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Kultur von Rechts

04. Juni 2026 um 13:03

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(Ed Piper) Man stelle sich vor: Ein international gefeierter Musiker, Träger von fünf ECHO-Klassik-Preisen, über 3000 Konzerte in 65 Ländern, wird Ehrenprofessor an einer der angesehensten Musikakademien der Welt – und sitzt seit 2021 für die AfD im Bundestag. Das ist nicht die Ouvertüre einer absurden Oper. Das ist der Lebenslauf von Matthias Moosdorf. Sein […]

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Weniger Experten wagen

31. Mai 2026 um 06:00

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Während sich moderne Gesellschaften immer stärker auf Experten, akademische Diskurse und technokratische Eliten stützen, wächst zugleich das Gefühl, dass genau diese Milieus den Kontakt zur gesellschaftlichen Realität verlieren. Edmund Piper geht der provokanten Frage nach, ob Menschen außerhalb privilegierter Bildungsräume soziale Entwicklungen mitunter klarer erkennen als jene, die sich als intellektuelle Deutungselite verstehen — und […]

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Webinar: Nach den US-Mittelstreckenwaffen ist vor den deutschen Mittelstreckenwaffen

19. Mai 2026 um 13:38

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Die Erleichterung über die Absage der US-Regierung, in Deutschland Mittelstreckenwaffen aufzustellen, die als Erstschlags- und Enthauptungsschlagwaffen gegen Russland die Spannungen in Europa erhöht hätten, und Deutschland zum Zielobjekt von russischen Präventivangriffen gemacht hätten, währte nicht lang. Zu schrill und zu engagiert meldeten sich jene zu Wort, die angebliche deutsche Fähigkeitslücken erspähen und der deutschen Aufrüstung eines wesentlichen Elements entzogen sehen. Was hat es mit den Fähigkeitslücken auf sich, von welchen Mittestreckenwaffen ist die Rede und welchen Stellenwert haben sie in der deutschen Aufrüstungsplanung gegen Russland?
 
Dazu bieten wir ein Webinar an.

Am Donnerstag, den 11. Juni 2026, 19:00 Uhr

Nach den US-Mittelstreckenwaffen ist vor den deutschen Mittelstreckenwaffen

Mit Lühr Henken, Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘

Um an der Veranstaltung teilzunehmen, müsst ihr euch anmelden. Unmittelbar danach wird euch ein individueller Zugangslink zugestellt, mit dem ihr euch am 11. Juni kurz vor 19 Uhr in die Veranstaltung einwählen könnt.

Anmelden für das Webinar am 11. Juni 2026
 


 
Zur Bewertung und Analyse der neuen Situation hat die Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘ zudem am 4. Mai 2026 eine Erklärung herausgegeben. Diese ist hier zu lesen:

Der deutsche Militarismus jubelt
 
 

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Der deutsche Militarismus jubelt!

03. Mai 2026 um 22:02

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Er nutzt die Absage, US-Mittelstreckenraketen in Deutschland zu stationieren, dazu, die Hochrüstung und Anschaffung von Angriffswaffen für die Bundeswehr und die Militarisierung der Gesellschaft zu forcieren

 
Die Initiative „Nie wieder Krieg – die Waffen nieder“ begrüßt es sehr, dass die US-Regierung auf die Stationierung weitreichender Mittelstreckenwaffen in Deutschland verzichten will. Als Initiatorinnen und Initiatoren des „Berliner Appell“, der genau dies fordert und unter den bundesweit seit seiner Präsentation am 3.10.2024 ca. 100.000 Unterschriften gesammelt wurden, sind wir darüber erleichtert. Denn durch die Bekanntgabe der Entscheidung der US-Regierung, Waffen in Deutschland nicht aufzustellen, mit denen sie das russische Hinterland mit präzisen Erstschlagwaffen treffen und die Hyperschallwaffe Dark Eagle als Enthauptungsschlagwaffe einsetzen können, wird die Spannung gegenüber Russland nicht noch weiter erhöht. Damit reduziert sich auch die Gefahr von russischen Präventiv- oder Gegenschlägen auf Deutschland gewaltig.

Umso mehr empört es uns, dass an der bundesdeutschen Aufrüstung interessierte Kreise nach dieser Ankündigung der US-Regierung dafür plädieren, die hierzulande seit langem gehegten Ambitionen, in eigener Regie Mittelstreckenwaffen in Deutschland zu stationieren, um russisches Hinterland ins Visier zu nehmen, zu beschleunigen. Das betrifft die bisherige Planung, ab 2029 in den USA für die Bundeswehr 400 Marschflugkörper des Typs Tomahawk (Reichweite 1.600 km) zu kaufen, um sie von deutschen Territorium oder von Fregatten aus gegen gehärtete Ziele im russischen Hinterland abzufeuern, sowie das Vorhaben, eine europäische Mittelstreckenwaffe (ELSA, Reichweite über 2.000 km) zu entwickeln.

