob der späten Entwicklung und Absage im Fall Pherai entsprechend bedient sein, zumal sich am Montag keine Einigung mit einem anderen Offensivspieler ergab.
Ein guter Wechsel für Pherai („Für mich gilt es in erster Linie darum, dass ich wieder regelmäßig Spielminuten sammeln kann“). Elversberg belegt aktuell einen Aufstiegsplatz (Rang zwei), der FCN hat realistisch betrachtet bei zwölf Punkten Rückstand keine Chance mehr, in das Rennen einzugreifen. Zudem bewies der saarländische Verein in den vergangenen Jahren mehrfach, wie gut sich talentierte Spieler dort entwickeln können. Nick Woltemade (jetzt Newcastle), Paul Wanner (Eindhoven) und Younes Ebnoutalib (wechselte im Winter gerade für acht Millionen Euro nach Frankfurt) zeigten, welche Schritte in der kleinen 13.000-Einwohner-Gemeinde möglich sind.
Zum Start wurde es für Pherai erstmal gemütlich. Der ebenfalls vom HSV geliehene Lukasz Poreba lud seinen alten und neuen Kollegen zum Essen ein und erzählte ihm alles über den nun wieder gemeinsamen Verein.
Kurzfristig geht es für Pherai darum, sich bei der SVE zu etablieren und für die WM-Ausscheidungsspiele mit Suriname zu empfehlen. Ende März steht das Halbfinale in Bolivien an, in einem möglichen Finale ginge es dann gegen Neukaledonien oder Jamaika. Ab Sommer dann will der Mittelfeldmann wieder in der Bundesliga spielen – mit Elversberg oder dem HSV.