Wenn das damit begründet wird, dadurch eine angebliche Fähigkeitslücke bei land- und seebasierten Mittelstreckenwaffen gegenüber Russland auszugleichen, wird außer Acht gelassen, dass das gesamte Kräfteverhältnis zwischen Russland und der NATO in Rechnung gestellt werden muss. Allein die europäischen NATO-Staaten – ohne die USA – verfügen über mehr als doppelt so viele Kampfpanzer und Kampfflugzeuge wie Russland und schicken sich an, ihre Militärhaushalte drastisch zu erhöhen, während Russland seine Militärausgaben in diesem Jahr senken will. Wir erinnern daran, dass zum Einmaleins der erfolgreichen Kriegsführung gehört, dass die angreifende Seite über eine dreifache Überlegenheit verfügen muss, wenn sie im Krieg siegen will. Davon ist Russland sehr weit entfernt und eine Absicht, diese Überlegenheit erreichen zu wollen, ist nicht erkennbar.

Wir begrüßen es ebenso, dass die USA Truppenkontingente aus Deutschland abziehen wollen, wenden uns aber dagegen, dass dies dazu benutzt wird, die beispiellose deutsche Aufrüstung noch zu beschleunigen. Wir lehnen das Vorhaben der neuen deutschen Militärstrategie ab, wonach Deutschland zur Führungsnation der NATO in Europa und die Bundeswehr zur stärksten konventionellen Armee in Europa wird. Denn nach wie vor ist es die durch Grundgesetz und 2plus4 Vertrag festgelegte Aufgabe der Bundeswehr, eine Verteidigungsarmee zu sein. Weder Europa noch wir brauchen eine neue deutsche Militärmacht.

Wir fordern:

  • Keine Mittelstreckenwaffen auf deutschem Boden!
  • die Abrüstung der Bundeswehr, wodurch die Wehrpflicht hinfällig ist und der Sozialbbau verhindert wird
  • den diplomatischen Einsatz der Bundesregierung zur Beendigung des Ukrainekriegs mit dem Ziel, eine stabile europäische Friedensordnung zu erzielen, die gleiche Sicherheit für alle Seiten gewährleistet.

Es ist an der Zeit, widerständig zu werden!
Beteiligt euch an den Demonstrationen am 3. Oktober in Berlin und Stuttgart!

Wir brauchen Friedensfähigkeit statt Kriegstüchtigkeit!

Initiative „Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder“

Yusuf As, Wiebke Diehl, Julian Eder, Ulrike Eifler, Andreas Grünwald, Joachim Guilliard, Rita-Sybille Heinrich, Lühr Henken, Andrea Hornung, Jutta Kausch-Henken, Ralf Krämer

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Erneutes Vortragsangebot über zwei Emder Renaissancehäuser zwischen Abrissbirne und Denkmalschutz


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Nachdem der Vortrag im Januar leider ausfallen musste, widmet sich Aiko Schmidt M.A. am 20. April 2026 nochmals der Geschichte der beiden im 16. Jahrhundert errichteten Bürgerhäuser in der Pelzerstraße in Emden Im Rahmen der gemeinsamen Veranstaltungsreihe „Landeskundliche Vorträge zur Geschichte Ostfrieslands“ laden die Landschaftsbibliothek und das Niedersächsische Landesarchiv – Abteilung Aurich zum letzten Vortrag in der Vortragssaison 2025/26 ein. Im Mittelpunkt steht die Erhaltung der Renaissancehäuser in der Pelzerstraße in Emden im 20. Jahrhundert. Die Emder Altstadt fiel im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig …

„Erneutes Vortragsangebot über zwei Emder Renaissancehäuser zwischen Abrissbirne und Denkmalschutz“ weiterlesen

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Demonstrationen in Wiesbaden und Grafenwöhr am 30. Mai

18. Mai 2026 um 15:35

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„Die Pläne der USA, Mittelstreckenraketen in Deutschland aufzustellen, sind vorerst vom Tisch. Doch es gibt weiterhin genug Gründe, um gegen den Rüstungsrausch der Regierenden zu protestieren! Einerseits soll Deutschland kriegstüchtig werden, die Bundeswehr soll zur stärksten konventionellen Armee Europas ausgebaut werden. Andererseits nutzen die USA ihre Basen in Deutschland zur Durchführung ihrer brutalen Kriege. Dagegen gehen wir am 30. Mai auf die Straße – um 12.30 Uhr am Hauptbahnhof in Wiesbaden und um 13 Uhr im Stadtpark in Grafenwöhr.“

Julian Eder (Schulstreik gegen Wehrpflicht / ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘)
 


 

Die Auftaktkundgebung in Wiesbaden …

 
beginnt um 12:30 Uhr am Hauptbahnhof Wiesbaden. Es sprechen u.a. Angelika Wilmen (IPPNW), Julian Eder und Benjamin Bickert (Schülerstreiks gegen Wehrpflicht). Moderation: Manon Tuckfeld und Jan Menning (Wiesbadener Bündnis gegen Raketenstationierung). Anschließend gibt es eine Demonstration.
 

Die Schlusskundgebung für Wiesbaden …

 
findet um 14:30 Uhr am Kranzplatz statt. Dort sind Redebeiträge von Michael von der Schulenburg (Diplomat und EU-Parlamentarier BSW), Ann Wright (US-Friedensaktivistin), Wolfgang Prawitz (Evangelische Kirche Hessen), Desiree Becker (Die Linke Hessen und ver.di) sowie von Lothar Binding (SPD) vorgesehen. Die Moderation erfolgt durch Beate Körsgen (Versöhnungsbund Mainz).
 

Für Grafenwöhr ist eine Friedenskundgebung vorgesehen.

 
Diese beginnt um 13 Uhr am Stadtpark Grafenwöhr. Dort sind Redebeiträge und ein kulturelles Rahmenprogramm vorgesehen. Beteiligt sind unter anderem Aaron Valent (MdB Linke), Dr. Elisabeth Heyn (IPPNW Regionalgruppe Nürnberg-Fürth-Erlangen), Wolfgang Berndt (DGB Amberg-Sulzbach), Willi Rester (DFG-VK Oberpfalz), Marian Janka (GEW) und von Luis Meier (Linkswerk). Die Leitung und Moderation erfolgt durch Rene Liebermann und Ben Weiskirchen. Lieder wird Manfred Preisch beitragen.
 

Nähere aktuelle Infos

 
Weitere aktuelle Infos zum Verlauf der Aktionen gibt es hier:

Aktuelle Infos für Wiesbaden

Aktuelle Infos für Grafenwöhr
 


 
Zur Einschätzung der neu gegebenen Situation hat die Initiative ‚Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder‘ am 4. Mai 2026 eine Erklärung herausgegeben. Diese findet ihr hier:

Der deutsche Militarismus jubelt

Ebenfalls findet dazu am 11. Juni das nachfolgende Webinar statt:

Webinar: Nach den US-Mittelstreckenwaffen ist vor den deutschen Mittelstreckenwaffen
 


 

Hier der alte Bündnisaufruf vom März 2026:

 
Keine Mittelstreckenwaffen, nirgends! Keine „Dark Eagle“ und „Tomahawk“ in Grafenwöhr, Befehlskommando in Wiesbaden auflösen!

Im Jahr 2024 vereinbarte (ohne jegliche parlamentarische oder gesellschaftliche Debatte) die deutsche mit der US-amerikanischen Regierung die Rückkehr von US-Mittelstreckenwaffen auf deutschem Boden. Nach über 35 Jahren, in denen diese gefährlichen Waffen aus Europa verbannt waren, soll 2026 ihre Stationierung beginnen, voraussichtlich auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr in der bayrischen Oberpfalz. Die Steuerung erfolgt über den Militärstandort Wiesbaden und eine Kommandozentrale im Stadtteil Mainz-Kastel. Über den Einsatz entscheidet der US-Präsident – also derzeit der unberechenbare Donald Trump. Welche Folgen das haben kann, zeigt die Reaktion des Iran auf die US-Bombardierungen: Alle US-Militärbasen in den umliegenden Ländern sind zu Angriffszielen geworden. Wir wollen nicht, dass so etwas auch in Wiesbaden und Grafenwöhr geschieht!

Mittelstreckenwaffen sind Angriffswaffen und erhöhen die Kriegsgefahr. Die Hyperschallrakete „Dark Eagle“ kann in ca. 10 Minuten Moskau treffen. Umgekehrt können genauso schnell russische „Oreshnik“-Raketen bei uns einschlagen. Es kann zu Fehlreaktionen kommen, denn bei einem Alarm bleibt keine Zeit für eine überlegte Entscheidung. Außerdem kann der Eindruck entstehen, selbst zuerst zuschlagen und Wiesbaden (als Ort der Kommandozentrale) und Grafenwöhr (als Ort der Stationierung) zerstören zu müssen. Auch wenn die Mittelstreckenwaffen nicht atomar bestückt werden, erhöhen sie die Gefahr einer Eskalation hin zum Atomkrieg.

Zusätzlich entwickelt die Bundesregierung im ELSA-Projekt mit anderen europäischen Staaten eigene Mittelstreckenwaffen und hat bei den USA weitreichende Tomahawk-Marschflugkörper und dafür geeignete Typhon-Startsysteme bestellt. Ein deutsch-britisches Startup hat vor Kurzem erstmals eine Hyperschallrakete getestet. Diese Aufrüstungsmaßnahmen verstärken die militärischen Spannungen und führen zu einem gefährlichen Wettrüsten.

Wir fordern:

  • Die Stationierung von US-amerikanischen Mittelstreckenwaffen in Deutschland zu unterbinden
  • Das US-Raketenbefehlskommando in Mainz-Kastel ersatzlos abzuziehen
  • Das Projekt zur Entwicklung eigener europäischer Mittelstreckenwaffen (ELSA) zu stoppen und keine eigenen Hyperschallraketen zu entwickeln
  • Keine Tomahawk-Marschflugkörper und Abschussrampen von den USA zu erwerben
  • Verhandlungen über Rüstungskontrolle zu führen, um ein multilaterales Folgeabkommen zum INF-Vertrag, der von 1988 bis 2019 Mittelstreckenraketen in Europa verboten hat, und dadurch auch einen Abzug russischer Mittelstreckenwaffen wie der „Oreshnik“ zu erreichen
  • Die allgemeine gesellschaftliche Militarisierung und die Reaktivierung des Kriegsdienstzwangs zu stoppen
  • Kriege und Konflikte diplomatisch statt militärisch zu lösen
  • Weltweit für eine sichere und friedliche Zukunft einzutreten und dabei auch mit den Staaten zusammenzuarbeiten, zu denen westliche Länder in machtpolitischer und/oder wirtschaftlicher Konkurrenz stehen

Wir richten unsere Forderungen an alle zuständigen Entscheidungsträger auf kommunaler, EU-, Landes- und Bundesebene. Wir rufen deshalb zu einer zeitgleichen Demonstration in Grafenwöhr und Wiesbaden am Samstag, den 30. Mai auf:

Treffpunkt in Grafenwöhr um 13:00 Uhr, Stadtpark, in Wiesbaden um 12:30 Uhr, Hauptbahnhof.

Wir stellen klar:

Rassismus, Antisemitismus, Faschismus und alle Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit lehnen wir ab. Deshalb gibt es keine Zusammenarbeit mit rechtsextremen und demokratiefeindlichen Kräften. Entsprechende Äußerungen oder das Zeigen einschlägiger Symbole haben auf unserer Kundgebung keinen Platz. Wir bitten auf Nationalfahnen und Parteifahnen zu verzichten. Willkommen sind Transparente, Fahnen und Schilder (auch mit Parteilogo), die Inhalt und Zielen der Demonstration entsprechen.

Hinweis: Um Dir den Flyer druckfähig herunterzuladen, klicke bitte auf das folgende Bild. Achtung: Der Download bezieht sich dann auf eine 5,6 MB-PDF-Datei.


 

Aufrufende Gruppen

 
Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF)
Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen | Bundesverband
DFG–VK | Bayern
Friedens- und Zukunftswerkstatt e.V.
Friedensfähig statt erstschlagfähig – Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen
Friedensforum Neumünster
Friedensglockengesellschaft Berlin e.V.
Friedensinitiative Nottuln
gewaltfrei grün e.V.
Heidelberger Friedensratschlag
Internationale Sozialistische Organisation | Wi
Kooperation für den Frieden
Marburger Bündnis „Nein zum Krieg!“
NaturFreunde Deutschland
Netzwerk Friedenskooperative
Initiative ‚Nie Wieder Krieg – Die Waffen nieder‘
Pressehütte Mutlangen
Ökosozialistische Initiative | Mz/Wi
Ohne Rüstung Leben
pax christi – Deutsche Sektion e.V.
Südwest-Vernetzung
Wiesbadener Bündnis gegen Raketenstationierung
Widerstandsgruppe | Mz/Wi

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Bundesvereinigung der VVN-BdA unterzeichnet den Berliner Appell

27. März 2026 um 15:13

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Die „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“, welche 1947 von überlebenden Widerstandskämpfer*innen und Verfolgten des Naziregimes aller politischen Richtungen gegründet wurde, hat auf ihrer Bundesausschusssitzung am 24./25.01. beschlossen, den Berliner Appell zu unterzeichnen.

Bereits mit dem Beschluss ihres Leitantrages „Unsere Aufgaben 2026“ des außerordentlichen Bundeskongresses im Oktober 2025 erklärten die Antifaschist*innen:

„Mit Entsetzen erleben wir eine Welt voll grausamer Kriege. Statt diplomatische Bemühungen zu intensivieren, werden Großmachtfantasien beflügelt, nutzt die Bundesregierung den Überfall auf die Ukraine für ein gigantisches Aufrüstungsprogramm der Bundeswehr zulasten aller Bürger*innen der BRD. Mit Zustimmung der Bundesregierung sollen ab 2026 erneut US-Erstschlagswaffen stationiert werden, was die Aufrüstung auf allen Seiten befördert, die Spannungen erhöht und Deutschland zur strategischen Zielscheibe macht.“

Auch zahlreiche Landes- und Kreisvereinigungen der VVN-BdA unterstützen den Berliner Appell gegen neue Mittelstreckenwaffen und für eine friedliche Welt.

(Nachricht eingegangen am 27.03.2026)

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Migration und Integration in Ostfriesland


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Am Tag der Archive fand unter dem Motto “Alte Heimat – neue Heimat” im Landschaftsforum der Ostfriesischen Landschaft ein Vortragsvormittag statt Ein Beitrag von Dr. Michael Hermann Für den 7. März 2026 lud das Niedersächsische Landesarchiv – Abteilung Aurich – in Kooperation mit der Ostfriesischen Landschaft zu einem Vortragsvormittag unter dem Titel „Alte Heimat – Neue Heimat“ ein. Die Veranstaltung fand im Landschaftsforum der Ostfriesischen Landschaft statt und war Teil des bundesweiten „Tags der Archive“, der 2026 zum dreizehnten Mal seit seiner Erstauflage im …

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“Ich hätte niemals gedacht, dass in ‘Klein-Ostfriesland’ solche unmenschlichen Taten begangen wurden”

17. März 2026 um 07:00

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Ein Projekttag der KGS Wiesmoor zum Gedenken und Erinnern in Kooperation mit der Abteilung Aurich des Niedersächsischen Landesarchivs Ein Gastbeitrag von Isabel Scheunert (Niedersächsisches Landesarchiv – Abteilung Aurich) Geschichtsunterricht in der Schule wird oftmals mit Klischees in Verbindung gebracht: Trockene Schulbücher vermitteln historische Grundkenntnisse von der Antike bis in die Moderne, große und komplizierte Zusammenhänge sollen sich anhand von zunächst oft unverständlichen Quellen erschließen und das Auswendiglernen von Zahlen und Daten darf zum Bestehen der kommenden Klausur ebenfalls nicht fehlen. Insbesondere die Zeit des …

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Krabbelgruppe in Wechold


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Es gibt wieder eine Krabbelgruppe in Wechold.

Wann: donnerstags von ca. 15:30 Uhr bis ca. 17:00 Uhr
Wo: Gemeindehaus in Wechold (Wechold 94)
Kontakt: fsb [AT] hoya-weser [PUNKT] de / fruehehilfen [AT] kreis-ni [PUNKT] de

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Neubeginn nach dem Krieg: Eheschließungen polnischer Displaced Persons im Lager Bad Essen 1945


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Auszug aus dem Heiratsregister von Bad Essen (NLA OS, Rep 492, Nr. 8004, 11/1945)

Bad Essen blieb im Zweiten Weltkrieg weitgehend von Zerstörungen verschont. Dennoch war der Ort unmittelbar von den Folgen des Kriegsendes betroffen. Wie in vielen Gemeinden der britischen Besatzungszone befanden sich hier nach 1945 zahlreiche sogenannte Displaced Persons (DPs) – Menschen, die sich infolge von Krieg, Verschleppung und Zivilzwang außerhalb ihrer Heimat befanden. Ein Teil von ihnen war polnischer Staatsangehörigkeit. Während der deutschen Besatzung wurden sie als Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter ins Deutsche Reich deportiert. Nach Kriegsende wurden sie in Sammelunterkünften untergebracht, die in den Quellen als „polnisches Lager“ bezeichnet werden.

Diese Lager dienten der Versorgung und Registrierung der Betroffenen sowie der Vorbereitung ihrer Rückführung oder Auswanderung. Viele Menschen kehrten jedoch nicht sofort in ihre Herkunftsregionen zurück. Unsichere politische Verhältnisse, zerstörte Infrastruktur und neue Grenzziehungen führten dazu, dass zahlreiche polnische Displaced Persons über längere Zeit vor Ort verblieben.

Ein Standesamtsregister aus Bad Essen, das kürzlich in das Niedersächsische Landesarchiv übernommen wurde, dokumentiert diese Situation auf eindrucksvolle Weise. In den Einträgen ab Herbst 1945 häufen sich Eheschließungen, bei denen als Wohnort der Verlobten „polnisches Lager“ angegeben ist. Trauzeugen stammen häufig ebenfalls aus dem Lagerumfeld und sind dem Standesamt als Dolmetscher dienlich. Mehrfach wird vermerkt, dass die Identität der Brautleute dem Standesbeamten „auf Grund [der] Aufgebotsverhandlung bekannt“ sei – ein Hinweis darauf, dass Ausweisdokumente oft fehlten und die Feststellung der Identitätsdaten auf Zeugenaussagen beruhte.

Die Herkunftsorte der Eheschließenden liegen überwiegend in den Regionen Posen, Schlesien und anderen Teilen Polens. Diese Angaben spiegeln die Herkunft vieler während des Krieges verschleppter Arbeitskräfte wider.

Auffällig ist zudem, dass in mehreren Fällen Kinder erst nachträglich anerkannt wurden. Solche Legitimationsvermerke deuten darauf hin, dass Beziehungen bereits vor der standesamtlichen Eheschließung bestanden. Die nachträgliche Anerkennung diente der rechtlichen Absicherung der Familienverhältnisse und war insbesondere für die staatsrechtliche Stellung der Kinder von Bedeutung.

Geburteneinträge aus späteren Jahren weisen darauf hin, dass polnische Displaced Persons teilweise über längere Zeit in Bad Essen verblieben sind. Dies entspricht der historischen Situation: Viele DPs warteten auf Rückkehrmöglichkeiten oder zögerten aufgrund politischer Veränderungen in ihren Herkunftsgebieten eine Rückkehr hinaus.

Die Einträge verdeutlichen zugleich den sozialen Kontrast der unmittelbaren Nachkriegszeit. Zwischen den zahlreichen Eheschließungen polnischer Lagerbewohner findet sich die Trauung eines Angehörigen des Adels. Diese Gleichzeitigkeit des Seins verweist auf die räumliche und administrative Nähe sehr unterschiedlicher sozialer Gruppen im lokalen Alltag.

Auch administrative Veränderungen lassen sich im Register ablesen. Unmittelbar nach Kriegsende erscheint in den Eheformulierungen zur Hoheitsgewalt „im Namen des Reiches“ der Zusatz „und der englischen Militärregierung“. Diese Ergänzung dokumentiert den Übergang der staatlichen Hoheitsgewalt auf die britische Besatzungsmacht und deren Einfluss auf standesamtliche Verfahren. Parallel dazu ist eine Veränderung der Handschrift und Schreibweise festzustellen, was auf personelle Wechsel im Standesamt hindeuten könnte.

Administrative Veränderungen lassen sich im Register u.a. an handschriftlichen Ergänzungen erkennen (NLA OS, Rep 492, Nr. 8004, 11/1945)

Mit dem fortschreitenden Abbau der DP-Lager und der Rückkehr beziehungsweise Auswanderung ihrer Bewohner verloren diese Einträge in den folgenden Jahren wieder an Bedeutung. Gleichwohl dokumentieren sie eine Phase des Übergangs, in der sich globale Ereignisse unmittelbar im lokalen Raum niederschlugen.

Das Standesamtsregister der Gemeinde Bad Essen macht damit sichtbar, wie Menschen nach Jahren des Zwangs, der Entwurzelung und der Unsicherheit begannen, familiäre Strukturen neu zu ordnen und rechtlich abzusichern. Hinter den nüchternen Verwaltungsvermerken stehen individuelle Lebensgeschichten von Verlust und Neubeginn. Zugleich spiegeln die Einträge den administrativen und gesellschaftlichen Wandel der frühen Nachkriegszeit wider.

Solche Quellen erinnern daran, dass Archive nicht nur amtliche Vorgänge dokumentieren, sondern auch Zeugnisse menschlicher Erfahrungen bewahren. Sie eröffnen Perspektiven auf Migration, Integration und das Wiederaufkeimen ziviler Strukturen nach Krieg und Gewalt – Themen von bleibender historischer und gesellschaftlicher Relevanz.

Am 08. März 2026 öffnet das Niedersächsische Landesarchiv Abteilung Osnabrück von 11 – 16 Uhr seine Türen auch außerhalb der Öffnungszeiten: Der Tag der Archive wird alle zwei Jahre vom Verband deutscher Archivarinnen und Archivare ausgerufen. Das diesjährige Motto lautet „Alte Heimat – neue Heimat“. Neben Vorträgen, Informationsständen und einem Büchertisch des Historischen Vereins wird bei Magazinführungen unter anderem auch das Heiratsregister aus Bad Essen zu sehen sein. Zum gemeinsamen Programm mit dem Diözesanarchiv Osnabrück gelangen Sie hier.

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Alte Heimat – neue Heimat

17. Februar 2026 um 07:00

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Im Rahmen des bundesweiten “Tags der Archive” widmet sich am 7. März 2026 ein Vortragsvormittag dem Thema “Migration in Ostfriesland” aus historischer und aktueller Perspektive Migration und Integration prägen Ostfriesland seit Jahrhunderten. Die Region war immer wieder Ziel von Menschen, die hier eine neue Heimat suchten – ob Glaubensflüchtlinge in der Frühen Neuzeit, Vertriebene nach 1945 oder Geflüchtete in jüngerer Zeit. Wie gestaltete sich das Ankommen? Welche Hürden gab es, welche Chancen wurden ergriffen? Mit diesen und weiteren Fragen befasst sich ein Vortragsvormittag anhand …

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Die Gouverneure von Lingen

01. Februar 2026 um 07:00

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Archivalie des Monats Februar 2026 (Stadtarchiv Lingen)

Im Achtzigjährigen Krieg, in dem die aufständischen Provinzen der Niederlande um ihre Unabhängigkeit von der spanischen Krone kämpften, war Lingen zeitweise Standort einer Garnison und befand sich unter dem militärischen Befehl eines Gouverneurs, auch Stadtkommandant genannt. Lingen stand zunächst auf spanischer Seite. Bereits 1586 beschwerte sich der Lingener Drost Ernst Mulert über die Belastung durch die einquartierten Soldaten. 1589/90 fielen berittene Soldaten aus Lingen im Kirchspiel Emsbüren ein. Friedrich van dem Berg, Statthalter und Generalkapitän von Overyssel, Friesland und Lingen, hatte die Lingener Festungswerke gut befestigt, und so blieb die Stadt 1590 von marodierenden niederländischen Truppen verschont. Die Verteidigung der Stadt unter seinem Kommando 1597 scheiterte jedoch, am 13. November hielt Moritz von Oranien Einzug in die Stadt und am 14. November verließen Gouverneur Friedrich van den Berg und seine Soldaten sie Richtung Salzbergen. Lingen stand damit unter dem Befehl des niederländischen Kommandanten Martin Cobbe.

Ansicht der Belagerung Lingens 1605 aus dem 1609 erschienenen Werk „Della guerre de Fiandra“ des Lingener Gouverneurs Pompeo Giustiniano. (StadtA LIN, Fotoserien, Nr. 712)

Gouverneur Cobbe war auch noch in Lingen, als der spanische Herrführer Spinola die Stadt 1605 unter Belagerung stellte. Auf die Verteidigung war die Stadt nur unzureichend vorbereitet und Cobbes Hauptleute hatten kaum Erfahrung. In Verhandlungen willigte Cobbe schließlich in die Übergabe der Stadt ein, wofür er sich später in einem Prozess rechtfertigen musste. Am 18. August verließ er mit 600 Mann die Stadt, und am 19. August zog die spanische Garnison ein.

Nun wurde Philipp von Croy, Graf von Solre und Baron von Sempy und Molembais (1562-1612), der neue Stadtkommandant. Glücklich war seine Zeit in Lingen nicht. Am 1. Mai 1607 gab er ein Bankett auf der Burg. Anlass war wohl sein 55. Geburtstag. Einer der Gäste vergas, beim Zubettgehen das Licht zu löschen, und so brach in der Nacht zum 2. Mai ein Feuer auf dem Burggelände aus. Schließlich entzündete sich auch das unter dem Haupthaus gelegene Pulvermagazin und explodierte. Ein Übergreifen der Flammen auf den Pulverturm konnte durch den umsichtigen Befehl des Grafen von Solre im letzten Moment verhindert werden. Zugleich aber behinderte er die Löscharbeiten, weil er als erstes sein Hab und Gut aus der Burg geholt haben wollte. Das Unglück forderte zahlreiche Tote und beschädigte zahlreiche Häuser der Stadt. Das Haupthaus der Burg, in dem Graf von Solre zusammen mit dem Drosten residierte, war unbewohnbar geworden, so dass er notdürftig mit seinem Gesinde in fünf Bürgerhäuser umziehen musste.

Spätestens 1608 wurde der Graf von Solre abgelöst durch Pompeo Giustiniano (Pompeius Justiniano) (1569-1615), einem Verwandten Spinolas, der sich nach der Explosion um die Wiederherstellung der Straßen kümmerte. Wegen zu zahlender Kontributionen zum Wiederaufbau der Festung stand er außerdem in Verhandlungen mit Oldenburg. Giustiniano stammte aus Korsika. Er hatte sich früh in spanische Dienste gestellt und bereits 1588 an der Belagerung von Bergen op Zoom teilgenommen. Da er im Krieg einen Arm verloren hatte und eine Prothese trug, erhielt er den Beinamen „Eisenarm“. 1605 kämpfte er an der Seite Spinolas. Ihm unterstand das dritte Regiment, aus dem fünf Kompagnien die Lingener Garnison verstärkten. Aufgrund seiner militärischen Erfahrung schrieb er das Buch „Della guerre de Fiandra 1601-1609“, das 1609 in Antwerpen veröffentlicht wurde. In dem Werk findet sich auch ein Grundriss der Festung Lingen, der entsprechende Detailkenntnis zeigt.

Der „Gouverneurs Hoff“ auf einer um 1609/32 erstellten Karte vom Lingener Umland. Die Karte ist nach Südosten ausgerichtet. Links erscheint der Böhmerhof mit Wassermühle, rechts das Burgtor der Festung Lingen. (StadtA LIN, Karten und Pläne, Nr. 47)

Auf Pompeo Giustiniano folgte als „Gubernator“ der Lingener Festung Marcellus Judicis (Marcello del Judicius), bis sich für das Jahr 1627 Lucas Cairo (de Cayro) als Gouverneur in Lingen belegen lässt. Von Cairo ist bekannt, dass er von dem Amtmann Mars aus Neuenburg Pferde geschenkt bekam. Vor allem aber dürfte er, wenn nicht schon einer seiner Vorgänger, für den Bau des neuen Gouverneurshofs verantwortlich gewesen sein, der als Ersatz für das zerstörte Haupthaus auf der Burganlage diente. Überliefert ist ein spätestens 1629 aufgestelltes Inventarverzeichnis des Gouverneurshofes, genauer eine „Annotatie van schottelen in des Gouvern. Cayro syn logement“ (Notiz über die Schüsseln in der Wohnung des Gouverneurs Cairo). Neben Zinnschüsseln und Zinntellern fanden sich in dem Haus unter anderem ein großer Kupferpott , Kerzenhalter und eine Eisenpfanne, später kamen noch ein Tresor, eine Bettstätte, Stühle, eine Eisenkette für den Brunnen und zwei große Kesselhaken für den Feuerherd dazu.

Zum ersten Mal erscheint der „Gouverneurs Hoff“ auf einer um 1609/1632 angefertigten Umgebungskarte der Stadt Lingen Er lag zwischen dem Burgtor und dem Böhmerhof, umgeben von einer Gräfte, die sich aus dem Stadtgraben speiste. Dieser Zufluss dürfte ein Überbleibsel des alten Mühlenbaches sein, der sich noch im 16. Jahrhundert in den Stadtgraben ergoss, inzwischen aber ab Böhmers Wassermühle um die Stadt herumgeführt wurde. Auch auf einem Stadtplan von 1903 ist der Zufluss noch zu erkennen. So erklären sich auch die eigenartigen Windungen der Straße „Brümmers Wiese“: Sie folgt dem Verlauf der einstigen Gräfte.

Der Wasserzulauf vom Stadtgraben unter der noch nicht vorhandenen Kulturvilla (Wilhelmstraße 49) her zum in den Umrissen noch erkennbaren einstigen Gouverneurshof auf einer genordeten Karte von 1903. (StadtA LIN, Karten und Pläne, Nr. 207)

1628 lässt sich als neuer Gouverneur zu Lingen ein gewisser Cazzola belegen. Ihm folgte Matthias von Dulcken. Die dauerhafte Belegung mit einer Garnison stellte für die kleine Stadt allerdings eine große Belastung dar. Es gab mehr Soldaten als Bürger, viele von ihnen waren in Bürgerhäusern einquartiert und immer wieder kam es zu Übergriffen. Man könne abends nicht mehr über die Straßen gehen, ohne belästigt zu werden, beschwerte sich der Magistrat. Im Juli 1630 verließen die letzten Garnisonssoldaten die Stadt und Truppen der katholischen Liga zogen ein. Neuer Gouverneur wurde damit der stellvertretende Kavalleriekommandeur Johannes von Horst, gefolgt von Ottomar von Erwitte. Für die Stadt bedeutete das weniger Soldaten, aber auch höhere Abgaben. Der Magistrat bat mehrfach um Erleichterungen, bis er die überraschende Antwort erhielt, dass dies nur bei Schleifung der Festungswerke möglich sei. In Verhandlungen einigte man sich schließlich darauf, genau das zu tun. 1632 wurde die Lingener Festung niedergerissen, und noch vor Mitte November verließ Kommandant Leoprechting mit den letzten Soldaten die Stadt. Die Zeit als Garnisonsstadt war für Lingen damit vorläufig vorbei.

 

Quellen und Literatur:

  • NLA HA, Cal. Br. 24, Nr. 6036.
  • NLA OL, Best. 20, -49 Nr. 4.
  • NLA OS, Dep 3 a 1, XI Nr. 101 a-b.
  • NLA OS, Dep 3 b III, Nr. 1.
  • NLA OS, Rep 25, Nr. 3, Nr. 4.
  • NLA OS, Rep 900, Nr. 651.
  • StadtA EMD, I, Nr. 338 a
  • StadtA LIN, Altes Archiv, Nr. 43, Nr. 5390.
  • StadtA LIN, Fotoserien, Nr. 712.
  • StadtA LIN, Karten und Pläne, Nr. 47, Nr. 207.
  • Giustiniano, Pompeo: Delle Guerre di Fiandra Libri VI, Antwerpen 1609.
  • Oldenhof, H.: Als Spinola vor Lingen lag. Tatsachenbericht des Obersten Pompeo Giustiniano, in: Kivelingszeitung 1978, S. 53-61.
  • Remling, Ludwig: Berichte über das Explosionsunglück auf der Burg Lingen am 2. Mai 1607, in: Kivelingszeitung 1999, S. 97-101.
  • Remling, Ludwig: Der Dreißigjährige Krieg in der Niedergrafschaft Lingen und den benachbarten münsterischen Kirchspielen Salzbergen, Emsbüren und Schepsdorf, in: Jahrbuch des Emsländischen Heimatbundes 46 (2000), S. 57-101.
  • Remling, Ludwig: Egbert Wantschers Plan der Festung Lingen und des näheren Umlandes, in: Remling, Ludwig (Hg.): Aus der Geschichte Lingens und des Lingener Landes. Festgabe für Walter Tenfelde zum 70. Geburtstag (Materialien zur Lingener Geschichte 2), Lingen 1989, S. 44-47.
  • Tenfelde, Walter: Ambrosius Spinola und die Spanische Zeit in Lingen 1605-1630, Lingen (Ems) 1958.

Diese und frühere Archivalien des Monats können eingesehen werden auf den Seiten des Stadtarchivs Lingen.

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Häuptlingswappen oder Regionalwappen? Teil 2: Das Dreililienwappen von Faldern und Oldersum

15. Januar 2026 um 09:02

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Ein Gastbeitrag von Hanke Immega In der Reihe der älteren Wappen ostfriesischer Häuptlingsfamilien, die bevorzugt kämpferische Raub- und Fabeltiere zeigen (sehr häufig sind es Adler und Löwen), fällt ein Wappen besonders auf, das in blauem Feld drei goldene Lilien zeigt.1 Seine Herkunft ist vermutlich in Faldern zu verorten. Haro Aildisna aus einer Linie des weitverzweigten Geschlechts der Abdena (gest. 1400), Häuptling zu Groß-Faldern und Uphusen, führte 1400 ein Siegel mit einer Abbildung der Gottesmutter und darunter einem Schild mit zwei Lilien (Abb. 1).2 Vielleicht …

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Zwei Emder Renaissancehäuser zwischen Abrissbirne und Denkmalschutz


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Aiko Schmidt M.A. widmet sich in einem Vortrag im Landschaftsforum der Ostfriesischen Landschaft am 26. Januar 2026 der Geschichte der beiden im 16. Jahrhundert errichteten Bürgerhäuser in der Pelzerstraße in Emden Im Rahmen der gemeinsamen Veranstaltungsreihe „Landeskundliche Vorträge zur Geschichte Ostfrieslands“ laden die Landschaftsbibliothek und das Niedersächsische Landesarchiv – Abteilung Aurich zum ersten Vortrag im Jahr 2026 ein. Im Mittelpunkt steht die Erhaltung der Renaissancehäuser in der Pelzerstraße in Emden im 20. Jahrhundert. Die Emder Altstadt fiel im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig den Bombenangriffen …

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Im Wandel der Zeit: Das Rathaus in Esens und seine Geschichte

12. Dezember 2025 um 07:46

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Eine neue Publikation widmet sich Wilhelm von Heespen und dem Wangelinschen Witwenstift Ein Gastbeitrag von Dietrich Nithack Seit dem Mittelalter gehören Rathäuser zum Bild einer Stadt. Die Verleihung von Stadtrechten bedeutete meist nicht nur den Aufstieg eines Ortes; sie erforderte vor allem ein Gebäude, das den neuen Status der Stadt, ihre Wichtigkeit, ihre Stärke sowie Bedeutsamkeit und Selbstverständnis ihrer führenden Schicht nach innen und außen repräsentativ darstellte. Dementsprechend wurden – jeweils im Stil der Zeit – reich verzierte oder architektonisch besonders auffällig gestaltete Gebäude …

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Häuptlingswappen oder Regionalwappen? Teil 1: Zur Herkunft des Norder Stadtwappens

04. Dezember 2025 um 07:00

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Ein Gastbeitrag von Hanke Immega Seit über fünfhundert Jahren führt die Stadt Norden ihr sehr prägnantes Wappen, das drei goldene Sporenräder in Blau zeigt. In der großen Ausführung des Wappens hält der heilige Andreas, im Mittelalter der Stadtpatron, den Wappenschild (Abb. 1). Dieses Wappen ist schon in nahezu identischer Form auf einem Stadtsiegel aus dem Jahr 1498 zu sehen.1 Allerdings scheint es sich hier im Wappenschild eher um Sterne zu handeln, denn den drei Wappenfiguren fehlen die mittigen Achslöcher. Auf späteren Siegeln sind sie …

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